Allgemeiner Politik Thread

Ja, so ähnlich hat auch Hitler in der besagten Rede vom 30.01. 1939 über die kriegstreibenden Engländer, Juden etc. pp. gesprochen. Diese Haltung gegenüber "dem Westen" und seiner "Kriegspolitik" ist urdeutsch und weder neu noch irgendwie progressiv.

Das ist Quatsch, diese Haltung gibt es gerade bei Menschen, die unmittelbar mit dem Krieg zu tun haben und davon am stärksten in Mitleidenschaft gezogen werden, unabhängig von ihrer Herkunft.
 
Ja, die gab es nach dem ersten WK auch in Deutschland und war im Kern erzreaktionär, da man nicht einsehen wollte, dass man selbst Schuld war und nicht die bösen anderen den Krieg gebracht haben. Das eint die Deutschen und viele Menschen der arabischen Welt, die ihren missglückten Vernichtungskrieg gegen die Juden bis heute als "Nakba" bezeichnen.
 
Ja, die gab es nach dem ersten WK auch in Deutschland und war im Kern erzreaktionär, da man nicht einsehen wollte, dass man selbst Schuld war und nicht die bösen anderen den Krieg gebracht haben. Das eint die Deutschen und viele Menschen der arabischen Welt, die ihren missglückten Vernichtungskrieg gegen die Juden bis heute als "Nakba" bezeichnen.

Das wiederum ist falsch, weil es auch definitiv Menschen in Isreal gibt, die Krieg verabscheuen und vom Krieg in Mitleidenschaft gezogen werden.
 
Jeder normale Mensch sollte gegen den Kreig sein. Das macht aber das moralinsaure Antikriegspathos nicht richtiger, sondern nur umso verlogener, selbstgerechter und ekelhafter.

Ich habe mal ein Interview mit einem israelischen Intellektuellen mit deutschen Wurzeln gelesen, der sagte, dass ihn an den Deutschen die Unfähigkeit befremde, mit Ambivalenzen umzugehen. Dass Krieg eine schlechte Sache sei, aber doch hin und wieder notwendig idt, um schlimmeres zu verhüten - dieser Gedanke gehe nicht in einen deutschen Kopf. Entweder totaler Krieg oder totaler Frieden. Bedingslos für den Krieg oder Radikalpazifist.

Diese Aussage hat Grass mit seinem Machwerk aus der Tiefe der Deutschen Volksseele eindrucksvoll belegt. Es ist im Übrigen gar nicht möglich, solche Ausbrüche aus den tiefen Schichten des Unbewussten anders als psychoanalytisch zu deuten. Das sagt bereits der titel des Machwerks: "Was gesagt werden muss". Es handelt sich also nicht um eine freie Willensentscheidung des Ichs, sondern um eine Triebregung aus dem Es, die nach Befriedigung verlangt.
 
Also, sind die Deutschen Extremisten.:D Ich bin dankbar, dass wir gerade das andere Extrem erleben.

Es gärt im Unterbewusstsein der Deutschen, aber dass ist keine Gärung, die seit dem Ende des 2. WK noch andauert, wie du uns hier ständig weiß machen willst. Die Deutschen haben sich schon früher (nach dem 2. WK) zu dem Thema geäußert und jetzt ist es wieder eine neue Ära und man äußert sich wieder zu aktuellen Entwicklungen.
 
Weismachen will ich gar niemandem etwas und die These, dass dieses Problem erst seit dem 2. WK besteht, vertrete ich nicht.
 
[...]
Diese Aussage hat Grass mit seinem Machwerk aus der Tiefe der Deutschen Volksseele eindrucksvoll belegt. Es ist im Übrigen gar nicht möglich, solche Ausbrüche aus den tiefen Schichten des Unbewussten anders als psychoanalytisch zu deuten. Das sagt bereits der titel des Machwerks: "Was gesagt werden muss". Es handelt sich also nicht um eine freie Willensentscheidung des Ichs, sondern um eine Triebregung aus dem Es, die nach Befriedigung verlangt.

:zweifeln: Zunächst halte ich es für fraglich, GG als einen Repräsentanten der Deutschen Volksseele anzusehen. Vielleicht ist er es, aber vielleicht auch nicht.
Dann: selbst wenn man es denn psychoanalytisch deuten wollen würde, dann müsste man (hier: Du) auch anführen, dass das ICH im Konflikt bzw. an der Auseinandersetzung zwischen ES und Über-ICH entsteht. Mit anderen Worten: Das, was GG geschrieben hat, ist ja schon zum ICH geworden, denn sein Bedürfnis prallt mit den Normen etc. unserer Gesellschaft zusammen.
Außerdem ist die Rückführung auf einen Trieb nur aufgrund des Wortes "muss" schon sehr weit hergeholt: Denn "müssen" gibt es nicht nur bedingt durch Triebe ("Ich muss pinkeln."), sondern auch aufgrund von äußeren Gegebenheiten/Normen ("Ich muss meine Steuererklärung machen."). Im zweiten Fall würde der volitionale Anteil den emotionalen sehr stark ersetzen. Und dann noch von einem Trieb zu sprechen und eine freie Entscheidung zu negieren, wäre dann doch etwas zu viel.
 
So sehr man auch an der Person des Günther Grass streiten kann, erreicht er mit seinem Gedicht doch ganz klar das Ziel: Ein Nachdenken vor dem Krieg. Was hammra beschreibt ist durchaus nachvollziehbar, weil es an vielen Stellen gerade in Bezug auf diesen Kommentar zu einem möglicherweise bevorstehendem Krieg zwischen dem Iran und Israel gemacht wird. Anstatt sich mit dem Text auseinanderzusetzen und ihn zu zerpflücken, beschränken sich die Medien darauf Grass' Plädoyer zum Nachdenken mit dem Vorwurf des Antisemitismus mundtot zu machen. So kommt gar keine Diskussion auf?!

Natürlich schreibt Grass seinen Text in einer extrem markanten Form. Das Interessante ist hier aber auch wirklich, die Art der Reaktionen. Es sind die in dem Gedicht prognostizierten Reaktionen und keine Diskussion über den Inhalt - bzw. wie auf SpiegelOnline in dem Artikel "So falsch liegt Grass" (oder so ähnlich) in Form einer reisserischen Überschrift, bei der im Artikel dann in der Mehrzahl der Fälle die Thesen von Grass nicht als falsch, sondern als richtig dargestellt werden.

Persönlich nervt mich bei dieser Debatte diese Einseitigkeit extrem. Da kommen alle aus den Rohren geschossen um den deutschen Literaten des 20.JH zu zerschießen - wobei er doch in seinem Text nur eine Intention pflegt: Einen Krieg zu verhindern.

Und deswegen bezieht er sich wahrscheinlich auch vor allem auf Israel und nicht den Iran, denn "der klügere gibt nach" und Grass zeigt hier ganz klar, dass er Israel für klüger hält.

Antisemitismusvorwürfe auf Grund dieses Textes sind in meinen Augen an den Haaren herbeigezogen.

Trotzdem: Vielen Dank für das Zitat der Stelle aus der Blechtrommel. Dieses Kapitel ist meiner Meinung nach eine der besten Leistungen, die Schriftsteller im letzten Jahrhundert hinbekommen haben. Gerade in Bezug auf den Weihnachtsmann muss man den Kopf benutzen und über solche Probleme diskutieren anstatt sie zu tabuisieren. Denn durch diese Tabuisierung entsteht die Gefahr anderen Weihnachtsmännern genauso blind hinterherzulaufen.

Die Stelle mit dem Weihnachtsmann kapiert ja nun wirklich jeder der 4 Jahre in der Schule gewesen war.
Ich glaube nicht, das Grass alterssenil geworden ist. Der hat jetzt erst dazu gefunden, auszusprechen was er denkt. Und muß es nicht mehr in Büchern tun, in denen er seine Kindheit aufarbeitet.
 
Dann: selbst wenn man es denn psychoanalytisch deuten wollen würde, dann müsste man (hier: Du) auch anführen, dass das ICH im Konflikt bzw. an der Auseinandersetzung zwischen ES und Über-ICH entsteht. Mit anderen Worten: Das, was GG geschrieben hat, ist ja schon zum ICH geworden, denn sein Bedürfnis prallt mit den Normen etc. unserer Gesellschaft zusammen.

Nein, genau hier würde ich anders argumentieren (wobei ich Deiner Kritik insofern zustimme, als ich diesen Argumentationsstrang nicht ausgefürt, sondern nur angedeutet habe, ist halt nur ein Internetforum).

Ein starkes Ich kann nur dort entstehen, wo die Antriebe aus dem Es und die Anforderungen des Über-Ich reflektiert werden. Dies wäre auch die Aufgabe einer künstlerischen Auseinandersetzung mit dem Thema "Judenknacks" gewesen, mit dem Schuldgefühlen des ehemaligen SS-Mannes, der als junger Mensch auf das falsche Pferd gesetzt hat. Die Aussage "was gesagt werden muss" hääte, um einer künstlerischen Auseinandersetzung und einer Reflektion auf das eigene Triebleben zu genügen, in eine Frage verkehrt werden müssen: "warum muss ich mich immerfort mit Israel und den Juden befassen, warum muss ich mich daran abarbeiten? Woher kommen meine traumwandlerischen Assoziationen (Vernichtung, Maulheld, Weltfrieden etc.), die mit Israel und dem Iran gar nicht viel, mit meiner Person aber sehr viel zu tun haben?" Dies wäre das, was ich von einer Auseinandersetzung in künstlerischer Absicht, die der Forderung "Wo Es ist, soll Ich werden" gerecht würde, da das Ich ja keine gegebene Instanz ist bei Freud, sondern etwas, das dem Es erst abgetrotzt werden muss.

Diese Entwicklung, so könnte man sagen, ist Bestandteil der Adoleszenz, also der Phase, in der Grass Waffen-SS-Mann und begeisterter Nazi war. Nach Ende des Nationalsozialismus war dies mit einem starken Tabu belegt, also durch das Über-Ich sanktioniert. Nun, da Grass alt wird, und wie viele senile Männer wieder zum Kind regrediert, lässt er dem Es freien Lauf, er sagt das, was gesagt werden muss, er lässt es wie ein trotziges Kind herausbrechen, weil er das Tabu und den Grund dafür nie reflektiert hat, es also nie zu einer Einsicht des Ichs werden konnte, sondern lediglich für eine Weile den Antireb, den Juden den Marsch zu blasen, notdürftig unterdrücken konnte.
 
@maddin
:tnx:
Dieses "Trauma" umschleicht ja beinahe die komplette Nachkriegsliteratur, vor allem Schreiber der "Gruppe 47". Sie versuchten den Krieg mit ihren Büchern darüber umzudeuten und meinten, die schriftstellerische Deutungshoheit über das Naziregime H.itlers zu haben. Was vorher vorwegeilender Gehorsam war, wurde dann Rechtfertigung.
 
erstmal wird sich in den Medien ziemlich deutlich mit dem Inhalt des Gedichts auseinandergesetzt. Zentral ist dabei wohl die Verwunderung darüber, das Grass vor einem atomaren Erstschlag des Israels warnt, in dessen Folge das ganze iranische Volk ausgelöscht werden würde. Was soll man dazu inhaltlich groß Anderes sagen als dass das schlicht falsch ist?

Da muss man nichts groß zu sagen, als das es falsch und übertrieben ist, da hast Du recht.

Hier geht es auch nicht um eine "extrem markante Form", wie du verniedlichend anmerkst. Die Form (das Gedicht) ist einfach nur schlecht und als solche auch noch schlecht gewählt. Es geht zunächst um den Inhalt, der mit zentralen Behauptungen und einseitigen Schuldzuweisungen arbeitet.
Mit markanter Form möchte ich nichts verniedlichen sondern eher wertfrei bleiben und trotzdem aussagen, dass die Worte von Grass in vielen Positionen klar in Richtung Stammtisch gehen.
Welche einseitigen Schuldzuweisungen meinst Du? Einen möglichen und anscheinend falschen Grund für den einseitigen Bezug auf Israel hatte ich in meinem Beitrag schon genannt. Grass hat in den Interviews die Einseitigkeit dadurch begründet, dass über den Iran schon genug geschrieben und gesprochen wird. Ich denke, dass man das so gelten lassen könnte - wobei die Debatte über einen möglichen Präventivschlag Israels auch vor Grass Gedicht eigentlich schon in Deutschland diskutiert wurde - insofern also die Begründung nicht unbedingt zieht.
Und es geht erst dann um die Frage, warum Grass sich dann den Deckmantel des vermeintlichen Tabubruchs umwirft. Und wenn man sich Deinen Beitrag so durchliest, dann mag die Antwort sein: um sich Zustimmung zu seinen Inhalten allein durch die Sympathie für den "Mut des Tabubrechers" zu erkaufen. Denn wie du den Text inhaltlich bewertest, darüber schreibst du kein Wort.
Richtig, ich schreibe kein Wort über den Inhalt, weil ich wenig Ahnung über die Problematik im nahen Osten habe und deswegen nicht meine hier viel beisteuern zu können. Natürlich läuft es einem kalt den Rücken runter, wenn man sich vorstellt, dass der Iran in den Besitz von Massenvernichtungswaffen kommen könnte - und die Gedanken zu einer weiteren Störung des iranischen Atomprogrammes durch Israel sind für mich daher auf jeden Fall auch vollkommen nachvollziehbar. Nur trotzdem hoffe ich, dass man einen anderen Weg finden kann, wie zum Beispiel die von Grass geforderte Überwachung der Atomanlagen in beiden Ländern, um einem Krieg, bei dem auch nicht klar ist, wie er sich ausweiten könnte, aus dem Weg zu gehen.
Dieser rhetorischer Kniff, inhaltlichen Schwachsinn zu behaupten und die Kritik daran dadurch abzuwehren, dass man ja nicht für den verzapften Schwachsinn sondern wegen dem vermeintlichen Tabubruch kritisiert werden würde, ist jedenfalls gang und gebe bei jedem Feld-Wald-und-Wiesen-Populisten.
Richtig, auch hier hast Du absolut Recht. Andererseits kam darauf auch die typische Feld-Wald-und-Wiesen-Populisten-Reaktion. Mir wurde einfach in vielen Artikeln/Beiträgen, die ich gelesen habe, dem Leser eine Meinung zu sehr in den Mund gelegt. So empfinde ich zum Beispiel Schmolles Satz:
Das Gedicht verlinke ich nicht, daß ist einfach nur widerwärtig.
als stark übertrieben, zumal er in seinem weiteren Beitrag seine Meinung zum Gedicht nur in einem Punkt begründet und sich lieber einfach an der Person Grass aufhält. Ich erkenne noch nicht, wo dieses Gedicht "widerwärtig" ist - außer in dem Zusammenhang, dass der Autor ein Mitglied der SS war. Das liegt wahrscheinlich an meinem mangelden Wissen über den nahen Osten und es kann natürlich auch an meiner begrenzten Intellektualität liegen, da ich die ganzen von Maddin genannten Meta-Botschaften des Gedichtes nicht erkennen kann und nur die schwarz auf weiß gedruckten Sachen lese. Da teile ich dann aber auch einfach die Angst vor einem offenen Krieg zwischen Israel und dem Iran und die möglichen Folgen eines solchen Krieges.
 
@El_Diego
Grass spielt mit Antisemitismus in dem Gedicht, weist Israel in die Rolle des "Friedensstörers" - was daran ist nicht widerwärtig? Davon ab, daß es in Duktus, Sprache, und Form kein Gedicht ist. Eher ein "Anschlag", wie man ihn früher an Bäumen nagelte, als es noch keine Zeitungen gab und man damit hohe Meinung und Recht verkündete.
Oder wie man sie noch heute noch an Parkbäumen findet "Wer hat den kleinen Putzi gesehen? Er ist grün-gelb gefiedert und kann Laute imitieren. Oftmals sagt er "Putzi ist lieb!" ". Etwa von dieser Qualität ist sein "Gedicht". Nur das er damit auch Jene verunglimpft, die ihre entflogenen Piepmätze wiederbekommen möchten.
Er selber weiß gar nicht, was er schreibt, tut aber so, als würde er quasi Volkes Meinung hinter sich wissen "Was gesagt werden muss".
Ja, was gesagt werden muß - warum hat ers dann geschrieben und nicht gesagt? Wobei - mit seiner Erklärung macht er es noch schlimmer.

Wir haben da zur Zeit ne janz hübsche Bande zusammen: Ein Bundespräsident, der über die Oder Neisse Grenze weint; ein Oppositionschef, der Gaza mit dem Apartheidheitsregime vergleicht und einen Schiftsteller/Nobelpreisträger, der in Ahmadenidschads Schoß springt. Und sie alle merken dem Anschein nach nicht, daß sie mit ihren Worten ein Streichholz an einen Molotov-Cocktail halten.

Die Worte eines jüdischen Sprichworts sollten sie sich zu Herzen nehmen: "Bedenke deine Gedanken, denn sie werden zu deinen Worten! Und Bedenke deine Worte, denn sie werden deine Taten! Und bedenke deine Taten, denn sie werden dein Wesen!"
 
Jetzt verweigert Israel dem Grass die Einreise!! :) Die dürfen dass, da sie laut Gesetz Ex-Nazis die Einreise verweigern dürfen. In der Begründung hiess es, Grass schüre mit seinem Gedicht den Haß auf Israel!! Genau so sieht es aus! Richtige Maßnahme!! :tnx:
 
Wir haben da zur Zeit ne janz hübsche Bande zusammen: Ein Bundespräsident, der über die Oder Neisse Grenze weint; ein Oppositionschef, der Gaza mit dem Apartheidheitsregime vergleicht und einen Schiftsteller/Nobelpreisträger, der in Ahmadenidschads Schoß springt. Und sie alle merken dem Anschein nach nicht, daß sie mit ihren Worten ein Streichholz an einen Molotov-Cocktail halten.

Die Frage ist doch: Wer hat das Streichholz in der Hand? Grass? Lächerlich. Es ist Israel. Die haben das Streichholz in der Hand und sind kurz davor es anzuzünden. Und das ist keine Vermutung sondern Aussage Israels.

Mir ist unerklärlich was für seltsame Gehirnwindungen man haben muss um die Tatsachen so verdrehen zu können wie du und deine Vorredner.

Übrigens haben alle deutschen Politiker quer durch alle Parteien, Israel zur Vernunft aufgerufen. Sind das auch alles Nazis? Grass hat nix anderes gemacht, nur etwas deutlicher.
 
Die Frage, wer den Streichholz in der Hand hat, steht in meinem Post, werter Steinkogler!

Wg. deines partei ergreifen: Bist auch schon auf des Grass`schen Leim ausgerutscht?

Wg. des Versuches einer Beleidigung: Das mit dem "unerklärlich" im Zusammenhang mit "Gehirnwindungen" könnte ich - wenn ich du wäre - übrigens "gut" verstehen! :D
Krähen behaupten auch das Raben schwarz seien!
 
Übrigens haben alle deutschen Politiker quer durch alle Parteien, Israel zur Vernunft aufgerufen.

Nur regieren in Israel bereits vernünftige Realpolitiker und sie benötigen solche Aufrufe so dringend wie Fußpilz. Die deutsche Politik hat jahrelang mit dem Mullah-Regime im Iran kollaboriert, hat bis heute keinen Boykott hinbekommen und trägt eine gehörige Mitschuld, sollte der Iran Atomwaffen erlangen oder vorher militärisch gestoppt werden müssen. Ohne deutschen Support wäre das nicht möglich gewesen. Es wäre an Grass und der deutschen Politik, die wirklich Unvernünftigen zu kritisieren und deren Atomrüstung anzuprangern und mit allen Mitteln zu behindern. Da das nicht geschieht, muss man in Israel sicherlich nicht auf kluge Ratschläge warten.
 
Nur regieren in Israel bereits vernünftige Realpolitiker und sie benötigen solche Aufrufe so dringend wie Fußpilz. Die deutsche Politik hat jahrelang mit dem Mullah-Regime im Iran kollaboriert, hat bis heute keinen Boykott hinbekommen und trägt eine gehörige Mitschuld, sollte der Iran Atomwaffen erlangen oder vorher militärisch gestoppt werden müssen. Ohne deutschen Support wäre das nicht möglich gewesen. Es wäre an Grass und der deutschen Politik, die wirklich Unvernünftigen zu kritisieren und deren Atomrüstung anzuprangern und mit allen Mitteln zu behindern. Da das nicht geschieht, muss man in Israel sicherlich nicht auf kluge Ratschläge warten.

Das ist mal ein Post, dem ich weitgehend zustimmen kann. Die ganze Problematik hat viele Seiten. Du nennst ein paar sehr wichtige davon. Aber so wie Deutschland große Fehler im Umgang mit dem Iran gemacht hat - immer beeinflusst von der Industrie und nicht von logischem politischem Handeln, so hat Deutschland und viele andere westliche Länder, auch Fehler im Umgang mit Israel gemacht. Da fehlt sehr oft mal ein deutliches Wort. Und das hat nun eben Grass übernommen.

Dass der Iran ein Schurkenstaat ist und dort ein Irrer regiert, weiß jeder und sagt auch jeder. Aber es ist ja nun mal nicht so, dass man die Politik Israels durchweg immer als friedlich, völkerverständigend und nachvollziehbar bezeichnen kann. Es gibt ja evtl. doch auch dort kleinere mögliche Kritikpunkte. Aber die darf man selbst als überzeugter und anerkannter Antifaschist (allgemein gesprochen und nicht auf Grass bezogen) nicht nennen.

Dass Israel auf kluge Ratschläge weder wartet noch hört, ist bekannt. Aber Israel reagiert auf Kritik genau so übel wie die Staaten, die es kritisiert. Das zeigt die ganz aktuelle Reaktion des Einreiseverbotes. Mit Demokratie hat das nicht viel zu tun. Und mit Souveränität auch nicht.

Was typisch für Deutschland ist, ist die Tatsache, dass das Grass-Gedicht innerhalb weniger Tage mehr Aufschrei und Aufsehen erregt hat, als die Döner-Morde der Nazis, die man - völlig unverständlich - quasi schon abgehakt hat.
 
Bei den sogenannten Döner-Morden gibt es meiner Ansicht deswegen keine Kontroverse, weil man sich in der Bewertung von deutschen Nazis in mindestens 95% der Bevölkerung und in nahezu 100% der veröffentlichten Meinung in der einhelligen Ablehnung völlig einig ist.

Was das Einreiseverbot betrifft: Grundlage ist ein Gesetz, nach dem Israel Nazis und ehemaligen Nazi-Tätern die Einreise verweigern kann und Herr Grass, der meint, Israel Ratschläge erteilen zu können, war Mitglied der Waffen-SS. Meiner Ansicht nach ist dieses Verbot insofern vollkommen richtig, denn ehemalige Nazi-Verbrecher haben in Israel nichts verloren. Das einreiseverbot kann nur insofern kritisiert werden, als es unnötig war, solange Grass gar nicht vorhatte, nach Israel zu reisen, denn dann muss man es ihm auch nicht verbieten. Es bedient nur das Klischee, das Du ja auch verbreitest, dass man in Israel nicht auf Kritik hört, dabei gibt es in Israel selber weit schärfere Kritik als die von Günter Grass. Es gibt ja z.B. arabische Abgeordnete im Parlament, die mehr oder weniger unverhohlen die Abschaffung Israels fordern. Ich kenne sonst kein Land, in dem solche Abgeodneten im Parlament sitzen können, die sich offen staatsfeindlich präsentieren, in Europa oder gar in der arabischen Welt sind mir solche Abgeordneten nicht bekannt.
 
Bei den sogenannten Döner-Morden gibt es meiner Ansicht deswegen keine Kontroverse, weil man sich in der Bewertung von deutschen Nazis in mindestens 95% der Bevölkerung und in nahezu 100% der veröffentlichten Meinung in der einhelligen Ablehnung völlig einig ist.

Was das Einreiseverbot betrifft: Grundlage ist ein Gesetz, nach dem Israel Nazis und ehemaligen Nazi-Tätern die Einreise verweigern kann und Herr Grass, der meint, Israel Ratschläge erteilen zu können, war Mitglied der Waffen-SS. Meiner Ansicht nach ist dieses Verbot insofern vollkommen richtig, denn ehemalige Nazi-Verbrecher haben in Israel nichts verloren. Das einreiseverbot kann nur insofern kritisiert werden, als es unnötig war, solange Grass gar nicht vorhatte, nach Israel zu reisen, denn dann muss man es ihm auch nicht verbieten. Es bedient nur das Klischee, das Du ja auch verbreitest, dass man in Israel nicht auf Kritik hört, dabei gibt es in Israel selber weit schärfere Kritik als die von Günter Grass. Es gibt ja z.B. arabische Abgeordnete im Parlament, die mehr oder weniger unverhohlen die Abschaffung Israels fordern. Ich kenne sonst kein Land, in dem solche Abgeodneten im Parlament sitzen können, die sich offen staatsfeindlich präsentieren, in Europa oder gar in der arabischen Welt sind mir solche Abgeordneten nicht bekannt.

Du machst es dir sehr einfach.

Wenn es dir reicht, wie man mit den sog. Döner-Morden umgegangen ist, dann ist das o.k. Für mich nicht. Deine Erklärung ist ebenfalls völlig unbefriedigend. Es geht doch darum, warum nicht ein Riesen-Aufschrei durch das Land ging angesichts der Tatsache, dass Nazis ungehindert über viele Jahre mordend durch das Land ziehen konnten. Und die Presse, die nun Grass anfeindet, hat die Nazi-Morde schon zu den Akten gelegt ohne vehement und dauerhaft darauf zu bestehen, dass nun endlich mal ans Licht kommt, wie das alles passieren konnte und wer dafür verantwortlich ist und seine Finger im Spiel hatte.

Und zum Einreiseverbot: Mir ist die Rechtsgrundlage bekannt. Aber sie in diesem Fall abzuwenden ist für mich lächerlich und zeigt nur, wie Israel mit Kritik umgeht. Da ändert auch dein Hinweis auf das Parlament nichts. Wenn man sich die Äußerungen von israelischen Politikern und Journalisten anschaut, sobald es um Kritik an der Politik Israels geht, dann sind diese fast immer überzogen und sowohl welt- als auch realitätsfremd.

Deine Darstellung, dass es in Israel weit schärfere Kritik gibt als die von Grass, ist eine ganz besondere Sicht der Dinge. Sie überhöht einzelne erfreuliche Stimmen in einem Chor, der ein anderes Lied singt.

Und noch lächerlicher ist es, mit arabischen Abgeordneten im Parlament das Tun und Handeln Israels kaschieren und verniedlichen zu wollen. Das Erschießen von spielenden arabischen Kindern, das Einmauern einer großen Menschengruppe usw. Für mich unfassbar wie man so argumentieren kann.

Um eines klarzustellen: Auch die Gegenseite Israels ist in gleichem Maße für die Taten und Fehlhandlungen zu kritisieren. Dass wir uns da nicht missverstehen. Aber die Gegenseite wird ja auch einhellig und zu Recht von der westlichen Welt angeprangert. Aber dieses Unschuldslamm-Gehabe und die Arroganz der von dir so vehement verteidigten Seite ist nicht hinnehmbar. Diese Seite kündigt einen Atomschlag gegen das von einem (bisher atomwaffenlosen) Irren regierte Land an, der zu einem dritten Weltkrieg werden könnte. Weil sich dann arabische Länder, die sich bisher noch raushalten, einmischen könnten. Das kritisiert Grass vollkommen zu Recht. Aber die Israelversteher würden vermutlich einem Atomschlag in dem Maße Beifall klatschen wie sie aktuell Grass kritisieren. Das verstehe wer will.
 
Diese Seite kündigt einen Atomschlag gegen das von einem (bisher atomwaffenlosen) Irren regierte Land an, der zu einem dritten Weltkrieg werden könnte.

:lol:

Du bist einer dieser typischen "Israelkritiker": Von nichts eine Ahnung, Israel ist grundböse und an allem Schuld, Fakten sind egal. Mit solchen Gestalten kann man nicht diskutieren, man muss ihnen nur klipp und klar sagen, dass sie mit ihrem Lügen und ihrer antiisraelischen Propaganda die antisemitische Sache befördern.
 
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