Postitive Effekte wurden ja schon einige genannt, bspw. die, daß Menchen nicht mehr mit Hungerlöhnen abgespeist und auf zusätzliche Leistungen angewiesen wären, oder Menschen aus ärmeren Ländern hier unter noch unwürdigeren Bedingungen schuften müssten. Ungeachtet dessen, bin auch ich der Meinung, daß dieser Mindestlohn zu niedrig angesetzt ist, um eine wirklich spürbare Verbesserung der Lebensqualität von Arbeitnehmern zu erzielen. Gleichzeitig müssten aber auch die Bedingungen für Menschen ohne Beschäftigung verbessert werden, da deren Lebenssituation oftmals jeder Beschreibung von Menschenwürde spottet.
Das kommt darauf an wie ich finde. Für einen Single ist es sicher unglaublich schwer mit dem Geld zurecht zukommen, welches man beispielsweise im ALG-II-Fall bekommt. Bei Familien sehe ich das schon ein bisschen anders. Sicherlich sind mit dem Geld keine großen Sprünge möglich, aber das hat man auch bei vielen Durschnittsverdienern, gerade wenn eine Familie dahinter steckt. Da kann man da schauen welche Zahlen man zu Grunde legen will. Göring-Eckhardt sprach gestern von durchschnittlich 1.600,00 Euro und Gabriel (die Zahl halte ich für realistischer) von durchschnittlich 2.700,00 Euro.
Ich stelle mir immer die Frage, ob wir in Deutschland nicht ein unglaublich hohes Anspruchsdenken entwickelt haben.
Wie ich bereits geschrieben habe, ist der gesetzl. flächendeckende Mindestlohn allein auch nicht ausreichend, aber die Reduzierung von indirekten Steuern setzt hier, mMn, am falschen Ende an.
Das musst du mir aber wirklich ausführlicher erklären. Die Senkung von indirekten Steuern würde gerade die Menschen spürbar entlasten, die ein großen Teil oder gar ihr gesamtes Einkommen für die Lebenshaltung verausgaben müssen. Das beträfe gerade auch Menschen ohne Beschäftigung, beispielsweise im ALG-II-Bezug. Sage das gerne nochmal: Der Betrag unserer letzten Jahresstromabrechnung setzte sich zu 54 % aus Steuern- und Abgaben zusammen. Das ist nur ein Beispiel. Ein anderes ist das Pampas-Beispiel aus einem der vorherigen Posts.
Höhere Besteuerungen von Spitzeneinkommen, umfassendere und höhere Finanztransaktionssteuern oder die Wiedereinführung einer angepassten Vermögensteuer, halte ich bspw. für sinnvoller.
Warum die Bürger übehaupt mehr Belastungen aussetzen?
Ansonsten:
Definiere Spitzeneinkommen! Gestern Abend in der ZDF-Sendung "Wie gehts Deutschland" wurde glaube ich ziemlich deutlich, was von der SPD, Grünen und Linken so als Spitzeneinkommen definiert wird, doch eher die Mitte der Gesellschaft betrifft. Auch wenn die dieses massiv zu bestreiten versuchten. Aber ich habe da Familien gesehen, die zwar ein gutes, aber auch kein finanziell sorgenfreies Leben führen. Eingentlich so die klassische Durchschnittsfamilie.
Gerade bei dem Selbständigen wurde ziemlich deutlich, was dieser an Belastungen von seine unsicheren Einkommen zu tragen hat.
Da deine Agitation so noch schwerer nachvollziehbar wird, gehe ich davon aus, daß dieser Zustand nicht deine Zukunftsperspektive ist, und Du es mit der Aussicht in Kauf nimmst, in der Karriereleiter weiter aufzusteigen. Damit befändest Du dich in einer privilegierten Position, die nicht der Standardsituation von Menschen entspricht, welche unter den beschriebenen Bedingungen dauerhaft leben müssen. Dein fehlendes Einfühlungsvermögen wäre, in diesem Fall, einem mangelnden Realitätssinn geschuldet, oder dir müßte eiskaltes Kalkül unterstellt werden. Vermögen, Grundbesitz oder finanzielle Unterstützung von dritter Seite würde dich ebenfalls privilegieren.
Ich kann ohne den Vorbereitungsdienst zu absolvieren de facto kaum einen Job ausüben. Ist nun einmal so.
Was danach kommt steht aber ziemlich in den Sternen. Am wahrscheinlichsten ist eine freiberufliche Tätigkeit. Natürlich mit all den damit verbundenen Chancen und Risiken. Wenn du das als "priviligierte Position" betrachtest mag das so sein, allerdings habe ich sie mir selbst hart erarbeitet. In Deutschland kann das jeder schaffen. Ansonsten besitze ich weder Grundbesitz noch Vermögen. Das letzte ersparte aus meiner Honorartätigkeit, welche neben dem Studium wahrgenommen habe, ist für ein neues gebrauchtes Auto drauf gegangen, weil man Alter es schlicht nicht mehr gemacht hat und ich jetzt eben recht viel fahren muss. Ansonsten arbeitet meine Frau natürlich auch, wobei sie derzeit Elterngeld bezieht. Was mir übrigens nicht möglich ist, da ich ansonsten erhebliche Nachteile in Kauf nehmen müsste. Müsste dann eine ganze Station meines Vorbereitungsdienstes wiederholen.