Eines der Probleme unserer Politik ist doch, dass Sachkompetenz nur wenig damit zu tun hat, welchen Regierungsposten man bekommt.
Warum wird ein Lehrer, der Germanistik, Philosophie, Politik, Geschichte und Erziehungswissenschaften studiert hat Finanzminister (Hans Eichel)?
Was qualifiziert einen Diplom-Volkswirt erst Bundesminister für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit und dann Bundesminister für Raumordnung, Bauwesen und Städtebau zu werden (Klaus Töpfer)?
Warum ist eine gelernte Elektrotechnikerin derzeit Bundesministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz? (Ilse Aigner)?
Irgendwann hat man es innerhalb der Parteihierarchie geschafft, soweit oben zu sein, dass man ins Kabinett gehört. Je nachdem, welcher Job da gerade durch Rücktritt frei wird, erhält man da eben den soeben frei gewordenen Posten.
Manchmal wird dann versucht, eine vermeintliche Qualifikation zu konstruieren wie die des Herrn zu Guttenberg zum Wirtschaftsexperten. Der war ja angeblich in der freien Wirtschaft - seinem Familienunternehmen - tätig. Und während alle möglichen Medien fälschlicherweise berichteten, er sei Geschäftsfüher einer Firma für Baustoffe gewesen (die aber außer dem Namen nichts mit ihm gemein hat), hatte er in Wahrheit lediglich drei Angestellte, die sich um die Verwaltung des ererbten Vermögens gekümmert haben.