Sorry, aber das ist insbesondere bzgl. Schönfelder und Mina einfach keine faire Kritik. Mina ist 18 und kommt frisch aus Südamerika, muss sich erstmal an Deutschland gewöhnen und dann langsam reinkommen. Niemand hat erwartet, dass der direkt Bundesliga spielen wird. Eigentlich ist der Transfer doch genau so einer, der hier immer gefordert wird. Außerhalb des Radars, jung, entwicklungsfähig. Und Schönfelder ist auch erst 19, hatte sich im August verletzt und sammelt jetzt Spielpraxis in der U23. Sind eben beides Spieler, bei denen perspektivisch gedacht werden muss, wurde meine ich auch nie anders kommuniziert. Solche Transfers brauchst du als Verein wie Werder. Das zu kritisieren, ist imo also ziemlich daneben. Auch der Transfer von Erras als Back-Up hat durchaus Sinn ergeben, das Problem ist hier halt, dass kein besserer Sechser noch dazu gekommen ist. Auch bei Chong konnte doch nicht ernsthaft erwartet werden, dass der direkt problemlos in der Bundesliga durchstartet, sondern sich, gerade was seine defensiven Aufgaben angeht, erst einmal an das Niveau gewöhnen muss. Die Leihe an sich ist durchaus sinnvoll, btw. wurden eben auch solche Modelle (Leihen von größeren Clubs) hier mehrfach gefordert und sind ein vernünftiger Ansatz für Vereine wie Werder.
Welche Transfers sind denn eigentlich in Ordnung, wenn die oben genannten schon kritisiert werden? Ich meine, da ist ja diesen Sommer wirklich eine bunte Mischung dabei. Entwicklungsfähiger Spieler aus der zweiten Liga (Agu), Leihe eines jungen Spielers von nem großen Club (Chong), Kauf eines jungen, entwicklungsfähigen Spielers aus Südamerika (Mina), erfahrener, solider Spieler aus der zweiten Liga (Erras) und mit Schönfelder ein U-Nationalspieler, den man einem anderen Bundesligisten abwerben konnte. Zu kritisieren sind diesen Sommer doch weniger die Transfers, die gemacht wurden, als vielmehr die Transfers, die nicht gemacht wurden, insbesondere ein Sechser und kreativer Achter.
Der Trainer mit der schlechtesten Saisonbilanz aller Werdertrainer aller Zeiten ist aber nachwievor auch der Trainer mit der besten Punkt-pro-Spiel-Bilanz aller Werdertrainer der letzten 10 Jahre, der Trainer, der die ersten zwei Jahre als Cheftrainer gute Arbeit geleistet hat und der Trainer, der mit 53 Punkten 18/19 die beste Saison seit langem spielen lassen hat, mit einem Punktewert, der in den Jahren zuvor immer für Europa gereicht hätte. Sollte man auch mit einbeziehen, wenn es um die Frage geht, weshalb er trotz der Katastrophe letzte Saison weiter machen darf.