Sicher kann ein Sportverband nichts gesetzeswidriges legalisieren. Aber die nun von Rauball, Rummenigge und co. herangezogen Aussagen sind genauso unwahr und einer Spiegel-Recherche würdig:
1.) Erstens: "Pyrotechnik ist illegal"
Mit deutschem Prüfsiegel können viele Artikel (auch entsprechende Bengalos) ganzjährig gekauft und abgebrannt werden, ohne gegen das Sprengstoffgesetz zu verstoßen.
Bleibt die Versammlungsstättenordnung, die per se den Gebrauch von Pyro an solchen Stätten als Ordnungswidrigkeit verbietet. ABER die Ausnahmeregelung zulässt, dass nach vorheriger Genehmigung der lokalen Behörden eben doch 'gezündelt' werden darf. Nichts anderes schlug die Pyro-Initiative vor.
So wurden andere Pilotprojekte (z.B. Chemnitz, Würzburg) bereits behördlich genehmigt und durchgeführt. Und so hat sich sicherlich auch der DFB selbst (!) seine Pyro-Einlagen bei der eigenen Bundesliga-Eröffnungsfeier der letzten Saison genehmigen lassen. Welch' Doppelmoral also heute zu behaupten, das sei gesetzlich gar nicht möglich. Spahn und co. hatten offensichtlich mehr Ahnung als das komplette aktuelle DFB-Präsidium zusammen.
2) Zweitens: "Nach Statuten der FIFA & UEFA können wir das ohnehin nicht zulassen"
Aufgemerkt, eben spricht man noch davon, dass ein Sportverband schließlich nicht der Gesetzgeber ist - im nächsten Atemzug bedient sich die Argumentation zweier Sportverbände und des Vorgaukelns der Sanktionierung durch diese.
Einfach zu entkräften: In z.B. Österreich und Norwegen wird genau das Konzept, das die deutsche Initiative vorschlug, in der Praxis erfolgreich angewandt. Überraschung: Beide Länder waren, sind und bleiben Mitglieder in UEFA und FIFA.
Fazit:
Vollkommen egal, wie man zur Pyrotechnik selbst steht: Wer sich die Zeit nimmt, sich eingehender mit den Funktionärsaussagen zu beschäftigen und sie zu überprüfen kommt unweigerlich zum Schluss, dass sie entweder Lügen, ohne rot zu werden, oder sich lautstark zu einer Thematik äußern, von der sie - erwiesenermaßen - keinerlei Ahnung haben. Vielleicht auch beides.