Fussballfans sind keine Verbrecher!

Richtig, es ist Aufgabe des Staates zu verhindern, dass Leute unschuldig verurteilt werden. und daher ist es durchaus auch im Interesse des Staates und auch seiner Bürger hierfür die notwendigen Daten zur Verfügung zu haben. Dass man aber nun aus Einzelfällen des Versagens des Systems gleich schließt, dass das ganze System schlecht ist, halte ich für wenig zielführend.

Die Begründung dass du nciht willst, dass deine Daten gespeichert werden, weil du es nicht willst. Ist natürlich sehr sinnhaft. Von der Frage ob wir auf dem Weg zu einem Überwachungsstaat sind, haben wir uns ja auch schon entfernt hin zur Frage ob du eine elektronische Krankenakte möchtest oder nicht.

Und was jetzt Streetworker mit staatlicher Überwachung zu tun haben, verstehe ich genauso wenig wie den unterschied zwischen Kameras in Kaufhäusern und Kameras im Bahnhof.
 
Hä? Ich möchte nicht, dass die VerbindungsDaten gespeichert werden, weil ich keinen Sinn darin sehe und mir diesen Sinn bisher keiner erklärt hat? Ich meine, ich gehe auch nicht zur Polizeistation und sage denen was ich heute morgen zum Frühstück gegessen habe, weil auch das keinen Sinn macht.

Streetworker haben etwas mit staatlicher Überwachung zutun, weil die staatliche Überwachung so teuer ist, dass nicht mehr genüngend Geld für Streetworker, die wirkliche präventive Arbeit leisten vorhanden ist.

Der Unterschied ist, dass ich selber entscheide, ob ich in ein Kaufhaus mit Kameras gehe oder nicht. Wenn ich jedoch über einen öffentlichen Platz gehen muss, der überwacht ist, um zur Uni zu kommen, kann ich es nicht selbst entscheiden, zumindest nicht ohne mir mein Leben nachhaltig zu schädigen.
 
Und weil du keinen Sinn darin siehst, können da ja nur böse Absichten die sich nachteilig auf deine Freiheit auswirken dahinter stecken.

Glaubst du ernsthaft, dass Geld das nicht für Überwachungskameras ausgegeben wird automatisch in soziale Projekte gesteckt wird? Und kannst du mit Zahlen belegen wie viele Verbrechen nachhaltig durch den Einsatz von Streetworkern bisher verhindert werden konnten, nicht nur verlagert?
 
Richtig, weil nicht ich in der Pflicht bin zu begründen, warum ich es nicht will, sondern derjenige muss es mir begründen, warum er meine Daten will.

Daran könnte man politisch mitarbeiten, dass es geschieht. Wenn jedoch von vorneherein alles in die Verbrechensaufklärung investiert wird, ist das schwer, weil dann immer das Argument kommt, es sei kein Geld da.
Dass Streetworker Erfolge haben, ist immer wieder in den Medien zu hören. Keine Ahnung, ob es da eine Art Statistik drüber gibt, aber das entscheidende ist doch, dass es nachhaltig etwas bringt im Gegensatz zu Kameraüberwachung. Dass sich bei dieser die Verbrechen in der Regel nur verlagern, das sollte nun jeder einer Zeitung entnommen haben.
Hier ein interessanter Artikel: http://www.mittelbayerische.de/index.cfm?pid=1666&pk=359966&p=1
Wie genau sollen Verbrechen durch Streetworker verlagert werden? Das macht keinen Sinn, wenn man sich das Konzept ansieht.
 
Die Antwort findest du in denem geposteten Artikel. Zeitlich auf die Zeiten, in denen die Streetworker nicht da sind. Und 24 STunden am Tag kann wohl niemand arbeiten. zumal das Konzept auch nur bedingt hilft, weil man nur an wenigen Punkten und nicht flächendeckend aktiv werden kann.

Trotzdem halte ich Street-Worker für sinnvoll. Nur hatte ich erhofft, dass du deine Forderung mit Daten unterfüttern kannst, weil du diese ja bei der Kamera-überwachung so vehement eingefordert hast. Und das an Kameraüberwachten Orten Tatbestände wie Sachbeschädigung und Vandalismums deutlich zurück gegangen sind, kann man jährlich entsprechenden Kriminalitätsstatistken und Berichten in der örtlichen Presse entnehmen.
 
Natürlich kann man nicht 24 Stunden lang aktiv sein, aber darum geht es auch nicht. Es geht darum dass Streetworker einzelne Leute versuchen wieder auf die richtige Schiene zu bringen. D.H. je mehr Streetworker man hat, desto mehr Jugendlichen kann man helfen. Da kommt wieder die finanzielle Geschichte rein, weswegen immer neue Kamerasysteme abzulehnen sind.

Der Unterschied zwischen Kameras und Streetworkern ist, dass ich mich durch die Streetworker nicht in meiner persönlichen Entfaltung beschnitten sehe, wenn ich das täte, würde ich mich auch fragen, wievielen Leuten damit geholfen wird. Bei der Kamera ist das genau das Gegenteil, die muss sich rechtfertigen, um eine Existenzberechtigung zu haben.
Hier kannst du auch eine Hinterfragung der angesprochenen Zahlen finden:
http://www.daten-speicherung.de/index.php/studie-videoueberwachung-kaum-von-nutzen/
 
Ich höre immer wieder 'wenn das mißbraucht wird', 'Wenn das öffentlich wird' 'Wer weiß, was in 10 Jahren ist'

Sorrym das sind für mich keine sachlichen Argumente. Natürlich kann ich mit viel Wissen viel Unsinn mahen. Ich kann mit viel Wissen aber auch viel gutes tun. Und das in der Anonymität nicht nur das Gute wächst und gedeiht, ist wohl auch jedem Bekannt..

Für mich sind das sehr wohl sachliche Argumente. Solange diese Sachen Möglich bestehen bzw. die Frage nicht geklärt sind, kann man nicht einfach mit dem datensammeln und Überwachen Anfangen mit der Hoffnung:" Wird schon gut gehen!"

Wenn jetzt irgendjeman bei meinem Hausarzt einbricht und meine Akte klaut, die öffentlich macht, kann mir das auch das Leben versauen. Also ist es viel besser wenn mein Hausarzt keine Akten führt. Das der mir dann beim nächsten mal versehentlich Asspirin verschreibt, obwohl ich auf Salicylsäure allergisch bin, ist dann auch das kleinere Risiko...

Stimmt eine Krankenakte ist notwendig, wie auch manche Datesammlungen.
Aber ist es z.B. notwendig alle deine Krankenakten (aller Ärzte) und von allen Menschen an einer einzigen zentralen Stelle zu speichern?
Wenn da jemand einbricht, um mal bei deinem Bsp. zu bleiben sind die Konsequenzen doch sehr viel schlimmer als wenn jemand deine Akte vom Hausarzt klaut.


Glaubst du ernsthaft dass irgendjemand mitbekommt, dass du um 14:57 Uhr mit deinem Bruder telefoniert hast und das es irgendjemand interessiert? Zumal sie ja nicht mal wissen, worüber du mit deinem Bruder gesprochen hast.

Wenn es keine interessiert warum dann alle Daten vorsorglich speichern?
Das ist doch genau der Punkt! Es geht niemanden was an und es hat auch niemanden etwas anzugehen. Wenn ein konkreter Verdacht bzgl. einer Straftat vorliegt sieht das ja vielleicht anders aus, dann ist eine Überwachung ggf. ja auch zu rechtfertigen, aber pauschal jeden Unschuldigen zu überwachen geth nicht!
 
Mmh, einmal kurz überflogen. Sofort fällt mir auf, dass es verdammt viel 'Hätte', 'Könnte' und 'vielleicht' für eine STudie enthält. Das eine Seite die sich gegen Videoüberwachung ausspricht eine STudie die deren Erfolglosigkeit belegen soll als glaubwürdiger und aussagekräftiger ansieht überrasht nicht. Und ein Vorschlag statt einer Videoüberwachung zu installieren lieber eine Versicherung gegen Diebstahlschäden abzuschließen, ist dann aj auch sehr sinnvoll.

Interessant aber, wenn du die Studie anführst:
Die Installation der Videokameras hatte wenig Einfluss auf das Verhalten der Bevölkerung. Nur 2-7% der Befragten gaben an, sich seit der Installation der Kameras auf vorher gemiedene Flächen zu trauen. 1% gab an, die überwachten Flächen wegen der Videoüberwachung nicht mehr aufzusuchen. Unverändert 70% der Befragten begrüßten die Videoüberwachung. Etwa 15% äußerten Bedenken unter dem Gesichtspunkt der Bürgerrechte.


Soviel also zu der Befürchteten Beschränkung der Freiheit
 
Punkt 1) Das ist sicher eine Sache der Gewichtung. Allerdings vermisse ich immer noch ein sachliches Argument, dass gegen bestimmte Daten spricht, hier wird immer nur pauschal von 'zu vielen Daten' gesprochen ohne mal konkret zu sagen, was die akute Gefahr ist die von den einzelnen Daten ausgeht..

Ja, weil du einfach behauptest unsere/meine Argumente sein unsachlich. Obwohl das sehr viele Leute (u.a. auch viele Experten im Breich Datenschutz - Grundrechte - Gerichte u.s.w.) dies als sachliche Argument anerkennen.
 
das mag adaran liegen, dass sich über die von mir angesprochenen argumente ein Durchschnittsmensch keine gedanken macht
 
Die Polizei mag vielleicht nicht von sich aus auf dei Aufnahmen zurück greifen, aber da wir in einem Rechtsstaat leben, kannst du in dem Fall auf die Verwendung der Aufnahmen vor Gericht bestehen. Und sollte es dann wirklich der Fall gewesen sein,d ass die polizisten dich zu unrecht angegangen haben, sit es gut für dich.

So sollte es sein, ist aber häufig leider nicht. Es gab genau solche Situationen, wo die Videos evtl. die Polizisten belastet hätten, doch die Viedeoaufnahmen waren in dem einen Fall leider nicht mehr auffindbar und in dem anderen Fall aus technischen Gründen leider gelöscht worden.
Das kann man so glauben, muss man aber nicht, auch wenn man nichts anderes beweisen kann.
Das genau ist doch das Problem. Wenn ein Polizist gegen eine anderen Aussagen soll kommt es leider auch sehr häufig vor das er sich auf einmal an nichts mehr erinnern kann.
 
Meiner Meinung nach ist ein Durchschnittsmensch ein solcher, der Politik konsumiert, aber in der Regel nicht weiter hinterfragt.
 
Hier mal ein Beitrag von Blut-an-den-Stollen aussem worum, unter anderem über das Polizeiforum copzone.de:

Vorweg: Leute, die darauf aus sind sich zu schlagen, sind bei mir unten durch.
Leute, die als Unbeteiligte Schläge, Pfefferspray, Haft, Stadionverbote und ähnliches einstecken müssen, haben meine Unterstützung.
Dazwischen gibt es auch noch diejenigen, die spontan die Wut packt und die dann im Affekt austicken, diese kann ich verstehen.

Zum Thema ist hier ein Artikel aus der taz.
Dazu einige Reaktionen auf copzone.de:
"Die armen "Fans"
"Wenn ich Zeit habe bedauere ich euch."
"die tatsache, dass ich mindestens 3 -wenn auch kleine- rechtschreibfehler gefunden habe zeugt ja schon von der seriösität des textes."
"Und wieder so ein armer kleiner Fred dessen Schicksal den meisten hier bereits bekannt sein dürfte...mehr sag ich nicht, diese ganze aufgerege der fans über die polizei geht mir nur langsam aufn sack"
Übrigens wurde dieser Thread nach satten 14 1/2 Stunden geschlossen.


Nach dem Spiel Holstein Kiel II gegen St. Pauli II im Juni kam es zu kurze aber harten Auseinandersetzungen zwischen Polizei und Fans. Dazu gibt es bei copzone.de einen Thread.
Jetzt mal unabhängig von der Frage, wer da wofür verantwortlich war, ist folgende Meinung höchst bemerkenswert:

"Dein Name soll uns sagen dass du Kollege bist- und dann hast du nichts besseres zu tun, als in einem öffentlichen Forum einen Einsatz zu kritisieren? Entweder du bist ein Schwätzer, oder dir fehlt das notwendige Rückgrad ein solches Erlebnis beim Verantwortlichen vorzubringen ..."

Bemerkenswert deshalb, weil man wohl nur selten öffentlich erfährt, dass Polizist eben nicht öffentlich seine kritischen Fragen äußern soll/darf, "das macht man nicht!".
Hatte ich schon gesagt, dass dieser Thread nach langen 11 Stunden gesperrt wurde?


Zur Datei "Gewalttäter Sport" ist u.a. zu lesen:
"Ja, genau das finde ich richtig.Dass jemand nicht verurteilt wurde, bedeutet noch lange nicht, dass er nichts macht / gemacht hat. ... Das ist eine Datei für Prävention, nicht für Repression - hier gehts um die Gefahrenabwehr, nicht um Strafverfolgung. Insofern sind Verurteilungen nicht zwingend relevant für Maßnahmen...."
"Es ist nunmal eine "Verdächtigen-Datei" und keine "Straftäter-Datei". Sonst macht sie keinen Sinn mehr.Deswegen bedeutet ja auch ein rechtskräftiger Freispruch noch lange nicht, dass man aus InPol auch wieder rausfliegt. "
"Ich würde mal gern Dein Gesicht sehen, wenn Dein Vater / Deine Mutter durch Zufall nach so einem Spiel vermöbelt werden (und wenn es dumm läuft so enden wie Daniel Nivel), und ich Dir dann sage "Tja, hätten wir zwar verhindern können, aber das wäre böse gewesen; sei einfach stolz darauf, dass Deine Eltern dieses Opfer für die Freiheit bringen durften".
Oder wenn Dein Pkw bei so einer Aktion als Totalschaden endet, und Du auf dem Schaden sitzen bleibst. Oder Du einfach so ein paar auf die Fresse bekommst.
Wieso solidarisierst Du dich eigentlich mit denen, die nichst anderes im Sinn haben, als andere sinnlos zusammenzuschlagen bzw. denen die Freude am Sport zu nehmen. Findest Du das geil? Prügelst Du da mit?"
"Es ist doch sch*** egal, was die Fahndungsabfrage ergibt.
Soviele Bürger haben einen Bestand in einer Datei und der Polizist, der die Person kontrolliert erfährt davon. ja und ? Dann weiß ich eben das ist ein:
- Gewalttäter Links
- ein Gewalttäter Sport
- einer der sich mit der Polizei prügelt
- ein Kinderfi***er
(oder was es sonst noch für Ergebnisse gibt, die ich dir jetzt nicht auftische)
"in unseren "normalen" Abfragesystemen sind auch genügend Daten über Vorfälle gespeichert, wo es nie eine Veurteilung gab, nichtmal eine Anklage."

Im vorletzten Beitrag des Threads ist dieser Link enthalten. Der letzte Beitrag erfolgte 5 Minuten später, anschließend wurde der Thread geschlossen.

Ich hoffe ja, dass bei copzone.de größtenteils Fakes schreiben bzw. das ganze Forum ein Witz sein soll, ansonsten wunder ich mich bei deren Haltung über so manches Verhalten der Polizei nicht mehr :wall: :kotzsmiley:
 
AUch wenn du noch 3 mal wiederholst, dass du die Vorratsdatenspeicherung meinst, ist das keine Antwort auf meine Frage. Es bestätigt nur meinen Eindruck - ABlehnung aus Prinzip ohne sachlichen Grund.

Systeme wie die elektronische Krankenakte sind sicherlich diskutabel, aber viellicht sollte man sich vorher mit dem Sinn und Zweck auseinander setzten. Eine dezentrale Speicherung auf nicht vernetzten Rechnern, machen sie nämlich überflüssig. Zumal ich behaupten möchte, dass es einfacher wäre eine zentrale Datenbank abzusichern als 100 dezentrale.
.

Nein, man kann doch von jedem die daten z.B. einfach auf dem Chip der Karte speichern, dann ist jeder selber dafür verantwortlich und ich hab den gleichen Nutzen wie bei einer zentralen Speicherung der gesamten Krankengeschichte von 90 % der Bürger.
 
Indem er nicht nur die Zeitung liest, sondern sich auch Gedanken darüber macht, was da eigentlich drin steht. Und eventuell die Meinung der Redaktion anzweifelt. Und sich seine eigene Meinung bildet.
 
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