Gesamtsituation der Mannschaft

Unser Manko ist tatsächlich, dass wir uns für unsere Leistungen nicht belohnen. Was eben an den paar Baustellen liegt, die wir haben. Aber das sind keine unlösbaren Probleme.
"Wir haben uns nicht belohnt" gehörte schon zum Standard-Repertoire von TS in seinen letzten Jahren als Werder-Coach. Von temporären Ausschlägen abgesehen ist dieses Problem jedoch weder von ihm noch von seinen Nachfolgern langfristig gelöst worden.

Vor allem ließt sich eine solche Formulierung stets so, daß "nur" das Toreschießen versäumt wurde. Doch das ist nur ein Teil des Ganzen, denn um sich zu belohnen = zu punkten, muß auch die "Drecksarbeit" in der Defensive ordentlich gemacht werden, und das war und ist (aufgrund des offensiven Markenkens) seit Jahren das viel größeres Manko bei uns. Der Blick auf die Tabelle bestätigt dies: bei den geschossenen Toren sind wir derzeit immerhin 7., bei den kassierten dagegen 16. Wie schon FK sagte, man kann nicht immer 3 Tore schießen, um zu gewinnen.
 
"Wir haben uns nicht belohnt" gehörte schon zum Standard-Repertoire von TS in seinen letzten Jahren als Werder-Coach. Von temporären Ausschlägen abgesehen ist dieses Problem jedoch weder von ihm noch von seinen Nachfolgern langfristig gelöst worden.

Vor allem ließt sich eine solche Formulierung stets so, daß "nur" das Toreschießen versäumt wurde. Doch das ist nur ein Teil des Ganzen, denn um sich zu belohnen = zu punkten, muß auch die "Drecksarbeit" in der Defensive ordentlich gemacht werden, und das war und ist (aufgrund des offensiven Markenkens) seit Jahren das viel größeres Manko bei uns. Der Blick auf die Tabelle bestätigt dies: bei den geschossenen Toren sind wir derzeit immerhin 7., bei den kassierten dagegen 16. Wie schon FK sagte, man kann nicht immer 3 Tore schießen, um zu gewinnen.

Du weisst, dass ich da grundsätzlich voll bei dir bin.

Aber ich sehe schon unterschiedliche Problemstellung, auch wenn das Ergebnis - zu viele Gegentore - leider das gleiche ist. Wir hatten in der Vergangenheit vor allem Problem im Umschaltspiel in Defensive. Das haben wir in meinen Augen eigentlich ganz gut im Griff. Dabei muss man sagen, dass dies mit Bargfrede mittlerweile eigentlich sehr stabil ist. Wir haben heute in meinen Augen andere Probleme. Unser größtes Manko sind die hohen Bälle in den Sechzehner. Davon lassen wir nich nur zu viele zu, sondern verteidgen diese eben schlecht. Da ist die gesamte Kette inklusive Torhüter angesprochen. Ein erster Schritt wäre zu versuchen Freistöße in der Nähe des 16er zu vermeiden sowie statt zur Ecke häufiger zum Einwurf zu klären. Wir lassen nach meine Gefühl vergleichsweise vielen Ecken zu. Sehe diese Probleme als lösbar, weil es in meinen Augen eben kein Grundproblem der generellen Offensivausrichtung ist.
Diese Problem macht sich in meinen Augen eher in der Kaderzusammenstellung bemerkbar: Wir haben für einen Nichteuropapokalteilnehmer eine auch in der Qualität unglaublich breit aufgestellte Offensivabteilung (Mittelfeld + Sturm), aber wir wir gerade erleben in der Defensive nicht mal einen Alternativ-LV, sondern ausschließlich die Verlegenheitslösung mit Friedl, der diese Aufgabe nicht wirklich gelöst bekommt.

Sehe die Probleme als lösbar an, da sie nicht in der Spielphilosophie des Trainers stecken, sondern vielmehr punktuelle Probleme, die aufgrund von verschiedenen Faktoren wie Kaderzusammenstellung, dem Zulassen von zu vielen hohen Bällen sowie in der schwachen Verteidigung selbiger. Zudem darf auch mal beklagen - und dies bitte nicht als Ausrede werten - uns ein bisschen das Spielglück fehlt. Weder muss gestern das 2:2 noch fallen zudem dürfen wir auch mal einen klaren Handelfer in der Nachspielzeit bekommen.
 
Nach 10 Spieltagen darf man schon einmal eine vorsichtige Bilanz ziehen. Wir stellen mit die schlechteste Abwehr der Liga und haben unmittelbaren Kontakt zur Abstiegsregion. Das ist die Sachlage. Man muss in die Analyse sine ira et studio eintreten und muss das gestrige Spiel ausblenden. Das war nur ein Abbild der bisherigen Saison.
Was aber viel schlimmer ist, dass die Stimmung kippt. Sie scheint innerhalb des Teams und vor allem in der Fan Community zu kippen. Wenn man nach den Ursachen forscht, würde ich bei den Verantwortlichen anfangen. Sie geben ein ambitioniertes Ziel aus, dass nur unter sehr besonderen Umständen zu erreichen ist und scheitern daran. Ob nun knapp, wie unlängst, oder wie diese Saison absehbar deutlich, spielt keine Rolle. Gescheitert ist gescheitert.
In der Abwehr fängt es bei einem verunsicherten TW an und setzt sich auf allen Positionen fort. Das ist ein Chaos da hinten. Waren die Verletzungen so überraschend? Bei Langkamp, Veljkovic und LA auf jeden Fall nicht. Die waren schon im Sommer verletzt und in Anbetracht des Verletzungsmusters musste man von einem langwierigen Ausfall ausgehen. Der Not gehorchend hat man dann einen Toprak geholt, der seit Jahren fast nur auf der Bank gesessen hat und dabei noch extrem teuer ist. Dazu leiht man einen RV Lang und das Hauptproblem ist der LV. Der def MF Spieler aus der U23 hilft in der Abwehr aus, macht natürlich seine Fehler und ist dabei sogar noch einer der Besseren. Das ist bedenklich.
Man verliert den zentralen Offensivspieler, auf den das ganze Spielsystem drei Jahre abgestellt war, und verkündet der Kader sei stärker geworden. Dazu holt man einen dauerverletzen Stürmer aus Hannover und begründet das damit. Sein Kreuzbandriss ist Pech, aber ein längerfristiger Ausfall war vorprogrammiert.
Die Prognose für den Verein ist nicht gut. Denn die Spitzenspieler bei uns werden bei einem weiteren Scheitern an Europa, ihren Beratern das GO zum Wechseln geben. Wir müssen sowieso verkaufen, um Toprak und Bittencourt bezahlen zu können. Man kauft einen Bittencourt, der seit Jahren in seinem Leistungsstand stagniert und sicherlich mit zu den Bestverdienenden bei Werder zählt. Das soll kreativ sein?
Nun könnte man meinen, dass durch unser Leihspielerkonzept die entstehenden Lücken aufgefangen werden? Wir reden hier nicht über absolute Rohdiamanten sondern über Spieler, die bei unterklassigen Clubs wie weiland Phönix aus der Asche kommen sollen/werden??? Wir werden sehen, ob das Konzept vom TD TS aufgeht?! Ich für meinen Teil bin da mehr als skeptisch.
Durch die Verkäufe wird Geld in die Kasse kommen. Allerdings wird die Qualität deutlich abnehmen, so dass dann wirklich kreative Transfers gefragt sein werden. Was man in dieser Gemengelage nicht ausblenden darf, ist der geplante Neubau des NLZ für 2021 Baubeginn. Ungeachtet der Standortfrage, vgl. Hochwassergebiet Pauliner Marsch und Mehrkosten, wird Werder einen hohen zweistelligen Millionenbetrag selbst aufbringen müssen, um das Projekt finanzieren zu können. Vom Senat wird nichts kommen. Warum auch? Dieses Finanzierungsgeld wird dem Kader abgehen oder man macht wieder eine bahnbrechende Finanzierung wie beim Stadion-Umbau. Das würde ich ihnen nicht empfehlen.
Meine Prognose für diese Saison war: wenn sie diese Saison Europa verpassen, werden sie die Zeche am Saisonende bezahlen und das untere Mittelmaß auf Jahre für den Verein zementieren. Daran halte ich fest.

Gute und vor allem REALISTISCHE Zusammenfassung der Lage!

Vor allem der letzte Satz sagt alles aus: Verpassen wir diese Saison Europa, dann wird die Zukunft sehr, sehr schwer...
 
Diese Problem macht sich in meinen Augen eher in der Kaderzusammenstellung bemerkbar: Wir haben für einen Nichteuropapokalteilnehmer eine auch in der Qualität unglaublich breit aufgestellte Offensivabteilung (Mittelfeld + Sturm), aber wir wir gerade erleben in der Defensive nicht mal einen Alternativ-LV, sondern ausschließlich die Verlegenheitslösung mit Friedl, der diese Aufgabe nicht wirklich gelöst bekommt.

Ohne die Verletztenmisere hätten wir in der Defensive weder einen Toprak noch einen Lang geholt. Friedl wäre dann der einzige Back-Up für beide AV-Positionen gewesen (!). Wir wären in der Abwehr ähnlich dünn besetzt gewesen wie in der letzten Saison, wo wir wahnsinniges Glück hatten, das es dort zu nahezu keinerlei Ausfällen kam.
DAS allein zeigt schon , welche Prioritäten bei Werder gesetzt werden. Und solange die dermaßen unausgewogen sind, solange werden wir die bekannten Probleme haben.
 
Naja, jeweils 1 Punkt in Gladbach und Wolfsburg sind möglich..haben Wir ja z.B. in Dortmund und Leverkusen auch geschafft..:p

Dann wird bestimmt hier gejubelt, das wir gegen so starke Gegner einen (Auswärts)punkt geholt haben und das wir nunmehr schon seit x-Spielen unbesiegt sind. Schönreden läßt sich vieles. Das wir in der Tabelle gleichzeitig immer weiter nach unten abrutschen, wird natürlich ausgeblendet.

PS: Nicht falsch verstehen! Ich FÄNDE Auswärtsunentschieden bei starken Gegnern ja auch gut, WENN wir im Gegenzug dazu die Spiele gegen weniger starke Gegner gewinnen würden. Tun wir aber leider nicht...
 
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Du weisst, dass ich da grundsätzlich voll bei dir bin.
:tnx:

Aber ich sehe schon unterschiedliche Problemstellung, auch wenn das Ergebnis - zu viele Gegentore - leider das gleiche ist. Wir hatten in der Vergangenheit vor allem Problem im Umschaltspiel in Defensive. Das haben wir in meinen Augen eigentlich ganz gut im Griff. Dabei muss man sagen, dass dies mit Bargfrede mittlerweile eigentlich sehr stabil ist. Wir haben heute in meinen Augen andere Probleme. Unser größtes Manko sind die hohen Bälle in den Sechzehner. Davon lassen wir nich nur zu viele zu, sondern verteidgen diese eben schlecht. Da ist die gesamte Kette inklusive Torhüter angesprochen.
Korrekt, andere Probleme. Und damit sind wir beim Thema "Was die eine Hand aufbaut, reißt die andere wieder ein", wie z,B, das wir in dieser Saison in 8 Spielen in Führung gingen, von denen wir nur 2 gewinnen konnten.


Ein erster Schritt wäre zu versuchen Freistöße in der Nähe des 16er zu vermeiden sowie statt zur Ecke häufiger zum Einwurf zu klären. Wir lassen nach meine Gefühl vergleichsweise vielen Ecken zu. Ein erster Schritt wäre zu versuchen Freistöße in der Nähe des 16er zu vermeiden sowie statt zur Ecke häufiger zum Einwurf zu klären. Wir lassen nach meine Gefühl vergleichsweise vielen Ecken zu. Sehe diese Probleme als lösbar, weil es in meinen Augen eben kein Grundproblem der generellen Offensivausrichtung ist.
Wir haben für einen Nichteuropapokalteilnehmer eine auch in der Qualität unglaublich breit aufgestellte Offensivabteilung (Mittelfeld + Sturm), aber wir wir gerade erleben in der Defensive nicht mal einen Alternativ-LV, sondern ausschließlich die Verlegenheitslösung mit Friedl, der diese Aufgabe nicht wirklich gelöst bekommt.
Die Anzahl der Ecken für die Gegner ist mir relativ egal. Von mir aus können die Gegner 20 Ecken pro Spiel bekommen, wenn es uns gelingen würde, diese sauber zu verteidigen als wenn aus nur 10 Ecken 3 Gegentore resultieren. Doch dazu fehlt uns die defensive Qualität. Denn so gut ZM/OM und Angriff bei uns für einen Nicht-Europapokalteilnehmer besetzt sind, so hinkt die Kaderzusammenstellung in DM und Abwehr qualitativ unseren Europapokal-Ansprechen hinterher. Und diese Unausgewogenheit in der Kaderzusammenstellung ist letztlich eine Folge des offensiven Markenkern.


Zudem darf auch mal beklagen - und dies bitte nicht als Ausrede werten - uns ein bisschen das Spielglück fehlt. Weder muss gestern das 2:2 noch fallen zudem dürfen wir auch mal einen klaren Handelfer in der Nachspielzeit bekommen.
Nein, ich sehe es nicht als Ausrede an ;) Glück bzw. Pech spielen bei Fußball selbstverständlich auch eine Rolle. Nur sollte man diesen Einfluß nicht überbewerten, zumal der Volksmund zurecht sagt, daß jeder selbst seines Glückes Schmied ist - so wie zB wir am 7. Spieltag in Frankfurt, wo wir in 90+1 einen Foulelfmeter zugesprochen bekamen, den Rashi zum 2:2 verwandelte.
 
:tnx:

Korrekt, andere Probleme. Und damit sind wir beim Thema "Was die eine Hand aufbaut, reißt die andere wieder ein", wie z,B, das wir in dieser Saison in 8 Spielen in Führung gingen, von denen wir nur 2 gewinnen konnten.

Das ist wohl so. Nur sehe ich wie gesagt unsere momentanen Schwierigkeiten als nicht so fundamental an, dass man sie nicht im laufe der Saison gelöst bekommen könnte, da zumindest die Idee des Trainers stimmt.



Die Anzahl der Ecken für die Gegner ist mir relativ egal. Von mir aus können die Gegner 20 Ecken pro Spiel bekommen, wenn es uns gelingen würde, diese sauber zu verteidigen als wenn aus nur 10 Ecken 3 Gegentore resultieren. Doch dazu fehlt uns die defensive Qualität. Denn so gut ZM/OM und Angriff bei uns für einen Nicht-Europapokalteilnehmer besetzt sind, so hinkt die Kaderzusammenstellung in DM und Abwehr qualitativ unseren Europapokal-Ansprechen hinterher. Und diese Unausgewogenheit in der Kaderzusammenstellung ist letztlich eine Folge des offensiven Markenkern.

Ja, da ist in der Kaderzusammenstellung tatsächlich zu einseitig gehandelt worden. Habe ich oben schon gesagt. Aber dennoch sind wir, wenn alle Verteidiger fit und halbwegs eingespielt sind, gut genug um eine solide Bundesligaabwehr darzustellen.
Was Eckbälle, Freistöße und Flanken angeht: Je weniger du davon zuläss je geringer ist halt die Chance, dass diese verwertet werden ;)



Nein, ich sehe es nicht als Ausrede an ;) Glück bzw. Pech spielen bei Fußball selbstverständlich auch eine Rolle. Nur sollte man diesen Einfluß nicht überbewerten, zumal der Volksmund zurecht sagt, daß jeder selbst seines Glückes Schmied ist - so wie zB wir am 7. Spieltag in Frankfurt, wo wir in 90+1 einen Foulelfmeter zugesprochen bekamen, den Rashi zum 2:2 verwandelte.

Natürlich, aber dennoch finde ich, dass wir in den letzten Jahren nicht selten wirklich erhebliches "Pech" hatten in wirklich entscheidenden Situationen. Man mag nur an das Halbfinale im Pokal letztes Jahr denken.
 
Ich frage mich wer hier Daueroptimist sein soll?

Realistisch gesehen haben wir zu wenig Punkte für den offensiven Aufwand, den wir betreiben.
Das sieht teilweise schon gut bis sehr gut aus, bisweilen leider nicht effektiv genug aber man sieht schon einen Plan hinter vielem.
Das Negative ist und das wird ein sehr hartes Stück Arbeit, so man das denn überhaupt angeht, die Defensive bei Standards und unsere linke Abwehrseite, das ist schon teilweise nicht bundesligatauglich was wir da sehen.
Dazu ist Pavlenka momentan auch nicht der gewohnte Rückhalt.
Wenn es so wäre, das man da chancenlos wäre und völlig zu Recht auf Platz 12 steht, ja Mensch, dann würde ich mich schon gar nicht mehr aufregen aber ich sehe halt dass da deutlich mehr drin ist, wenn du hinten nicht so verdammt verunsichert wärst, Zuordnungen nicht stimmen und und und.
Im Prinzip das kleine Einmaleins, dass man das trotz Standardtrainer nicht in den Griff bekommt macht mich teilweise echt fassungslos.
 
Im Prinzip das kleine Einmaleins, dass man das trotz Standardtrainer nicht in den Griff bekommt macht mich teilweise echt fassungslos.
Stimmt alles, nur kann ich mir vorstellen, das es einfach schwer in die Köpfe der Spieler zu bekommen ist. Ähnlich drückte sich auch FK aus. Da redet und redet man, erklärt, trainiert, schaut sich Videos an und im Spiel passiert dann so etwas. Kohfeldt klang schon recht verzweifelt in der PK nach dem Spiel. Vielleicht wird bei Standardsituationen zu wenig geredet im Strafraum, vielleicht muss man sich gegenseitig (verbal) in die Fresse hauen, damit sie wach bleiben, ich weiß es nicht
 
Mal ganz ehrlich, wenn die taktische Finessen, Spielzüge zum Teil nicht checken kann ich mir das ja noch irgendwie erklären aber verdammte Zuordnungen sind doch kein Hexenwerk.
Das checke ich einfach nicht.
 
Ich sehe die Abwehr als sehr schlecht...Toprak und Friedl gehören für mich auf die Bank und das nicht nur seit dem Freiburg Spiel.
Langkamp & Lang sollten dafür spielen, dann siehts anders aus, aber wenn der Trainer meint....tja dann ist er selber schuld an diesen Ergebnissen.
 
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