Du weist aber schon, dass der Tatbestand der Körperverletzung als zwingende Bedingung hat, dass jemand verletzt wurde?
Nein das weiß ich nicht, was mich wiederum verwundert, weil ich mich mit diesen Dingen seit langen Jahren professionell beschäftige. Stöber mal ein bisschen im Internet oder in der Fachliteratur, dann kannst Du Dich von Deinen Irrtümern etwas befreien.
Die Tatsache, das es kaum Vorfälle auf dem Fussballplatz gibt, die hinterher ein "juristisches Nachspiel" haben liegt kurz gesagt an der Dynamik des Spiels und der hohen körperlichen Beanspruchung der Spieler, die zu einer herab gesetzten Willenssteuerung führt (es gibt juristische Doktorarbeiten darüber). Bei Fouls wie dem von Guerrero, bei denen der Ball und das Spielgeschenen schon offensichtlich keine oder kaum eine Rolle spielen und bei denen der Spieler lange Zeit und unbedrängt auf sein "Ziel" zuläuft, bevor er es mit gestrecktem Bein umhaut, sieht es anders aus. Das Geschehen ist weder von der Dynamik des Spiels, der körperlichen Beanspruchung und einem plötzlichen Geschehen diktiert.
Hier ist es glaube ich für jeden offensichtlich, das sich die Wut ein Ventil gesucht hat und der Spieler lange Zeit die Möglichkeit hatte, sein Handeln anders zu steuern.
Dazu kommen im Fall Guerrero die zahlreichen Geschichten ähnlicher körperlicher Entgleisungen.
Warum man alte kneipenübliche Zecher für eine Wirtshausschlägerei mit anderen Säufern einsperrt, aber so etwas ungestraft lässt, ist für mich ehrlich gesagt kaum begründbar.
Letzten Endes fehlt wohl hierzu der "politische Wille". Und der DFB will sich seinen Machtbereich erhalten. Zudem sehen die Strafverfolgungsbehörden auch die mittlerweile drastischen finanziellen Auswirkungen einer Sperre für die meisten Spieler, die erfolgsabhängig bezahlt werden.
Auch dadurch erklärt es sich also, das der DFB in dieser Sache eine drastische Sperre aussprach, die in meinen Augen wegen der anderen erschwerenden Begleitumstände (provozierende Kleidung zur Tatzeit) ruhig noch etwas höher hätte ausfallen können.