Die derzeitige Finanzpolitik von Werder wirft derzeit viele Fragen auf. Bei JHV im November 2018 verkündete KF noch vollmundig, daß die Finanzierung künftig weniger auf Transfererlöse, sondern mehr auf Erfolgsprämien ausgerichtet wird - obwohl er auch wissen sollte, daß ein Transferüberschuß von zB 20 Mio. € selbst dann nicht erreicht werden kann, wenn man zwei Jahre in Folge die Saison auf Platz 5 statt auf Platz 10 beendet. Oder hat er rückblickend betrachtet es zumindest geahnt, daß wir in diesem Sommer keine großartigen Transfererlöse generieren werden und hat deshalb diese Ankündigung getätigt? Zynisch angemerkt wurde diese Ankündigung - die gegenteilig zu dem Selbstverständnis des Clubs, ein Ausbildungsverein und somit auf Transfererlöse angewiesen zu sein war bzw. ist - insoweit prompt umgesetzt, daß in diesem Sommer bisher keine Transfererlöse generiert wurden.
Dennoch muß sein Vorstandskollege FB zusammen mit Coach FK an einen wettberbsfähigen Kader bauen, was insofern schwierig ist, weil man einem nackten Mann nicht in die Tasche greifen kann. Trotz der 0-€-Transfereinnahme wurde im Sommer z.B. gegenüber den Fans zumindest indirekt mit der Verpflichtung von Gregoritsch für rund 10 Mio € kokettiert, wohl wissend, daß kein Geld dafür zur Verfügung steht (und nebenbei bemerkt Gergoritisch für seine 8 Scorerpunkte in der letzten Saison etwa die doppelte Spielzeit brauchte als der hier auf dem Abstellgleis stehende Harnik), jedoch erst Wochen später wurde den Fans reinen Wein eingeschenkt, daß Greogoritsch in diesem Sommer nicht finanzierbar sei. Das ist in etwa so, als wenn Eltern ihren Kindern am 1. Advent einen Apple-Notebook-Salesfolder in die Hand drücken, obwohl sie wissen, daß sie sich nur einen Acer-Notebook leisten können, ihren Nachwuchs darüber jedoch erst am 4. Advent über die Nichtbezahlbarkeit informieren.
In Folge dessen starten FB/FK ihre Charmeoffensive und leihen einen Toprak aus, mit dem sich auch kein Mehrwert generieren lässt. Und dann ist ja auch noch ein Bentaleb im Gespräch, der es geschafft hat, von 2 Trainern insgesamt 4x disziplinarisch sanktioniert wurde. Falls an diesen Gerüchten etwas wahres dran sein sollte, resultiert daraus die Frage, ob die (finanzielle) Not so groß ist, daß FB/FK ihre Vorgabe, daß ein Spieler auch menschlich zur Mannschaft passen muß, über den Haufen werfen?
Und dann ist da ja auch noch das Thema Nachwuchsleistungszentrum. Hier wird seitens Werder gewünscht, wenn nicht sogar gefordert, daß die Stadt = die Steuerzahler sich an den Baukosten beteiligt. Doch selbst wenn der Bau am gewünschten Standort Pauliner Marsch genehmigt werden und die Stadt sich beteiligen sollte, wie gedenkt der Vorstand, seinen Anteil am NLZ zu tilgen, wenn lt. Aussage von Filbry Transfererlöse eine geringere Rolle spielen sollen und der Verkauf von KGaA dafür so gemieden wird, wie der Teufel das Weihwasser scheut?
Um weiter im Konzert 1. Bundesliga mitspielen zu können, muß in den Kader investiert werden und auch das NLZ ist ein wichtiger Faktor dafür - aber auch nur dann, wenn in gutes, speziell für die individuelle Nachwuchsförderung ausgebildetes Personal investiert wird, auch wenn dieses ggf. mehr kostet als verdiente Ex-Spieler des Clubs. Doch wo das ganze Geld für diese Wunsch- bzw. To-Do-Liste dafür herkommen soll, darüber hört man vom Vorstand - außer dem Handaufhalten gegenüber der Stadt - (so gut wie) gar nichts.