Es ist auch eine kulturelle Frage, wie man zu Hunden steht. Ich weiß nicht inwiefern der Hund in der Ukraine ein "angesehenes" Haustier ist, bzw inwiefern angesehenes Tier ist.
Denn bei einer Rattenplage in Deutschland würde man sicher nicht genauso handeln wie bei einer Hundeplage... das ist übrigens auch noch so ein Argument, was man den Tierschützern mal um die Ohren hauen könnte.
Das ist ja ein Problem sowohl bei der Argumentation der Tierschützer als auch bei denen, die Tierschützer hassen und sich über deren Engagement lustig machen, bzw. immer wenn man sich mit Tierrechten auseinandersetzt. Einige knallen Begriffe wie Evolution, Biologie, Nahrungskette rein, aber das vereinfacht das Ganze enorm. Wir wissen ja nun spätestens seit der Aufklärung, dass der Mensch eben NICHT zwangsläufig und ausschließlich seinen Instinkten/der Nahrungskette/Evolution etc. folgen muss, sondern zur Reflexion fähig ist und die Freiheit hat, sich darüber hinwegzusetzen. Aber messen wir dann den Wert eines Lebewesens an seiner Intelligenz, an seinem Bewusstsein? Auch das ist problematisch (denn Schweine z.B. sind ziemlich intelligent. Was ist dann mit Babys? Geistig Behinderten? Was ist Intelligenz überhaupt etc.etc.etc.). Zählt die Leidensfähigkeit: dass ein Lebewesen Angst und Schmerzen empfinden kann?
Jeder hat doch da irgendein aus diesen ganzen Aspekten vermischtes Menschen-/Tier- und Weltbild. Aber wir sollten uns klar sein, dass das auch zu weiten Tielen kulturell geprägt ist.
Du wirst wahrscheinlich auch bei den Tierschützern und Tierfreunden da ganz unterschiedliche Bewertungen finden.
Ich denke aber, man könnte sich doch als vernünftig und verantwortungsvoll handelnde Menschen (die nicht zwangsläufig ihren Instinkten folgen wie eine Katze, die ihre Beute jagt und damit spielt) darauf einigen, dass einem Lebewesen nicht UNNÖTIG Leid zugefügt werden sollte, wenn es sich verhindern lässt. Klar, viele regen sich auf, weil es jetzt die süßen Hunde trifft. Aber das macht deren Aufregung doch nicht weniger wichtig. Viele ärgern sich aber eben auch über das Sinnlose dieser Aktion - dass es unnötige Qualen sind und dass dieses Vorgehen keine dauerhafte Lösung darstellt.
Thema Bedeutung von Hunden in der Ukraine: Sie werden dort auch als Haustiere gehalten, oft jedoch auch ausgesetzt (wenn z.B. kein Geld mehr da ist), auch das hat das Problem der Straßenhunde verschärft. Ich habe aber auch gelesen, dass Straßenhunde und Menschen da meistens eher friedlich koexistieren, dass die Bewohner denen ab und zu etwas zu essen hinstellen und die Hunde eben ihre bestimmten Bereiche haben, an die sie immer wieder kommen und man sich so mehr oder weniger damit arrangiert (war allerdings bezogen auf ein eher wohlhabenderes Wohnviertel. Ich will jetzt nicht beschwören, dass es in den ärmsten Gegenden auch so ist).