Im Wesentlichen teile ich Deine Meinung, wobei ich jedoch der Auffassung bin, dass es richtig ist, auch in einer staatlichen Schule Religion als Fach anzubieten, vorausgesetzt, dass es ein Wahlfach ist. In so einer Konstellation kann jede Familie entscheiden, ob ihr Kind dieses Fach belegen soll oder nicht. Soweit ich weiß, aber ohne Gewähr, gibt es auch schon Schulen, in denen das so gehandhabt wird und in denen als Alternative Ethik angeboten wird. Für mich ist im Zusammenhang Staat - Religion auch absolut unverständlich, warum der Staat Kirchensteuer eintreibt. Das müssen aus meiner Sicht alle Kirchen - und nicht nur, wie bisher, bestimmte Freikirchen - selbst in die Hand nehmen. Ich fände neben der Steuerfrage eine Abschaffung der kirchlichen Feiertage konsequent, möchte aber den Aufschrei nicht erleben, wenn das ernsthaft in Betracht gezogen würde. Denn, seien wir mal ehrlich, auf diese freien Tage will keiner verzichten, ob er nun christilich ist oder nicht ;-)
In Sachen Kirchenglocken teile ich Deine Auffassung jedoch nicht. Das Läuten ist aus meiner Sicht mehr als nur ein hörbares Zeichen der Ausübung der christlichen Religion. Es ist dadurch, dass es seit Jahrhunderten vorhanden ist, darüber hinaus Kulturgut. Gleiches gilt aus meiner Sicht für die Kirchen als Gebäude, für Friedhöfe, aber auch für Weihnachtsmärkte, geschmückte Weihnachtsbäume und so weiter. Insofern würde mir, obwohl ich Atheistin bin, etwas fehlen, das untrennbar zu diesem Land gehört, würden die Glocken verstummen. Sie gehören für mich zu einem Sonntag Morgen dazu ;-)
Gleiches gilt natürlich auch für andere Religionen. Ich hätte also kein Problem damit, wenn ein Muezzin zum Gebet rufen würde. Sicherlich nicht, wie ich es in Asien schon erlebt habe, morgens in aller Frühe, so dass man senkrecht im Bett steht, aber da läuten die Glocken ja auch nicht ;-)