Wer das nur zu einer Frage "Todesstrafe pro und contra" macht, der macht es sich zu einfach bzw. hat eben halt keine moralischen Standards. Darum geht es eben nicht. Die Todesstrafe abzulehnen, ist eine vollkommen legitime und gut begründbare Position. Es geht darum, dass es ein massiver Unterschied ist, ob im Jahr ein paar Mörder hingerichtet werden wie in den USA oder ob die Todesstrafe ein Instrument der kollektiven Herrschaft und Unterdrückung ist, die jeder Freiheit Hohn spricht. Die Todesstrafe für einen mehrfachen brutalen Mörder ist für mich in keinster Weise gleichzusetzen mit der Todesstrafe für einen 16jährigen Homosexuellen oder für einen Regierungsgegner.
Ich kann es auch noch einmal anders klarmachen, was der Unterschied ist:
"We hold these truths to be self-evident, that all men are created equal, that they are endowed by their Creator with certain unalienable Rights, that among these are Life, Liberty and the pursuit of Happiness."
vs.
https://www.youtube.com/watch?v=tg5qdIxVcz8
Da sollte man einen Unterschied erkennen können, man sollte merken, wo das kleine Glück elementares Recht jeden Menschens ist und wo Glück unter Strafe steht. Das ist ein fundamentaler Unterschied und den muss man auch erkennen können.
Wenn ich hier dann all die Relativierungen zu Syrien lese, wird mir ehrlich gesagt speiübel. Jeder steht vor der fundamentalen Frage, die Ulrike Meinhof gestellt hat: "Schwein oder Mensch?"
In Syrien sind inzwischen 200.000 Menschen dahingemetzelt worden, das ist einer der absolut schlimmsten Kriege seit 1946. Der Krieg breitet sich zudem auf den Irak aus. Insgesamt sind über 10 Millionen Syrer geflohen, die Nachbarländer sind überschwemmt, im Libanon leben bald mehr Syrer als Libanesen, Jordanien droht zu kollabieren. Jede Woche versuchen hunderte, tausende mit kleinen Booten nach Europa überzusetzen, sehr viele davon sind Syrer.
Wer da nur das dumme, unmenschliche Geschwafel dieser Politikerdarsteller von Merkel bis Obama nachseiert, man wisse ja nicht, wen man unterstütze, man wolle keine militärischen Lösungen, man wolle dies nicht und das nicht und schickt bestenfalls ein paar Berater und altersschwache Waffensysteme, dem kann ich nur attestieren, dass er Ulrike Meinhofs Frage für sich bereits beantwortet hat, wenn auch leider auf die falsche Weise.
Ein Grund für das fortgesetzte Metzeln in Syrien ist ja gerade, dass sich in den Ländern des sogenannten Westens niemand darüber aufregt. Es ziehen keine Massen durch die Straßen, vor den Bundestag oder das Weiße Haus. Niemand fordert das, was das einzig Menschliche vor dem Hintergrund dieser fortgesetzten Katastrophe gewesen wäre, nämlich das Morden unverzüglich zu stoppen. Es tut keiner, weil wir von Schweinen in Menschengestalt umzingelt sind, die sich darum einen Dreck scheren, wenn Menschen verhungen, an Giftgas krepieren oder im Mittelmeer ersaufen. Es ist für den allgemeinen betrieb wurst und deswegen denkt man sich schöne Rechtfertigungen aus, warum man das Morden einfach so und immer weiter geschehen lässt. Aber es wird sich rächen. Denn eine Gesellschaft, die zur Empathie mit den Opfern unfähig ist und keine moralischen Werte mehr kennt, die sie Leuten wie Assad entgegenhalten könnte, kann eben auch niemanden überzeugen oder gar integrieren. Es ist diese moralische Schwäche und Verkommenheit, die Menschen hierzulande dem Islamismus in die Arme treibt. Wo alle Alternativen dem Morden gleichgültig gegenüberstehen und genau gar nichts dagegen tun, erscheinen die Djihadisten als konsequente Freiheitskämpfer für die gerechte Sache.
Das Problem mit der Moral, der Freiheit und der Verantwortung besteht darin, dass es nicht nur für das Tun, sondern auch für das Unterlassen gilt. Kommt ein Mörder nach 15 Jahren wieder frei und schießt bei einem Überfall zufällig mich tot, dann wäre es aus meiner Sicht sicher besser gewesen, ihm rechtzeitig die Spritze zu geben. Die 200.000 toten Syrer werden nicht mehr lebendig und das unterlassen des westens in diesem Fall kann nicht wieder gutgemacht werden. Man hat Assad und seinem Verbündeten in Teheran erlaubt, schlimmste Verbrechen vor unserer Haustür und vor den Augen der Welt durchzuführen. Präsident Obama hat den Einsatz von Giftgas als rote Linie gezogen und nach dem Einsatz von Giftgas nichts getan. Der Westen und die USA haben sich als Papiertiger blamiert und haben vollkommen versagt, man hat da einfach jemanden im wahrsten Sinne des Wortes Menschen ******** lassen, wie auch damals in Halabja.
Dieses fortgesetzte Versagen, dem Anspruch, Mensch zu sein, gerecht zu werden, ist bereits fürchterlich. Fast noch schlimmer ist es, dass diese "Menschen" trotzdem immerfort moralinsaure Reden halten, sich dazu befähigt sehen, uns irgendeinen zu erzählen von der Verständigung und der Liebe aller Völker. Yo, peace, brother! Immerhin hat der unfähige Kretin im Weißen Haus ja bevor er irgendetwas getan hat, den Friedensnobelpreis erhalten. Kurz darauf war die EU dran. Toll. Ich denke, dafür, dass Frontex tausende Syrer im Mittelmeer ersaufen lässt und dass Obama Herrn Assad erlaubt, seine Bevölkerung zu ********, haben sie die Preise so verdient wie seinerzeit der Massenmörder Arafat.