Florian Kohfeldt (SV Darmstadt 98)

...mein Handball-Welt habe ich ja zum Glück schon sehr lange hinter mir gelassen, nur wenn ich überlege wieviele Taktiken ich selber sowohl defensiv, als auch offensiv dort erlernt habe und auch selber als Trainer vermittelt habe und wie flexibel trotz dieser vielseitigen Grundstrukturen doch jeder einzelne Spieler auf dem Feld agiert hat, dann wundert es mich halt nur, wie sehr viele meinen, das gewisse Taktiken die Spieler eben zu sehr in Ihrer individuellen Art einschränken und einfach nicht trotz gewisser Grundordnungen und Abläufe Ihr Fussballspiel aufziehen können, ist in meinen Augen völliger Quatsch und liegt dann eher an der Unflexibilität des einzelnen Spielers, guckt Dir unseren Josh an, der will vor allen trotz jeder Taktik nur eines, kicken und Tore schiessen und das eben einfach durch seinen frischen Spielwitz und der Freude am Fussball spielen. Und Spieler die eben das umsetzen sind eben die, die herausstechen, andere tun sich eben manchmal vom Kopf her schwer (siehe z.B. Kainz), am Ende ist es doch nur Fussball und das Runde gehört in das Eckige! ;)

...ich zahl schon mal...

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Was Offensivspieler angeht gebe ich Dir direkt zu 1899 % Recht.

Wenn immer nur der Kopf anfängt das Spiel zu führen, dann wird das nixxxxx. Die Gier und die pure Geilheit Tore schießen zu wollen muß immer einen Platz behalten im Offensivspiel.

Hier geht es IMO z.B. um Automatismen, Spielzüge und Laufwege, die geübt und in bestimmten Situationen abgerufen werden können.

Das Gespür für den Raum und das richtige Timing muß immer auch noch situativ und intuitiv vom Stürmer - durch gewisse Freiheiten - genutzt werden können. Nur dann macht es einem Instinktfußballer auch Spaß.
 
Was Offensivspieler angeht gebe ich Dir direkt zu 1899 % Recht.

Wenn immer nur der Kopf anfängt das Spiel zu führen, dann wird das nixxxxx. Die Gier und die pure Geilheit Tore schießen zu wollen muß immer einen Platz behalten im Offensivspiel.

Hier geht es IMO z.B. um Automatismen, Spielzüge und Laufwege, die geübt und in bestimmten Situationen abgerufen werden können.

Das Gespür für den Raum und das richtige Timing muß immer auch noch situativ und intuitiv vom Stürmer - durch gewisse Freiheiten - genutzt werden können. Nur dann macht es einem Instinktfußballer auch Spaß.
...aber auch und gerade das wurde in meinen Augen in den letzten Spielen auch von den jungen Spielern besser, auch da darf eben ein Davy Klaassen sich noch mehr in Offensivspiel und in die Abschlüsse vorne mit einschalten und nicht nur Bälle schnell verteilen.
Jojo wurde auch immer zielstrebiger in seinen Läufen, Rashica hat lediglich zuviel verballert, am Ende haben wir zwar viel dadurch liegen gelassen, aber die Ansätze wurden besser, wenn sie auch keinen Ertrag eingefahren haben, aber das läuft bei mir alles noch unter dem Aspekt der "Entwicklung" und wenn sie da gezielt weiter ansetzen und noch mutiger und einen Tick cleverer in ihrer Spielfreude direkt aus den Startlöchern agieren, dann werden sie auch endlich die längst verdienten Punkte einfahren.
 
@tsubasa

@Bremen schrieb:
Du darfst dabei aber auch nicht vergessen, daß besten und erfolgreichsten Trainer i.d.R. bei zahlungskräftigen Clubs arbeiten, so daß diese sich auch das Spielermaterial leisten können, welches für die Umsetzung höherer taktischer Vorgaben benötigt wird.
@tsubasa du zitiertest:
die erfolgreichsten trainer arbeiten deshalb bei zahlungskräftigen clubs, weil sie zuvor durch enorm hohe taktische versiertheit mittelfeldmannschaften oder abstiegskandidaten zu topteams bzw. soliden mittelfeldteams geformt haben. sie fangen nämlich in der regel nicht als no-name bei zahlungskräftigen spitzenteams an. alleine in deutschland: tuchel bei mainz, klopp bei mainz, später bei dato im grauen mittelmaß verschwundenen dortmundern. aktuell nagelsmann, der hoffenheim nach jahrelangem abstiegskampf übernahm.

Ich zitierte tsubasa:
Ja, man verfolge die Trainerstationen der erfolgreichsten Trainer Guardiola, Ancelotti, Mourinho, Zidan etc.. I. d. Regel haben alle mit Vereinen und
überdurchschnittlichen Spielermaterial gearbeitet.
Slebst die B-Auswahlmannschaften Barcelona, Madrid oder auch 2 Jahre Parma (Ancelotti)
waren mindestens etablierte Eurofigther.
Ein Guardiola würde glaube ich mit unserem Kader seine Spielphilosophie und seine taktischen Grundzüge niemals umsetzen können.
@tsubasa daraufhin erwidertest du :
das, was du da auflistest ist sicher nicht die regel, sondern vielmehr die ausnahme. und selbst wenn das so wäre, dann ist das letztlich ziemlich unerheblich, weil man nicht wissen kann wie diese trainer bei schwächeren mannschaften funktioniert hätten. bei meinen genannten namen (tuchel, nagelsmann, klopp) weiß man das aber sehr wohl. und ich könnte noch viele weitere trainer hinzufügen. da es um die in den raum geworfene theorie geht "ausgeklügelte taktiken funktionieren bei schwächeren mannschaften nicht", bringen uns deine beispiele nicht weiter, meine aber sehr wohl.

Bremen sprach von den besten und erfolgreichsten Trainern in der Regel bei zahlungskräftigen Clubs ….
Du hattest geschrieben die besten und erfolgreichsten Trainer arbeiten deshalb bei zahlungskräftigen Clubs ….
weil sie zuvor durch enorm hohe taktische Versiertheit …. (siehe oben, lese nach) und führst sogleich durchaus
erfolgreiche Trainer wie Nagelsmann, Tuchel, Klopp und sprichst sogar noch von weiteren Beispielen.
Stimme dir ja zu, diese Trainer haben durchaus etwas auf die Beine gestellt, aber gemeint mit "besten und
erfolgreichen Trainern" waren wohl eher die von mir genannten Herren. Diese Trainer beherrschen seit 10/15 Jahren
die europäischen Fußballwettbewerbe und eben diese auch u. a. wegen der hohen Spielerqualität.
Vielleicht stößt ein Klopp endlich mal ganz durch die Decke (europäisch/Finalteilnahme ist ja durchaus vorzeigbar)
Nur hier hat er auch mit einer finanzkräftigen Hinterhand einen Riesen wieder zum Leben erweckt. Vielleicht ist Herr Tuchel auf dem Weg, aber auch mit finanzkräftiger Hinterhand. Einzig Nagelsmann, allerdings muss dieser erst noch
seinen internationalen Nachweis erbringen, sonst könntest du auch Hasenhüttl nennen.
Zu deinen weiteren Ausführungen und der aufgeworfenen Theorie: "ausgeklügelte taktiken funktionieren bei schwächeren mannschaften nicht". Das sie nicht funktionieren habe ich nicht behauptet sondern durch meinen Post eher höhere
Taktikanforderungen auf höherem Niveau als "bedingt tauglich" angesehen und dargestellt. Unterstellen wollte ich den Spielern mittelmäßiger Mannschaften nicht die mangelnde Spielauffassung sondern eher die fehlenden Grundfertigkeiten die eben erforderlich sind, um auf höheren Level zu spielen. Darum landen Bulimannschaften vielleicht in der CL und ärgern vielleicht den einen oder anderen Großen, aber etablieren in der "Oberklasse" fällt selbst den Bayern nicht so leicht.
Ich würde mal sagen wir sprechen hier von zwei Leistungsebenen, wobei die höhere Ebene sich über die Kohle oben
hält und sich die Kohleebene absetzt.
Hättest du jetzt irgendwann einmal den Namen Simeone genannt hätte ich dir folgen können.;) Der ist aber in seiner
Vita nun nicht die Regel die du anscheinend siehst.
Auf den folgenden von dir formulierten Satz möchte ich kurz eingehen.
...….weil man nicht wissen kann wie diese trainer bei schwächeren mannschaften funktioniert hätten.
Es geht im geringeren Anteil um das Funktionieren des Trainers sondern um das Spielermaterial!!!
Schumacher wäre mit einem Wartburg auch nicht Formel 1 Weltmeister geworden!!!!:D
 
@Eisenfuss57 dann definieren wir schonmal erfolg anders. dass du die großen titel fast ausschließlich nur mit finanzstarken mannschaften holst, sollte klar sein. es bedarf aber mehr taktischer finesse um mainz auf platz 5 zu führen als mit bayern deutscher meister zu werden. und das ist ein absolut beachtlicher erfolg, auch ohne titel. selbstverständlich würde guardiolas präferierte spielidee hier so nicht funktionieren. weil die fähigkeiten der spieler nicht zur taktik passen. das ist aber, wie bereits erwähnt, vorallem eine fähigkeits- keine komplexitätsfrage. und da ich guardiola für einen erstklassigen trainer halte, würde ich vermuten, dass er dementsprechend hier auch anders spielen lassen würde, sein fokus dabei aber weiterhin und insbesondere auf einer klugen taktik liegen würde. so wie es bei klopp in mainz und dortmund war, so wie es später bei tuchel in mainz war, so wie es jetzt bei nagelsmann in hoffenheim ist. dort war es immer so, dass die besonders ausgefeilten taktiken zu eben jenen guten platzierungen geführt haben. tuchel hat sogar mal darüber referiert wie er in mainz durch das spiegeln der gegenerformation und dem damit einhergehenden taktischen kniff einen wettbewerbsvorteil verschaffen konnte. und genau das brauchen kleine mannschaften mehr noch als große. man sollte hier eben nicht "zu komplex" mit "zu wenig auf die spielerfähigkeiten zugeschnitten" verwechseln. das sind unterschiedliche dinge.
darum geht es mir primär. ob wir dann darüber streiten wollen, ob die meisten guten trainer erst durch gute leistungen bei kleineren clubs zu größeren kommen oder ob es die regel ist, dass sie direkt bei großen clubs anfangen: geschenkt, das ist mir nicht besonders wichtig. auch wenn ich nach wie vor alleine aus dem kopf heraus deutlich mehr trainer auflisten könnte, auf die die erste version zutrifft.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
@Eisenfuss57 es bedarf aber mehr taktischer finesse um mainz auf platz 5 zu führen als mit bayern deutscher meister zu werden. und das ist ein absolut beachtlicher erfolg, auch ohne titel.
Korrket, das ist ein beachtlicher Erfolg, aber es blieb für die beiden folgenden Jahre bei einer Eintagsfliege, weil in denen Mainz jeweils nur 13. wurde, trotz der taktischen Finessen eines Tuchel. Das ist genau das, wovon ich gestern geschrieben habe: ein Trainer stößt trotz seiner taktischen Finessen bei einem Mittelfeldclub schnell an seine Grenzen, u.a. weil für diese es wirtschaftlich äußerst schwierig bis unmöglich ist, den Kader (auch mit taktisch besser geschultem Personal) so zu verstärken, daß ein solcher Erfolg nicht eine Eintagsfliege bleibt, sondern daraus eine Nachhaltigkeit zumindest mit der Chance entsteht, in Tuchfüllung mit den EL-Plätzen zu bleiben. So mußte Tuchel nach 4 Jahren wieder ganz von vorne anfangen, trotz seiner unbestrittenen taktischen Fähigkeiten.
 
Oft darfst du dann im nächsten Jahr schon neu anfangen, wenn der Erfolg "zu groß" wird.
Dass eine ganze Mannschaft die Taktik so umsetzt, dass keine Einzelner herausragt und dieser dementsprechend weggekauft wird hat man doch äußerst selten bis nie.
Letztlich kommt es dann doch auf die individuelle Klasse an, klar.
 
Korrket, das ist ein beachtlicher Erfolg, aber es blieb für die beiden folgenden Jahre bei einer Eintagsfliege, weil in denen Mainz jeweils nur 13. wurde, trotz der taktischen Finessen eines Tuchel. Das ist genau das, wovon ich gestern geschrieben habe: ein Trainer stößt trotz seiner taktischen Finessen bei einem Mittelfeldclub schnell an seine Grenzen, u.a. weil für diese es wirtschaftlich äußerst schwierig bis unmöglich ist, den Kader (auch mit taktisch besser geschultem Personal) so zu verstärken, daß ein solcher Erfolg nicht eine Eintagsfliege bleibt, sondern daraus eine Nachhaltigkeit zumindest mit der Chance entsteht, in Tuchfüllung mit den EL-Plätzen zu bleiben. So mußte Tuchel nach 4 Jahren wieder ganz von vorne anfangen, trotz seiner unbestrittenen taktischen Fähigkeiten.
:tnx:
..... auf den Punkt gebracht.
 
@Eisenfuss57 dann definieren wir schonmal erfolg anders. dass du die großen titel fast ausschließlich nur mit finanzstarken mannschaften holst, sollte klar sein. es bedarf aber mehr taktischer finesse um mainz auf platz 5 zu führen als mit bayern deutscher meister zu werden. und das ist ein absolut beachtlicher erfolg, auch ohne titel. selbstverständlich würde guardiolas präferierte spielidee hier so nicht funktionieren. weil die fähigkeiten der spieler nicht zur taktik passen. das ist aber, wie bereits erwähnt, vorallem eine fähigkeits- keine komplexitätsfrage. und da ich guardiola für einen erstklassigen trainer halte, würde ich vermuten, dass er dementsprechend hier auch anders spielen lassen würde, sein fokus dabei aber weiterhin und insbesondere auf einer klugen taktik liegen würde. so wie es bei klopp in mainz und dortmund war, so wie es später bei tuchel in mainz war, so wie es jetzt bei nagelsmann in hoffenheim ist. dort war es immer so, dass die besonders ausgefeilten taktiken zu eben jenen guten platzierungen geführt haben. tuchel hat sogar mal darüber referiert wie er in mainz durch das spiegeln der gegenerformation und dem damit einhergehenden taktischen kniff einen wettbewerbsvorteil verschaffen konnte. und genau das brauchen kleine mannschaften mehr noch als große. man sollte hier eben nicht "zu komplex" mit "zu wenig auf die spielerfähigkeiten zugeschnitten" verwechseln. das sind unterschiedliche dinge.
darum geht es mir primär. ob wir dann darüber streiten wollen, ob die meisten guten trainer erst durch gute leistungen bei kleineren clubs zu größeren kommen oder ob es die regel ist, dass sie direkt bei großen clubs anfangen: geschenkt, das ist mir nicht besonders wichtig. auch wenn ich nach wie vor alleine aus dem kopf heraus deutlich mehr trainer auflisten könnte, auf die die erste version zutrifft.

Grundsätzlich definieren wir Erfolg nicht unterschiedlich sondern nur auf verschiedenen Ebenen. Erfolge kann ich auch in der Kreisliga
erzielen. Wie ich aber auch schrieb erkenne ich die Leistungen der von dir benannten Beispieltrainer auch an. Nur stößt du mit den
Erfolgen an Grenzen.
Es ging aber um die Aussage von @Bremen und da ging es um die besten und erfolgreichsten Trainer bei zahlungskräftigen Clubs.
Das sind eben u. a. die von mir genannten Trainer. Diese Trainer sind eben nicht üner "FC Kaffhausen" zu diesen Clubs gekommen.
Sie waren selbst Spieler auf höherklassigem Niveau, trainierten Clubs wenn noch nicht die ganz großen der Eliteliga aber auf europäischen Niveau oder entsprangen entsprechenden Nachwuchsförderungen von Vereinen auf internationalen Parkett.
Wie ich auch bereits schrieb haben Trainer wie Tuchel, Nagelsmann, Hasenhüttl oder auch Streich durchaus Erfolge auf nationaler Ebene
vorzuweisen, aber diese stoßen eben auch international an Grenzen ob der Mannschaftsqualität.
Nochmals, nehmen wir doch den Herrn Diego Simeone aus und folgen deiner These.
 
nein. wegen der taktischen finesse von tuchel. denn auch platz 13 war zu der zeit ein erfolg für mainz und ein weiterer schritt sich in liga 1 zu etablieren.

Naja, ob der 13. Platz ein Erfolg ist nachdem man sich europäisch qualifiziert hat wage ich zu bezweifeln.
Klar gibt es auch Negativbeispiele, siehe Frankfurt die fast oder Köln die tatsächlich abgestiegen sind.
Das ist dann immer auch Ansichtssache finde ich.
 
Naja, ob der 13. Platz ein Erfolg ist nachdem man sich europäisch qualifiziert hat wage ich zu bezweifeln.

selbstverständlich ist das ein erfolg. mainz musste vor der besagten saison mit schürrle, fuchs und holtby drei tragende säulen abgeben, hatte durch die sehr früh einsetzende euroleague-quali eine gestörte vorbereitung und hielt dennoch am ende recht souverän die klasse. dass platz 5 nicht annähernd wiederholbar war, war wohl selbst dem größten optimisten klar. in der letzten saison erreichte man dann nochmal platz 7 unter tuchel. das sind ausgezeichnete resultate bei einem verein, den tuchel als aufsteiger übernahm. die ausgeklügelten taktiken von tuchel haben mainz also sicher mehr genutzt als geschadet. und darum geht es.

dass man das überhaupt diskutieren muss. kluge taktiken helfen einer mannschaft immer.
 
Interessante Diskussion. Was genau versucht ihr eigentlich herauszuarbeiten? Dass ein guter Trainer mit einer gute Truppe bessere Erfolge holt als ein guter Trainer mit einer schlechten Truppe? Aber gucken wir uns mal kurz die Namen an:

Mourinho: Startete als Co-Trainer, u.A. bei weltbekannten Vereinen wie Ovarense. Nach 10 Jahren fing er als erste namhafte Station bei Benfica an, und flog sogleich wieder raus. Hat sich dann beim Schwergewicht Leiria die Sporen verdient, ging hernach zu Porto und ab dann ging es steil.

Carlo Ancelotti: Startete seine Trainerkarriere in der 2. Italienischen Liga und schaffte sogleich einen Aufstieg mit Reggiana. Ancelotti ging, Regiana ging auch, und zwar abgeschlagen als Letzter der Seria A in die 2. Liga. Ancelotti übernahm für drei Jahre den AC Parma, damals ambitioniert und mit guten Spielern. Den UEFA-Cup gewann Parma bevor Ancelotti kam und nachdem er ging. Reichte aber für Juve.

Pep Guardiola: Startete in der 4. Spanischen Liga mit Barcelona B und konnte sofort den Aufstieg klar machen. Dort findet man zwar Namen wie Busquets und Thiago, aber bedenkt man das der eine 18 und der anderer 16 Jahre alt war, braucht man diese nicht mit den späteren Weltstars vergleichen.

Zinedine Zidane: Erst mal Trainee bei Real Madrid, dann Azubi bei Reals B-Mannschaft wo er sich drei Jahre lang beweisen durfte. In Jahr 5 also dann sein erster Auftritt auf der großen Bühne.

Kurz gesagt, von den diskutierten Personen hat nur Guardiola einen sehr schnellen Umstieg zu einem Spitzenteam gemacht, wenngleich auch er natürlich ein Jahr Anlauf brauchte. Ich verstehe war immer noch nicht, was ihr da diskutiert, aber ich hoffe euch hilft mein kleiner Faktencheck ;)
 
Da bin ich nicht nah genug dran, ist dann sicherlich auch spekulativ ob ein anderer es mit den vorhandenen Mitteln nicht sogar besser hinbekommen hätte.
Letztlich ist die Frage doch, wie gut Kohfeldt tatsächlich ist und die Antwort steht halt noch aus.
Es gibt natürlich Indizien, so sieht man doch mittlerweile die Idee wie er spielen lassen will und das gefällt mir, weil es mutig und offensiv ist.
Ob es nicht vielleicht zu mutig und offensiv ist will ich dann am Ende der Saison beurteilen.
Mir fehlt da derzeit eindeutig die Balance.

Weiß auch nicht was dieser offensive Markenkern soll.
Damals unter Schaaf hat man einfach so gespielt, ohne dass man das in der Führung groß propagiert hätte.
Parallele: Damals gab es diese Balance auch nicht wirklich, trotz IV wie Mertesacker oder Naldo.
 
Da bin ich nicht nah genug dran, ist dann sicherlich auch spekulativ ob ein anderer es mit den vorhandenen Mitteln nicht sogar besser hinbekommen hätte.

diese frage bleibt ausnahmslos immer offen. es ist aber schon auffällig, dass die durchschnittsplatzierung unter tuchel platz 9,4 war (wohlgemerkt für eine mannschaft, die zu der zeit noch nicht in liga 1 etabliert, sondern bei übernahme erst aufgestiegen war) und danach auf platz 11,5 abfiel. trotz dann bestehender besserer basis. den besten punkteschnitt aller mainz-trainer in liga 1 erzielte er damit selbstverständlich auch.

Interessante Diskussion. Was genau versucht ihr eigentlich herauszuarbeiten? Dass ein guter Trainer mit einer gute Truppe bessere Erfolge holt als ein guter Trainer mit einer schlechten Truppe? Aber gucken wir uns mal kurz die Namen an:

von dieser diskussion habe ich mich schon längst verabschiedet. weil sie sich nur auf meinen kleinen eingeworfenen satz bezogen hat, dass die meisten erfolgreichen trainer nicht direkt bei spitzenclubs eingestiegen sind, sondern meist erst woanders gute leistungen erzielten. ist für mich aber im prinzip nicht relevant. es geht mir hier vielmehr darum, dass man glaubt, man würde werder mit guter taktik überfordern. was ich reichlich absurd finde. eine gute, ausgefeilte taktik kann spieler nicht überfordern, sonst wäre sie nicht gut oder ausgefeilt. denn das beinhaltet schon, dass sie sich am stärke / schwäche profil der eigenen mannschaft orientiert. und taktisch versierte trainer wissen das. daher kann es nie ein nachteil sein, einen solchen trainer zu haben, sondern immer nur ein vorteil. auch ist es für eine unterdurchschnittliche mannschaft noch wichtiger sich einen taktischen vorteil zu nutze zu machen als für eine ohnehin topbesetzte elf.

meinen standpunkt beziehe ich dabei gar nicht so sehr auf kohfeldt. ich finde das hier aufgeführte "zu viel taktik" einfach nur ziemlich inhaltslos. angereichert mit buzzwords wie beispielsweise "überforderung" gibt das nicht viel her und erweckt auf mich eher den eindruck, dass man sich versucht ein bisschen was zusammenzureimen, damit es als kritik taugt. fehlende taktische kompetenz kann es bei kohfeldt ja nicht sein, also muss es an zu viel taktischer kompetenz liegen. nunja.
 
mainz musste vor der besagten saison mit schürrle, fuchs und holtby drei tragende säulen abgeben [...]
Mein Reden ;)
Klaro, fast jeder Coach fängt mal klein an, aber ein noch so guter Trainer stößt bei der taktischen Weiterentwicklung bei soliden Mittelfeldteams irgendwann an seine Grenzen, weil a) auch hier auch hier der Grundsatz gilt, daß sich oben zu halten schwieriger ist, als nach oben zu kommen b) bei den meisten Spielern, die sich ein solcher Club leisten kann, das taktische Weiterentwicklungspotential eher an seinen Grenzen stößt als bei Top-Spielern und c) in Zeiten ohnehin schon hoher Fluktuationen in den Kadern die taktisch besonders versierten Spieler von zahlungslräftigen Club weggekauft werden.



dass man das überhaupt diskutieren muss. kluge taktiken helfen einer mannschaft immer.
Wenn ein Coach eine Taktik für klug hält, impliziert es nicht den Automatismus, daß diese der Mannschaft auch immer weiterhilft. Denn was hilft eine noch so kluge Taktik, wenn die eigene Mannschaft diese nicht umsetzen kann bzw. der Gegner über wirksame Gegenmittel verfügt?
;)
 
Zu viel Taktik würde ich auch nicht sagen, die Frage ist ob es die richtige oder die falsche Taktik ist, mit den bestehenden Mitteln und letztlich überhaupt.
Ein Schmidt damals bei Leverkusen hat mit guter/talentierter Truppe mehr oder weniger Hurrafussball spielen lassen, da war oft Spektakel aber auch wenig Balance.
Ähnlich ein Zorniger bei Stuttgart oder Bosz bei Dortmund.
Es geht auch nicht um bessere Erfolge, du wirst mit Mainz nicht die Erfolge haben wie mit Bayern aber mit Mainz ist ein Europapokalplatz tatsächlich höher einzuschätzen als mit Bayern Meister zu werden.
 
Floko hat m. E. sehr gut begonnen bei uns. Hat eine neue Philosophie namens "MUT" im Verein installiert. Arbeitet gut mit Baumi und Boro zusammen, jedenfalls finde ich die Verpflichtungspolitik sehr gut. Hat ein klares Saisonziel ausgerufen, was im übrigen noch zu erreichen ist. Wir haben gute Heimspiele gesehen gg. Hertha und Wolfsburg .... auch Hoffenheim war spitze. Das Auswärtsspiel auf Schalke war gigantisch, hat uns aber womöglich ein bisschen den Kopf verdreht. Gegen Leverkusen war es dann m. E. ein kapitaler taktischer Bock von ihm (wurde ja besprochen), der leider eine längere Durststrecke nach sich zog. Am Ende waren wir wieder stabiler, haben aber Punkte liegen lassen.

Lernfelder bei Floko sind meines Erachtens:

- wie antizipiere ich ein Motivationsloch der Mannschaft besser bzw. wie verhindere ich eine längere werdertypische Krise und halte die Spannung
- wie krieg ich die Mischung zwischen offensiv "echte Neun" und dem spielerischen Anspruch im Mittelfeld hin (Stichwort Max auf falscher Neun)
- Stabilisierung der IV und Ausarbeitung eines fixen Offensivkonzeptes mit festen Größen als Gerüst (wer ist unser Sturmtank)
- Im In-game-Coaching das rechtzeitige Reagieren und das NICHT überziehen

Ich finde er hat für sein Alter eine hervorragende Entwicklung genommen. Er ist jung und hat nichts taktisch ausgeschlossen. Vielleicht war deshalb sein taktisches Probierportfolio auch zunächst breit gefaßt. Er hat die Fehler gemacht, die wohl ein jeder mal machen muß. Und ich denke er hat seine Erkenntnisse daraus gewonnen. Das muß man einem jungen Trainer einfach zugestehen. In Summe ist ein Plan zu erkennen und auch Lerneffekte und das ist das eigentlich Entscheidende. Wen er nun in der Rückrunde sein taktisches Portfolio noch ein bißchen kanalisiert, bzw. nicht hier und da übertreibt, dann werden wir auch die Punkte sammeln, die unser Spielstil verdient.

Ich attestiere ihm, Stand jetzt, noch viel Potenzial und denke er wird noch viel souveräner und effizienter und wir werden unsere Freude daran haben!
 
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