Wenn die Realität mit dem Anspruch einher gehen würde, wäre das auch okay. Aber nach nur einem guten nach zuvor 3 desolaten Turnieren gleich wieder vom WM-Titel (2026) zu schwafeln, ist Selbstüberschätzung.
Denn anders als Spanien, Frankreich und die Niederlande verfügt Deutschland nicht über ein ein schier unerschöpfliches Reservoir an technisch hervorragend ausgebildeten Spielern. Vor allem deshalb nicht, weil beim DFB im Taumel des erfolgreichen Teils der Löw-Jahre mit dem WM-Titel 2014 als Krönung bei der Nachwuchsförderung falsche Entscheidungen getroffen wurden, so dass für diese goldene Generation keine würdigen Nachfolger zur Verfügung standen. Mit der Folge, dass einige erfahrene N11-Spieler, die nicht von sich aus gingen, weiter das Adler-Trikot trugen, obwohl sie ihren Zenit längst überschritten hatten. Was zu den desolaten Turnieren 2018, 2021 und 2022 wesentlich beitrug. Im Erfolg werden die meisten Fehler begannen = Selbstüberschätzung.
Auch wenn dahingehend bereits Korrekturen vorgenommen wurden, lässt sich dieses über mehrere Jahre zerdepperte Porzellan nicht in wenigen Monaten oder zwei Jahren kitten. Denn so fokussiert DFB-Auswahl besonders beim Spanien-Spiel gewesen ist, so offensichtlich waren in dem Match auch ihre Defizite zu sehen, die ihr zur Rückkehr in die Weltspitze fehlen: u.a. Effektivität im Abschluss und vor allem spielerische Qualität, besonders auf engem Raum. Im Vergleich zu dem Löw-Flick-Ballgeschiebe sind zwar schon Fortschritte erkennbar, aber um damit in der Weltspitze ein gewichtiges Wörtchen mitreden zu können, ist es noch ein langer Weg. D.h. um in der Weltspitze längerfristig mitspielen zu können, bedarf einem nachhaltigen Aufbau.