Es geht ja nicht nur darum, dass die Bedingungen für die Lehrer schlechter werden. Sondern dass unter der Mehrbelastung die Qualität des Unterrichts leiden wird. Jede Unterrichtsstunde muss auch vor- und nachbereitet werden. Wenn ein Lehrer also 24 Unterrichtsstunden gibt, dann bedeutet das keineswegs, dass er nur 24 Stunden arbeiten muss. Auf eine 40-Stunden-Woche kommt man da ohne weiteres, wenn man seinen Beruf ernstnimmt.
Auch Lehrer haben eine Belastungsgrenze, wenn die überschritten wird, haben weder Schüler noch Staatskasse etwas davon.
Wer meint, Lehrer sei ein leichter Job, kann sich ja mal einen Tag lang vor eine Gruppe Pubertierender stellen und versuchen, den etwas beizubringen.

Die meisten Leute können es sich nicht vorstellen, wie es ist, stundenlang vor verschiedenen nicht zu kleinen Lerngruppen zu stehen, die tendenziell dem Dargebotenen weniger Interesse entgegenbringen. Gerade für Neulinge in dem Beruf ist es nicht so leicht zu akzeptieren, dass in einer schwierigen Klasse schon mal Tische, Scheren und Stühle durch die Luft fliegen, in den Pausen Böller und Stinkbomben gezündet und auf der Toilette die Wände mit Kot beschmiert werden oder ein Feuerchen gelegt wird. Dass man zudem im Treppenhaus zu Beginn/Ende jeder Pause im Treppenhaus ignoriert und umgerannt wird ist keiner Erwähnung wert. Dass man Prügeleien zwischen Personen schlichtet, die jeweils 2 Köpfe größer und 50 Kilo schwerer als man selbst ist, ebensowenig (einige aktuelle Beispiele aus den letzten 8 Unterrichtswochen). Ich mache den Job an einer Sek I wirklich gerne, aber ich kenne KEINEN Kollegen, der wirklich gut mit diesen Alltäglichkeiten klar kommt.
Ich klink mich hier mal kurz ein.
Als angehende Lehrerin kann ich dem nur zustimmen - dieses dumme Geschwätz von wegen 'Morgens haben Lehrer recht und nachmittags frei' treibt mich auf die Palme; es gibt ja nicht nur Vor- und Nachbereitung, sondern auch Konferenzen, Elternabende und Eltergespräche, genauso wie Leitung von AGs oder der SMV oder Betreeung von Praktikant(inn)en oder Referendaren.
Der Lehrer kann seine Arbeit auch nicht einfach im Büro lassen, sondern nimmt sie mit nach Hause, was auch eine gewissen Belastung bedeutet.

Durchschnittlich 2-3 Elterngespräche/ Woche, zu korrigierende Schülerarbeiten, 1 Konferenz/Woche. Vergiss die Klassenfahrten nicht, wo man 24 Std.am Tag im Dienst ist, die die Lehrkräfte aber zu großen Teilen selbst bezahlen müssen. Dazu die Organisation von Weihnachtsfeiern, Osterfestlichkeiten, Schulfeste, Präsentationstage, angeordnete und freiwillige Fortbildungen am WE
Jeder von uns hatte sicherlich genügend Lehrer, die sich null Gedanken gemacht haben und auch nicht viel vorbereitet hatten für den Unterricht. .
Es ist schwieriger geworden, so zu sein. Dazu sitzen in einer Sek I zu viele unterscheidlichste Schüler, vom Schüler mit Förderstaus bis zum Gymnasiasten, denen selbst der größte Laumeier irgendwie gerecht werden muss. Sonst drohen chaotische Stunden, Ärger mit den Eltern, mit Kollegen und der Schulleitung. Da muss man schon ein verdammt dickes Fell oder monatelange Krankschreibungen haben, um das alles dickfellig auszusitzen.
Hoppla,
also unser Kollegium ist eher nicht rot-grün. Kann es auch kaum noch sein, nachdem die seit jahren versuchen Gymnasien als elitär und abschaffenswert zu brandmarken!
Bin zwar nicht am GYM, aber rot-grün ist unser Kollegium weiß Gott auch nicht, dafür ist die Bildungspolitik beider Parteien viel zu sozialromantisch. Das war vielleicht in @maddins Schulzeit mal so, als die alten 68er noch am Ruder waren. Zu heute passt das nicht mehr.