Allgemeiner Politik Thread

Wir müssen erkennen, dass die heutigen Islamisten von einer politischen Ideologie angetrieben werden, einer Ideologie, die in den grundlegenden Texten des Islam eingebettet ist. Wir können nicht länger so tun, als sei es möglich, die Taten zu trennen von den Idealen, die sie inspiriert haben.

Das muss der Ausgangspunkt sein für den Westen, der auf die dschihadistische Gewalt zu oft mit Appeasement geantwortet hat. Wir beschwichtigen die muslimischen Regierungschefs, die uns drängen, unsere Presse zu zensieren, unsere Universitäten, unsere Geschichtsbücher, unsere Lehrpläne. Sie bedrängen uns, und wir machen das mit. Wir beschwichtigen die Führer muslimischer Organisationen in unseren Gesellschaften. Sie bitten uns, Gewalttaten nicht mit der Religion des Islam in Verbindung zu bringen, weil sie uns versichern, dass er eine Religion des Friedens sei. Und wir machen das mit. Und was bekommen wir dafür? Kalaschnikows im Herzen von Paris. Je mehr wir mitmachen, je mehr wir uns selbst zensieren, je mehr wir beschwichtigen, desto dreister wird der Feind.

http://www.welt.de/print/welt_kompakt/debatte/article136179412/Ende-des-Appeasements.html
 
Das sind doch eher Randerscheinungen und von den Zahlen her nicht mit IS und Konsorten zu vergleichen.

Dass das zu verurteilen ist, ist klar. Wie jede religiös motivierte Gewalt und generell jede Art von Gewalt. Zudem wird sich wohl kaum ein christlicher Würdenträger finden, der solche Vorkommnisse nicht klar verurteilt.

Das sieht im Islam leider, leider gänzlich anders aus. Der Islam muss sich von innen heraus grundlegend reformieren, was angesichts der Zersplitterung natürlich schwierig ist.

Ich lehne übrigens jede Art von Religion ab, die in der Öffentlichkeit prominent in Erscheinung tritt.

Weil das christliche Kernland gebildeter und zivilisatorisch wie wirtschaftlich weit entwickelter ist. Es ist doch egal was in den Glaubensschriften steht, wir legen das halt eh liberal aus. Die Bibel schreibt ja auch manch dummes Zeug vor, welches lebensfern ist. (haben wir etwas gegen homos? oder Kondome?)

Und wer soll den Islam den erneuern? Wir? Nein, das müssen liberalere Moslems machen und mir fällt da spontan kein muslimisches Kernland ein, welches nicht total in sich zusammengefallen oder stark diktatorisch-religiöse Züge hat, wo es eine halbwegs liberale/tolerante Mehrheit gibt.

Nichtsdestotrotz sind Religionen wichtig. Sie liefern Werte und bestimmen mit, was ethisch oder nicht-ethisch ist. Hätte viel übel in der jüngeren Geschichte verhindert...
 
Und wer soll den Islam den erneuern? Wir? Nein, das müssen liberalere Moslems machen und mir fällt da spontan kein muslimisches Kernland ein, welches nicht total in sich zusammengefallen oder stark diktatorisch-religiöse Züge hat, wo es eine halbwegs liberale/tolerante Mehrheit gibt.

Natürlich muss die Reform von den Muslimen selbst ausgehen. Dennoch wird uns niemand verbieten können, diese Reform auch wieder und wieder einzufordern, anstatt bei jeder sich bietenden Gelegenheit zurückzuweichen und die mit unendlichen Mühen erkämpften Werte Stück für Stück aus falscher Rücksichtnahme wieder preiszugeben.
 
Natürlich muss die Reform von den Muslimen selbst ausgehen. Dennoch wird uns niemand verbieten können, diese Reform auch wieder und wieder einzufordern, anstatt bei jeder sich bietenden Gelegenheit zurückzuweichen und die mit unendlichen Mühen erkämpften Werte Stück für Stück aus falscher Rücksichtnahme wieder preiszugeben.

Ich denke, das kommt darauf an, wo die Reformen stattfinden sollen.

In islamischen Ländern, in denen der Islam Mehrheitsreligion ist, kann es nur von Moslems ausgehen. In einem Land wie Deutschland, in dem angeblich ca. 4 Millionen Moslems leben, von denen etliche sicherlich nicht strenggläubig (und damit unproblematisch) sind, ist es eben auch eine Sache des deutschen Staates, Hasspredigten, repräsentative Großmoscheen, Unterdrückung von Frauen, Kopftücher in öffentlichen Gebäuden, islamische Hasspropaganda etc. pp. einzudämmen. Dafür müsste allerdings der Wille da sein, eine wirklich wehrhafte Demokratie zu sein und die Feinde der Freiheit entsprechend ins Visier zu nehmen. Wenn man das tut, anstatt sich Islamverbänden und Erdogan, ihrem don im Ausland, anzubiedern, dann wird man sehen, dass die Zugehörigkeit zum radikalen Islam an Attraktivität verlieren wird. Gleichzeitig wird es mehr jungen Menschen gelingen, sich aus der Umklammerung zu befreien, wenn Schule und soziale einrichtungen konsequent deren Rechte verteidigten, ohne die Zumutungen des radikalen Islams aufzuwachsen.
 
"Gott" ist da einfach nur ein Hilfskonstrukt für die schlichteren Geister gewesen.

Überlege mal wie vielen Leuten du damit ins Gesicht spuckst.

Also... ob ein Luther "schlichter" war als ich und du? Noch heute würde ich zB Priester im Bildungsvergleich über dem Durchschnitt einordnen. Das war früher natürlich noch extremer. Ich würde daraus jetzt keinen Zusammenhang herleiten wollen zwischen Intelligenz und Glauben. Aber die Geschichte widerspricht dir zumindest so weit, dass seit tausenden von Jahren einige unserer hellsten Köpfe an eine Göttlichkeit geglaubt haben.

Diese pauschale Verteufelung von Religion verstehe ich nicht.

Würde man jedenfalls alles religiöse aus unserer Gegenwart und Vergangenheit ersatzlos entfernen... Ich kann mir nicht vorstellen dass das zum Vorteil der Menschheit geraten würde. Aufklärung schön und gut. Was war davor? Genau. Und würdest du allen Senioren, die im hohen Alter Kraft aus dem Glauben ziehen eben diesen wegnehmen wollen? Das sehe ich auch mal als Indiz: warum sind so viele "erfahrene" Menschen religiös? Ist es nur Angst vor dem "Ende". Man könnte zumindest denken, dass sie im Laufe ihres Lebens weiser werden. Sicherlich gibt es auch genug Menschen, die dem Tod mit "jeder muss sterben" entgegen treten. Worauf ich nur hinaus will: es gibt etliche Menschen für die Religion von Nutzen ist. Auch heute noch.

Was mich an Diskussionen zum Thema Religion immer wieder stört: Meiner Erfahrung nach ist die Schnittmenge zwischen den Leuten, die besonders laut gegen Religion hetzen, und denen, die wirklich Ahnung von der Materie haben, eher gering. Schaden kommt gerne mal medienwirksam in den Nachrichten. Aber was für ein Nutzen dahinter steht, wird gerne ignoriert. Am Ende sind das immer noch Menschen, die zu Schlacht oder Krieg rufen. Keine Götter.

Bzgl. der Anschläge in Paris: Das ist zu billig, wenn man daraus einen Konflikt macht zwischen barbarischen Religiösen und aufgeklärten Meinungsrechtlern. Charlie hat keine Karikaturen erstellt, um auf Pressefreiheit aufmerksam zu machen. Sie haben provoziert, um Auflage zu machen. Mohammad Karikaturen machen sich da prima. Bei einigen Leuten haben diese Provokationen gereicht, um diese abscheuliche Tat anzuzetteln. Der Islam hat damit nicht direkt etwas zu tun. Es gibt genug Menschen und Organisationen, die ähnliche Aktionen ausführen aber keiner Religion angehören.
 
Nichtsdestotrotz sind Religionen wichtig. Sie liefern Werte und bestimmen mit, was ethisch oder nicht-ethisch ist. Hätte viel übel in der jüngeren Geschichte verhindert...
Dass der Islam sich selbst von innen erneuern muss habe ich hier mehrfach geschrieben. Insoweit stimme ich Dir zu.

Du schreibst: "Nichtsdestotrotz sind Religionen wichtig. Sie liefern Werte und bestimmen mit, was ethisch oder nicht-ethisch ist." Wieso braucht man dazu eine Religion mit einem Gott im Zentrum? Hindert diese Relgion die Schlächter vom IS, unschuldigen Menschen jeglicher Religion die Köpfe abzuschlagen?

Hat sie die Kreuzzügler von ihren Massakern abgehalten? Oder die spanische Inquisition von ihren Greueltaten? Nein! Diese Unmenschlichkeiten wurden im NAMEN der Religion begangen. Punkt!

Die Werte und ethischen Normen, die Du meinst, sind samt und sonders von Menschen für Menschen definiert worden. Oder glaubst Du, dass sowohl Bibel als auch Koran Wort für Wort Gottes Wort sind?

Ein zivilisiertes Zusammenleben braucht beileibe keine Religion. In der Regel sind sie für ein solches mehr Störfaktor als Regulativ.

Der kategorische Imperativ nach Kant reicht völlig!

Gäbe es einen allmächtigen Gott und würde dieser seine Allmacht dazu nutzen, schlagartig alle Religionen verschwinden zu lassen, ginge es der Menschheit ebenso schlagartig besser.
 
Ich denke, das kommt darauf an, wo die Reformen stattfinden sollen.

Das sehe ich anders. Gleichgültig, um welchen Ort es geht, die Reform kann nur von innen stattfinden.

In islamischen Ländern, in denen der Islam Mehrheitsreligion ist, kann es nur von Moslems ausgehen.

Klar.

In einem Land wie Deutschland, in dem angeblich ca. 4 Millionen Moslems leben, von denen etliche sicherlich nicht strenggläubig (und damit unproblematisch) sind, ist es eben auch eine Sache des deutschen Staates, Hasspredigten, repräsentative Großmoscheen, Unterdrückung von Frauen, Kopftücher in öffentlichen Gebäuden, islamische Hasspropaganda etc. pp. einzudämmen. Dafür müsste allerdings der Wille da sein, eine wirklich wehrhafte Demokratie zu sein und die Feinde der Freiheit entsprechend ins Visier zu nehmen. Wenn man das tut, anstatt sich Islamverbänden und Erdogan, ihrem don im Ausland, anzubiedern, dann wird man sehen, dass die Zugehörigkeit zum radikalen Islam an Attraktivität verlieren wird. Gleichzeitig wird es mehr jungen Menschen gelingen, sich aus der Umklammerung zu befreien, wenn Schule und soziale einrichtungen konsequent deren Rechte verteidigten, ohne die Zumutungen des radikalen Islams aufzuwachsen.

Hier sehe ich ebenfalls vor allem die Muslime in der Pflicht. In unserer Gesellschaftsordnung sind die zivilisatorischen Maßstäbe ja bereits verankert. Die Gesellschaftsgruppen, die - aus welchen Gründen auch immer, denn es betrifft ja nicht nur Muslime - diese zivilisatorische Stufe in Bezug auf die individuellen Freiheiten noch nicht erreicht haben, sind gefordert, mit ihrer Entwicklung Schritt zu halten und können nicht verlangen, dass ihnen der Staat auf die Sprünge hilft. Dass ihnen diese Verpflichtung immer wieder mit allem Nachdruck vor Augen geführt werden muss, sehe ich ebenso.
 
Artikel wie der von dir unkritisch zitierte sind der Nährboden der Pegida-Propagandisten und ihrer unreflektierten Mitläufer.

Das sollte man begründen.

Ich glaube nicht, dass Pegida dieselbe Agenda hat wie Ayaan Hirsi Ali. Wenn dem so wäre, dann wäre Pegida ja nicht der rechte Dumpfbackenverein, der er ist.

Was Pegida und andere Rechtspopulisten wie Marine LePen in Frankreich ausnutzen, ist die Verharmlosung des Problems durch Politiker der sogenannten "Mitte". Die Leute sehen jeden Tag, zumindest wenn sie bestimmte Banlieus besuchen oder Gewaltbilder im Fernsehen sehen: Bullshit.

Nun ist es aber so, dass Pegida einfach Ängste und Ressentiments bedient und damit den Islamisten ähnlicher ist als eine Demokratin und Freiheitsfreundin wie Ayaan Hirsi Ali, die nur zu gut weiß, dass unter dem Islam zu leben schlimmer ist als Pegida.
 
In einem Land wie Deutschland, in dem angeblich ca. 4 Millionen Moslems leben, von denen etliche sicherlich nicht strenggläubig (und damit unproblematisch) sind, ist es eben auch eine Sache des deutschen Staates, Hasspredigten, repräsentative Großmoscheen, Unterdrückung von Frauen, Kopftücher in öffentlichen Gebäuden, islamische Hasspropaganda etc. pp. einzudämmen. .

Den Punkt halte ich für Nonsens und kontraproduktiv, da er erstens eine Einschränkung bzw. Herabsetzung gegenüber anderen Religionen darstellt, nicht mit religiöser Toleranz vereinbar ist und zweites eine Menge Provokationspotential hat, welches gerade den Fundamentalisten in die Hände spielt und sie das Argument der Unterdrückung des Islam anführen.

Das Kopftuch sehe ich ebenso eher problematisch, zumal oftmals freiwillig getragen. Dann auch Kreuze und Kippa und sonstiges religiöses Gedöns aus der Öffentlichkeit verbannen.

Der Rest passt...
 
In weiten Teilen kann ich Cornholio zustimmen...

Es sind nicht die Religionen, die diese Gräueltaten hervorbringen, es sind die Menschen, die Gesellschaften.
Die Nazis waren Atheisten, bzw. haben sich keiner religiösen Strömung zugerechnet (nehmen wir mal ihren Ahnen- und Germanenkult heraus) und trotzdem haben sie skrupellos gemordet. Stalin, Mao und Pol-Pot, Pinochet, dito...

Sicher müssen sich die Gesellschaften in den islamischen Staaten ändern, doch ebenso auch die unsrigen. Denn wie kann es passieren, dass in unseren fortschrittlichen und hochgelobten Gesellschaften trotzdem eine solche Anzahl an Leuten sich nicht dazu gehörig fühlt oder gar ausgegrenzt und den Scharfmachern in die Arme läuft.

Im Grunde müsste man jegliche religiöse Fanatiker, die sich bei ihren Vergeltungs- und Strafaktionen auf irgendeinen Gott berufen, als die größten Zweifler an dessen Existenz betrachten.
Weshalb vertrauen sie nicht auf die Allmacht ihrer Götter?
Wieso ziehen sie es vor ihren Göttern das Richten über Recht und Unrecht abzunehmen? Zweifel?
Oder fürchten sie ihr Gott habe keinen Bock dazu, keine Zeit, keine Macht oder existiert schlicht nicht?
 
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