Die Noten die sind oft sehr willkürlich und einige Lehrer bewerten doch eher nach Sympathien als nach Leistung.
Da hast Du Recht. Eine Erfahrung, die so ziemlich jeder Schüler mal gemacht haben dürfte. Genau so wie es Lehrer gibt, die einen jede Freude an einem bestimmten Fach nehmen.
Meiner Meinung müssten die Grundschullehrer die Möglichkeit haben klar zu bestimmen auf welche Schulform ein Schüler gehort und die Eltern haben sich daran zu halten.
Dann wäre aber wieder das Problem der mangelnden Objektivität, teilweise Willkür bei der Empfehlung (die ich übrigens für ein gravierendes Problem des dreistufigen Schulsystems halte).
Ich weiß z.B. dass als damals an meiner Schule die Empfehlungen anstanden feststand, dass der Jahrgang XY eine bestimmte Anzahl von künftigen Hauptschülern hervorgebracht haben musste, weil ansonsten wegen zu geringer Schülerzahlen Lehrer die Schule hätten verlassen müssen.
Ich kenne auch jemanden, der aus dem Grund auf die Hauptschule empfohlen wurde, weil seine Eltern Unternehmer waren und der Lehrer der Meinung war, das Kind solle die Welt der Proletarier kennen lernen.
Da diese Empfehlungen natürlich stark subjektiv sein können, müssen die neuen Schulen die Möglichkeit haben beispielsweise nach 4 Wochen klare Fehlentscheidungen zu korrigieren und die Schüler zur nächsthöheren Schule zu schicken.
Ein guter Ansatz, aber in der Praxis müsste dann ein Schüler während des laufenden Schuljahres in eine neue Klasse integriert werden, in der er es dann schwerer hätte, sozialen Anschluss zu finden und zudem viel Stoff nachholen müsste. Ganz gravierend wäre es beispielsweise, wenn an seiner alten Schule keine zweite Fremdsprache angeboten wurde und ihm dann jegliche Grundlagen fehlen.
Da man diese schlechte Phase natürlich auch Ende der 4. Klasse haben kann sollten die Lehrer auch nicht nur nach Noten, sondern nach Potenzial bewerten welche fortführende Schule für die Schüler geeignet ist.

Wobei bei der Bewertung des Potentials durch die Lehrer offenbar der Vorname (!) eine Rolle spielt, wie sich in einer (erschreckenden) Studie gezeigt hat.
http://www.spiegel.de/schulspiegel/wissen/0,1518,649421,00.html
Wem das nützen soll, ist mir nicht klar und vieles davon entspringt den Vorstellungen irgendwelcher linken Romantiker, die keine Ahnung vom Schulalltag haben und diese hochfliegenden Konzepte selber nicht umsetzen müssen.
Ich war jahrelang in der Bildungspolitik aktiv und habe eine ganze Menge Lehrer kennen gelernt, die das dreigliedrige Schulsystem strikt ablehnen. Und die wären nur zu gerne bereit, ein anderes Konzept auch umzusetzen.
Man konnte auch nach 9 Jahre Hauptschule durchaus noch einen Realschulabschluss oder das Abitur erlangen, besonders an den Berufsschulen.
Das zeigt doch wohl eher, dass die Prognosen, die über die Zehnjährigen abgegeben wurden, falsch waren und sie doch mehr Potential hatten, als man ihnen zugetraut hatte. Die Schüler, die nach dem Ende ihrer Schulzeit weiter zur Schule gehen müssen, um dann den Abschluss zu erreichen, den sie auch so hätten erreichen können, geht wertvolle Zeit verloren, der sie dann auf dem Arbeitsmarkt schlechter dastehen lässt als ihre jüngeren Mitbewerber.
Aber meines Erachtens ist es viel schlimmer, ZEHNJÄHRIGE in den Klassen zu haben, die schon in der Grundschule immer von 70% der Klasse leistungsmäßig überholt worden sind, das Gefühl hatten, nichts zu wissen und jetzt setzen wir ihnen hier in Schleswig- Holstein wieder die gleichen Kinder vor die Nase und wieder bekommen sie das Gefühl, die Schlechtesten zu sein.[...]Mein Eindruck von der Gesamtschule hier ist derzeit, dass man Orientierung am Schwächsten betreibt.
Ich denke eher, dass es ein Kind demotiviert, als abgeschrieben zu gelten. So mancher Hauptschüler, den ich kenne, hat die Einstellung "Was soll ich mich denn anstrengen. Ob ich mit Hauptschulabschluss abgehe oder ganz ohne macht doch eh keinen Unterschied, einen Ausbildungsplatz finde ich doch eh nicht."
Auch will ich nicht, dass der Lehrer so lange den Stoff vor der Klasse wiederholt, bis ihn jeder verstanden hat. Sondern Lernen in Kleingruppen, in denen die Schüler Wissen gemeinsam erarbeiten bzw. vertiefen. In Skandinavien, wo so gelernt wird, funktioniert das wunderbar. Dort geben auch Schüler aus höheren Klassen den Jüngeren Unterricht.
Ich denke, dass hiervon alle profitieren: Der Lehrer, der gezielter mit den Fähigkeiten Einzelner arbeiten kann, die Schwächeren, die individuell gefördert werden und auch die Stärkeren, denn wenn man Erlerntes wiederholt, wird dieses wesentlich mehr verinnerlicht, als wenn man es nur einmal wiedergibt. Um so mehr, wenn man es sogar so gut beherrschen muss, dass man es anderen erklären kann. Wenn dann Rückfragen kommen, die man nicht beantworten kann, merkt man, dass man den Stoff schlechter beherrscht als man dachte und arbeitet erforderlichenfalls noch mal nach.