Borussia Dortmund

Zitat von [Sportfreund];1980623:
Was mich wirklich stört ist die Behandlung Dortmunds in den Medien.

Deren Gruppenphase war absolut blamabel und überall heißt es, es wäre ja sooo knapp gewesen. :wall:

Scheinüberlegenheit. Die Wahrheit ist, sie wurden in nahezu jedem Spiel, taktisch Schachmatt gesetzt. Das macht die CL so schwer - in der Hinsicht gibt es dort keine leichten Spiele. Vielleicht hat man das in Dortmund unterschätzt. Kommt mir irgendwie bekannt vor.
 
Ja?
Werder ist damals mit international nicht unbetuchten und erfahrenen Spielern wie Reinke, Krstajic, Ismael, Micoud, Klose usw. in die erste CL-Saison gestartet. Das hatte wenig gemein mit dem BVB der Jetztzeit.

Wir sind in den Folgejahren, spätestens nach den Weggängen von Micoud oder Ernst an taktischen Defiziten gescheitert, die nunmal auf dem Niveau noch schwerer wiegen als in der BL oder EL, wo die individuelle Klasse manches rausreisst.

Dortmund fehlt es vor allem an Erfahrung, zudem sind Erwartungshaltung und Umfeld etwas anderes als in Bremen. Taktisch - also von Ausrichtung, Orientierung an Spielverlauf und Gegner - fand ich die Spiele bei weitem nicht so schlecht, wie es dargestelllt wird. Strategisch haben sie den Fehler gemacht, zu oft auf Ball- und Spielkontrolle zu setzen, was bei gleichstarken Gegnern auf hohem Niveau nicht immer ratsam ist. Sie haben es nicht verstanden, Fehler zu provozieren, stattdessen sich selbst zu Fehlern provozieren lassen. Genau das ist international oft entscheidend und hier gibt`s tatsächlich Gemeinsamkeiten zu Werder. Nur lässt es sich bei Dortmund derzeit noch mit Erfahrung erklären.
 
Ich fand bei Dortmund vor allem die Chancenauswertung schwach. Man hatte das Gefühl, dass in allen Spielen, vielleicht mit Ausnahme des Auswärtsspiels in London, mehr drin gewesen wäre. Aber gerade auf dem Niveau kriegt man halt keine 15 Torchancen.
 
Ich fand bei Dortmund vor allem die Chancenauswertung schwach. Man hatte das Gefühl, dass in allen Spielen, vielleicht mit Ausnahme des Auswärtsspiels in London, mehr drin gewesen wäre. Aber gerade auf dem Niveau kriegt man halt keine 15 Torchancen.

Genau das ist es!
Was eine nahezu perfekte Chancenverwertung ist hat OM gezeigt! Und zwar in beiden Spielen gegen den BVB! 7-8 Chancen - 6 Tore:thumb:
 
@Mick: Wir sind u.a. auch an unserer Unerfahrenheit gescheitert. Spieler, wie Hunt, Naldo, Schulz, Owomoyela, Marin, Mertesacker etc. verfügten auch über keine CL-Erfahrung und war in jener Zeit vor allem Eines: Jung.

Das Ausscheiden der Dortmunder allein an der Unerfahrenheit der Spieler festzumachen, Klopp von jeglicher Schuld freizusprechen, es in Bremen genau umgekehrt zu halten und taktische Defizite als alleinigen Grund auszumachen, sorgt doch für etwas Konfusion. Zumindest bei mir.
 
Ich spreche Klopp nicht frei, deswegen ja der Einwurf mit der Spielstrategie.

Bei Werder finde ich es im Rückblick unangebracht, in erster Linie von Unerfahrenheit zu sprechen, wo doch deutlich war, dass wir ähnlich wie in der BL (nur da eben nicht brachial aufgrund der Klasse) immer wieder an diesen Defiziten scheiterten und zwar weil Leute wie Micoud wegbrachen, die diese Aufgaben übernahmen, wie Raumaufteilung, Abstände, Ordnung vermitteln, ein Spiel lesen konnten. Dennoch war der Kader nicht schlechter, besonders individuell eher besser. Trotzdem ging es abwärts trotz der Erfahrung mehrerer, vorhergehender CL-Jahre, die einige Spieler, aber vor allem Schaaf sammeln konnten.

Die Chancenverwertung ist in der Tat ein schweres BVB-Problem, war schon letzte Saison in BL und EL so. Ich glaube aber, dass auch das mit dem Druck vor Neuem verbunden mit Erwartungshaltung zusammenhängt. Dortmund hat in der Rückrunde letztes Jahr wesentlich mehr Chancen als in der Hinrunde versemmelt, weil sie plötzlich klarer Meisterfavorit waren. Das endete dann unnötigerweise in mehreren 1:1-Unentschieden.
Gerade Ruhe im Abschluss hat in der Regel ein Spieler, der auf diesem Niveau unter diesem Druck durch viele solcher Situationen über Jahre gestählt ist.
 
Ich denke, es war in beiden Fällen eine Mischung aus Beidem. Wie viel Anteil welcher Part an den schwachen Auftreten hatten, ist schon fast egal, denn das Resultat unterm Strich, ist das Gleiche. Klopp ist in dieser Saison CL-Novize gewesen und hat Fehler begangen. Ebenso Schaaf, der zugegebenermaßen mehr Zeit gehabt hätte, aus den Seinigen zu lernen. Dennoch hat TS es zumindest geschafft, Werder immer wieder in die CL zu führen. Ich bin immer noch der Meinung, dass wir es wegen und nicht trotz Schaaf geschafft haben, uns 6x dafür zu qualifizieren. Ebenso muss man aktuell konstatieren, dass er es derzeit unter ähnlichen Arbeitsbedingungen, allerdings mit gewachsener Konkurrenz, offenbar nicht schafft.

Ich bin gespannt, ob es Klopp auch auf diese Anzahl an Top-Platzierungen in der Buli mit dem BVB schafft. Das wäre mal ein Hinweis darauf, dass es zumindest auf Ligaebene zum Top-Trainer reicht. Dieses Attribut wird nämlich nicht von Jahr zu Jahr neu vergeben.
 
Übrigens denke ich das Dortmunds immer mal wieder auftretende Abschlussschwäche auch eine Folge aus deren aufwendigem, sprich laufintensivem Spiel ist.
 
Ich wollte damit nur sagen das auch hier die Erklärung Druck/Unerfahrenheit zu kurz ist und nur einen Faktor für die Chancenverwertung darfstellt.
 
Das sehe ich ebenso. Nur das laufintensive Spiel war im vergangenen Jahr der Schlüssel zum Erfolg in Dortmund. Man hatte ja immerhin die zweit meisten Tore erzielt. Nicht gerade ein Hinweis auf eine eklatante Ineffizienz vor dem Tor - die Mannschaft war ja auch in der abgelaufenen Saison eine junge Mannschaft.
 
Eben, es wurden viele Chancen herausgespielt und gelaufen, aber Dortmund war nicht gerade Effizienzweltmeister. Da hat Werder mit Baumann, Micoud, Klose und Klasnic anders agiert. Da wurden Spiele auch schon mal clever gewonnen und nicht indem der Gegner überrannt wurde.
 
Das schließt sich für mich auch gar nicht aus.

Die Nachteile die das laufintensive Spiel eben mit sich bringt, werden durch die Vorteile - und das beweisen sowohl die letzte Saison als auch der derzeitige Tabellenstand - insgesamt deutlich überwogen.
 
Eben, es wurden viele Chancen herausgespielt und gelaufen, aber Dortmund war nicht gerade Effizienzweltmeister. Da hat Werder mit Baumann, Micoud, Klose und Klasnic anders agiert. Da wurden Spiele auch schon mal clever gewonnen und nicht indem der Gegner überrannt wurde.

Das war möglich, weil wir damals ein weiteres Pfund eingebracht haben: Erfahrung. Baumann und Micoud haben dafür gesorgt, dass die Spieler die richtigen, nicht aber immer die weitesten Wege gegangen sind.
 
Noch mehr war als das war deren (Spiel-) Intelligenz DER Grund.

Und wenn die Spieler in Summe diese nicht ausreichend mitbringen, ist eben umso mehr der Trainer gefragt, eine entsprechende Ordnung und die wichtigen Dinge beizubringen, die für ein erfolgreiches Spiel benötigt werden, statt fast ausschliesslich darauf zu zielen, dass sich das alles aus der (Spiel-) Intelligenz der Akteure generiert.

Nachteil: Dortmund letzte und diese Saison war nie so variabel in der Spielweise wie Werder es mit der Raute 2002-2006 war. Seinerzeit sicherlich zu einem Gutteil ein Verdienst von Schaaf. Nur ist er nach meinem Dafürhalten in wesentlichen "Dingen" bei 2006 stehengeblieben. Genau da fangen unsere Probleme an.
 
Dortmund kommt in der Presse viel zu gut weg.

Zum Glück nicht immer:

Lektion für den Meistermacher

Wenn diese Worte tatsächlich so gefallen sind, so hätte es schon etwas amüsantes, daß der blendende Rhetoriker Klopp ausgerechnet von Podolski verbal "abgewatscht" wurde.

Bei Klopp kann man das Wort "blendend" nicht nur in diesem Fall durchaus wortwörtlich nehmen, weil er Podolski für einen gehypten Spieler hält, obwohl er (Klopp) vor allem während seiner Zeit als Coach der Mainzelmännchen selbst von dem Hype um seine Person profitiert hat.
 
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