Wo stehen denn die Luftschläge im Gegensatz zum Völkerrecht?
Wurden die jeweiligen Parteien der Luftwaffen nicht sogar von den Regierungen des Irak und Syriens um Hilfe gerufen?
Syrien hat Russland um Hilfe gebeten, nicht aber die USA oder Frankreich, die jetzt schon Bomben dort abwerfen.
Beziehungsweise duldet und billigt die Regierung in Damaskus nicht die Luftschläge der westlichen Kräfte gegen den IS?
Da die USA zwar IS-Stellungen bombardieren, aber andere bewaffnete Oppositionelle unterstützen, billigt man dieses Vorgehen eher nicht. Jedenfalls gibt es keine ausdrückliche Billigung, da man ja mit der syrischen Regierung nicht mehr sprechen will, seitdem Assad angeblich Giftgas eingesetzt hat. Dass eine der renomiertesten Uni der USA (das MIT) sagt, dass es so wie dargestellt nicht gewesen sein kann sei nur am Rande erwähnt.
Stellt der IS nicht eine unmittelbare Bedrohung für viele Menschen in der Region dar, bzw. ist für deren Tötung verantwortlich?
Ja, sind sie.
Sind nicht die Drahtzieher und Auftraggeber diverser Terroranschläge rund um den Globus in den Gebieten des IS?
Sind sie. Andere sitzen in Saudi-Arabien, andere in Belgien. Deswegen mein Hinweis, dass wenn man dies als Grund für Luftschläge gelten lässt, ohne UN-Mandat, Assad eben diese Länder angreifen könnte.
Sofern ich mich erinnern kann, ist doch auch kein Land dieser Erde offiziell gegen einen Kampf gegen den IS.
Also wäre eine Resolution der UN und des Sicherheitsrates so gut wie durch, sofern sie nicht bereits beschlossen wurde.
Um so unverständlicher ist es mir ja, dass keine entsprechende Resolution eingeholt wird.
Insgesamt sollte man beim Kampf gegen den IS die drei kurdischen Organisationen stärker mit einbinden, da diese anscheinend die einzigen effektiven Kräfte am Boden darstellen.
Nur dass die Kurden ihre Waffen kaum abgeben werden, wenn der IS irgendwann mal besiegt sein sollte. Dann werden sich viele gegen die türkische oder irakische Regierung wenden.
Mich erinnert das an den Kampf gegen die UdSSR in Afghanistan. Da hat man nach dem Prinzip "Der Feind meines Feindes ist mein Freund" agiert und Gotteskrieger ausgebildet.
Ebenso Saddam im Kampf gegen die iranische Regierung (die übrigens eh nur an die Macht gekommen ist, weil man einen unliebsamen, demokratisch gewählten Regierungschef loswerden wollte).
Generell ist das Völkerrecht nicht nur dehnbar, sondern es beinhaltet keine explizite Bestimmung zum Umgang mit Terroristen oder von ihnen kontrollierten Gebieten. Als Rechtsträger im Sinne des Völkerrechts gelten Terroristen sowieso nicht.
Nö. Aber die Gebiete, in denen sie leben, unterstehen zumindest theoretisch der Hoheitsgewalt von Ländern. Und deren Grenzen sollten nicht andere Länder ungefragt verletzen dürfen. Es ist ja nicht mal wie in Afghanistan, wo (angeblich) die Taliban bin Laden Unterschlupf gewährt haben und ihn nicht ausliefern wollten.
Welche Städte und Dörfer wurden denn bisher von den westlichen Kräften bombardiert? Was gibt es dazu an Zahlen von zivilen Opfern?
Du hast Recht, ich habe die falsche Zeitform gewählt. Wir WERDEN (als Verteidgungsbündnis) diese Angriffe durchführen. Die deutsche Aufgabe scheint es dabei zunächst zu sein, Informationen zu liefern, wo die Bomben fallen sollen.