Das sind Fragen, bei denen ich Dir - von der Sache her - absolut zustimmen könnte und sagen würde - "Natürlich, was soll das eigentlich?".
Aber abgesehen davon, dass Du selbst dich bei Özil mit dem "nachträglichen Niedermachen" - sagen wir mal - nicht gerade zurückhälst, finde ich persönlich es in der "verklärenden" Rückschau bei Ex-Spielern eben unsäglich, wenn mit dem "Spieler Diego" andere Ex-Spieler oder sogar derzeit noch bei Werder aktive Spieler verunglimpft werden.
Zum Beispiel wurde letzte Saison über Diego philosophiert, welche Spiele er denn nun wann hier und dort entschieden hätte. Dabei wurde von jenen Leuten regelmäßig unterschlagen, dass uns letzte Saison die Fähigkeiten eines Frank Baumann im Gegensatz zu Diego - in vielen Spielen (Teile der Hinrunde, Partien gegen Bayern, in Gladbach, in Dortmund) an allen Ecken und Enden fehlten. Ein Spieler, der weitaus mehr für Werder stand und mMn wirkliche Verdienste für den Verein hat.
Oder zum Beispiel das Geheul, wie Diego denn im UEFA-Finale fehlte. Dabei wurde von jenen Leuten unterschlagen, dass wir a) gerade mit Diego gegen genau solche Gegner wie Donezk (gut organisiert, konterstark) oft genug "alt ausgesehen" haben, b) Gegentore durch schlechte Antizipation der Spielsituation und falsches Stellungsspiel bekamen, eben genau den Dingen, wo Mertesacker unersetzbar ist und c) Diego dieses "Fehlen" gewissermaßen selbst zu verantworten hatte.
Oder die Diskussionen vor ca. 6 Wochen im Özil-Thread, wo Diego "benutzt" wurde, um mit so wirren Vergleichen wie bspw. "kompletterer Spielmacher" oder "nicht annähernd spielerische Klasse" Özil` s Wert und Fähigkeiten totzudiskutieren. Also genau das, was Du gerade hier anderen vorwirfst. Wobei das eigentlich Bezeichnende ist, dass Özil hier umgekehrt schon wieder "gebraucht" wird, um Diego in einem anderen Licht erscheinen zu lassen.
Was genau hat das jetzt mit Özil zu tun?
Aber der größte Treppenwitz ist, Diego mit Micoud zu vergleichen oder gar auf eine Stufe zu stellen.
Ich weiß, dass das hier im Thread nicht auf den letzten 20, 30 Seiten passierte, Tatsache ist aber, dass sowas in dieser Form immer wieder zu lesen war. Was das "so richtig in den Dreck ziehen" angeht, weiss ich nicht so recht, wo Du das rausliest. Wenn ich die letzten Seite hier überfliege, lese ich im Kern nahezu nur sportliche Analysen und Betrachtungen des Werdegangs von Diego, die mit seiner Zeit bei Werder verglichen werden. Vorwürfe in der Qualität von "Schwachsinn", "spottet jeder Beschreibung", "kommender Weltfußballer Özil", "machen sich alle die Hosen nass vor Begeisterung" "dumpfe Runtermacherei" "Diego ist trotzdem eine Knitte" habe ich jedenfalls von denen, die Du "Merkbefreite" nennst, noch nicht gelesen.
Ich verstehe Deine Beweggründe durchaus, dass Du beeindruckt davon warst, dass Diego sich vor den Fans verneigte, vielleicht sollte noch erwähnt werden, dass er ein T-Shirt trug mit der Aufschrift "Danke Bremen".
Das alles hat mich auch beeindruckt.
Bemerkenswert und beeindruckend fand ich danach aber auch, dass das Erste, was Diego in Turin erzählte, war, dass die Mitspieler bei "seinem Lieblingsverein" dort weitaus mehr taugten. Bemerkenswert war auch, dass Diego sich bei der Olympia-Sache über Vereinsvorgaben hinwegsetzte und sich damit die größte Verfehlung der Vereinsgeschichte leistete/leisten durfte (was sich vermutlich nicht einmal der größte Selbstdarsteller Werder`s - Mario Basler - geleistet hätte). Zwischendurch in der selben Zeit sich innerhalb von zehn Monaten zweimal durch Tätlichkeit (Frankfurt, Karlsruhe) komplett unnötig und damit auch das Team "außer Gefecht" setzte, welches er extra von sich abhängig gemacht hatte. Von Fahren mit Alkohol oder ohne Führerschein ganz zu schweigen. Und erst die "loyale", weil völlig uneigennützige Vertragsverlängerung.
Es sei ihm verziehen.

Wobei ich nicht wissen will, was bei gleichen Delikten bei anderen Spielern hier losgewesen wäre, die "unloyal und nur an sich dachten, raffgierig" waren usw.