Allgemeiner Politik Thread

Wieso ist er nicht überparteilich? Das muss man mir dann doch erklären. Ursprünglich wurde er von SPD und Grünen vorgeschlagen. Der Vorschlag stieß innerhalb der FDP auf Sympathien. Aber die Union wollte zwingend einen eigenen Kandidaten. Damals hat man aus - falscher Koalitionsdisziplin - mehrheitlich für Wulff gestimmt. Allerdings gab es auch in der Union genug Leute, die Gauck damals schon als bessere Wahl empfunden haben.

Jetzt frage ich dich wer könnte überparteilicher sein?


Jemand der nichts mit dem Politikbetrieb an sich zu tun hat, von mir aus jemand aus der Unterhaltungsbranche wie der Elstner oder Fuchsberger, eine Sportgrösse wie Beckenbauer oder Witt. Das sind jetzt nur Beispiele und keine Vorschläge, ich würde nur wenn es schon einen Repräsentanten geben muss dann jemand nehmen der auch repräsentieren kann und der in allen Bevölkerungsschichten Symphatien wecken kann!
 
Jemand der nichts mit dem Politikbetrieb an sich zu tun hat, von mir aus jemand aus der Unterhaltungsbranche wie der Elstner oder Fuchsberger, eine Sportgrösse wie Beckenbauer oder Witt. Das sind jetzt nur Beispiele und keine Vorschläge, ich würde nur wenn es schon einen Repräsentanten geben muss dann jemand nehmen der auch repräsentieren kann und der in allen Bevölkerungsschichten Symphatien wecken kann!

Es wird dem Amt aber nicht gerecht, wenn man es alleine auf die Repräsentationspflichten reduziert. Die Aufgaben eines Bundespräsidenten umfassen mehr, daher kann es nur von Vorteil sein, wenn es von jemandem ausgeübt wird, der auch Ahnung von den Dingen hat. Dass Gauck diese Ahnung besitzt, hat er als Leiter der Stasi-Akten-Behörde immer wieder bewiesen.
 
also würde die fdp gegen Merkel und die cdu mit grünen und spd Gauck wählen? Wenn nein: Dann ist dieser Beschluss unfug.

Um nochmal darauf zurückzukommen: Lt. Phoenix Informationen hat die FDP wohl tatsächlich den Koalitionsbruch riskiert. Das deckts sich mit den angesprochenen Stimmen, die ich aus der BTag-Fraktion vernommen hatte.

Es wird dem Amt aber nicht gerecht, wenn man es alleine auf die Repräsentationspflichten reduziert. Die Aufgaben eines Bundespräsidenten umfassen mehr, daher kann es nur von Vorteil sein, wenn es von jemandem ausgeübt wird, der auch Ahnung von den Dingen hat. Dass Gauck diese Ahnung besitzt, hat er als Leiter der Stasi-Akten-Behörde immer wieder bewiesen.

:tnx:

Also diese ganzen Vorschläge wie Gottschalk oder Beckenbauer sind ja auch nur sehr bedingt ernstzunehmen. Man wird sich übrigens wundern wie viele Prominente da auch klare Präferenzen zu Parteien oder sogar entsprechende Mitgliedschaften haben.
Rehagel wurde soweit ich weiss von der Union sogar mal zum Wahlmann in die Bundesversammlung berufen.
 
Die Überparteilichkeit ergibt sich doch sowieso spätestens mit dem Amt selbst.
Ich versteh ja irgendwo einen gewissen Frust, dass verlangt wird einen Partei-fernen oder bisher Politik-fernen Präsidenten im Amt zu haben, aber das gibt's realistischerweise nun mal nicht.
Jeder, wirklich jeder Kandidat hatte bislang ein Parteibuch, da kann man sich dann doch freuen, dass die Bundesversammlung nun bald jemanden ohne Parteibuch als BP wählen kann...

Als FDP-Mitglied hat mich das Vabanque-Spiel von Rösler doch etwas erstaunt, aber ich freu mich, dass er die Chuzpe hatte solch ein Risko einzugehen. Obwohl man von Mutti Merkel sowieso weiß, dass sie gerne schnell ihre Meinung ändert - siehe Energiewende etc.
Ich hätte wirklich nicht gedacht, dass Merkel tatsächlich Gauck zustimmt, weil das ein sooo offensichtliches Eingeständnis ihres Fehlers vor zwei Jahren gewesen wäre...
 
Also diese ganzen Vorschläge wie Gottschalk oder Beckenbauer sind ja auch nur sehr bedingt ernstzunehmen. Man wird sich übrigens wundern wie viele Prominente da auch klare Präferenzen zu Parteien oder sogar entsprechende Mitgliedschaften haben.
Rehagel wurde soweit ich weiss von der Union sogar mal zum Wahlmann in die Bundesversammlung berufen.

und ich möchte auch mal an diese lächerliche Aktion von den Linken erinnern, die mal Peter Sodann nominiert hatten...
 
Jetzt frage ich dich wer könnte überparteilicher sein?

Ich glaube, viele wünschen sich weniger einen überparteilichen als einen "unpolitischeren" Bundespräsidenten.

Gauck hat sich zum Beispiel klar für den Kapitalismus ausgesprochen und Bestrebungen, die Macht der Finanzmärkte zu beschränken, als "unsäglich albern" abgetan.

Und Sarrazin hat er attestiert "Mut bewiesen" zu haben.


Nein, freuen kann ich mich auf ihn wirklich nicht...
 
und ich möchte auch mal an diese lächerliche Aktion von den Linken erinnern, die mal Peter Sodann nominiert hatten...

War ne ganz große Aktion! :ugly:

Ich glaube, viele wünschen sich weniger einen überparteilichen als einen "unpolitischeren" Bundespräsidenten.
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Das Amt ist zwar überparteilich aber eben alles andere als unpolitisch. Das sollte man schon zur Kenntnis nehmen.
 
Ok. Aber das ist etwas anderes, als das, was bei mir von deiner Aussage angekommen war.

Zugegeben, es war unglücklich formuliert. Ich habe halt die politischen Äußerungen, die er von sich gegeben hat, wiedergegeben. In dem Zusammenhang hätte ich darauf verzichten sollen, sie auch gleich inhaltlich zu kommentieren.

Jedenfalls gebe ich Dir Recht: einen "unpolitischen" Kandidaten kann es eigentlich nicht geben. Denn dass er sich mit politischen Themen auseinandersetzt erwarte ich sogar. Einen "Nichtwähler aus Faulheit" will ich wahrlich nicht im Schloss sehen.
 
Gauck sagt: Die Deutschen sollen "wieder" lernen, dass sie in einem tollen Land leben. Das sind die Sätze, die vollkommen ungewollt offenbaren, dass wir im Postfaschismus leben.
 
Du solltest aber schon erwähnen, wie der Satz dann weiterging:

"Weil es ihnen die wunderbaren Möglichkeiten gibt, in einem erfüllten Leben Freiheit zu etwas und für etwas zu leben."


Okay, ehrlich gesagt verstehe ich nicht wirklich, was er uns damit sagen will... aber einen Zusammenhang mit dem Faschismus sehe ich jedenfalls nicht.

Jedenfalls sagt er auch, dass er in 50 Jahren Diktatur aufgewachsen sei. Und da nur 40 Jahre davon die SED-Diktatur waren, sagt er, dass er beide deutsche Diktaturen des 20. Jahrhunderts schlimm findet.
 
Ja, er hat das nicht so gesagt und so nicht gemeint. dennoch ergibt dieses "wieder" nur Sinn im Hinblick auf das kollektive Erlebnis eines Verschmelzens zur Volksgemeinschaft in den Jahren 1933 ff. Auf welches Früher soll das wieder sich denn beziehen?

Auch die sehnsucht nach Überparteilichkeit und Überwindung des Parteiengezänks geht ganz in diese richtung. Wir kennen keine Parteien mehr, wir kennen nur noch Gauckianer.
 
Auf welches Früher soll das wieder sich denn beziehen?.

Auch vor 1933, ja sogar vor 1914 oder 1871 gab es ein Zusammengehörigkeitsgefühl der Deutschen. Dass das nicht nur negative Dinge meinen muss hat sich in der 1848er Revolution gezeigt.

Ich halte zwar generell nichts davon, "stolz" auf "sein" Land zu sein (man selbst hat ja schließlich nichts geleistet), aber nicht jede Art von Zusammengehörigkeitsgefühl hat etwas mit Faschismus zu tun. Problematisch wird es erst, wenn man die eigene Gemeinschaft für höherwertig hält als andere.
 
Auch vor 1933, ja sogar vor 1914 oder 1871 gab es ein Zusammengehörigkeitsgefühl der Deutschen. Dass das nicht nur negative Dinge meinen muss hat sich in der 1848er Revolution gezeigt.

Ich halte zwar generell nichts davon, "stolz" auf "sein" Land zu sein (man selbst hat ja schließlich nichts geleistet), aber nicht jede Art von Zusammengehörigkeitsgefühl hat etwas mit Faschismus zu tun. Problematisch wird es erst, wenn man die eigene Gemeinschaft für höherwertig hält als andere.

Völlig richtig. Das Gaucksche "wieder" kann sich zudem auch auf 1989/1990 beziehen, als durchaus nach dem Fall der Mauer ein enormes Zusammengehörigkeitsgefühl zu spüren war.
 
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