Es wird in Bremen keinen Investor geben, weil man das hier nicht will. Das fängt bei demonstrierenden Fans an und setzt sich in den ASR (von damals und Heute) sowie die GF fort. Die Frage muss doch sein, was kann man unter den jetzigen Bedingungen sportlich erreichen? Man hat mit 2x Platz 8 mEn das Optimum erreicht. Damit ist man Mittelmaß. Das gilt für viele andere Clubs auch. Was mir fehlt ist die Akzeptanz dessen.
Das Optimum haben wir mitnichten erreicht. Es war zwar eine ordentliche bis gute Saison, aber wir haben uns die eine oder andere Schwäche auch deshalb zu viel geleistet, weil wir für unsere wirtschaftlichen Verhältnisse defensiv alles andere als opimal besetzt waren bzw. es immer noch sind, so daß gerade bei der Ausgeglichenheit der Liga ab Platz 5 abwärts mit unseren jetztigen Bedingungen plus den erforderlichen Verbesserungen im Kader durchaus noch etwas Luft nach oben für uns vorhanden ist
Doch wie sehen unsere Chancen mittel- bis langfristig aus? Was ist, wenn zB Frankfurt und Mönchengladbach ihre bisher gute Arbeit durch die Unterstützung eines Investors noch erfolgreicher gestalten können während man hier dieses scheinbar so scheut wie der Teufel das Weihwasser? Erscheinen dann noch ambitionierte Ziele wie das Mitspielen um Europa als umsetzbar oder wäre dann schon mit Platz 8 oder 9 unser mögliches Optimum?
Finanzen über Mäzene oder Firmen alleine ohne ein tragfähiges Konstrukt mit einer CI dahinter bringt einen nicht weiter. Werder selber will wohl wieder unter die Top 6 der Liga? Aber der Aufwand dafür ist so hoch, dass ich hier keine ernsthafte Chance sehe. Das hat sich in der Liga zementiert und die Schere wird immer mehr auseinander gehen. Trotzdem halte ich das Modell von Kind in Hannover für akzeptabel. Denn man holt sich regionale Investoren mit Bezug zum Verein ins Boot. Ich kann zwar deren Wunsch verstehen, dass sie bei diesem Modell mehrheitlich entscheiden wollen, aber es fehlte ihnen an jeglicher Sach- und Fachkompetenz, wie H96 unlängst erfahren hat. Ich halte dieses Modell für richtig, nur dass man es im Gesamtverein hätte aufgehen lassen sollen, ohne Mehrheiten und Abstimmungen zu Gunsten der Investoren zu verschieben?! Sportlich haben sie keine Argumente in Anbetracht eines zweimaligen Abstiegs.
So ein Modell mit regionalen Investoren im Kontext von Werder unter Beachtung der bestehenden Entscheidungsverhätnisse wäre eine gute Option.

Kind und Konsorten werden je gerne als die Teufel an die Wand gemalt, um die Einbeziehung eines oder ggf. meherer Ivenstoren per se abzulehnen, obwohl bekannt ist / sein sollte, daß es auch positive Beispiele gibt. Denn wie von
@Berliner69 bereits konstatiert, ist es wichtig Partner zu finden, die sich aus dem Tagesgeschäft heraushalten, weil die eignen persönlichen Interessen oftmals über denen die Clubs gestellt werden.
Doch wer soll(en) der oder die regionalen Investoren bei Werder werden? Losgelöst von seinem Dementi von vor 3 Jahren sehe ich außer Zech niemanden, zumal die meisten der 10 größten Arbeitgeber im Land Bremen entweder nur Konzern-Niederlassungen sind bzw. sich in städtischer Hand befinden. Und geeignete potentielle Kandidaten aus dem Umland scheint es auch nicht en masse zu geben, so daß man bei der Suche nach einem "Strategischen Partner" auch außerhalb des Kohl-und-Pinkel-Radius Ausschau halten müsste - sofern es hier überhaupt gewollt ist.
Es ist beileibe nicht so, dass Tradition gegenüber der Hochfinanz grundsätzlich im Nachteil ist. Ich will es an einem Vergleich verdeutlichen:
Bayer Leverkusen vs Werder Bremen die letzten 15 Jahre. In diesen Jahren hat Werder 1x das Double und einen Pokalsieg geholt. Leverkusen bei weitaus mehr Einsatz der Finanzmittel stattdessen nichts. Natürlich waren die öfters international wie EL und CL vertreten, was bei der Kaderstärke aber auch das Mindeste ist. Allein diese Saison haben sie die Bayern 3:1 zuhause geschlagen, um dann im Pokal in Heidenheim sang- und klanglos auszuscheiden. Mit diesem Kader und diesem Trainer Bosz hätte das nie passieren dürfen. Ist es aber. Es war auch nur eine Randnotiz für den Club selbst. Das Problem von Clubs von Lev und auch WOB ist, dass sie von den Spielern immer nur als eine Zwischenstation angesehen werden. Es mangelt elementar an Idenfikation mit dem Club und seinen Fans. Es reicht dann mal in besonderen Spielen zu besonderen Leistungen, aber im Alltag lässt man es schon mal gerne schleifen, so dass am Ende der Gesamterfolg Meisterschaft und Pokalsieg aus der Reichweite kommt. Das Augenmerk in diesen Mannschaften ist nur auf ihr persönliches Wohl ausgerichtet und man spekuliert auf den nächsten Club. Dann kann man trotz vorhandener Qualität wie WOB schon mal in den Abstiegskampf geraten.
Außer Geld und als Sprungbrett haben die Plastikclubs auch nicht viel zu bieten, so daß es auch nicht verwunderlich ist, daß viele Spieler keine oder nur wenig Identifikation mit Club und Fans aufbauen - und der daraus resultierende geringere Biß kann durchaus das eine oder andere fehlende Prozentpünktchen für einen Titelgewinnen bedeuten.
Hieraus jedoch von einem nicht grundsätzlichen Nachteil für die Tradition zu sprechen, halte ich für sehr gewagt: denn um als wirtschaftlich schwächerer Tradtionsclub die Hochfinanz hinter sich zu lassen, müssen bei der Tradition nicht nur viele Zahnräder gut ineinandergreifen, sondern vor allem bei der Hochfinanz viel Sand im Getriebe knirschen. Daß letzteres nicht unmöglich ist, haben die Radkappen in 16/17 und 17/18 bewiesen; jedoch zeigt ein Blick auf die Endtabellen der letzten 3 Jahre auch, daß aus dem Quartett Leverkusen, Wolfsburg, Hoffenheim und Leipzig stets 3 Clubs der Hochfinanz unter den Top 6 vertreten waren, sprich ihren witschaftlichen Vorteil trotz etwaiger oder tatsächlicher fehlender/geringer Identifikation von Spieler zu Verein und Fans zu nutzen wussten.