FC Bayern München

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Viele finden die Bayern scheiße, aber warum eigentlich?


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Nö.

Schweinsteiger und Lahm waren schon etabliert bevor Nerlinger beim FC Bayern war. Van Gaal war wohl der letzte der sich von einem Nerlinger hätte reinreden lassen. Unter Nerlingers "Führung" verließen Hummels und Lucio den Verein. In 3 Jahren beim FC Bayern 2 Titel zu holen ist auch keine Leistung.

Aber Nerlinger hat viel gemacht für Dortmund :D

Hast du den Beitrag von mir eigentlich gelesen, den du weiter oben zitiert hast? :ugly:
 
Bei diesen Beiträgen wünsche ich mir dann doch den Lucky zurück...

Warum? Den Beitrag von corox fasse ich ebenso als "Blödsinn" (nicht mein Zitat) in Richtung von Junas' vorigen Beitrag auf - was corox ja schon bestätigte. Nur hat Junas seinen Beitrag etwas effizienter verfasst. ;)

Man muss ja nicht immer mit ihm einer Meinung sein, aber mit Junas kann man mMn gut diskutieren. Ebenso mit corox übrigens, ich will hier keinerlei Andeutungen in die eine oder andere Richtung machen. :wink:
 
Den einzigen Anteil den er am heutigen Erfolg hat, das er gegangen wurde und durch Sammer ersetzt wurde.

:lol:

Man sollte sich mal fragen, welchen Anteil Motzki Sammer am Erfolg der Bayern hat. Ich bin da ganz bei Kloppo:

Als Matthias Sammer würde ich jeden Tag Gott danken, dass man ihn dazugeholt hat. Ich glaube nicht, dass Bayern München einen Punkt weniger hätte, wenn Matthias Sammer nicht da wäre.

Matthias Sammer hatte gegenüber Sport1 sinngemäß gesagt, dass nicht bei jedem Klub so gut trainiert werde wie beim Fc Bayern München und daher vielleicht der große Vorsprung in der Tabelle zustande käme.
 
Ich bin ja kein Freund von Kloppo aber da sagt er was wahres.
Was bitte macht Sammer im Münchener Tagesgeschäft? Wofür wird er bezahlt außer für seinen hochroten Kopf und die turnusmäßige Rundumschlag-Verbalkeule?
In dieser Fehde dürfte sicher noch nicht das letzte Wort gesprochen sein. Popcorn bereitstellen :D
 
Vom beKloppten super gekontert :daumen:

*gröööhl*

Und trotzdem, merken wir uns doch einfach mal was MatSabber so von sich gibt, zum gegebenem Zeitpunkt folgt die Antwort.

Übrigens Huli Oeneß hinter schwedischen
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nicht vom schwedischen Möbelhaus, aber auch in München immer ein Zimmer frei...

*gröööhl*

*gesperrt*

*gröööhl*
 
Liebe Werder-Fans,
ich habe mir die Mühe gemacht und einen Artikel zum Thema Uli Hoeneß aus Werder-Perspektive geschrieben. Es lag mir auf der Seele, weil ich finde, dass die Steuerhinterziehung noch eine kleinere der vielen Sünden des Uli Hoeneß ist. Hatte überlegt, was ich damit anstelle, aber ich stelle ihn jetzt einfach hier rein. Voilà:



Uli Hoeneß Erlöser

Das Hauptverfahren gegen Uli Hoeneß wegen Steuerhinterziehung ist eröffnet. Ihm droht eine Haftstrafe. Bayern München distanziert sich in keiner Weise von ihm. Hoeneß ist weiterhin Präsident und Aufsichtsratsvorsitzender. Auf der Mitgliederversammlung im November wurde er gefeiert, bis er in Tränen der Rührung ausbrach. Uli Hoeneß ist als Privatperson am Boden, bleibt aber auf der ganzen Linie „Mr. Bayern München“ – wie kann es da sein, dass Bayern München selbst keinen Kratzer abbekommt und so gut dasteht wie nie zuvor? Eine Untersuchung aus der Sicht eines normalen Fußball-Fans.


Eigentlich wollte ich diesen Artikel anders beginnen. Es sollte eine tiefschürfende Untersuchung mit dem Titel „Die Geburt des FC Bayern München aus dem Geist des Katholizismus“ werden und Aussagen der Spieltheorie auf Teilnehmer im Profi-Sport anwenden, unter anderem das Gefangenendilemma. Das hätte ja eigentlich ganz gut gepasst, war aber doch für den Moment ein zu abgehobenes Projekt. Mir ist dann auch etwas anderes aufgefallen, was auf den ersten Blick nicht weniger abgehoben ist, aber letztlich viel leichter zu erklären: Uli Hoeneß ist der Jesus Christus von Bayern München. Als Werder Bremen-Fan und Christ verbietet es sich für mich natürlich eigentlich, diese Namen ernsthaft in Zusammenhang zu bringen. Aber was ich meine: So wie Jesus die Sünden der Menschheit auf sich genommen hat und sich geopfert hat, hat Uli Hoeneß die Sünden von Bayern München auf sich geladen und sich geopfert. Die Privatperson Hoeneß wandert vielleicht in den Knast, sein Verein lebt unbeschadet weiter.

Warum bin ich überhaupt der Ansicht, dass die privaten Sünden des Uli Hoeneß etwas mit seinem Beruf zu tun haben könnten?
Es gibt zwei Gründe: zum einen, weil eben weiterhin maximale Identifikation von Uli Hoeneß und Bayern München besteht. Hoeneß hat seine Ämter behalten und genießt größtmögliche Rückendeckung auf allen Ebenen. Seit 1979, als er Manager wurde, ist er der wichtigste Mann im Verein bzw. in der Kapitalgesellschaft und für finanziellen und sportlichen Erfolg verantwortlich. Eine erfolgreiche, wenn auch verletzungsbedingt kurze, Spielerkarriere bei den Bayern ging dem noch voraus.
Der andere, meines Erachtens in der Öffentlichkeit nahezu übersehene Aspekt ist, dass die Steuerhinterziehung des Uli Hoeneß keineswegs ein unerklärlicher Fehltritt eines ansonsten (vermeintlich) sozialen, gesellschaftliche Verantwortung übernehmenden Unternehmers war, sondern sich hervorragend in seine zahlreichen menschlichen und durchaus auch rechtlichen Fehltritte als Bayern-Manager einfügt.
Ich habe mich sehr aufgeregt über die öffentlichen Reaktionen, nachdem die Steuerhinterziehung ans Licht gekommen war. Alle möglichen gesellschaftlichen Kräfte bis hin zu Politikern zeigten sich bestürzt. Tenor: unglaublich, ausgerechnet der soziale Uli Hoeneß!
Ich fragte mich: Wie um alles in der Welt hatte es geschehen können, dass Uli Hoeneß tatsächlich über die Jahre zunehmend als besonders „sozial“ eingestuft wurde? Als „hart, aber herzlich“? Es gab doch mal eine Zeit, da wurde er weit und breit von allen, die keine Bayern-Fans waren, gehasst. Es gab Lieder gegen Hoeneß, zum Beispiel „Du bist ein Hoeneߓ. (Auszug: „Wer mit Hoeneß fickt, wird in den Knast geschickt.“ Heute gilt das höchstens umgekehrt!)
Die Gründe, die für Uli Hoeneß als „sozialen Unternehmer“ sprechen, kenne ich, finde sie aber nicht überzeugend: Uli Hoeneß selbst hat ja angeführt, er habe mehr Geld gespendet als er hinterzogen habe.
Dieses Argument ist primitiv: Natürlich hat Hoeneß Geld gespendet, mit großer Geste, um von anderen Anerkennung dafür zu erhalten. Bei der Steuerhinterziehung meinte Hoeneß hingegen, im Verborgenen operieren zu können. Die Spenden waren also pure Heuchelei. Und was manche sozialen Aktivitäten von Bayern München betrifft, bemerkte ein Freund von mir richtig: „Das ist doch nicht sein Geld!“
Aber was vor allem dagegen spricht, Uli Hoeneß als „eigentlich sozial“ einzustufen, ist ganz einfach seine Geschichte.
Ich muss dazu sagen: Ich bin keiner, der es im Nachhinein besser gewusst hat. Ich wusste es vorher besser. Bereits vor einem guten Jahr, bevor die Steuerhinterziehung ans Licht kam, sagte ich zu Freunden: „Der Hoeneß! Vornerum spielt er sich immer als der Retter von St. Pauli und so auf und hintenrum zieht er die großen Schweinereien ab!“
Für mich ist es wie in „Des Kaisers neue Kleider“: Jahrelang ist Uli Hoeneß in Unterhose herumgelaufen und keiner hat es gemerkt. Mit der Steuerhinterziehung wurde ihm quasi die Unterhose ausgezogen und jetzt sehen plötzlich alle, dass er nackt ist.

Ich will natürlich nicht die Darlegung schuldig bleiben, warum ich von der Steuerhinterziehung nicht allzu überrascht war. Ich will das aus meiner Perspektive des Werder-Fans tun, der seit Ende der 80er Jahre den Bundesliga-Fußball intensiv verfolgt.
Ich bin sicher, viele Fans anderer Vereine haben weitere Geschichten über Uli Hoeneß zu erzählen. Aber mir reicht, was ich weiß, um meine Meinung über Uli Hoeneß zu haben. Ein kurzes Brainstorming reicht. Ich zähle einfach die Sachen auf, die mir zu Uli Hoeneß einfallen. Oder zu Bayern München, das nun mal seit über drei Jahrzehnten das Bayern München des Uli Hoeneß ist.
Die größere Sauerei, die eigentlich alle noch im Kopf haben müssten, die aber ziemlich in Vergessenheit geraten ist, war natürlich die Kirch-Affäre. 2003 wurde bekannt, dass Bayern München durch eine geheime Vereinbarung unter der Hand 40 Mio. Mark von der Kirch-Gruppe erhalten hatte. Eigentlich hatte der Deal ein Volumen von 190 Mio. Mark, die Kirch-Gruppe ging jedoch später pleite. Die Zahlungen hatten den Zweck, die mächtigen Bayern zu ihrer Zustimmung zum Fernsehvertrag der DFL mit der Kirch-Gruppe zu bewegen – was auch funktionierte. Man muss nicht viel Ahnung von Wirtschaft haben, um zu sehen: Hätte Kirch die 190 Mio. Mark nicht an Bayern zahlen müssen, wäre dieses Geld der Liga zugeflossen. Die Bayern kamen davon - aber nicht mit einem blauen Auge, sondern nahezu unversehrt: Statt Lizenzentzug oder anderer Maßnahmen, die nur kurz im Raum standen, überwies Bayern München drei Mio. Euro an die DFL. Und vergessen war die Sache bald.
Damals flossen also Gelder, die anderen zustanden, in die Kasse von Bayern München. So ist es doch auch bei der Steuerhinterziehung, wo der Täter Gelder behält, die in die Staatskasse fließen müssten. Alleine diese Geschichte reicht, um zu sehen: Eine Trennung von Privatperson und Klubboss ist bei Uli Hoeneß unstatthaft.

Daneben fallen mir spontan viele kleinere menschliche Verfehlungen ein.
Mein Lieblingsspieler in den 90er Jahren war Andi Herzog. Der war ja ein sensibler, technisch starker Spielmacher. Die Bayern begegneten ihm oft mit aller Härte. Ich habe mal in einer Zeitung eine Statistik gelesen, in der stand, dass Andi Herzog gegen Bayern München sechsmal verletzt ausgewechselt werden musste. Einmal musste er nach einem Ellbogenschlag des Bayern-Spieler Jan Wouters mit einer Gehirnerschütterung vom Platz. Er musste dabei gestützt werden. Uli Hoeneß bezeichnete Herzog danach als „Burgschauspieler“.
Wenn wir von den 90ern reden, fällt mir auf, dass es eine Zeit gab, in der es quasi „common sense“ war, die Bayern mindestens unsympathisch zu finden, oder eben zu hassen. Es gab viele Bayern-Fans, aber der Rest war sich ziemlich einig: Die mag man nicht. Heutzutage hört man zwar immer noch viel davon, dass die Bayern polarisieren und so weiter, aber die meisten haben auch viel Respekt vor ihnen und ihrer (vermeintlich) seriösen Aufbauarbeit. Der große Hass ist weg.
Früher war das anders. Bayern, das war der Verein mit der eher destruktiven Taktik, der oftmals nach unansehnlichem Spiel durch den sprichwörtlichen Bayern-Dusel noch irgendwie das Sieg-Tor schoss. Der „most hated club in Europe“ (ich erinnere mich an diesen allgemeinen Konsens in einer internationalen Studentenrunde).
Da gab es den 100 kg schweren Carsten Jancker mit der Glatze, der bei jeder Berührung im Strafraum wie ein Baby schreiend zu Boden fiel und nicht selten noch einen Elfmeter dafür bekam. Da gab es Hasan Salihamdizic, der kratzte, spuckte, biss und über den Marco Bode sagte: „Der baute gerne mal eine Schwalbe ein. Im Spiel fand ich ihn dann auch eher immer ziemlich unsympathisch, aber dadurch hat er mich auch zu einem Ehrgeiz herausgefordert, den ich an mir gar nicht kannte.“
Andere Spieler waren Effenberg, Matthäus oder Kahn. Das waren zwar Stars, aber nicht eben die beliebtesten Spieler der Nation. Oder Jeremies. Ein Zitat von Mehmet Scholl: „Einmal gegen Arsenal London, da hat der Jens Jeremies deren Franzosen Vieira umgetreten - aber übel! -, und als der wieder aufstand, hat der Jerry zu ihm gesagt: ,Siehst du die Mittellinie? Kommst du drüber, macht es aua! Hier drüben aua, da drüben gut!'“
So war das damals. Drüben etwa Arsenal London, das schönen Fußball mit Ästheten wie Thierry Henry zelebrieren konnte. Bei Bayern der Waldschrat Jens Jeremies, der aua machte. Und selbst ein Mehmet Scholl, den Fans anderer Vereine durchaus mochten, war noch ein ausgefuchster Schwalbenkünstler.
Diese Spieler spielten alle Ende der Neunziger bei den Bayern. 1999 kam das Lied „Bayern“ der Toten Hosen heraus. Eine Zeile lautet etwa: „Was für Eltern muss man haben, um so verdorben zu sein, einen Vertrag zu unterschreiben, bei diesem Scheiß-Verein!“ Damit war die Haltung der meisten Fußball-Fans zu den Bayern ganz gut charakterisiert.
Dieser „common sense“ änderte sich im neuen Jahrtausend allmählich. Warum das so ist, dazu komme ich gleich noch.
Es ist ja nicht so, dass mir keine Beispiele aus der jüngeren Vergangenheit einfallen.
In den Nuller-Jahren spielte mein Werder Bremen besonders schönen Fußball mit Spielern wie Diego und Micoud. Ich erinnere mich, wie Uli Hoeneß 2004, vor dem entscheidenden Spiel, als Werder Bremen bei Bayern München mit 3:1 die Meisterschaft gewann, über die hohe Niederlage des HSV gegen Werder dampfte und den Hamburgern Wettbewerbsverzerrung unterstellte: „Wir müssen die Bremer richtig niedermachen!“ Nach einer halben Stunde lag Bayern dann selbst 3:0 zurück. Wie so häufig nach Niederlagen, stampfte Hoeneß mit rotem Kopf an allen Kameras vorbei.
Ein eigenes Kapitel ist ja schon das „Spieler-der-Konkurrenz-Kontaktieren“. Ich bin dabei übrigens nicht der Ansicht, dass es verwerflich ist, überhaupt ständig Spieler von Konkurrenten zu werben – die Bayern müssen ihre Spieler schließlich auch irgendwo her nehmen (auch wenn es vereinzelt eben doch geschieht, um der Konkurrenz zu schaden. Das gab Uli Hoeneß beim Kauf von Jan Schlaudraff sogar zu.). Aber es geht natürlich um die Art und Weise - wie 2007, als Bayern Miroslav Klose vor dessen Wechsel in einer Tiefgarage in Hannover kontaktierte. Das war zu dem Zeitpunkt ein Verstoß gegen die Regularien. Allerdings, sagt man, passieren solche Verstöße in der Bundesliga häufiger. Aber der Zeitpunkt war unredlich. Ein Zitat aus der Süddeutschen Zeitung zu besagtem Treffen: „Zwischen Tiefgarage und Geheimzimmer hatte ihn wohl ein anderer Gast oder ein Hotelportier oder eine Reinemachekraft bemerkt und erkannt. Miroslav Klose war im April 2007 schon eine weitläufig bekannt Person. Oder ließen die Kontaktmänner, Uli Hoeneß und Ottmar Hitzfeld, die nötige Vorsicht beiseite? Stellte sich die durchaus berühmte Abordnung des FC Bayern breit in die Hotel-Lobby, um gerade das zu provozieren: Dass es ein paar Tage später in der Zeitung steht?“
Das Thema schlug in Bremen jedenfalls mächtige Wellen. Werder verlor danach das Europacup-Halbfinale gegen den Underdog Espanyol Barcelona und verspielte auch noch die Meisterschaft.
Weitere Fälle von vielen sind der Wechsel von Manuel Neuer, der Schalke kurz vorm Halbfinale gegen Manchester United in der Champions League aus dem Takt brachte (in der Runde davor hatte Schalke noch 5:2 beim Titelverteidiger Inter Mailand gewonnen.) Das letzte Kapitel ist die Bekanntgabe des Wechsels von Mario Götze von Borussia Dortmund kurz vorm Champions-League-Halbfinale der Dortmunder. Mir fällt kein vernünftiger Grund ein, der dagegen gesprochen hätte, mit der Bekanntgabe noch ein paar Tage zu warten. Wenn man dem anderen Klub eben nicht schaden möchte.

Heutzutage geben die Bayern auf dem Feld ein anderes Bild ab als noch in der oben beschriebenen Zeit Ende der Neunziger. Die Zeiten des Bayern-Dusels und des oftmals eher destruktiven Fußballs sind vorbei. Spieler wie Schweinsteiger und Alaba geben ein sympathischeres Bild ab als viele ihrer Vorgänger und spielen auch ohne fiese Tricks erfolgreich.
Die aktuellen Probleme der Bayern liegen im strafrechtlichen Bereich: Es ist ja nicht nur Uli Hoeneß mit Steuerhinterziehung, es ist auch der Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Rummenigge, der 2013 Uhren unverzollt aus Kater einführte und jetzt vorbestraft ist. Der Verteidiger Breno wurde 2012 zu drei Jahren und neun Monaten Freiheitsstrafe wegen Schwerer Brandstiftung verurteilt. Und Franck Ribery ist in Paris wegen Sex mit einer minderjährigen Prostituierten angeklagt.
Uli Hoeneß ging mit diesen Straftaten häufig so um, als ob seinen Bayern-Spielern mit der Strafverfolgung ein großes Unrecht geschehen würde. Im Fall Breno polterte er über die Verhaftung: „Die Staatsanwaltschaft muss doch erst mit uns reden!“ Die Untersuchungshaft bei Breno fand Hoeneß „unmenschlich“ und „lächerlich“.
Für Hoeneß passte das anscheinend nicht in sein Weltbild: Da zündet jemand ein fremdes Haus an, indem er an verschiedenen Stellen des Hauses ein Feuer legt. Die Richterin äußerte später, dass wenn es nicht geregnet hätte und windstill gewesen wäre, die gesamte Siedlung vom Feuer betroffen gewesen wäre. Sprich: viele Menschenleben gefährdet. Aber Uli Hoeneß wollte die Angelegenheit anscheinend durch eine Zahlung in die Mannschaftskasse regeln. Ein weiterer Kommentar von ihm während des Vorverfahrens: „Wenn das unser Land ist, dann gute Nacht Deutschland!“ Wohlgemerkt: Hoeneß fürchtet nicht wegen des Verbrechens um sein Vaterland, sondern wegen dessen Verfolgung.
Das trifft den Nagel auf den Kopf: Hoeneß regiert die Bayern-Familie im Stile eines Paten. Die Familie ist das Gesetz. Nicht die Staatsanwaltschaft noch sonst jemand darf sich in diese Parallelwelt einmischen. Der oftmals beschriebene „soziale Hoeneߓ, der sich zum Beispiel um den kranken Gerd Müller kümmert und ihm einen Job verschafft, das ist nur der Pate, der sich um seine Familie kümmert. Wer nicht mehr zu dieser Familie gehört, wie Ex-Trainer wie Jürgen Klinsmann oder Louis van Gaal, der ist oftmals „out in bad standing“. Dann wird verbal nachgetreten, als ob man diese Personen nicht irgendwann selbst bei Bayern München eingestellt hätte. Etwa über Klinsmann: „Der ist ein Feind.“

Der Katalog mit Bayern-Missetaten setzt sich also fort. Weniger auf dem Platz, umso mehr außerhalb. Die Bayern und Hoeneß haben sich keineswegs grundlegend gewandelt. Trotzdem ist ihr Image über die Jahre besser geworden. Wenn das besagte Tote-Hosen-Lied die Haltung früherer Jahre gegenüber den Bayern charakterisiert, so passte später zunehmend folgendes Zitat des Sängers Campino. Es ging um Gespräche mit Spielern wie Markus Babbel oder Dietmar Hamann: „Wenn ich mit denen zusammensitze, sag' ich oft: 'Kommt, gebt es doch mal zu, der Hoeneß ist 'ne Pfeife, oder?' Aber nichts da! Die bleiben dabei: 'Der Uli ist okay.' Inzwischen glaube ich das auch.“ (oder aktuell der Rapper Marteria in seinem Song „Kids“: „Jeder liebt die Bayern.“)

Jetzt kommt die große Frage: Warum eigentlich? Wie konnte es geschehen, dass das Image von Uli Hoeneß und Bayern München über die Jahre besser wurde?
Meines Erachtens gibt es einen bestimmten Wendepunkt: Das war die Geschichte mit Christoph Daum. Damals hatte Uli Hoeneß Bedenken gegen einen künftigen Bundestrainer Daum wegen Gerüchten um dessen Kokain-Konsum geäußert. Der Konflikt zwischen den beiden spitzte sich dramatisch zu.
Ich war zu der Zeit beim Spiel Werder gegen Bayern im Weserstadion. Die Stimmung war enorm aufgeheizt. Um mich herum schrien die Leute in der Ostkurve: „Komm raus, du Sau!“ Hoeneß kam erst kurz vor Anpfiff in den Innenraum des Stadions. Das Pfeifkonzert war so laut, dass mir fast die Ohren abfielen. Kurz danach gastierte Christoph Daum mit Bayer Leverkusen im Weserstadion. Die erste halbe Stunde des Spiels verbrachten die Werder-Fans damit, Christoph Daum abzufeiern.
Es war ja dann so, dass Uli Hoeneß aus diesem Duell als Sieger hervorging.
Die Wahrnehmung dieser Auseinandersetzung musste seinem Image natürlich sehr zuträglich sein: Er hatte gewissermaßen alleine den Kampf gegen einen koksenden Bundestrainer in spe aufgenommen und für sich entschieden. Ich empfinde es so, dass seit dieser Zeit das Image des Uli Hoeneß langsam besser wurde.
Ich muss sagen, dass auch ich diese Geschichte für sich eher als einen „moralischen Sieg“ für Uli Hoeneß abgespeichert hatte. Ich bin jedoch zufällig in den letzten Tagen auf etwas gestoßen, das mir zeigt: Auch hier hat er sich menschlich alles andere als einwandfrei verhalten. Ich las nämlich ein Buch über den kürzlich verstorbenen Dieter Hildebrandt. Dort schildert Hildebrandt, wie übel seinem Bruder in der Daum/Hoeneß-Sache mitgespielt worden war. Es war nämlich so, dass Bernd Hildebrandt, der Journalist war, mit einem Artikel die Sache ins Rollen gebracht hatte. Daum brachte daraufhin seine Anwälte in Stellung. Dieter Hildebrandt: „Die Zeitung zuckte sofort zurück, desgleichen der Manager des Fußballclubs [also Uli Hoeneß]. Der schob alles auf Bernd.“ In der Folge erwies sich der Artikel durch Daums positiven Drogentest als zutreffend. Dieter Hildebrandt: „Der Manager, der sämtliche Schuld auf Bernd geladen hatte, indem er behauptete, der Artikel sei eine bösartige Erfindung gewesen und er, der Manager, sei in infamer Weise gelinkt worden, sah keine Veranlassung, sich bei ihm zu entschuldigen.“

Das sind einige Beispiele, die mir recht spontan einfallen und die hinreichend untermauern: Hoeneß und die Bayern, das sind keine guten Menschen.
Ich weiß nun auch nicht, wie Uli Hoeneß das dann genau gemacht hat. Aber dieses ganze negative Karma, das sich über die Jahre angesammelt hatte, musste ja irgendwo hinwandern. Uli Hoeneß und die Bayern wurden immer beliebter, aber die Sünden mussten irgendwann gebüßt werden. Da, so stelle ich mir das vor, hat sich Hoeneß gedacht: Ich opfer mich für meine Bayern. Der Pate liebt seine Familie mehr als sich selbst. Er lädt alle Schuld auf sich. Jesus war ein Mensch und doch war die Menschheit durch seine Kreuzigung von der Sünde befreit. So kann auch Uli Hoeneß als Bayer die Bayern retten, bei Bayern München bleiben und können die Bayern trotzdem heil aus der Sache herauskommen. Hier wie dort geschah das Opfer durch einen Strafprozess.

Das ist die einzige logische Erklärung. Trotzdem kann ich selbst nicht nachvollziehen, dass es erst die Sache mit der Steuerhinterziehung brauchte, um die Menschen wieder kritisch auf Uli Hoeneß blicken zu lassen. Da könnte man sich nun seitenweise mit dem Thema Moral beschäftigen. Die Bayern waren nun mal in den letzten Jahren sehr erfolgreich. Und wer in Deutschland seine Arbeit erfolgreich verrichtet, dem wird einiges verziehen. Und in Bremen etwa würden sich die Fans sicher weniger über den Sponsor entrüsten, wenn man keine sportliche Krise durchmachen würde. Schon irre: Bei Werder treten 400 Mitglieder aus, weil „Wiesenhof“ auf dem Trikot steht. Bei Bayern München haben Sex mit minderjährigen Prostituierten, verschiedene Steuerhinterziehungen und die anderen oben beschriebenen Ereignisse meiner Kenntnis nach nicht eine Menschenseele zum Austritt bewegt.
Vielleicht ist es auch ein bisschen so, um nochmal eine Metapher zu bemühen: Autofahrer warnen ja gelegentlich per Lichthupe entgegenkommende Autofahrer vor Radarfallen. Der andere Verkehrsteilnehmer, der nur moderat zu schnell fährt, ist gewissermaßen noch im „sozialen Boot“, ihm möchte man helfen. Raser hingegen, die mit über 100 km/h durch Ortschaften fahren, sind verpönt. Für die meisten Fußballfans war Uli Hoeneß wohl lange jemand, der moderat zu schnell fuhr. Für mich war er schon lange ein Raser.
Zum Abschluss noch ein Bonmot von Uli Hoeneß über das Tote-Hosen-Lied aus dem Jahre 1999: „Das ist der Dreck, an dem unsere Gesellschaft irgendwann ersticken wird.“
 
Ich trenne weiterhin zwischen privaten Verfehlungen und der Mannschaft bzw. den Fans.
Auch das Deutsche Recht kennt keine Sippenhaft.

Wenn Daum kokst, dann kokst Daum und nicht ganz Leverkusen.
Wenn Hoeneß wegen Steuerhinterziehung verurteilt wird, dann geht Hoeneß er in den Knast und nicht ganz Bayern.
Ähnlich, wenn auch auf anderer Ebene, mit dem Sponsor Wiesenhof.

Ribery will ich ausdrücklich ausnehmen: Er ist vom Vorwurf der Prostitution frei gesprochen worden. Auch die Gespielin hat ausgesagt, über ihr Alter gelogen und kein Geld für sexuelle Dienste empfangen zu haben.
Wer meint, es besser zu wissen, hätte halt irgendwann die letzten Jahre Kontakt zur Staatsanwaltschaft aufnehmen sollen. Und muß sich auch fragen lassen, woher er es besser wissen will - war er so nah dabei?

Auf die kleinen Reibereien und Sticheleien will ich gar nicht im Detail eingehen. Die gehören zur Show. Wie beim Wrestling.
Ich vermute sogar, es wird hinter den Kulissen abgesprochen, wer wann das Maul aufreisst oder merkwürdige Details zur Presse durchsickern lässt.
Lediglich beim HSV kann ich mir derzeit ein unfreiwillig-tolpatschiges agieren vorstellen.

Und in dem Sinne:
5 Auswärts-Tore in 17 Minuten ist doch nicht normal. Der FCB ist gar nicht besser. Es sind immer noch der sprichwörtliche Bayern-Dusel und blinde Schiedsrichter oder gar Bestechung der Gegner (fast die gesamte Liga!?).
 
Wenn der Schiri beim 1:1 erst nach Müllers Versuch auf Tor entschieden hat, müsste dann nicht auch Müller als Torschütze geführt werden? Stichwort Tatsachenentscheidung?
 
Wenn der Schiri beim 1:1 erst nach Müllers Versuch auf Tor entschieden hat, müsste dann nicht auch Müller als Torschütze geführt werden? Stichwort Tatsachenentscheidung?

Ich denke, dass es nicht genau darum geht, auf die Sekunde genau zu entscheiden, wann der Ball im Tor ist, sondern nur, ob er es ist. Es könnte ja sein, dass ein Schiri bereits auf Tor entscheidet, während ein anderer Spieler zeitgleich den Nachschuss versenkt. Dann wäre rückwirkend gar nicht nachvollziehbar, auf welche Situation der Schiri sich bezieht. Vor allem dann nicht, wenn er wie in der besagten Situation aus einem Wulst von Spielern den richtigen gar nicht unbedingt erkennen kann.
 
http://www.bild.de/sport/fussball/vfl-wolfsburg/bayern-im-tor-vollrausch-aber-saures-fuer-sammer-34988154.bild.html


Das diese ganzen Neider nicht anerkennen wollen, dass Bayern nur Erster wegen des tollen Trainings und der harten Arbeit ist und nicht wegen der paar mikrigen Euros mehr die sie haben :roll:

Wieso holen sich die anderen Vereine denn nich auch einen Guardiola. Diese 17 Millionen pro Jahr sind doch wirklich gut angelegt. Aber nein, die lassen irgendwelche Plinsen für 500k das Training leiten :unfassbar:
 
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