Was soll sich denn ändern? Inwiefern soll alles den Bach runter gehen?
Corona wird mE wenig bis gar nichts an dem weltweit herrschenden Wirtschaftssystem ändern. Warum auch? Es gab immer Krisen und jede Krise wurde, zumindest im Blick auf die Finanzmärkte, "bewältigt"... mal mit mehr, mal mit weniger negativen/positiven Folgen für den "kleinen Mann".
Die Stimmen, die eine Rezession und einen Kollaps der Märkte prophezeien, haben sich in den letzten 18 Monaten gehäuft... allerdings ist der aktuelle Rückgang an den Märkten ja nicht der schlechten Wirtschaft oder negativen Ergebnissen der Firmen oder sogar eine vorherigen Blasenbildung (wie es zu Beginn der 2000er war) geschuldet. Insofern kommen die Einbrüche aktuell eher einer Blase im umgekehrten Sinne gleich... wenn da nicht die Auswirkungen von Corona im realen Leben wären. Wie man schon öfters gelesen hat: Die Auswirkungen auf den Menschen selbst sind schon schlimm genug, aber dabei wird es nicht bleiben, wenn man sieht wie viele Existenzen durch die fehlenden Einnahmen bedroht sind. Ein großes "Sterben" im Mittelstand (um mal bei Deutschland zu bleiben) würde uns noch mal härter treffen, als Corona es gesundheitlich sowieso schon tut - aber es wird nicht zur Umstürzung des System führen. Warum auch? (Mir gehts hier nicht um eine moralische Beurteilung)
Wie ich schon in einem anderen Post geschriebene habe: Für Investoren, selbst für den kleinen Sparer, sind Rückschläge an den Märkten auf lange Sicht was gutes. Denn nur wer auch günstig kauft, kann langfristig was verdienen. Und dementsprechend wird es auch wieder einen Aufschwung an den Märkten geben - am Anfang vielleicht getragen durch die Nachfrage auf Grund der günstigen Preise, aber irgendwann werden die Firmen wieder in normales Fahrwasser kommen. Wann das sein wird... keine Ahnung! Aber es wird so kommen
Dazu kommt: Jede Krise, das zeigt die Vergangenheit, birgt Chancen für die Zukunft. Jede Medaille hat zwei Seiten... etc. etc. etc. Wer weiss welche postiven Dinge sich noch aus der aktuellen Situation entwickeln.
Ich mache es kurz, denn dieses Thema gehört hier nicht hin und ist mir viel zu umfangreich, es hier zu diskutieren. Die Aktienmärkte VOR der Coronakrise waren nicht nur überhitzt, sondern eine einzige riesige Blase. Insofern ist das Abwärtspotenzial jetzt riesig, deutlich größer als bei der Finanzkrise 2008. Corona ist jetzt nur der Auslöser des Platzens der Blase. Weißt Du noch, wie tief die Indizes damals gefallen waren? Der Absturz jetzt ist erst am Beginn, warte mal ab. Ich bin zu Beginn letzter Woche schon komplett aus allen Aktien raus, quasi die Notbremse gezogen.
Und ja, natürlich ist das dann irgendwann eine Chance zum Einstieg/Wiedereinstieg, eine riesige sogar. Ich kenne das, bin damals in der Finanzkrise rein in die Aktien, meine (Bank)arbeitskollegen haben mich für verrückt erklärt. Kaufen muss man aber dann, wenn keiner kaufen will, alle Angst haben. Immer das Gegenteil machen was die Masse macht. Aber der Zeitpunkt ist noch lange nicht erreicht. Die nächsten Wochen werden eine Zeit der Angst und Ungewissenheit. Und selbst wenn wir die erfolgreich überstehen werden, bleiben Ängste und Sorgen. Nämlich die, wie das alles finanziert werden soll. Jetzt rächt sich die Null- und Minuszinsenpolitik der Staaten, denn die haben jetzt keinen Handlungsspielraum mehr. Die Gier nach immer mehr Wachstum, immer mehr Konsum, immer mehr Schulden machen, all das rächt sich jetzt. Weißt Du, was die jetzt liebend gerne machen würden? Die Minuszinsen immer mehr erhöhen, den Bürger/Sparer das alles bezahlen lassen. Dumm nur, das es noch Bargeld gibt. Jenes, was Staaten und Banken so gerne weg hätten und was man uns mit "Argumenten" wie Geldwäsche, Schwarzarbeitverhinderung, Hygiene, Kriminalitätsbekämpfung und als nicht mehr zeitgemäßes Zahlungsmittel verkaufen will. Und immer mehr Idioten (sorry, aber ist so) fallen darauf herein und machen alles bargeldlos. Ist ja auch hipp. Wie naiv!!! Und gläsern zu sein ist doch auch schön...
Zuerst brechen jetzt weltweit Gesundheitssysteme zusammen, sterben unendlich viele Menschen. Dann kommt die Arbeitslosigkeit, kaputte Existenzen. Dann kommt es zu riesigen Kreditausfällen mit der Folge von Bankzusammenbrüchen (Italien als erstes), und das alles führt zu einer neuen schweren Finanzkrise, weit schlimmer als die von 2008. Die konnte man noch recht gut bekämpfen, man hatte viel größeren Geldspielraum (weißt Du, um wieviel seitdem weltweit die Staatsschulden gestiegen sind?) und auch die Zinsen waren vor der damalugen Finanzkrise noch in einer ganz anderen Kategorie (Leitzinsen über 4 %).
Aber ich möchte Dir Deine Zuversicht nicht nehmen, glaub weiter an ein positives Ende für alle...