Naja du hast ein wehklagen als berechtigt bezeichnet und man klagt ja üblicherweise nicht über Dinge, die einen nicht tangieren (außer man ist ein verbitterter Alter Mann der die Welt im Allgemeinen hasst und deswegen über ALLES klagt). Du und ich wissen ja überhaupt nicht, inwiefern eine Kreditbelastung sich überhaupt negativ und nachhaltig auf die Aktivitäten Werders auswirkt. Andere Vereine agieren seit Jahrzehnten so (Schalke) und lösten zb einfach alte Kredite durch neue ab, ohne das es sie je groß gekümmert hätte.
Kredite aufzunehmen und ggf. den einen Kredit durch einen anderen = günstigeren abzulösen, ist im Wirtschaftsleben und somit auch im Profifußball ein völlig normaler Vorgang. Dementsprechend müßig wäre es, darüber zu diskutieren. Aber als aufmerksamer Beobachter der Szenerie ist dir sicherlich nicht die im Frühjahr 2021 durchsickernde Nachricht entgangen, dass Werders Kreditrahmen bei den Banken erschöpft gewesen ist. Oder um es deutlicher zu formulieren: Werders Bonität war leider so schlecht, dass die Banken keine Kredite mehr an Werder vergaben. Und demzufolge konnten auch keine Altkredite durch neue abgelöst werden.
Dementsprechend sicherten nur Spielerverkäufe sowie eine Anliehe den Spielbetrieb der Saison 21/22. Und Anleihen sind wahrlich kein
finanical business as usual, so wie eine Umschichtung von Bankkrediten. Denn auf Seite 15 des Wertpapierprospekt wurde im Fettschrift darauf hingewiesen, dass nicht nur ein Risiko des Totalausfalls des eingesetzten Kapitals besteht, sondern sogar Zinszahlungen ausfallen können.
Aufgrund dieser Risiken ist dieses auch Schuldverschreibung genannte Wertpapier höher verzinst = kostet mehr Geld als ein Bankkredit. Im Fall von Werder mit einem Zinssatz i.H. 6,5% p.a. Das bedeutet, dass bei einer Emissionssumme von 17 Mio. € Werder im Vergleich zu einem Bankkredit für jedes Prozent mehr 170.000 € mehr Zinsen p.a. zahlen muss. In Anbetracht der im Profifußball kursierenden Unsummen sind das "Peanuts", für einen klammen Club ist das trotzdem viel Geld.
Vor allem aber ist die Rückzahlung dieser emittierten 17 Mio. € am 31.07.26 fällig. D.h. dass Werder muss so gut wirtschaften (= auch den Gürtel enger schnallen) um eine so gute Bonität zu erreichen, dass die Anleihe mit einem Bankkredit (und ggf. auch mit Eigenmitteln) bedient werden kann. Weil sonst wahrscheinlich nur noch die Option bleibt, diese Auszahlung mit einer neuen Anliehe zu finanzieren, was Werders Aktivitäten über weitere Jahre einschränkt. Und im Worst Case kann es sogar passieren, dass die Zinsen der neuen Anliehe höher taxiert sind als bei der alten; so wie z, B. bei Schalke 04, wo im Mai dieses Jahres die alte, mit 4,25% verzinste Anleihe mit einer neuen Schuldverschreibung i.H. von 5,75 % finanziert werden musste.