Ich könnte Deiner Argumentation grundsätzlich unter der Voraussetzung folgen, dass jeder die Möglichkeit hätte, sich impfen zu lassen. Dem ist aber nicht so. Es gibt nicht genügend Impfstoff - und dass sich das Problem kurzfristig löst, glaube ich nicht. Sprich, Frisör A kann sich ggf. eher impfen lassen als Frisör B, weil A älter oder Risikopatient ist. Wenn A also seinen Beruf ausüben dürfte, B aber nicht, obwohl B sich impfen lassen würde, aber für ihn kein Impfstoff verfügbar ist, würde B meiner Meinung nach jede Klage auf Diskriminierung gewinnen. Und - daher oben "grundsätzlich" folgen - was machst Du mit Frisör C, der sich aus medizinischen Gründen und entsprechend ärztlich bescheinigt nicht impfen lassen kann, weil er z. B. starker Allergiker ist? Darf Frisör C dann gar nicht mehr arbeiten? So einfach, wie Du die Rechtslage siehst, ist sie nicht, und das würde sich auch in den Abwägungen, die ein Bundesverfassungsgericht trifft, zeigen.