Allgemeiner Politik Thread

Transfergesellschaft für Schlecker scheitert an der FDP


Die FDP hat ihr Image als Klientel-Partei mal wieder eindrucksvoll bestätigt. Für die Rettung der Banken, mit denen auch FDP-WählerInnen Geld verdienen, hat die FDP selbstverständlich Geld bewilligt, aber bei Schlecker-Verkäuferinne, die wohl eher nicht zur FDP-Klientel gehören, wird der letzte Hoffnungsschimmer ohne mit der Wimper zu zucken abgelehnt. Und die Äußerungen von FDP-Chef Rösler, daß die VerkäuferInnen sich ihre [Zitat] "Anschlussverwendung" [Zitat Ende] gefälligst selbst suchen sollen, zeigt nicht nur, daß er keine Ahnung von der Arbeitsmarktsituation in dieser BErufgruppe hat, sondern die Verwendung des Begriffs Anschlussverwendung ist menschenverachtend.


:wall::wuerg:

:rolleyes:

Und das ist auch gut so. Einer der wenigen Momente in den letzten Jahren, in denen ich froh bin, dass einige FDP-Minister nicht ganz die Grundsätze der Marktwirtschaft vergessen haben.

Wir haben für solche Fälle die Jobcenter. Die sind für Weiterbildung und Neuvermittlung zuständig. Warum ausgerechnet für die Mitarbeiter von Schlecker ein Parallelsystem installiert werden soll, verstehe ich wirklich nicht. Für die Mitarbeiter des Handwerksbetriebs von nebenan, der Insolvenz anmelden muss gibt es schließlich auch keine Sonderbehandlung.

Und davon mal ab, sollte das ganze doch nur dem Zweck dienen Schlecker für potentielle Investoren interessant zu machen. So bestände nämlich nicht die Gefahr irgendwelcher Kündigungsschutzklagen im Falle einer Übernahme. Zudem entstehen für einzelne Regionen keine härten, da die Schlecker-Filialen sich über das gesamte Bundesgebiet verteilen.

Schlecker ist gescheitert. Andere Drogerieketten machen vor wie es mit anständigeren Arbeitsbedingungen und einem durchdachterem Konzept besser geht.

Übrigens ganz toll ist Ver.di und zeigt die ganze Verlogenheit in der Debatte:

12. Januar 2010: "(...) Ver.di ruft zum Schlecker-Boykott auf.(...)"

2012: Schlecker ist Insolvent

29.03.2012: Ver.di-Chef Bsirske attackiert FDP im Streit um Schlecker-Hilfen

Das hätte man sich mit dem Boykott auch vorher überlegen sollen. Fragt sich, wer sich auf dem Rücken der Schlecker-Beschäftigten profiliert hat....
 
Guter und wichtiger Hinweis mit ver.di. Das ist ein Dreckspack.

Trotzdem hilft es den Schlecker-Leuten nicht weiter. Und da ist das herumreiten auf marktwirtschaftlichen Gründen nun ziemlich panne, wenn den Leuten der Ups, ich muss meine Wortwahl ändern ;) auf Grundeis geht.
 
Trotzdem hilft es den Schlecker-Leuten nicht weiter. Und da ist das herumreiten auf marktwirtschaftlichen Gründen nun ziemlich panne, wenn den Leuten der Ups, ich muss meine Wortwahl ändern ;) auf Grundeis geht.

Damit geht es ihnen nicht anders, als anderen Arbeitnehmern bei insolventen Unternehmen. Schau dir "H.W.Meyer" in Bremen an. Da wird für die ehemaligen Mitarbeiter auch keine "Transfergesellschaft" gegründet, sondern sie müssen ganz normal zur Bundesagentur für Arbeit. Diese ist für die Zahlung von Arbeitslosengeld, Vermittlung in neue Arbeit und/oder ggf. Weiterqualifizierung.

Dafür haben wir eben die Bundesagentur für Arbeit. Warum also im Fall Schlecker unbedingt ein Parallelsystem aufbauen?
 
Übrigens ganz toll ist Ver.di und zeigt die ganze Verlogenheit in der Debatte:

12. Januar 2010: "(...) Ver.di ruft zum Schlecker-Boykott auf.(...)"

2012: Schlecker ist Insolvent

29.03.2012: Ver.di-Chef Bsirske attackiert FDP im Streit um Schlecker-Hilfen

Das hätte man sich mit dem Boykott auch vorher überlegen sollen. Fragt sich, wer sich auf dem Rücken der Schlecker-Beschäftigten profiliert hat....

Aha, bloß weil sichdie Idioten von ver.di auf dem Rücken der Schlecker-Beschäftigten profoliert haben , soll daß ein Freibrief für gleiches Tun einer Partei sein, die bei der Saarland-Wahl etwa halb so viele Stimmen bekommen hat, wie durch ihre Blockadehaltung jetzt Verkäuferinnen auf der Straße stehen? Die FDP hat sich schon beim Durchdrücken von Gauck zum Bundespräsidenten versucht, sich auf dem Rücken von Anderen (in diesem Fall der Unionsparteien) zu profilieren, ohne das ihre Zustimmung in der Bevölkerung wuchs. Dieser kam erst hinterher duch den Lindner-Effekt in NRW, aber der dürfte mittlerweile wieder verpufft sein, denn in NRW und Schleswig-Holstein müssen durch diese Blockade-Haltung ca, 520 Filialen geschlossen werden, so daß in diesen beiden Bundesländern etwa 2500 - 3000 Mitarbeiterinnen unmittelbar vor den Landtagswahlen ihren Job verlieren.
 
:rolleyes:

Und das ist auch gut so. Einer der wenigen Momente in den letzten Jahren, in denen ich froh bin, dass einige FDP-Minister nicht ganz die Grundsätze der Marktwirtschaft vergessen haben.

Wir haben für solche Fälle die Jobcenter. Die sind für Weiterbildung und Neuvermittlung zuständig. Warum ausgerechnet für die Mitarbeiter von Schlecker ein Parallelsystem installiert werden soll, verstehe ich wirklich nicht. Für die Mitarbeiter des Handwerksbetriebs von nebenan, der Insolvenz anmelden muss gibt es schließlich auch keine Sonderbehandlung.

Und davon mal ab, sollte das ganze doch nur dem Zweck dienen Schlecker für potentielle Investoren interessant zu machen. So bestände nämlich nicht die Gefahr irgendwelcher Kündigungsschutzklagen im Falle einer Übernahme. Zudem entstehen für einzelne Regionen keine härten, da die Schlecker-Filialen sich über das gesamte Bundesgebiet verteilen.

Schlecker ist gescheitert. Andere Drogerieketten machen vor wie es mit anständigeren Arbeitsbedingungen und einem durchdachterem Konzept besser geht.

Übrigens ganz toll ist Ver.di und zeigt die ganze Verlogenheit in der Debatte:

12. Januar 2010: "(...) Ver.di ruft zum Schlecker-Boykott auf.(...)"

2012: Schlecker ist Insolvent

29.03.2012: Ver.di-Chef Bsirske attackiert FDP im Streit um Schlecker-Hilfen

Das hätte man sich mit dem Boykott auch vorher überlegen sollen. Fragt sich, wer sich auf dem Rücken der Schlecker-Beschäftigten profiliert hat....

Für unsere Bürger ist kein Geld da, aber Rettungsschirme ohne Ende.
Wenn es nach der FDP gegangen wäre gebe es auch keine Kurzarbeit, viele Firmen hätte es nicht mehr gegeben! Dieses FDP Gesindel muss verschwinden.
 
Dafür haben wir eben die Bundesagentur für Arbeit. Warum also im Fall Schlecker unbedingt ein Parallelsystem aufbauen?

Also ich habe keine Bundesagentur und verstehe mich als oppositionellen Kritiker. Darum gehöre ich zu einem wie auch immer gefassten "Wir" nicht dazu. Es ist nicht mein Staat und nicht meine Agentur.

Ich werde einfach hellhörig, wenn jemand mit irgendwelchen Grundsätzen kommt, wenn es um menschliche Existenzen geht. Da ist das Kapital im Grundsatz auch nicht wesentlich menschenfreundlicher als das Gulag. Der Kapitalismus bedeutet permanente Krise, und zwar nicht nur im ökonomischen Sinn, sondern in dem Sinne, dass er, siehe Schlecker, siehe hunderte andere Beispiele, die materielle Existenz der Menschen permanent aufs Spiel setzt.

Wer an soetwas wie den Menschen glaubt, der müsste hier sofort einen Widerspruch zwischen der (liberalen) Ideologie des Kapitalismus einerseits und dem, was tatsächlich stattfindet, feststellen. Unter diesen Verhältnissen wird der Mensch zur Disposition gestellt. Fraglich ist zwar, ob man dies ändern kann - aber fraglos muss man diesen untragbaren Zustand nicht auch noch preisen und affirmieren, indem man so tut, als sei dies ein großartiger Sieg marktwirtschaftlicher Prinzipien. Der Sieg marktwirtschaftlicher Prinzipien bedeutet die ÜBerflüssigkeit des je Einzelnen, seinen Ausschluss aus dem Gebrauch des gesellschaftlich produzierten Reichtums und im Kern die Abschaffung des individuellen Subjekts. Wer demgegenüber auf Prinzipien rumreitet, hat sich im Kern bereits aus der Menschheit verabschiedet.

Was das für den Fall Schlecker bedeutet? Nun, ersteinmal nicht viel. Diese überwiegend weiblichen Einzelhandelskaufleute sind natürlich überflüssig hoch 10 und dass mehr oder weniger niemand sie brauchen kann, drückt sich in den Hungerlöhnen aus, die schon Schlecker nur gezahlt hat. Daran ändert auch eine Transfergesellschaft herzlich wenig.

Die Idee der Transfergesellschaft ging doch nur dahin, einen Teil des Unternehmens unter Vergesellschaftung der Risiken an einen Investor zum Schleuderpreis zu ermöglichen. Das müsste doch eigentlich das Urinteresse aller Anhänger der sogenannten "Marktwirtschaft" sein, weil das genau das Prinzip ist, nach dem bankrotte Wirtschaftszweige und Akkumulationskrisen seit jeher behandelt wurden. Da muss man nicht nur zur Bankenrettung gehen, da reicht schon die Abwrackprämie als Beispiel aus. Oder die Hotelsteuer.
 
Von dir hätte ich schon eine fundiertere Antwort erwartet als stumpfes Einschlagen auf die FDP.

1. Die Schlecker Filialen schließen nicht wegen der FDP, sondern wegen des Missmanagements des Unternehmens. Schlecker ist schlicht insolvent.

2. Transfergesellschaften haben keinen Mehrwert. Sie übernehmen lediglich die gleiche Aufgabe wie die Bundesagentur für Arbeit.
Zum Thema Transfergesellschaften empfehle ich dir mal folgenden Artikel.

3. Wieso sollte man bei der Insolvenz von Schlecker anders verfahren als bei der Insolven von "H.W. Meyer" oder sonst irgendeinem anderen Unternehmen?

4. @maddin: Wieso sollte man versuchen Schlecker zu retten? (Übrigens bin ich ja auch gegen die Rettung von Banken und anderen Unternehmen durch staatliche Hilfestellungen) Es gibt genug andere Drogeriemarktketten, die das bisschen Marktanteil, welches Schlecker noch hatte, aufnehmen werden. Dabei behandeln Rossmann, dm und co ihre Arbeitnehmer beispielsweise besser als Schlecker dies getan hat. Ich sehe das Problem schlicht nicht.
 
Ohne Bankenrettung wüssten wir gar nicht, ob wir heute hier so entspannt sitzen und debattieren könnten. Ohne all diese Staatsprogramme wäre die Weltwirtschaft höchstwahrscheinlich kollabiert. Es geht doch nicht darum, ob man eine "Bankenrettung" für richtig hält (ich tu es auch nicht), sondern um die nicht vorhandenen Alternativen.

Schlecker dagen muss man nicht retten, ob die paar tausend alle rausfliegen oder nicht, macht im Grunde nichts aus. Dafür kann man auch niemanden kritisieren, schon gar nicht so verlogen wie ver.di oder die politische Linke insgesamt. Nur gutfinden muss man das deswegen noch lange nicht.
 
Ohne Bankenrettung wüssten wir gar nicht, ob wir heute hier so entspannt sitzen und debattieren könnten. Ohne all diese Staatsprogramme wäre die Weltwirtschaft höchstwahrscheinlich kollabiert. Es geht doch nicht darum, ob man eine "Bankenrettung" für richtig hält (ich tu es auch nicht), sondern um die nicht vorhandenen Alternativen.

Darüber streiten sich die "Experten" ja trefflich.

Schlecker dagen muss man nicht retten, ob die paar tausend alle rausfliegen oder nicht, macht im Grunde nichts aus. Dafür kann man auch niemanden kritisieren, schon gar nicht so verlogen wie ver.di oder die politische Linke insgesamt. Nur gutfinden muss man das deswegen noch lange nicht.

Finde das ja auch nicht "gut" und auch niemand in der FDP, dass die Menschen arbeitslos werden. Nur Schlecker ist halt nun einmal insolvent.
Was willst du da machen? Die Transfergesellschaft verhindert die "Arbeitslosigkeit" allenfalls begrifflich. Faktisch wären ständen sie in der Transfergesellschaft nicht anders als jetzt auch.
 
Also wenn ich es richtig verstanden habe, geht es bei dieser Transfergesellschaft darum, die Leute, die sowieso entlassen werden, möglichst schnell und rechtssicher aus dem Laden rauszukriegen, um den Rest für Investoren aufzuhübschen. Die, die rausfliegen, fliegen natürlich sowieso raus. Das Ziel ist aber der Erhalt des Restunternehmens, wenn ich es richtig verstanden habe.

Und für die Transfergesellschaft sollte nur eine geringe Bürgschaft übernommen werden, also ein wenig Symbolpolitik wäre das gewesen. Also der gänzlich falsche Moment, um sich als ordnungspolitischer Hardliner zu profilieren, aber dieses Gespür hat man in der fdp verloren. Unabhängig davon, ob das alles so ganz richtig ist, ist die Blockade beim Fiskalpakt und bei der Transfergesellschaft politisch kontraproduktiv und nutzt dem Image der PArtei nüscht. Und da es nur um eine geringe Bürgschaft ging, war es das einzige Ziel, sich hier zu profilieren, aber eben an der falschen Stelle.
 
Also wenn ich es richtig verstanden habe, geht es bei dieser Transfergesellschaft darum, die Leute, die sowieso entlassen werden, möglichst schnell und rechtssicher aus dem Laden rauszukriegen, um den Rest für Investoren aufzuhübschen. Die, die rausfliegen, fliegen natürlich sowieso raus. Das Ziel ist aber der Erhalt des Restunternehmens, wenn ich es richtig verstanden habe.

Und für die Transfergesellschaft sollte nur eine geringe Bürgschaft übernommen werden, also ein wenig Symbolpolitik wäre das gewesen. Also der gänzlich falsche Moment, um sich als ordnungspolitischer Hardliner zu profilieren, aber dieses Gespür hat man in der fdp verloren. Unabhängig davon, ob das alles so ganz richtig ist, ist die Blockade beim Fiskalpakt und bei der Transfergesellschaft politisch kontraproduktiv und nutzt dem Image der PArtei nüscht. Und da es nur um eine geringe Bürgschaft ging, war es das einzige Ziel, sich hier zu profilieren, aber eben an der falschen Stelle.

Vor der Landtagswahl in NRW helfen der FDP einfach nur noch solch "riskante" Schritte um die 5% zu schaffen. Da setzen sie alles auf eine Karte und hoffen, durch eien solche Profilierung ein gewisses Wählerklientel auf ihre Seite zu ziehen. Ob das klappt, sei natürlich mal dahingestellt. Und das diejenigen, die sie ohnehin nicht wählen, ihnen jetzt noch verbitterter gegenüberstehen, muss und kann ihnen dabei erstmal egal sein.
Mit inhaltlicher Landespolitik ist die Kurve in NRW nicht mehr zu kriegen. Daher werden jetzt solche Maßnahmen versucht.
 
:rolleyes:

Und das ist auch gut so. Einer der wenigen Momente in den letzten Jahren, in denen ich froh bin, dass einige FDP-Minister nicht ganz die Grundsätze der Marktwirtschaft vergessen haben.

Wir haben für solche Fälle die Jobcenter. Die sind für Weiterbildung und Neuvermittlung zuständig. Warum ausgerechnet für die Mitarbeiter von Schlecker ein Parallelsystem installiert werden soll, verstehe ich wirklich nicht. Für die Mitarbeiter des Handwerksbetriebs von nebenan, der Insolvenz anmelden muss gibt es schließlich auch keine Sonderbehandlung.

Und davon mal ab, sollte das ganze doch nur dem Zweck dienen Schlecker für potentielle Investoren interessant zu machen. So bestände nämlich nicht die Gefahr irgendwelcher Kündigungsschutzklagen im Falle einer Übernahme. Zudem entstehen für einzelne Regionen keine härten, da die Schlecker-Filialen sich über das gesamte Bundesgebiet verteilen.

Schlecker ist gescheitert. Andere Drogerieketten machen vor wie es mit anständigeren Arbeitsbedingungen und einem durchdachterem Konzept besser geht.

Übrigens ganz toll ist Ver.di und zeigt die ganze Verlogenheit in der Debatte:

12. Januar 2010: "(...) Ver.di ruft zum Schlecker-Boykott auf.(...)"

2012: Schlecker ist Insolvent

29.03.2012: Ver.di-Chef Bsirske attackiert FDP im Streit um Schlecker-Hilfen

Das hätte man sich mit dem Boykott auch vorher überlegen sollen. Fragt sich, wer sich auf dem Rücken der Schlecker-Beschäftigten profiliert hat....

:tnx: Zum vielleicht ersten Mal bin ich richtig einverstanden mit dem was die FDP macht. :thumb: Ich denke auch, irgendwann ist es mal gut mit Rettungsschirmen und staatlicher Hilfe!! Ich meine auch Schlecker ist einfach gescheitert, sie haben den Anschluss verpasst!! Ich persönlich bin noch nie gerne zu Schlecker gegangen!! Schlechte Produkte, relativ teuer, wenig Auswahl. Dazu, und dabei fällt der Unterschied zu anderen Märkten am meisten auf, sehr schmuddelige Läden!! Man gehe zum Vergleich nur mal in eine Filiale von Rossmann oder IhrPlatz!!! Dort ist alles sauber, modern, aufgeräumt! Bei Schlecker sieht es aus wie in einem Nostalgiefilm aus dem Ostblock!! Es sind einfach Fehler gemacht worden bei Schlecker, man hat vermutlich versäumt, die Läden fit für das neue Jahrtausend zu machen, hat zu wenig investiert in die Läden usw. Es ist zwar hart für die Mitarbeiter, aber ich persönlich wäre froh, wenn es keine Schlecker-Läden mehr gäbe!!! :mad:
 
Bei den betroffenen Landesministern bzw. bei dem Herrn Staatsminister aus Bayern geht es wohl weniger um Profilierung. Bei dem Kollegen Rösler hätte ich diesen Vorwurf noch einigermaßen verstanden. Allerdings handel diese Minister in ihren Entscheidungen konsequent(er) als es im Bund in der Fall ist.

Sicher ging es daraum das Restunternehmen für einen möglichen Investor aufzuhübschen. Aber das ist eben nicht Aufgabe des Staates. Daran sieht man übrigens, dass es bei dem ganzen Theater nie wirklich um die Angestellten ging und geht. Übrigens spannend an der ganzen Geschichte ist ja auch, dass viele dieser Transfergesellschaften eng verwoben sind mit den Gewerkschaften. Geht es da vielleicht um die Bereicherung der Gewerkschaften auf Kosten der ehemaligen Mitarbeiter von Schlecker und des Steuerzahlers?
 
Der Kommentar in der Süddeutschen Zeitung bringt es auf den Punkt:


[..]
Glauben er (Anm. d.V: Rösler) und seine Kollegen, es hilft ihnen, irgendein abstraktes Prinzip zu verteidigen, statt sich konkret um Menschen zu kümmern? Kämpfen sie für die bloß deshalb nicht, weil Schlecker-Frauen sowieso keine FDP-Wählerinnen sind und zudem das Pech haben, dass die Firma ihren Sitz im grün-rot regierten Baden-Württemberg hat? Derselbe bayerische FDP-Minister, an dem am Donnerstag um 15 Uhr die Schlecker-Transfergesellschaft scheiterte, hielt es eine halbe Stunde vorher für gut, bei der bayerischen Bäckerei Müller-Brot Hilfe zuzusichern.

Mag sein, dass auf dem Wählermarkt mit dem Thema Schlecker nicht viel zu holen ist. Aber es ist dort viel zu verlieren, und zwar für die Politik insgesamt. Vielleicht haben die FDP-Minister auch seriöse Gründe für ihre Verweigerung. Vielleicht kann der geschrumpfte Schlecker-Konzern in der Tat kaum die Umsätze erwirtschaften, um das Darlehen zurückzuzahlen, für das der Staat bürgen sollte. Es wäre dann aber höchste Zeit, diese Gründe dem Volk zu erklären.
[..]


Und selbst die Frankfurter Allgemeine läßt, auch wenn sie zum Thema Transfergesellschaft eine andere Meinung hat, läßt in ihrem Kommentar kein gutes Haar an Philip Rösler:

[...]

Dabei schoss er wieder einmal wirtschaftsliberal übers Ziel hinaus. Denn „schäbig“, wie er sagte, wären die Verhandlungen der Bundesländer allenfalls zu nennen, wenn sie dazu da wären, die FDP übers Ohr zu hauen. Die Wortwahl Christian Lindners, der in Nordrhein-Westfalen aus der Schlecker-und-Rolex-FDP wieder eine Genscher-Partei machen möchte, wäre wohl anders ausgefallen.
[...]
 
Auf den Kommentar aus der Süddeutschen habe ich gewartet. Dass die Süddeutsche da Schwachsinn schreibt lässt sich an einem Artikel aus selbiger Zeitung von gleichem Tag belegen. Eine sehr seriöses Blatt:

Aus dem Kommentar zu Schlecker den Bremen gepostet hat:

(...)Derselbe bayerische FDP-Minister, an dem am Donnerstag um 15 Uhr die Schlecker-Transfergesellschaft scheiterte, hielt es eine halbe Stunde vorher für gut, bei der bayerischen Bäckerei Müller-Brot Hilfe zuzusichern.(...)

Aus dem Artikel zu Müller-Brot auch aus der Süddeutschen vom gestrigen Tag:

(...)Noch am Morgen waren Hunderte Müller-Brot-Mitarbeiter gemeinsam mit der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten vor das bayerische Wirtschaftsministerium und die Staatskanzlei in der Münchner Innenstadt gezogen und hatten lautstark staatliche Hilfe durch eine Transfergesellschaft für die Mitarbeiter gefordert. Wirtschaftsminister Martin Zeil (FDP) drückte sein Mitgefühl aus und kritisierte ausdrücklich die Verantwortlichen in der Geschäftsführung und unter den Gesellschaftern. Deren Handeln bezeichnete Zeil als "verantwortungslos" und "gewissenlos".

Auf die Entscheidung für Ostendorf angesprochen, sagte Zeil, dies wolle er nicht kommentieren. Entscheiden müsse der Insolvenzverwalter. Staatliche Hilfe im Fall Müller-Brot lehnte der Staatsminister kategorisch ab. Er gehöre nicht zu den Politiker, die leere Versprechungen machen.

Was denn nun liebe Süddeutsche??? Schlechter Journalismus würde ich mal sagen.

Der Staatsminister selbst sagt dazu übrigens folgendes:

(...)Es dürfe aus Gründen der Gerechtigkeit und Gleichbehandlung keine Insolvenzen erster und zweiter Klasse geben. „Wie soll ich denn den von Arbeitslosigkeit bedrohten Beschäftigten von Müller Brot, Pfleiderer oder Nokia Siemens Networks erklären, dass ich den Schlecker-Mitarbeitern mit Steuergeldern helfe, ihnen aber nicht?(...)
 
Der Kommentar aus der sz bringt nichts auf den Punkt, sondern ist wirklich theatralischer Schmierenjournalismus. Da hat doch felis völlig Recht: Es ging nie um die Menschen, sondern darum, den Rest von Schlecker für einen Investor, jemanden, der damit Geld verdient, attraktiv zu machen. Immer wenn jemand richtig profitieren soll, dann müssen diese linksliberalen Gutmenschen irgendwelche "Menschen" vorschicken, um die es sowieso und überhaupt nie geht.

:wuerg:

Edit: Mueller-Brot kenne ich aus München. Dass die pleite sind, wundert mich nicht, das ist der schlechteste Bäcker den ich kenne. Bei Schlecker bin ich da trauriger, denn auch wenn ich im Viertel den Rossmann klar bevorzuge, hatte nur der Schlecker bis 20h auf, also zu Zeiten, an denen ich nach der Arbeit noch was kaufen konnte.
 
Wer an soetwas wie den Menschen glaubt, der müsste hier sofort einen Widerspruch zwischen der (liberalen) Ideologie des Kapitalismus einerseits und dem, was tatsächlich stattfindet, feststellen. Unter diesen Verhältnissen wird der Mensch zur Disposition gestellt. Fraglich ist zwar, ob man dies ändern kann - aber fraglos muss man diesen untragbaren Zustand nicht auch noch preisen und affirmieren, indem man so tut, als sei dies ein großartiger Sieg marktwirtschaftlicher Prinzipien. Der Sieg marktwirtschaftlicher Prinzipien bedeutet die ÜBerflüssigkeit des je Einzelnen, seinen Ausschluss aus dem Gebrauch des gesellschaftlich produzierten Reichtums und im Kern die Abschaffung des individuellen Subjekts. Wer demgegenüber auf Prinzipien rumreitet, hat sich im Kern bereits aus der Menschheit verabschiedet.

:beer:

Wenn ich diese Gewerkschaftsfunktionäre sehe, mit ihrer latent ausgelebten Doppel-und Dreifachmoral kann einem übel werden. Sie agieren genauso nutzlos für deren Klientel wie auch die FDP für die ihrige momentan.. na zumindest schon mal an der Saar :zzz:
 
Das ganze scheint wirklich scheinheilig zu sein. Und Gewerkschaften scheinen aktuell nur da zu sein, um ihre Pfründe aus vergangener Zeit zu verteidigen und nicht doch für jetzige Situationen einzustehen. Das ist meine Meinung pauschal´und ohne Begründung.
 
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