Mehr Betten irgendwo hinstellen mag ja vielleicht relativ schnell gehen, aber wo findest Du die Leute, die sich um diejenigen kümmern, die dann darin liegen? Das Problem bekommst Du nicht "mal eben" gelöst, vermutlich sogar gar nicht, weil - für mich nachvollziehbar - der Pflegeberuf - zunehmend unattraktiver geworden ist. Sprich, Du versuchst hier eine theoretische Diskussion zu starten, die kurzfristig in der aktuellen Lage so gar nicht weiterhilft.
Unabhängig davon drehst Du aus meiner Sicht den Spieß fälschlicherweise um. Weil eine Minderheit meint, sich nicht impfen lassen zu wollen, soll sich der Staat, die Mehrheit oder wer auch immer um die daraus resultierenden Probleme kümmern. Es gibt - aus meiner Sicht - außer reichlich Geschwurbel (und außer wenigen medizinisch begründeten Ausnahmen und den Gruppen, für die die Impfung noch nicht zugelassen ist) keine stichhaltigen Argumente gegen eine Impfung.
Ja, die Situation ist tatsächlich nicht mal eben so zu ändern!
Und ja, die Haupt-Crux ist die riesige Anzahl an fehlenden Pflegekräften.
Es darf eigentlich nicht so sein, dass man auf die Impfunwilligen Menschen übergroße Rücksicht nehmen sollte.
Sie haben für sich eine Entscheidung getroffen und müssen mit ihr leben.
Wahrscheinlich sind die Ungeimpften ein größerer Faktor für die allgemeine Lage, als die Geimpften.
Sie verschärfen diese unverhältnismäßig stark.
Was ich als einzig wirksame Maßnahme ansehe, habe ich schon geschrieben und aus meiner Sicht zu begründen versucht.
Ein Impfgesetz muss her, schnellstens!
Das zum Jetzt!
Nichts desto trotz besteht der Fakt, dass die Privatisierung des Gesundheitswesens, die "Verschlankung" der Anzahl von KH, mithin das Fehlen von jedweder ausreichenden logistischen Struktur sowie der gewollte Abbau von Arbeitskräften, eine Art von Todesurteil für die Bewältigung einer solchen Pandemie wurde.
Auch wenn man sowas nicht unbedingt erwarten konnte, ist der Werdegang unseres Gesundheitswesens in die Privatisierung ein wesentlicher Hemmschuh bei der Bewältigung der aktuellen Situation.
Ich bin mir sicher, dass die Situation mit mehr KH, demzufolge mehr medizinischen Notfallgeräten und ausreichenden gut bezahltem Personal, um ein Vielfaches leichter wäre.
Nur wurde das, durch die Weiterleitung der Verantwortung vom Staat zu einem privaten Gesundheitssystem (mithin zu ökonomisch gewinnorientierten Privatwirtschaft) verhindert.
Das hätte niemals passieren dürfen.
Die Gesundheit der Menschen hätte niemals dem Spielball der Gewinnorientierung ausgesetzt werden dürfen.
Versaut hat das Bundesregierung um Bundesregierung.
Weil sie, bei Beibehaltung des Gesundheitssystems in staatlicher Obhut, die dann mit großer Wahrscheinlichkeit höher werden KV-Beiträge hätten verargumentieren müssen, haben sie bewusst, den für sie leichteren Weg gewählt.
Und somit deshalb keine Wählerstimmen verloren.
Ihre Pfründe retten war ihnen offensichtlich wichtiger, als das gesundheitliche Volkswohl zu sichern.
Es war und ist wie immer:
Der schnöde Mammon regiert die Welt!
Leider nicht mehr zu ändern.
Und im Moment gleichrecht nicht.