Claudio Pizarro

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Vor guerrero war es auch ein Kriterium für so lange Sperren, dass man den Gegenspieler halb oder gar ganz vorsätzlich verletzte. Seit Guerrero reicht offenbar eine mediale Hetzkampagne aus, um ein gewaltiges Strafbedürfnis zu erzeugen, dem dann mit möglichst drakonischen Strafen Genugtuung verschafft werden muss, eine Verletzung ist nicht mehr nötig.

Die bösen bösen Medien :zzz: Die sind schuld wenn Pizarro gesperrt wird, wenn Bayern Meister wird, wenn die Welt untergeht

Die Medien sind vielleicht schuld, wenn man monatelang über angebliche Skandale eines Spielers berichtet, die keine sind.
Aber nicht wenn gegen eine vorliegende Tätlichkeit in Form einer glasklaren Ohrfeige ermittelt wird.
 
Was Guerrero angeht, kann ich Deinen Beitrag nicht vestehen. Der soll froh sein, wenn er nicht noch ein Strafverfahren wegen vorsätzlicher Körperverletzung hinten drauf gepackt bekommt.

Du weist aber schon, dass der Tatbestand der Körperverletzung als zwingende Bedingung hat, dass jemand verletzt wurde? Ullreich konnte danach aber problemlos weiterspielen. Natürlich war es ein übles Frustfoul und eine rote Karte, aber die Sperre wurde erst durch die Hetzkampagne so aufgeblasen. 4 bis maximal 6 Spiele wären ok gewesen, 8 Spiele ist ein Exempel, das statuiert wurde.

Gerade das macht mich in Bezug auf Pizarro als einziges pessimistisch, dass man dieses, von den Fernsehkommentatoren und der BILD noch geschürte Strafbedürfnis und die einmal angelegten Maßstäbe nicht wieder eingefangen bekommt. Das wäre für den Fußball wirklich schlimm.

Niemand will nämlich, dass Spieler wie z.B. Podolski oder Pizarro permanent wegen Unfug gesperrt sind. Die sollen spielen, dafür bezahlen die Leute und darum gehen sie ins Stadion.
 
Du weist aber schon, dass der Tatbestand der Körperverletzung als zwingende Bedingung hat, dass jemand verletzt wurde?

Nicht bei "versuchter Körperverletzung"... und ne Schramme reicht auch meistens, und die wird Ullreich mit Sicherheit gehabt haben.

Niemand will nämlich, dass Spieler wie z.B. Podolski oder Pizarro permanent wegen Unfug gesperrt sind. Die sollen spielen, dafür bezahlen die Leute und darum gehen sie ins Stadion.

Genau, die sollen spielen. Richtig gesagt. Spielen heisst aber nicht dem Gegner Backpfeifen zu verteilen, sonst gibts völlig berechtigte Sperren :grinsen:
 
Mal aus der Ohrfeigendiskussion herausgehoben ist genau das so ein Punkt, der mir tierisch auf den Senkel geht. Ganz egal, wie zum-Himmel-schreiend so manch falsche Schiri-Entscheidung ist, sie ist heilig und unantastbar.

Gerade in diesem Punkt sehe ich einen echten Änderungsbedarf - was aber natürlich andererseits nicht dazu führen darf, dass ein Bundesligaspieltag erst nach Ende aller eventuell dazu gehörenden Verhandlungen entschieden ist.

Und wer nun sagt, dass ein Schiri eben auch nur ein Mensch ist, der sich mal irren kann und der seine Augen nicht überall haben kann, dem halte ich die Möglichkeit des Videobeweises entgegen.

Sorry für das OT!

:tnx:

Grundsätzlich würde ich es eben wie im Football machen und dem Trainer pro Halbzeit eine Möglichkeit des überprüfens geben. Hat er Recht behält er die Möglichkeit, wenn er Unrecht hat, dann verliert er diese Möglichkeit. Dann wäre das auch nicht inflationär.

Bei Roten, die keine waren, kann man in der nachträglich ohnehin stattfindenden Sportgerichtsverhandlung dann einfach mal über seinen Schatten springen und keine weitere Sperre ausprechen. Das Ergebnis des Spiels, in dem die Rote gezeigt wurde, bleibt allerdings unangetastet.

Damit wären die gröbsten Probleme aus dem Weg.

@maddin

Lt. Regelwerk ist nun einmal so etwas eine "Tätlichkeit". Auch wenn sich das nicht mit dem allgemeinen Sprachverständnis deckt in solchen Situationen. Da können wir noch so lang drumherum reden. Ob diese Regelung so sinnvoll ist, steht auf einem anderen Blatt.

Und Piza weiss so etwas mit seinen 33 Jahren auch. Das hat er schon selbst zu verantworten. Mir geht halt mehr auf den Kecks, dass der Schiri jetzt behauptet die Szenerie nicht bewertet zu haben, was schlicht nicht stimmt.
 
Du weist aber schon, dass der Tatbestand der Körperverletzung als zwingende Bedingung hat, dass jemand verletzt wurde?

Nein das weiß ich nicht, was mich wiederum verwundert, weil ich mich mit diesen Dingen seit langen Jahren professionell beschäftige. Stöber mal ein bisschen im Internet oder in der Fachliteratur, dann kannst Du Dich von Deinen Irrtümern etwas befreien.

Die Tatsache, das es kaum Vorfälle auf dem Fussballplatz gibt, die hinterher ein "juristisches Nachspiel" haben liegt kurz gesagt an der Dynamik des Spiels und der hohen körperlichen Beanspruchung der Spieler, die zu einer herab gesetzten Willenssteuerung führt (es gibt juristische Doktorarbeiten darüber). Bei Fouls wie dem von Guerrero, bei denen der Ball und das Spielgeschenen schon offensichtlich keine oder kaum eine Rolle spielen und bei denen der Spieler lange Zeit und unbedrängt auf sein "Ziel" zuläuft, bevor er es mit gestrecktem Bein umhaut, sieht es anders aus. Das Geschehen ist weder von der Dynamik des Spiels, der körperlichen Beanspruchung und einem plötzlichen Geschehen diktiert.
Hier ist es glaube ich für jeden offensichtlich, das sich die Wut ein Ventil gesucht hat und der Spieler lange Zeit die Möglichkeit hatte, sein Handeln anders zu steuern.

Dazu kommen im Fall Guerrero die zahlreichen Geschichten ähnlicher körperlicher Entgleisungen.
Warum man alte kneipenübliche Zecher für eine Wirtshausschlägerei mit anderen Säufern einsperrt, aber so etwas ungestraft lässt, ist für mich ehrlich gesagt kaum begründbar.

Letzten Endes fehlt wohl hierzu der "politische Wille". Und der DFB will sich seinen Machtbereich erhalten. Zudem sehen die Strafverfolgungsbehörden auch die mittlerweile drastischen finanziellen Auswirkungen einer Sperre für die meisten Spieler, die erfolgsabhängig bezahlt werden.
Auch dadurch erklärt es sich also, das der DFB in dieser Sache eine drastische Sperre aussprach, die in meinen Augen wegen der anderen erschwerenden Begleitumstände (provozierende Kleidung zur Tatzeit) ruhig noch etwas höher hätte ausfallen können.
 
:
Mir geht halt mehr auf den Kecks, dass der Schiri jetzt behauptet die Szenerie nicht bewertet zu haben, was schlicht nicht stimmt.

Doch Pizarro droht viel mehr Ungemach. „Der Spieler steht unter Verdacht, sich einer Tätlichkeit gegen den Gegner in der Form des krass sportwidrigen Verhaltens schuldig gemacht zu haben“, heißt es in der Pressemitteilung des DFB – und weiter: „Pizarro wird verdächtigt, seinem Gegenspieler Pogatetz bewusst mit der linken flachen Hand in die rechte Gesichtshälfte geschlagen zu haben. Schiedsrichter Christian Dingert hat auf Nachfrage erklärt, diese Szene nicht gesehen zu haben, weshalb der Kontrollausschuss nachträglich ermitteln kann.“ Denn damit handelt es sich nicht mehr um eine Tatsachenentscheidung.

Überraschend ist das schon: Die TV-Bilder zeigen eigentlich, dass Schiri Dingert die Szene wahrgenommen haben muss. Zumal er die beiden Streithähne anschließend auch noch – quasi Auge in Auge – zur Ordnung gerufen hat. Möglicherweise ging es dabei aber nur um die Rangelei, nicht um die Ohrfeige.


Ich nehme an, dass der Schiri so argumentiert.
 
und? ist doch völlig egal... das watschen usw gehört einfach nicht und sollte bzw muss bestraft werden...ganz einfach... ob das kindergarten ist oder lächerlich oder in garkeiner relation steht ist völlig hupe...

Ist schon richtig, man muss aber auch nicht mehr aus der Sache machen, als da wirklich war. Zumal sich Pizarro noch auf dem Platz mehrfach bei Pogatetz entschuldigt hat.
 
Ist schon richtig, man muss aber auch nicht mehr aus der Sache machen, als da wirklich war. Zumal sich Pizarro noch auf dem Platz mehrfach bei Pogatetz entschuldigt hat.

Das wird den DFB aber kaum milde stimmen...Denen interssiert nur die Szene an sich selbst.Was danach war und ist spielt nur eine untergeordnete Rolle.Eventuell für die Länge der Sperre...Aber an dem Vergehen selber ändert die Entschuldigung nichts.
 
Überraschend ist das schon: Die TV-Bilder zeigen eigentlich, dass Schiri Dingert die Szene wahrgenommen haben muss. Zumal er die beiden Streithähne anschließend auch noch – quasi Auge in Auge – zur Ordnung gerufen hat. Möglicherweise ging es dabei aber nur um die Rangelei, nicht um die Ohrfeige.


Ich nehme an, dass der Schiri so argumentiert.

Dann hätte der Lauterer, der Prödl im Gesicht getroffen hat, auch nachträglich gesperrt werden müssen. Schließlich hat auch dort der Schiri die Situation zwar wahrgenommen, aber eben nicht den Tritt ins Gesicht. Wobei ich mich auch da Frage, wie er das übersehen konnte.

Und genauso würde ich an Werders stelle argumentieren. Wenn etwas gänzlich im Rücken des Schiris, abseits des Spielsgeschehens, passiert, dann ist das mit den nachträglichen Sperren ok. Aber wenn er die Situation wahrgenommen hat, nur eben nicht in Gänze und/oder falsch, dann ist da eigentlich aufgrund dieser Tatsachenentscheidungsregelung eigentlich kein Raum.
 
Dann hätte der Lauterer, der Prödl im Gesicht getroffen hat, auch nachträglich gesperrt werden müssen. Schließlich hat auch dort der Schiri die Situation zwar wahrgenommen, aber eben nicht den Tritt ins Gesicht. Wobei ich mich auch da Frage, wie er das übersehen konnte.

Nee die Aktion von Kouemaha ist damit imho absolut nicht zu vergleichen, da sie aus dem Spielgeschehen heraus passiert ist. Es war eine unabsichtliche Aktion, wovon man bei Pizza nicht sprechen kann. Prödl selbst hat doch gesagt, dass er es Kouemaha nicht übel nimmt, weil ihm unmgekehrt auch so ein Foul passieren könnte.
 
Und genauso würde ich an Werders stelle argumentieren. Wenn etwas gänzlich im Rücken des Schiris, abseits des Spielsgeschehens, passiert, dann ist das mit den nachträglichen Sperren ok. Aber wenn er die Situation wahrgenommen hat, nur eben nicht in Gänze und/oder falsch, dann ist da eigentlich aufgrund dieser Tatsachenentscheidungsregelung eigentlich kein Raum.

Zumal der Schiri es nicht im Spielbericht vermerkt hat, weil er es als normales Gerangel abgetan hat, wie es im Spiel 100 mal vorkommt.so lang ist der Spielberichtbogen garnicht jeden Akt zu vermerken...Er hat es gesehen aber als unwichtig wahrgenommen.
 
Nee die Aktion von Kouemaha ist damit imho absolut nicht zu vergleichen, da sie aus dem Spielgeschehen heraus passiert ist. Es war eine unabsichtliche Aktion, wovon man bei Pizza nicht sprechen kann. Prödl selbst hat doch gesagt, dass er es Kouemaha nicht übel nimmt, weil ihm unmgekehrt auch so ein Foul passieren könnte.

Das ist ja auch ok. Aber grundsätzlich ist es dennoch eine rote Karte nach den Regeln und hätte auch einen Strafstoß nachsich ziehen müssen. Das Kouemaha das nicht mit Absicht gemacht hat, ist mir auch klar. Aber das ist ein grobes Foulspiel bei dem er eben die Verletzung des Gegenspielers billigend in Kauf nimmt. Auch wenn das in so schnellen Szenen immer problematisch ist, aber dann dürftes du ja auch kein verunglücktes Tackling in die Beine mehr bestrafen. Würde mal behaupten die wenigstens Fälle sind wirklich beabsichtigte böse Fouls.
 
Das ist ja auch ok. Aber grundsätzlich ist es dennoch eine rote Karte nach den Regeln und hätte auch einen Strafstoß nachsich ziehen müssen. Das Kouemaha das nicht mit Absicht gemacht hat, ist mir auch klar. Aber das ist ein grobes Foulspiel bei dem er eben die Verletzung des Gegenspielers billigend in Kauf nimmt. Auch wenn das in so schnellen Szenen immer problematisch ist, aber dann dürftes du ja auch kein verunglücktes Tackling in die Beine mehr bestrafen. Würde mal behaupten die wenigstens Fälle sind wirklich beabsichtigte böse Fouls.

Der Hauptunterschied ist für mich aber schon, ob es Absicht war oder nicht. Ob der foulende Spieler den anderen überhaupt kommen sieht oder nicht. Natürlich ist es grotesk, wenn man sich die Verletzung von Prödl anschaut, im Vergleich zu dem Klapser von Pizza. Dennoch bleibt die Aktion von Pizza absichtlich und dumm, während Kouemaha klären will und dabei den von hinten kommenden Prödl voll im Gesicht trifft.
Der Fall Kouemaha ist in der Tat schwer zu beurteilen. Ein Foul, dass unabsichtlich und unwissend begangen wurde, aber so schwere Folgen hat.....
 
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