Während alle beeindruckt oder schockiert über Schalke, HSV, Leverkusen und Krisen-Bayern reden, hat sich fast heimlich ein Klub oben festgesetzt, den man aus reiner Gewohnheit schon nicht mehr auf der Rechnung hatte: Werder Bremen.
Die Mannschaft von Trainer Thomas Schaaf hat eine erstaunliche Entwicklung hinter sich. Völlig abgestürzt in der vorigen Saison (Platz zehn), siegt sie sich seit Sommer zurück nach oben. Sie ist jetzt Zweiter der Bundesliga, steht nach dem Sieg am Donnerstag gegen Wien in der Runde der letzten 32 Mannschaften der Europa League und dazu im Viertelfinale des DFB-Pokals. In Zahlen heißt das: zwölf Saison-Siege, fünf Unentschieden, nur eine Niederlage.
Wie das kommt? Trainer Schaaf greift inzwischen knallhart durch, er hat alle Undiszipliniertheiten sanktioniert. "Bei vielen Dingen, die ich früher voraussetzen und laufen lassen konnte, muss ich jetzt darauf achten, dass sie umgesetzt werden", sagt er.
Über 20000 Euro Strafe hat der Klub diese Saison von schlampigen Spielern eingenommen - und die haben die Zeichen der Zeit erkannt. Dazu kommt, dass Schaaf den Weggang von Diego zu Juventus Turin perfekt kompensiert hat: Spieler wie Özil, Hunt, Frings oder Pizarro blühen auf - und werden verstärkt durch gute Zugänge wie Marin und Borowski. Gar nicht zu reden vom überragenden Wiese: Den Torwart treibt der Kampf ums WM-Ticket zu Höchstleistungen (siehe das 2:0 gegen Wien).
Kein Zweifel: Die Bremer Bosse Schaaf und Manager Allofs haben in der Krise wirklich alles richtig gemacht (im Gegensatz zu den Bayern-Bossen übrigens, aber das ist ein anderes Thema).
Was am Ende daraus werden könnte? Nicht weniger als der größte Triumph in der Klubgeschichte von Werder Bremen: der Gewinn des Triples!
Alexander Steudel