Allgemeiner Politik Thread

Es kann vieles. Es ergibt aber keinen Sinn und darum muss man es geradezu ketzerisch interpretieren, weil das zu gut passt. Es liegt ja immer in diesem Bedauern, dass irgendetwas sich "wieder" lohnen müsse, ehrliche Arbeit oder was auch immer, immer diese Beschwörung eines ominösen frühers, das es nie gegeben hat, was aber eine Sehnsucht ausdrückt, die im kollektiven bewusstsein verankert ist, die aber anzusprechen verboten war. Das "wieder" ist davon ein Überbleibsel.
 
Wenigstens die Zeit rund um den Mauerfall ist ganz sicher kein ominöses Früher, sondern völlig real. Wie es dir damals ergangen ist, weiß ich nicht, aber ich kann mich an die damalige Euphorie aufgrund der neu gewonnen Freiheit und der beginnenden Auflösung des Ost-West-Gegensatzes noch sehr gut erinnern.
 
Nur ist diese Rede vom diffusen "wieder" viel älter. Man muss sich einfach nur mal die Bilder von den riesigen Jubelveranstaltungen damals ankucken, um sich zu vergegenwärtigen, was damit gemeint sein könnte, das waren kollektive Ekstase- und erweckungserlebnisse, Gemeinschafts- und Verschmelzungserlebnisse. Nach 45 lag aber ein Tabu über diesen Erlebnissen und die Sehnsucht wurde eben nur noch diffus geäußert. Das wieder ist eben das verräterische Wort. Zumal es doch sehr merkwürdig ist, dass jemand, der sich die Freiheit auf die Fahne schreibt, ausgerechnet von Deutschland spricht an dieser stelle. Deutschland ist nun nicht gerade das Land, das man klassischerweise als Geburtsort der freiheit bezeichnen würde.
 
Revisionismus? Welchen denn, den Revisionismus derjenigen, die meinen es sei nicht alles schlcht gewesen zwischen 33-45 oder derjenigen, die die Monarchie wiederhaben wollen? :D
 
Die Weigerung, die Ergebnisse von 45 anzuerkennen, inklusive Oder-Neisse-Grenze, Verlust der Ostgebiete und natürlich totalitarismustheoretische Gleichsetzung von NS und Realsoz mit der damit verbundenen Relativierung der NS-Verbrechen und des Holocausts. Da hat Gauck das ganze Programm schon geboten.

finde es vor diesem Hintergrung umso erstaunlicher, dass spd und Grüne trotzdem so verbissen an ihm festhalten und ernsthaft so jemanden auf den Schild heben. Der war ja ursprünglich dazu gedacht, einen Keil in die Koalition zu treiben. Aber die glauben wirklich an diesen ausgemachten Rechten.
 
Tja da war das kommunistische Verdikt, daß die SPD Fachisten seien wohl nicht ganz unrichtig. Und die "Rasenlatscher" mit ihren kruden unsortierten "Weltansichten", spiegeln ohne es zu wissen ja auch oftmals das en vogue der dreißiger/vierziger Jahre in den selbsternannten "Eliten" Deutschlands wider.
 
Nach menschlichem Ermessen müsste die Tatsache, dass nun doch Gauck Präsident wird unserer scheinheiligen, doppelzüngigen einknickenden Kanzlerin als Niederlage gewertet werden. Sie hat mal wieder ihre nicht vorhandene Linie um 180Grad gewechselt. Und zwar nicht weil es ihr um Deutschland, uns Deutsche oder das Amt des Bundespräsidenten geht, sondern weil sie Angst um den Fortbestand der Koalition und damit den Verlust ihrer Macht hatte. Ihr sind Land und Leute völlig egal, sie klebt nur an ihrer Macht, diese Generalvertreterin von Pattex!! Nach all diesen Peinlichkeiten, Personalentscheidungen, planloser Politik und Fettnäpfchen, frage ich mich, was noch passieren muss, damit wir Deutsche endlich befreit werden??:(:(
 
Nach menschlichem Ermessen müsste die Tatsache, dass nun doch Gauck Präsident wird unserer scheinheiligen, doppelzüngigen einknickenden Kanzlerin als Niederlage gewertet werden. Sie hat mal wieder ihre nicht vorhandene Linie um 180Grad gewechselt. Und zwar nicht weil es ihr um Deutschland, uns Deutsche oder das Amt des Bundespräsidenten geht, sondern weil sie Angst um den Fortbestand der Koalition und damit den Verlust ihrer Macht hatte.

Die schwarz-gelbe Koalition ist Merkel egal (s. Atomausstieg, wo sie auf den Krus von Rot-Grün und damit gegen die FDP und Teile der Union gegangen ist), ihr geht es auschließlich um den eigenen Machterhalt (dahingehende Parallelen zu ihrem politischen Ziehvater Helmut Kohl sind dabei unverkennbar).

Nachdem Merkel es über Jahre gelungen ist, sich als "Teflon-Kanzlerin" (weil an ihr Negatives nichts haften bleibt) zu profilieren, so hat sie sich mit der Causa Bundespräsident nicht nur bekleckert, sondern beinahe übergossen. Sie hat Wulff, obwohl Gauck bereits 1999 als Unions-Kandidat für das Amt des Bundespräsidenten zur Debatte stand und schon 2010 eine breite Zustimmung innerhalb der Bevölkerung genoß, auch gegen ihren Koalitionspartner durchgeboxt und somit verhindert, daß ein über Parteigrenzen hinaus anerkannter Kandidat Bundespräsident wird und somit hat Merkel auch eine symbolische Geste zur nationalen Einheit verhindert.

Daß die Merkel jetzt auf den Vorschlag Gauck eingegangen ist, hat wohl ausschließlich machtpolitische Gründe, auch wenn sie damit indirekt zugeben mußte, vor 2 Jahren aufs falsche Pferd gesetzt zu haben. Sie hatte nur die Wahl, sich entweder dem Voschlag (Forderung?) Willen ihres Koalitionspartner FDP zu beugen oder bei der Bundesversammlung ohne eigene Mehrheit dazustehen, Und weil die zweite Variante eine viel größere Gefahr für ihre Macht bedeutet, ist Merkel trotz deren schlechten Umfragewerte auf die FDP eingegangen.
 
Kommt wohl darauf an, was man unter dem "teuer" als Maßstab nimmt, von der unterschiedlichen Dauer der Amtszeiten mal ganz zu schweigen.
 
Kein Kanzler vorher hat soviel Know-how zerstört wie sie - ein Blick in Ihre Partei reicht.

Wir haben jetzt den 2. ten Bundespräsidenten verschlissen. Respekt.

Und die CDU ist auf Gedeih und Verderb darauf angewiesen, dass der Hosenanzug weitermacht. Respekt.

Von der Finanzkrise wollen wir da mal lieber garnicht erst anfangen.

Und das unter Gasgerd wohl die folgenschwerste Entscheidung getroffen wurde, indem der Generationenvertrag aufgekündigt wurde und wir zu einer staatlich finanzierten privaten Altersvorsorge gewechselt sind, ändert wenig an vorgenanntem.
 
Ja, er hat das nicht so gesagt und so nicht gemeint. dennoch ergibt dieses "wieder" nur Sinn im Hinblick auf das kollektive Erlebnis eines Verschmelzens zur Volksgemeinschaft in den Jahren 1933 ff.

Man muss ganz schön einen an der Waffel haben, um aus diesen einen Satz einen Zusammenhang nur zur Nazizeit interpretieren zu wollen. :stirn:

Wir haben übrigens WIEDER den HSV vernichtend geschlagen... ;)
 
Lieber Neasy:

Da ist Maddin aber nicht ganz allein auf weiter Flur. Auch bspw. ein Geißler hat sehr wohl kritische Töne in Richtung Gauck gesendet. Wie ich meine zu Recht!
 
Kein Kanzler vorher hat soviel Know-how zerstört wie sie - ein Blick in Ihre Partei reicht.

Wir haben jetzt den 2. ten Bundespräsidenten verschlissen. Respekt.

Und die CDU ist auf Gedeih und Verderb darauf angewiesen, dass der Hosenanzug weitermacht. Respekt.

Von der Finanzkrise wollen wir da mal lieber garnicht erst anfangen.

Und das unter Gasgerd wohl die folgenschwerste Entscheidung getroffen wurde, indem der Generationenvertrag aufgekündigt wurde und wir zu einer staatlich finanzierten privaten Altersvorsorge gewechselt sind, ändert wenig an vorgenanntem.

Die Ursachen der Finanzkrise sind zum einen in den USA zu suchen. Die Ursachen für die Probleme in der Eurozone zu einem großen Teil bei der Schröder/Fischer Regierung. Bei strikter Anwendung Aufnahmekriterien wäre Griechenland niemals Mitglied der Eurozone geworden. Bei Anwendung der Maastricht Kriterien wäre solch derbe Überschuldung der Euroländer ebenfalls ausgeblieben. Da hätte es wohl schon früher einige schmerzhafte Sparmaßnahmen in einigen Euroländern bedurft, aber es wäre nicht so ausgeartet. Im Grunde kehrt man seit 2008 die Scherben der Vergangenheit zusammen.

Zu Geißler: Wenn man ihn gestern Abend bei Jauch gesehen hat, dann beschlich einen eher das Gefühl, dass der gute Mann den Job ganz gerne selbst angetragen bekommen hätte.
 
@Feli:

Putz mal Deine Brille. Wenn die FDP mit der CDU gekonnt hätte, wäre der Schaden wohl eher noch größer. Dein politischer Beißreflex ist bisweilen zum Kotzen, weil er Dir so dermaßen nen Knick in die Pupille macht. Echt krass!
 
@Feli:

Putz mal Deine Brille. Wenn die FDP mit der CDU gekonnt hätte, wäre der Schaden wohl eher noch größer. Dein politischer Beißreflex ist bisweilen zum Kotzen, weil er Dir so dermaßen nen Knick in die Pupille macht. Echt krass!

Das ist ja argumentativ ähnlich groß wie von neasy.

Ich würde auch der Analyse von felis keineswegs zustimmen. Krisen kommen nicht "aus den USA" sondern liegen in der krisenhaftigkeit der kapitalistischen Produktionsweise begründet, sind also systemimmanent.
 
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