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Champions League

Bremer Reifeprüfung

Von Sebastian Stiekel, Mailand

02. Oktober 2008 Das 1:1 zwischen Inter Mailand und Werder Bremen war keine fünf Minuten vorbei, da gehörte das riesige Giuseppe-Meazza-Stadion mit seinen 83.000 Plätzen allein ein paar hundert Bremern. Die mitgereisten Fans und die Mannschaft hüpften und sangen in einem kleinen Teil der beim Gastspiel der Bremer nur spärlich gefüllten Arena herum, während die italienische Mehrheit der rund 33.000 Zeugen dieses Abends sie schnell verließ.

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(Frankfurter Allgemeine)
 
Wiese: Heute hat einfach alles gefehlt
STUTTGART (STI). Als das Spiel in Stuttgart schon einige Momente vorbei war, saßen Werders Trainer Thomas Schaaf und Sportchef Klaus Allofs noch immer regungslos auf ihrer Bank und starrten ins Leere. Selbst eine halbe Stunde später gab Schaaf noch zu, "so etwas nur schwer erklären zu können". Mit "so etwas" war ein Bremer Offenbarungseid gemeint. Werder verlor gestern Nachmittag beim VfB Stuttgart hochverdient mit 1:4 (0:2).

Werder spielte miserabel dabei. Die Niederlage hätte auch höher ausfallen können. Das Prekäre daran war, dass Werder in allen Dingen enttäuschte, die zu einem Fußballspiel gehören. Chancen? Die hatte fast nur der VfB. Entschlossenheit? Da galt das gleiche. Der Wille, sich gegen die Niederlage aufzulehnen? War bei den Bremern nicht zu spüren. "Heute hat alles gefehlt", sagte Torwart Tim Wiese hinterher. ...

... Thomas Schaaf kritisierte unverhohlen die Einstellung seines Teams. "Ein richtiger Profi macht keine Unterschiede zwischen den Gegnern, geht die Sache immer zu 100 Prozent an", sagte er. "Das hinzukriegen ist schwer, aber daran müssen wir arbeiten." Sportchef Klaus Allofs wollte zwar keine "grundsätzlichen Bedenken" an seiner Mannschaft anmelden, sagte aber auch: "Wir haben eine zu große Diskrepanz zwischen unseren Leistungen, müssen eine größere Stabilität hinbekommen." Vor allem davon kann bei Werder im Moment keine Rede sein. Man hatte gerade die Bayern und den neuen Tabellenführer Hoffenheim geschlagen - um gestern wieder wie davor beim 2:3 in Mönchengladbach zu spielen.

Sich zu sehr auf den eigenen Fähigkeiten ausgeruht zu haben, ist tatsächlich die schlüssigste Erklärung für die gestrige Leistung. Denn an der Belastung kann es nicht gelegen haben. Die war beim VfB größer als bei Werder. Erst zwei Tage vorher hatten sich die Stuttgarter im UEFA-Cup zu einem 2:2 gegen Cherno More Varna gezittert, zudem fehlten den Schwaben mit Bastürk, Simak, Pardo, Delpierre und Boulahrouz fünf wichtige Spieler. Die Stuttgarter waren beanspruchter, nervlich angeschlagener, ersatzgeschwächter, aber trotzdem klar besser als die Bremer, und das konnte sich Schaaf eben mit Recht "nur schwer erklären". Zumal seine Mannschaft hätte gewarnt sein müssen: Die Spiele davor in Stuttgart endeten 3:6 und 1:4 ... "

http://werderspezial.weser-kurier.de/BTAG/Aktuell/News/132701/Wiese-Heute-hat-einfach-alles-gefehlt/
 
KOMMENTAR
Wankel-Werder und die Suche nach dem richtigen Maß

Von Philipp Köster

Das Spiel gegen Dortmund steht sinnbildlich für die Situation in Bremen: Während es in der Defensive hapert, beeindruckt die Offensive mit Toren en masse. Trainer Schaaf fehlen Alternativen, um den Konkurrenzkampf zu beleben - auch aufgrund der Personalpolitik von Manager Allofs.

Es war, wenn man so will, ein sehr typisches Spiel für den SV Werder Bremen. Sowohl die viel gelobte Offensive traf mehrfach, zugleich kassierte aber auch die ebenso häufig gescholtene Defensive wieder einmal drei Tore. Was sich für den Beobachter zu einem spektakulären Spiel zusammenfügte, Werder-Trainer Thomas Schaaf jedoch grimmig zurückließ. Schließlich hatten die Bremer gegen Borussia Dortmund leichtfertig einen hart erkämpften 3:2-Vorsprung verspielt.
Es ist eine merkwürdige Saison, die der SV Werder bislang spielt. Rauschhafte Episoden wie der 5:2-Triumphzug beim FC Bayern und das 5:4 gegen Hoffenheim reihen sich an deprimierende Auswärtsklatschen wie das 1:4 in Stuttgart. Und nun auch noch ein 3:3 gegen Dortmund, das den Bremern in der Tabelle und ganz generell kein Stück weiterhilft.

Dass trotz des durchwachsenen Saisonstarts in der Hansestadt derzeit noch niemand hyperventiliert, mag an der überschaubaren Presselandschaft an der Weser liegen. Es ist aber wohl auch der Erkenntnis geschuldet, dass sich der SV Werder in vergangenen Spielzeiten immer mal wieder kleinere Schwächeperioden leistete, um sich am Ende dennoch für die Champions League zu qualifizieren. Und es ist gut möglich, dass in ein paar Wochen der SV Werder schon wieder so konstant auftritt wie in der letzten Saison. Das Potential dazu ist da, die Bremer sind in allen Mannschaftsteilen exzellent besetzt, den Millionen aus der Champions League und der herausragenden Personalplanung des Duos Schaaf und Allofs sei Dank.
Und doch könnte den Bremern eine schwierige Spielzeit bevorstehen. Das hat zum einen mit den Gesetzmäßigkeiten des Geschäfts zu tun. Denn in den letzten Jahren haben sich die Arbeitsbedingungen des SV Werder grundlegend geändert. Von einem aufstrebenden Klub unter vielen haben sich die Bremer zur nationalen Nummer zwei emporgearbeitet, mit inzwischen deutlichem Abstand zu den meisten Konkurrenten. Und die Qualifikation zur Champions League, so schwer sie auch jedes Mal gefallen sein mag, ist fast zu einer Bremer Selbstverständlichkeit geworden.

So selbstverständlich, dass manch ein Spieler offenbar geglaubt hat, er müsse in normalen Bundesliga-Spielen nicht mehr tun als unbedingt nötig. Schon erstaunlich, wie wenig sich manche Offensivkräfte für die Arbeit der eigenen Abwehr interessierten. Nicht minder verwunderlich aber auch, mit welch schlichten Rezepten sich auch durchaus routinierte Abwehrrecken wie Naldo und Clemens Fritz aushebeln ließen.
Dass die sportlich Verantwortlichen dieses Problem erkannt haben, davon zeugt die erstaunlich energische Intervention des ansonsten eher zurückhaltenden Managers Klaus Allofs. Als der Dusko Tosic beschied, er rufe "nicht sein gesamtes Potential ab", dem Mannschaftskollegen Hugo Almeida mitgab, er "müsse mehr von sich verlangen" und ganz grundsätzlich "eine gewisse Sorglosigkeit" diagnostizierte, da zeichnete er das Bild einer selbstverliebten Truppe ohne rechten Biss.

Nun haben Trainer Thomas Schaaf und Manager Allofs sich das allerdings teilweise selbst eingebrockt, erweist sich doch die Personaldecke bei aller unbestrittener Qualität als zu dünn. Ein motivationsfördender Konkurrenzkampf entsteht bei den Bremern in allen Mannschaftsteilen zu selten. Immerhin, im Sturm wurde durch die Nachverpflichtung von Claudio Pizzaro schnell gehandelt.
Beides, die schwierige Personalsituation und die Behäbigkeit mancher Stars gefährden die ehrgeizigen Pläne des Duos Schaaf und Allofs, die in dieser Spielzeit endlich einmal auch auf internationaler Ebene Akzente setzen wollen. Alles andere, vor allem ein Ausscheiden in der Vorrunde, würde als Stagnation gewertet, auch wenn das angesichts der opulenten letzten Jahre ein wenig ungerecht ist.

Schaaf und Allofs haben die Mannschaft gewarnt. Sie muß sich nun besinnen. Auf ihre Geschlossenheit, aber auch auf die individuellen Stärken jedes einzelnen. Dann könnte es demnächst auch mal wieder völlig untypische Werder-Spiele geben.

http://www.spiegel.de/sport/fussball/0,1518,584990,00.html
 
Werder Bremen ist in der Krise ratlos

Von J. Bierschwale und K. N. Bogena

Nach nur zwei Punkten aus den letzten vier Bundesliga-Spielen hat sich Werder Bremen in der Mittelmäßigkeit etabliert. Manager Klaus Allofs und Trainer Thomas Schaaf haben sich nach der Heimniederlage gegen Bayer Leverkusen bereits am 10. Spieltag vom Saisonziel Meisterschaft verabschiedet. Ist es das Ende einer Ära?

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http://www.welt.de/sport/fussball/article2643737/Werder-Bremen-ist-in-der-Krise-ratlos.html
 
Champions League

Werders erster Titel – Meister im Schönreden

Vor dem Champions-League-Spiel am Mittwoch bei Anorthosis Famagusta steht Werder Bremen unter Druck: Nur mit einem Sieg wahren die Hanseaten die Chance, aus eigener Kraft das Achtelfinale zu erreichen. Ein Grund für die Krise sind Fehler in der Personalpolitik. Doch an der Weser wird weiter gesundgebetet.

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http://www.welt.de/sport/fussball/article2778982/Werders-erster-Titel-Meister-im-Schoenreden.html
 
Bremen sucht neues Personal

Aus in der Champions League: Werder-Manager Allofs gibt Fehler bei der Einkaufspolitik zu und sondiert bereits den Markt

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http://www.welt.de/welt_print/article2795177/Bremen-sucht-neues-Personal.html


Stau am Osterdeich

Gescheitert in der leichtesten Gruppe: Handwerkliche Fehler haben Werder in eine unrunde Elf verwandelt

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http://www.sueddeutsche.de/955385/645/2654577/Stau-am-Osterdeich.html
 
Neues zu Artikel 17:

Preiswerte Kündigung

Von Jörg Kramer

Ein unbeachteter Paragraf und ein vergessenes Urteil drohen den Transfermarkt zu erschüttern. Kann Lukas Podolski den FC Bayern im Sommer einfach so verlassen?

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Sylvas Bochumer Anwalt Christof Wieschemann hatte herausgefunden, dass nach Fifa-Transferstatut ein Spieler nicht gezwungen werden kann, am Arbeitsvertrag festzuhalten. Und er entdeckte im Dschungel der Statuten und Kommentare noch mehr: dass die strittige Kündigungsregelung nicht nur bei Wechseln ins europäische Ausland gelten könnte, sondern auch bei Transfers innerhalb Deutschlands.

Die DFL hat sich in ihrem Musterarbeitsvertrag den Statuten der Fifa unterworfen, damit, so Wieschemann, sei Artikel 17 Teil des nationalen Arbeitsrechts. Und wenn die DFL gemäß ihrer Lizenzordnung bei Transferstreitigkeiten keine Spielerlaubnis für den neuen Verein erteile, solange keine Einigung oder gerichtliche Entscheidung vorliege, verstoße sie damit gegen Grundsätze eines Urteils des Bundesarbeitsgerichts. In dem fast vergessenen Fall des Eishockeyspielers Torsten Kienass hatten die Richter 1996 entschieden, dass die damalige Transferregel mit dem Grundgesetz nicht vereinbar war.

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http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,593690,00.html
 
http://www.11freunde.de/vereinsblogs/116320?PHPSESSID=3d2fe0bb9b9511ae184a9b4a34460fca

Aktionismus gefordert!

Text: Karsten Wirth

Werder Bremen-Experte Karsten Wirth ist verzweifelt. Was ist nur los mit der Bremer Mannschaft? Wirth fordert von den Spielern eine Reaktion, vom Management eine Außenverteidiger und vom Bremer Umfeld Geduld...


Ich hoffe Herr Allofs weiß wie seriös die 11 Freunde ist und welchen Kultstatus sie unter Fußballfans erreicht hat und liest den Artikel :)
 
bremen4u hat mal wieder einen Werderaner interviewt. Dieses Mal ist Mesut Özil dran, hier der Vorspann:

"In einer eher mauen Hinrunde war er einer der größten Lichtblicke bei Werder: Mesut Özil spielt in seiner zweiten Saison für die Grün-Weißen bislang groß auf. Für uns Grund genug, dem 20-jährigen Mittelfeldspieler kurz vor dem wohlverdienten Weihnachtsurlaub noch ein paar Fragen zu stellen."

Es geht um sein erstes Jahr mit Werder, Pfiffe gegen eigene Spieler und ein paar andere Themen. Lohnt sich schon allein, den Link anzuklicken, weil Mesut sich für ein sehr witziges Foto nicht zu schade war:

http://www.bremen4u.de/citytalk/index.jsp?id=1676&referrer=0&
 
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