Liebe Werder-Fans,
überall lese ich nun wieder Artikel voller Wut, Angst und Fassungslosigkeit. Doch ganz gleich ob diese Texte dämlicher Natur (BILD) oder aber von Fanherzen geprägt sind: Unterm Strich zielt das Ganze in die falsche Richtung.
Nun, ich habe mich auf das Spiel gefreut. Ich war ermutigt nach der kleinen Auferstehung gegen Hoffenheim. Vor allem aber war ich positiv überrascht über den herzergreifenden Jubel der Truppe nach dem Tor von Lutscher. Arni hat gestrahlt wie ein kleiner Junge, Frings sah man die Entschlossenheit und den ganzen Willen an und ich hatte Pipi in den Augen. Ich dachte, ha, Werder lebt! Die Jungs stehen zusammen.
Doch das, was ich am Samstagabend sehen mussten, war Kann-nicht und Will-nicht in einem Team. Wenn nun also irgendwelche Altherrenkicker aus Oberneuland nicht unsere Trikots geklaut haben, dann muss es ja tatsächlich der Kader gewesen sein, der unsere grüne Raute trug.
Nun, es liegt auf der Hand jetzt auf den Trainer einzuprügeln. Daneben liegt Herr Allofs und kriegt auch die eine oder andere ab. Drumherum stehen die Spieler und Grinsen, weil ihnen das ja bezahlt wird. Trotz der Millionen und der argwöhnisch beäugten Prügelattacken auf KATS denkt der eine oder andere über seine Leistung nach:
Petri: Es hat eigentlich sehr gut angefangen für mich. Ich stand sicher und hab mich nicht tunneln lassen. Doch dann ... hm, war irgendwie die Luft raus. Vllt. ein finnischer Schnaps zu viel gestern? Nö!
Merte: Ich träume von Arsenal. Ich hatte als Kind schon Bettwäsche von Herrn Wenger. Ich glaub ein Bewerbungsvideo gegen Köln hab ich nicht gerade abgegeben, ach was solls. Ich bin deutscher Nationalspieler, zwar wacklig auf den Beinen, aber dafür mit Humor gesegnet. Und ich kann nach dem Spiel traurig gucken. Immerhin etwas für einen Verteidiger.
Wiese: Ich bin die ärmste Sau des Planeten. Ich rede und rede und rede und kann jeden Fan verstehen, der uns nicht mehr anfeuert. Ich selber weiß ja wie es ist wenn man die Vorderleute unterstützen und anstacheln will, aber die spielen ja lieber finnisch-deutsches Roulette.
Frings: Gut, die ersten 15 Minuten war ich richtig schlecht. 100 % meiner Pässe gingen daneben. Jeden zweikampf hab ich verloren. Aber danach, ging mir einfach die Kraft aus. Ich werd mich im Interview einsichtig zeigen und so tun also würde ich voran gehen. Durchhalteparolen, das übliche blabla. Ist eh mein letztes Jahr...
Pizarro: Ähm, iche ware diese Male schlecht. Das tut mir Leid. Sonst bin ich nicht so. Ich weiß auch nicht was los ist, aber in meine Mannschaft ist kein Spieler der einen Pass kann.
Marin: Dribbeln, äh, dribbeln, äh, Beine, äähhhh, Ball weg. Mehr weiß ich nicht.
Wagner: Ich kann immernoch nicht glauben das Werder mich geholt hat

Ich hatte EIN geiles Spiel in meiner Karriere, gegen England und zack bin ich berühmt. Und reich

Geil, oder? Außerdem hab ich nach dem Spiel viel gelacht mit den Kölnern und mein Trikot getauscht!
Nun denn, die Prügelknaben KATS erheben sich sichtlich bedrömmelt. Langsam schreiten sie zu den Mikrophonen. Jetzt kommt es, ich bin sicher, jetzt ist endlich Schluss mit den Durchhalteparolen, der müden Fassungslosigkeit, jetzt gibt es einen Aufschrei, einen Knall - so wie er bei Bayern z.B. nach jedem einzelnen desolaten Auftritt passiert wäre:
"Wir haben uns mit der Geschäftsführung und der sportlichen Leitung ausführlich besprochen und sind gemeinsam und im Sinne des SV WERDER BREMEN zu dem Entschluss gekommen, dass mit sofortiger Wirkung ...
... die Gehälter eingefroren werden, bis wir die Klasse gesichert haben!
... das Trainingspensum verdoppelt wird, da wir der Meinung sind, dass es unseren Spielern zu gut geht!
... das wir keinen Spieler mehr im Team berücksichtigen werden, der sowohl nicht bereit, noch nicht in der Lage dazu ist, sich für WERDER den Ups, ich muss meine Wortwahl ändern

aufzureißen!
... die Worte Aufholjagd und internationaler Wettbewerb verboten sind!
... kein Spieler für Interviews, Werbe- und TV-Auftritte zur Verfügung steht!
... unsere Schonpolitik ad acta gelegt wird
... von jetzt an Jeder, wirklich Jeder, ums berufliche Überleben kämpfen muss (Spieler, Trainer, Manager)
... kleinste Zweifel an Einstellung und Motivation mit Entlassung geahndet werden!"
Wenn heute auf dem Traingsplatz nicht mehrere Krägen platzen, wenn die nächsten Tage, Wochen und Monate sich noch einmal jemand traut blöd zu grinsen wie Herr Wagner nach dem Spiel, dann komm ich mit meiner Mutti und die versohlt euch allen den Ups, ich muss meine Wortwahl ändern

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