Genauso muss man sich umgekehrt auch an ein Dorf anpassen. Von zwei zugezogenen wird immer der skeptischer beäugt, der sich weniger ins Dorfleben integriert. Meine Kindheitserfahrung aus der norddeutschen Kleinstadt war immer die, dass die zugezogenen Türken, Ossis, Bayern oder war auch immer, die z.B. im lokalen (Sport-) Verein engagiert waren und sich sonst irgendwo blicken ließen, immer mitaufgenommen wurden. Ob man das wiederum will, ist die andere Frage, ich finde diesen Kleinstadtklüngel ziemlich furchtbar...
Genauso muss man sich umgekehrt auch an ein Dorf anpassen. Von zwei zugezogenen wird immer der skeptischer beäugt, der sich weniger ins Dorfleben integriert. Meine Kindheitserfahrung aus der norddeutschen Kleinstadt war immer die, dass die zugezogenen Türken, Ossis, Bayern oder war auch immer, die z.B. im lokalen (Sport-) Verein engagiert waren und sich sonst irgendwo blicken ließen, immer mitaufgenommen wurden. Ob man das wiederum will, ist die andere Frage, ich finde diesen Kleinstadtklüngel ziemlich furchtbar...
Ich finde das auch furchtbar, in Oberbayern wo ich herkomme, gestaltet sich das allerdings genauso.
Dennoch kann der schwarzhaarige Zugezogene namens Ali sich auch hier engagieren wie er will, es wird ihm auch nach vielen Jahren, obwohl bestens integriert, noch stets vor Augen geführt, dass er eben Ali heisst und nicht Günther Furtwängler. Dies muss auch nicht verletzend gemeint sein und ist es vermutlich zumeist auch nicht, aber eben auch ein teils markiger Witz im Fußballverein, oder auch das zum 735. Mal gehörte "ach sie sind Türke, ich war mal in Side und die Türken waren so freundlich" tut da seinen Effekt.
Auch und gerade am Verhalten irgendwelcher Landeier ihm gegenüber wird er auf kurz oder lang feststellen, dass sich dieses Verhalten oftmals vom Verhalten gegenüber anderen Alteingesessenen, wenn auch von außen schwer wahrnehmlich, unterscheidet. Er kann einfach niemals wirklich zu 100% ankommen.
Kommt nun eben noch jene beschriebene nachweisliche Benachteiligung in Sachen Beruf, Wohnungssuche, oder auch einfach nur vor der Disco hinzu und ist zudem, wie derzeit im Moment, quasi in jeder Zeitung und jeder TV Talkrunde gefühlt nur noch das Thema "DIE BEDROHUNG ISLAM" präsent, dazu haben seine Kinder vielleicht Probleme mit irgendwelchen Idioten gehabt... dann muss Ali schon sehr gefestigt sein, damit ihn das alles nicht tangiert und beeinflusst.
Und ist er vielleicht nicht so offen aufgewachsen wie Andere, hat keine so gute Bildung genossen, ist nicht so gefestigt, sind bei ihm vielleicht Begriffe wie Stolz und Ehre noch verfestigter und präsenter, hat er bereits Komplexe ausgebildet etc., dann erscheint es ihm womöglich naheliegender, sich unter seinesgleichen zurück zu ziehen, wo eben der Vermieter und der Türsteher in der Disco und vielleicht auch der Arbeitgeber selbst vom gleichen Volk sind. Wer weiss, vielleicht würden das Einige von uns auch nicht groß anders machen?!
Wie auch immer, es geht mir auch nicht darum darzustellen, dass der böse Deutsche eine vollkommene Integration nicht zulässt und der arme Ausländer nichts tun kann, nicht im Geringsten! Das ist natürlich immer ein zweischneidiges Schwert, keine Frage...
... jedoch bin ich der Meinung, dass eine Forderung nach Assimilierung eine unmögliche Illusion ist, welche weder von der einen, noch von der anderen Seite irgendwie erfüllt werden können. Somit ist in meinen Augen ein Melting Pot a la Claudia Roth, in dem verschiedenste vielfältige Kulturen MITeinander glücklich leben, jeweils Ihre Stärken einbringen, verschmelzen und alle zusammen fröhlich bunte Tücher in die Luft werfen eine (wenn auch schöne) Utopie.
Es würde vollständig ausreichen, wenn man respektvoll und tolerant nebeneinander (und vielleicht auch manchmal miteinander) herleben könnte und natürlich geschlossen diese Werte von Freiheit und Toleranz mittragen würde. Und ich denke an den meisten Orten funktioniert dies auch jetzt schon ganz gut!