Diese Ausreden lese ich immer wieder. Im Radsport oder der Leichtathletik führt sowas mittlerweile nicht einmal mehr zu einem müden Gähnen.
Johnson ist auch eine Zeit gelaufen, die erst 11 Jahre später wieder erreicht wurde. Und auch bei Johnsons Gegnern kann man Doping vermuten. Da is es wenig überraschend, dass der richtig, richtig, richtig, richtig voll war.
Die Doping-Grenzen haben i.d.R. bereits Toleranzen drin. Da kommt man noch einfach mal so drüber. Und wenn doch, dann passiert das mMn nicht bloß einmal, nicht nach so vielen Jahren erstmals und - vor allem - nicht plötzlich nachdem die Liga gewechselt wurde. Doping wird im Fußball einfach nicht stark genug verfolgt. Italien ist (sportartübergreifend) ziemlich weit vorne bei der Verfolgung von Sündern. Spanien kann man eher am unteren Ende einordnen.
Vlt. sollte man zum Thema doping mal einen eigenen - sporartunabhängigen - Thread aufmachen (oder gibts den vlt. schon?).
Beim doping ist meine persönliche Einstellung klar: Egal, wer wie viel gedopt hat: Ein bisschen schwanger gibts nicht. Gedopt ist gedopt. Die Menge/Dauer des dopings sollte allenfalls bei der Höhe der Strafe berücksichtigt werden.
Das Problem des Generalverdachts sehe ich allerdings auch. Früher war ich immer der Meinung, erst einmal an den guten und sauberen Sportsmann/Sportsfrau zu denken. Heute glaube ich, dass es kaum noch Sportarten gibt, in denen nicht in irgendeiner Form gedopt wird. Ich sehe Leute wie Bolt auch sehr gerne. Aber sobald da jemand solche Fabelzeiten hinlegt, kommt sofort das ungute Gefühl, dass hier nachgeholfen wurde. Aber darf man deshalb jeden Leistungssportler sofort unter Generalverdacht stellen? Schwierige Frage, die ich nicht beantworten kann und möchte.



