Allgemeiner Politik Thread


Ja das ist mir klar - und keinen in der muslimischen Welt regt sich großartig auf (das ist ja das "komische"). In Frankreich geht komplett Frankreich auf die Straße als durchgebrannte Islamonazis ne Zeitungsreaktion stürmen. In Nigeria oder jetzt in Kamerun müßte es Massenprotestbewegungen und Solidaritätsbekundungen für die Opfer en Gros geben. Gibts die? Nein. Nur im marginalen und infinitisimalen. So wie Deine Beispiel, das meine ich mit marginalitäten. Massenprotest und Massensolidarität ist was anderes.


Es gibt keinen muslimischen Massenprotest gegen diejenigen die im Namen Allahs kämpfen.
Die fressen alle aus einem Topf.
 
Ich bin ein großer Freund der Assimilation. Dass man in der 3. oder 4. Generation noch von "Migrationshintergrund" sprechen muss, ist eh eine Schande. Wenn ich mit meinen Kindern ins Ausland gehe, dann würde ich versuchen dafür zu sorgen, dass die dort wie Einheimische werden, dass sie die Bildung, die Kultur, die Bräuche etc. ihres neuen Heimatlands lernen und sie bestimmt nicht in einer Deutschen Community festhalten. Das ist eben Quatsch mit Sauce und verhindert eben gerade ein sinnvolles Miteinander.
 
Das mit diskriminiserungen und Ausgrenzung ist sicherlich ein guter Punkt. Allerdings kommen diese nicht im luftleeren Raum zustande. Wenn man sieht, wie schon in der Grundschule diese selbsternannten Paschas in spe sich oft aufführen, dann läuft dort von vornherein in der erziehung vieles ganz falsch und dann weiß man auch, warum diese Leute später auf dem Arbeitsmarkt keiner haben will. Basiskenntnisse in deutscher Sprache, Mathematik, Auftreten, Aussehen und Benehmen, um die kommt keiner herum. Und da fallen viele durch.

Richtig ist auch, dass unser Bildungssystem da versagt, aber eben auch, weil falsch verstandene Toleranz oft dazu führt, solchen Leuten Schulabschlüsse nachzuwerfen, die nur auf dem Papier existieren, weil man sich nicht traut, mehr Anforderungen zu stellen, die das spätere Leben mit Sicherheit stellen wird. Denn wenn es einen Gleichmacher gibt, dann das Kapitalverhältnis, da wird nach Verwertbarkeit sortiert und die Diskriminierung speist sich aus Erfahrungen, Risiken etc. pp., auch wenn es sie nicht rechtfertigt und sie durch nichts zu rechtfertigen ist. Aber für die, die wollen, von denen etwas gefordert wird, die sich selbst fordern und bei denen das Elternhaus dahinter steht, dem Kind eine möglichst gute Bildung nach den herrschenden Standards zu ermöglichen, für solche Menschen "mit Migrationshintergrund" bietet Deutschland wie andere westliche Länder sehr gute Chancen. In den USA und Kanada sind asiatische Kinder der zweiten Generation im Schnitt bessere Schüler als die der "Eingeborenen". Eben weil man dort hinter bildung her ist.

Die Diskriminierung ist nicht unbedingt durch falsche Erziehung bedingt.
Wenn Kinder sich schon im Kindergarten nicht zu benehmen wissen, dann liegt natürlich im Elternhaus einiges im argen.
Worum es mir in meinem genannten Beispiel ging, war eine Studie bei der es auch um höhere Abschlüsse ging. Da waren Leute mit fremdländischen Namen deutlich im Hintertreffen, trotz gleicher Qualifikation. In einigen Fällen sogar mit besserer Qualifikation. Im Grunde ging es in der Studie darum, Argumente für eine anonymisierte schriftliche Bewerbung zu sammeln, mit dem Ziel das "Aussortieren" von Bewerbern anhand solcher oder anderer (Alter, Geschlecht) Kriterien vor dem ersten Bewerbungsgespräch zu minimieren.

Wenn man dann noch betrachtet, wie zum Beispiel in Frankreich mit den Banlieus eine Art Ghettoisierung stattfindet, dann muss man das als Versagen des Staates im sozialen Bereich sehen.
Der Staat sollte darauf achten, keine "Ballungsräume" für bestimmte Gesellschaftsschichten zu schaffen und dadurch die Trennung zu verschärfen.
Die Upper Class wird natürlich immer in getrennten Bereichen von den "gewöhnlichen" Schichten leben. Doch eine weitere Trennung zwischen Mittelklasse und "Unterschicht" mit geballten Sozialwohnungskomplexen etc. führt eben auch dazu, dass die ohnehin schon schwierige Barriere zwischen diesen beiden Gesellschaftsschichten für die vom unteren Ende kommenden noch unüberwindbarer wird.
Das betrifft natürlich nicht nur die Migranten, doch Integration sollte sich eben auf alle Gruppen beziehen, die sich nicht in der "Mitte" befinden und den Versuch haben diese näher an diese zu binden oder an sie heranzuführen.
 
Es gibt keinen muslimischen Massenprotest gegen diejenigen die im Namen Allahs kämpfen.
Die fressen alle aus einem Topf.

Noch einmal: die fressen nicht alle aus einem Topf, die bringen sich untereinander um! ISIS und Boko Haram ermorden andere Moslems, und die Soldaten, die gegen sie in den Kampf geschickt werden, sind größtenteils ebenfalls Moslems, ebenso die sie entsendenden Befehlshaber!

Was Proteste angeht: in Berlin gehen mehr (überwiegend muslimische) Kurden auf die Straße als bei den PEGIDA-Demos in Dresden zu sehen sind, aber selbst das ist für dich nur marginal?
In Jordanien - um nur ein Beispiel zu nennen - protestieren ebenfalls Tausende.
Und einer der einflussreichsten Großmuftis - also ein Moslem - ruft dazu auf, die ISIS-Mörder zu kreuzigen.

http://www.bild.de/politik/ausland/...en-haeftlinge-hingerichtet-39621458.bild.html

Und auch im von dir erwähnten Nigeria gibt es große Demos.

http://www.tagesschau.de/ausland/boko-haram108.html

Was diese ganze Forderung nach "auf die Straße gehen, um sich davon zu distanzieren" was im Namen der eigenen Religion getan wird:
warst du bei den Massenprotesten dabei, als die Christenheit weltweit gezeigt hat, dass man sich von der LRA in Uganda distanziert?! Oder vielmehr: hat es solche Proteste gegeben? Und was zeigt das deiner Meinung nach über die Christenheit?

Was zeigt es eigentlich, dass nach den Anschlägen zwar Solidarität mit den (soweit ich weiß) christlichen und atheistischen Karrikaturisten bekundet wurde, aber die im Supermarkt ermordeten Juden kaum Erwähnung fanden?
 
Schulen mit über 90% Migrantenanteil und unfassbaren Respektlosigkeiten an diesen Schulen.

Ich denke aber, dass die Religion als Ursache da eher eine untergeordnete Rolle spielt. Respektlose Schüler gibt es auch ohne Migrationshintergrund jede Menge. Meiner Erfahrung nach hat das eher was mit Bildungshintergrund des Elternhaus, Medienkonsum und -kompetenz zu tun.
Es ist doch sogar eher so, dass andere Länder wesentlich patriarchalischer und autoritätshöriger sind. Müssten dann Menschen, die aus diesen Ländern zu uns kommen, diese Sitten nicht ebenfalls mitbringen?
Wo ich ein religionsbedingtes Problem sehe ist beim Umgang mit weiblichen Lehrkräften, da muss in der Tat was unternommen werden.
 
@Bremerland
Wenn du "die fressen alle aus einem Topf" nicht verstehst, dann kann ich Dir nicht helfen. Ja, die Moslems bringen sich gegenseitig um.

Der Supermarktüberfall war eindeutig antisemitisch. Und es ist ein Skandal, daß dies nicht so dargestellt worden ist. Insofern je suis Juif
 
@Bremerland
Wenn du "die fressen alle aus einem Topf" nicht verstehst, dann kann ich Dir nicht helfen.

Doch, du könntest mir diese Redewendung oder was auch immer das sein mag (jedenfalls kennt nich mal google diese Wortfolge) erklären.

Und/oder du könntest auf die anderen Dinge eingehen, die ich geschrieben habe.
Z.B. beantworten, warum denn ein Massenprotest "der Moslems" notwendig gewesen wäre, während du aus dem mangelnden Massenprotest der Christenheit gegen Morde von Christen keine Rückschlüsse ziehst.
Auch würde mich interessieren, warum du die Proteste von Zigtausenden Moslems gegen Gewalt im vermeintlichen Namen des Islams denn nicht als Massenproteste anerkennst. (Übrigens: auch bei den von dir erwähnten Demos in Paris und anderen Städten waren Moslems dabei; ich halte es nicht für zwingend nötig, dass die eigene Demos organisieren, bei denen der Glaube an Allah Zugangsvoraussetzung ist.)

Aber unterstellen wir mal, es habe keine Proteste gegeben: wenn Gruppe A etwas macht, und Gruppe B daraufhin Bewaffnete losschickt, um A auszulöschen - würdest du das nicht als Zeichen der Distanzierung bzw. des Protestes von B gegen A werten?

Dargestellt wurde der Mord im Supermarkt übrigens durchaus als antisemtisch - zumindest wüsste ich nicht, wie man die Meldungen anders hätte interpretieren können. Insofern interessiert mich deine Schlussfolgerung aus den mangelnden Massenkundgebungen hiergegen - oder wenn du der breiten Bevölkerung Desinformiertheit unterstellt: warum haben die Staatschefs hierauf so viel weniger deutlich reagiert als auf den Angriff gegen die Pressefreiheit?
 
Ich bin ein großer Freund der Assimilation. Dass man in der 3. oder 4. Generation noch von "Migrationshintergrund" sprechen muss, ist eh eine Schande. Wenn ich mit meinen Kindern ins Ausland gehe, dann würde ich versuchen dafür zu sorgen, dass die dort wie Einheimische werden, dass sie die Bildung, die Kultur, die Bräuche etc. ihres neuen Heimatlands lernen und sie bestimmt nicht in einer Deutschen Community festhalten. Das ist eben Quatsch mit Sauce und verhindert eben gerade ein sinnvolles Miteinander.

:tnx::tnx:
 
Ich bin ein großer Freund der Assimilation. Dass man in der 3. oder 4. Generation noch von "Migrationshintergrund" sprechen muss, ist eh eine Schande. Wenn ich mit meinen Kindern ins Ausland gehe, dann würde ich versuchen dafür zu sorgen, dass die dort wie Einheimische werden, dass sie die Bildung, die Kultur, die Bräuche etc. ihres neuen Heimatlands lernen und sie bestimmt nicht in einer Deutschen Community festhalten. Das ist eben Quatsch mit Sauce und verhindert eben gerade ein sinnvolles Miteinander.

Assimilation wird es nicht geben. Aber es kann ein gutes Nebeneinander geben und auch mal ein Miteinander.
Es gibt ja nicht einmal eine Miteinander unter den Deutschen (aus eigener Erfahrung) bei z.B. Norddeutschen , Badenern und Bayern. Selbst da gibt es heutzutage noch Sprachbarrieren - vor 50 - 60 Jahren war das noch schlimmer!
Assimilation gibt es nur, wenn derjenige auch in dem Land geboren wurde. Eine Assimilation zB. mit Moslems wird es nicht geben, weil wir da zu verschieden sind.
Das mit dem Nebeneinander ist übrigens auch ein Teil aus einem Programm von Volker Pispers !
 
Ich weiß nicht, ob Assimilation a) erstrebenswert ist und b) überhaupt überall und von jedem gewollt ist. Und um integriert zu sein, muss man sich nicht komplett anpassen.

Die Zauberworte dabei sind für mich viel eher Respekt und Toleranz. Respekt grundsätzlich anderen Menschen gegenüber, egal ob weißer, roter, gelber, schwarzer, grüner oder blauer Haut-, Augen- und oder Haarfarbe, egal welcher Herkunft, welchen Bildungsgrads oder welcher sprachlichen Färbung. Und Toleranz gegenüber denjenigen, die sich eben nicht anpassen wollen, solange diese Menschen ebenfalls respektvoll und tolerant einem selber gegenüber sind. Denn dass Respekt und Toleranz als Grundprinzip menschlichen Zusammenlebens nur dann funktionieren kann, wenn alle Seiten dieses akzeptieren, dürfte klar sein.

Leider sind das viel zu oft nur leere Worte. Aber man wird ja wohl als Idealist davon träumen dürfen, dass diese Werte doch etwas wert sind. :tnx::wink:
 
Sehr aufschlussreicher Artikel (samt Statistiken) über die soziale Struktur der Pegida-Anhänger in der ZEIT. Nur so als weitere Diskussionsgrundlage...


:tnx: Brummsel. Und ein wenig Empathie kann auch nicht schaden.
 
Also ich habe eine ganze Reihe von Verwandten in den USA, die leben dort längst mit ihren Kindern und teilweise jetzt schon Enkeln als normale Amerikaner mit amerikanischen Partnern etc. pp., die haben sich mit sicherheit keine Ehefrau aus Deutschland anliefern lassen und leben nicht in deutschen Vierteln.

Der Punkt in einem Land wie den USA ist aber ein anderer. Dort schiebt man eben nicht dem Staat die Verantwortung zu, sondern dort muss jeder Einwohner selbst sehen wo er bleibt und das wirkt sich auf Integration positiv aus, auch auf soziale Mobilität. Wo der Staat, wie in Frankreich, alles regeln soll, da regelt er es verkehrt, da entstehen die Banlieus. Das Land ist ja was das betrifft völlig kaputt, in vielen dieser Gegenden gilt das Gesetz der Bande und das Wort des Imam und wer da lebt, muss sich dem unterordnen und kann andernfalls nicht auf den Schutz des Staates zählen. Da findet eben gerade deswegen keine Integration statt, weil es gar nicht in die Verantwortung des Einzelnen gestellt wird, sich zu integrieren und weil der Einzelne davon auch keinen Vorteil zu erwarten hat.

Grundsätzlich ist es so, da muss man nur mal mit Türken, die die Türkei noch als Einwohner kannten und die hier leben, reden: Gegenüber der Türkei und erst Recht Nordafrika oder Nahost bieten Länder wie Deutschland oder Frankreich einen gewaltigen Vorteil und die Zahl derer, die lieber zurück will, ist gering. Das zeigt ja, dass eine gewisse Integration stattfindet, etwa wenn ein Türke zu mir sagt: "Scheiß auf Moscheen, wir sind nicht aus der Türkei nach Deutschland gekommen, damit hier auch an jeder Ecke eine Moschee steht." Davon gibt es mehr als genug und gerade diesen Leuten tut man großes Unrecht, wenn hier immer von ca. 4 Millionen Moslems gesprochen wird. Ich hab genug kennengelernt, die gerne trinken und Schwein essen und nie in die Moschee gehen und entsprechend froh waren, nicht in der Türkei zu leben und mit Erdogans islamistischen Backlash nichts zu tun hatten und Partner am liebsten außerhalb der community gesucht haben. Diesen Leuten fällt man aber permanent in den Rücken und will ihnen Islamunterricht in den Schulen andrehen oder sie von irgendwelchen Islamverbänden und Zentralräten vertreten lassen. Immerhin gibt es in Deutschland inzwischen auch einen Zentralrat der Ex-Muslime, eine sehr gute Einrichtung.

Im Grunde muss eine liberale Gesellschaft, die auf Toleranz, Laizität, konfessionelle Neutrlität setzt, von jedem Menschen erwarten, dass er für sein Tun, sein Handeln, sein Denken und damit auch sein Leben individuell Verantwortung übernimmt. Eine solche Gesellschaft kann nicht dem Staat aufhalsen, die soziale Mobilität von Menschen mit Migrationshintergrund zu verbessern, insbesondere dann nicht, wenn die Angebote nicht wahrgenommen werden. Kürzlich stand in der Gratiszeitung, dass in Bremen 46% der Kinder zwischen 1 und 3 eine Kita besuchen. Von den Kindern mit Migrationshintergrund sind es 14%. Da fängt es an und es kann nicht die Lösung sein, eine Zwangskita einzurichten, sondern es müsste im Interesse jeder Familie sein, diese für den Erwerb von sprachlichen, sozialen und weiteren Fähigkeiten so zentrale Phase zu nutzen. Und die Stadt Bremen zahlt da recht viel dazu, je nach sozialer Lage und trotzdem bleiben gerade die Kinder weg, die dort besonders viel lernen könnten. Wenn Kinder mit 6 in die Schule kommen und nicht richtig oder mit einem ihrem Alter entsprechenden Wortschatz Deutsch sprechen, ist der zug oft abgefahren, bis ca. 6-7 Jahre lernen Kinder mühelos mehrere Sprachen, danach kriegt man es meist nicht mehr mehrsprachlich auf Muttersprachenniveau hin.

Darum ist aber gerade die Islamkritik so wichtig. Wenn wir hier Herrn erdogan in volle Stadien stellen und ihn darüber fabulieren lassen, dass Assimilation ein Verbrechen gegen die Menschheit sei und ihn über seinen DITIB-Verein in die meisten Moscheen in Deutschland hineinregieren lassen und da wird dann verkündet, man solle die Kindern zu Moslems und Türken erziehen, von hiesigen Einrichtungen fernhalten, den Mädchen ein Kopftuch aufherrschen und sie von Schwimm- und Sportunterricht fernhalten, dann holt man sich da etwas rein, was die Möglichkeit der Kinder, in Deutschland so zu leben "wie eine Deutsche" (der Mörder und Bruder von Hatun Sürürcü sagte, er habe seine Schwester getötet, weil sie gelebt habe "wie eine Deutsche" und habe damit die Ehre der Familie befleckt) von vornherein unterminiert und was die ethnische und soziale Segregation verfestigt, verstärkt und verewigt.

Das schönste finde ich aber, wenn solche Dinge dann mit Worten wie "Toleranz" zugekleistert werden. Gerade linken Menschen müsste ja eigentlich sehr viel daran liegen, die Chancen und Möglichkeiten von Menschen mit Migrationshintergrund und gerade die der oft unterdrückten Mädchen zu verbessern. Da ist Toleranz oft nur ein Synonym für Gleichgültigkeit. Wenn einem das Schicksal solcher Menschen egal ist, dann kann man leicht tolerant sein.
 
USA als Beispiel für Integration und soziale Mobilität?
Da haben deine dorthin verzogenen Angehörigen aber Glück, weißer Hautfarbe zu sein.
 
Stimmt, Obama ist ja auch ein Weißer.

Es ist ein Land, das aus Einwanderern besteht und viele kamen nicht gerade aus den privilegiertesten Schichten. Die Chancen sind dort besser als in Frankreich. Allerdings gibt es auch dort wiederum andere soziale Probleme, die kein Mensch bestreiten will, die aber anders gelagert sind.
 
Die Chancen sind dort besser als in Frankreich.
Hehe, der Satz ist reichlich zynisch. Und sehr allgemein gehalten.
Ich weiß nicht, ob solche Vergleiche wirklich möglich sind, dazu sind die Probleme zu differenziert, die in den verschiedenen Gesellschaften existieren.

Auch Deine Kritik an denen, die "Toleranz" gegen alles und jeden üben, trifft nur teilweise. Sicher, wenn einem Herrn Erdogan, wie in Deinem Beispiel, alles erlaubt wird, weil man ja so tolerant ist, aber nicht von ihm die gleiche Toleranz einfordert, dann stimme ich Dir zu.
Man muss eben als Politiker den Ups, ich muss meine Wortwahl ändern ;) in der Hose haben und Herrn Erdogan gegenüber sagen, dass er gefälligst die gleiche Toleranz, die er hier - zurecht - den türkischstämmigen Deutschen einfordert, auch in seinem Land gewähren soll. Und da fängt das Problem an, denn Erdogan denkt nicht im Traum daran, die gleichen Regeln dort gelten zu lassen, die er hier ausnutzt. Aber unsere Politiker sind zu borniert, naiv, "tolerant" oder was weiß ich, um genau dieses zu tun.

Damit eine Gesellschaft insgesamt auf gegenseitigem Respekt und beidseitiger Toleranz gründet, muss das natürlich von der politischen Führung vorgelebt werden.
 
Worum es mir in meinem genannten Beispiel ging, war eine Studie bei der es auch um höhere Abschlüsse ging. Da waren Leute mit fremdländischen Namen deutlich im Hintertreffen, trotz gleicher Qualifikation. In einigen Fällen sogar mit besserer Qualifikation. Im Grunde ging es in der Studie darum, Argumente für eine anonymisierte schriftliche Bewerbung zu sammeln, mit dem Ziel das "Aussortieren" von Bewerbern anhand solcher oder anderer (Alter, Geschlecht) Kriterien vor dem ersten Bewerbungsgespräch zu minimieren.

Ich denke, dass diese Begleiterscheinungen einen nicht unerheblichen Teil des Migranten Alltags einnehmen und sich leider nicht nur auf das Arbeitsleben beschränken.

Ich habe selbst viele ausländische Freunde mit denen ich zum Großteil auch aufgewachsen bin und für mich ist das was du da beschreibst schlicht "Normalität."

Einer meiner besten Freunde ist z.B. Türke, wenngleich hier geboren. Wie oft habe ich z.B. vor einer Disco gehört, "du kannst rein aber dein Kumpel nicht, ich habe Anweisung nur ca. 20% Türken reinzulassen und es sind schon einige drin!" Ruf mal wegen einer Wohnung an und beginne mit "schönen guten Tag, Türkoglu mein Name..." (zum Beispiel), dann hörst du nicht zu selten direkt darauf, "pardon die Wohnung ist schon vergeben...". Zum Teil habe ich danach nur aus Interesse 5 Minuten später angerufen, während mein Kumpel noch neben mir sass und mich z.B. mit Gruber vorgestellt und wurde höflich zum Besichtigungstermin eingeladen. Das geht aber vielen Jugos oder Polen die ich kenne auch nicht anders.

Ich denke wenn du ein orientalisches Aussehen hast und z.B. Türkoglu oder Al-Wahiri heisst, dann kannst du in Deutschland leben und dich integrieren oder auch assimilieren wie du willst, du wirst es niemals schaffen wahrgenommen und betrachtet zu werden wie ein Einheimischer, aller Anstrengungen zum Trotz. Und das bekommst du an jedem einzelnen Tag aufs Neue, und sei es nur auf noch so banale Weise, zu spüren.

Ich will auch nicht sagen, dass dies daran liegt, dass ein Gros in diesem Land intolerant, unaufgeschlossen oder gar fremdenfeindlich wäre, im Gegenteil... vielleicht ist diese "Angst" oder auch Voreingenommenheit gegenüber Fremden oder Unvertrautem aber auch einfach nur menschlich und auf Nicht-Kenntnis gegründet.

Dafür spräche z.B., dass gerade an Orten, an welchen diese Fremde und Unvertrautheit gegenüber anders aussehenden, heissenden und lebenden Menschen am Größten ist, auch die Angst vor Selbigen proportional anzusteigen scheint... siehe Dresden mit seinen 0,5% Moslems.
 
Ich will auch nicht sagen, dass dies daran liegt, dass ein Gros in diesem Land intolerant, unaufgeschlossen oder gar fremdenfeindlich wäre, im Gegenteil... vielleicht ist diese "Angst" oder auch Voreingenommenheit gegenüber Fremden oder Unvertrautem aber auch einfach nur menschlich und auf Nicht-Kenntnis gegründet.
Interessant ist, dass Dir sowas ähnliches auch im Rahmen der Binnen-Migration passieren kann. Ich stamme aus Hamburg, bin dort auch aufgewachsen und lebe jetzt seit etwa fünf Jahren in Schwaben. Als Nicht-Schwabe spreche ich den dortigen Dialekt natürlich nicht. Nicht nur bei einem Bewerbungsgespräch ist es mir widerfahren, dass ich das Gefühl hatte, der Chef hätte lieber jemanden eingestellt, mit dem er nicht hochdeutsch sprechen muss. Ich hab auch jeweils den Job nicht bekommen (ob es a) überhaupt andere Bewerber gab bzw b) ob diese besser / schlechter qualifiziert waren als ich, entzieht sich meiner Kenntnis).
Gerade auf dem Land ist man in Deutschland oftmals sehr konservativ. Da wird dann Fremdes abgelehnt, ohne dass es dabei unbedingt um Fremdenfeindlichkeit an sich geht. Es erfordert eben eine gewisse Anpassung auch auf seiten der "Eingeborenen". Und dazu sind viele nicht bereit.
 
Genauso muss man sich umgekehrt auch an ein Dorf anpassen. Von zwei zugezogenen wird immer der skeptischer beäugt, der sich weniger ins Dorfleben integriert. Meine Kindheitserfahrung aus der norddeutschen Kleinstadt war immer die, dass die zugezogenen Türken, Ossis, Bayern oder war auch immer, die z.B. im lokalen (Sport-) Verein engagiert waren und sich sonst irgendwo blicken ließen, immer mitaufgenommen wurden. Ob man das wiederum will, ist die andere Frage, ich finde diesen Kleinstadtklüngel ziemlich furchtbar...
 
Genauso muss man sich umgekehrt auch an ein Dorf anpassen. Von zwei zugezogenen wird immer der skeptischer beäugt, der sich weniger ins Dorfleben integriert. Meine Kindheitserfahrung aus der norddeutschen Kleinstadt war immer die, dass die zugezogenen Türken, Ossis, Bayern oder war auch immer, die z.B. im lokalen (Sport-) Verein engagiert waren und sich sonst irgendwo blicken ließen, immer mitaufgenommen wurden. Ob man das wiederum will, ist die andere Frage, ich finde diesen Kleinstadtklüngel ziemlich furchtbar...

Genauso muss man sich umgekehrt auch an ein Dorf anpassen. Von zwei zugezogenen wird immer der skeptischer beäugt, der sich weniger ins Dorfleben integriert. Meine Kindheitserfahrung aus der norddeutschen Kleinstadt war immer die, dass die zugezogenen Türken, Ossis, Bayern oder war auch immer, die z.B. im lokalen (Sport-) Verein engagiert waren und sich sonst irgendwo blicken ließen, immer mitaufgenommen wurden. Ob man das wiederum will, ist die andere Frage, ich finde diesen Kleinstadtklüngel ziemlich furchtbar...

Ich finde das auch furchtbar, in Oberbayern wo ich herkomme, gestaltet sich das allerdings genauso.

Dennoch kann der schwarzhaarige Zugezogene namens Ali sich auch hier engagieren wie er will, es wird ihm auch nach vielen Jahren, obwohl bestens integriert, noch stets vor Augen geführt, dass er eben Ali heisst und nicht Günther Furtwängler. Dies muss auch nicht verletzend gemeint sein und ist es vermutlich zumeist auch nicht, aber eben auch ein teils markiger Witz im Fußballverein, oder auch das zum 735. Mal gehörte "ach sie sind Türke, ich war mal in Side und die Türken waren so freundlich" tut da seinen Effekt.

Auch und gerade am Verhalten irgendwelcher Landeier ihm gegenüber wird er auf kurz oder lang feststellen, dass sich dieses Verhalten oftmals vom Verhalten gegenüber anderen Alteingesessenen, wenn auch von außen schwer wahrnehmlich, unterscheidet. Er kann einfach niemals wirklich zu 100% ankommen.

Kommt nun eben noch jene beschriebene nachweisliche Benachteiligung in Sachen Beruf, Wohnungssuche, oder auch einfach nur vor der Disco hinzu und ist zudem, wie derzeit im Moment, quasi in jeder Zeitung und jeder TV Talkrunde gefühlt nur noch das Thema "DIE BEDROHUNG ISLAM" präsent, dazu haben seine Kinder vielleicht Probleme mit irgendwelchen Idioten gehabt... dann muss Ali schon sehr gefestigt sein, damit ihn das alles nicht tangiert und beeinflusst.

Und ist er vielleicht nicht so offen aufgewachsen wie Andere, hat keine so gute Bildung genossen, ist nicht so gefestigt, sind bei ihm vielleicht Begriffe wie Stolz und Ehre noch verfestigter und präsenter, hat er bereits Komplexe ausgebildet etc., dann erscheint es ihm womöglich naheliegender, sich unter seinesgleichen zurück zu ziehen, wo eben der Vermieter und der Türsteher in der Disco und vielleicht auch der Arbeitgeber selbst vom gleichen Volk sind. Wer weiss, vielleicht würden das Einige von uns auch nicht groß anders machen?!

Wie auch immer, es geht mir auch nicht darum darzustellen, dass der böse Deutsche eine vollkommene Integration nicht zulässt und der arme Ausländer nichts tun kann, nicht im Geringsten! Das ist natürlich immer ein zweischneidiges Schwert, keine Frage...

... jedoch bin ich der Meinung, dass eine Forderung nach Assimilierung eine unmögliche Illusion ist, welche weder von der einen, noch von der anderen Seite irgendwie erfüllt werden können. Somit ist in meinen Augen ein Melting Pot a la Claudia Roth, in dem verschiedenste vielfältige Kulturen MITeinander glücklich leben, jeweils Ihre Stärken einbringen, verschmelzen und alle zusammen fröhlich bunte Tücher in die Luft werfen eine (wenn auch schöne) Utopie.

Es würde vollständig ausreichen, wenn man respektvoll und tolerant nebeneinander (und vielleicht auch manchmal miteinander) herleben könnte und natürlich geschlossen diese Werte von Freiheit und Toleranz mittragen würde. Und ich denke an den meisten Orten funktioniert dies auch jetzt schon ganz gut!
 
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