Allgemeiner Politik Thread

Der Begriff liberal ist extrem weit gefächert und lässt sich auf dem Parteienspektrum von rechts nach links nicht einordnen. Nicht umsonst gab es in der Geschichte links- und rechtsliberale, die sich gegenseitig gern haben konnten.

Stimmt. Dennoch gibt es den Grundgedanken des Liberalismus, der sich die Freiheit des Individuums und den weitestgehenden Schutz vor staatlichen Zugriffen zum Ziel setzt.

Themen, wie eine öffentliche Zugänglichkeit des bisher privatgeglaubten Gedankenguts ist ein (fast schon radikaler, aber trotzdem-) liberaler Gedanke, um nur ein beispiel zu nennen.

Gedankenfreiheit ist eine urliberale Forderung, aber damit ist etwas komplett anderes gemeint als die Enteignung derer Denkenden. Gerade die seltsamen Ideen der Piraten zum Urheberrecht und zum künftigen Lebensunterhalt von Künstlern, Musikern, Autoren und anderen zeigen, wie ganz und gar unliberal die Piraten sind.
 
Stimmt. Dennoch gibt es den Grundgedanken des Liberalismus, der sich die Freiheit des Individuums und den weitestgehenden Schutz vor staatlichen Zugriffen zum Ziel setzt.

Gedankenfreiheit ist eine urliberale Forderung, aber damit ist etwas komplett anderes gemeint als die Enteignung derer Denkenden. Gerade die seltsamen Ideen der Piraten zum Urheberrecht und zum künftigen Lebensunterhalt von Künstlern, Musikern, Autoren und anderen zeigen, wie ganz und gar unliberal die Piraten sind.


Dank dir für die Klarstellung. Ansonsten hätte ich es geschrieben. Auch "geistiges Eigentum" ist Eigentum. Und das individuelle Eigentumsrecht ist eine fundamentaler Grundgedanke des Liberalismus.

Allerdings bleibt grundsätzlich abzuwarten wohin sich die Piraten entwickeln werden. Ob es für ihre Entwicklung so gut war so schnell in ein Landesparlament eingezogen zu sein wird man abwarten müssen.

Viele, auch gerde die von der_1910, angesprochenen Ideen der innerparteilichen Arbeit sind durchaus interessant. Bleibt abzuwarten, ob das alles wirklich praktikabel ist. Insbesondere auch an Gesetzen.

Die Süddeutsche geht heute zumindest hart mit ihnen in die Kritik, wobei ich wie gesagt noch abwarten würde wie sich das weiterentwickelt, ist es schon ein bisschen schwierig, wenn sich eine Partei, die in einem deutschen Landesparlament vertreten ist, so gar keine Meinung zur Eurokrise hat.
 
Das stimmt, Niedersachse und felis. Das hatte ich nicht bedacht. Ich hätte aber auch mehr als dieses eine Beispiel anführen sollen.
 
Die Süddeutsche geht heute zumindest hart mit ihnen in die Kritik, wobei ich wie gesagt noch abwarten würde wie sich das weiterentwickelt, ist es schon ein bisschen schwierig, wenn sich eine Partei, die in einem deutschen Landesparlament vertreten ist, so gar keine Meinung zur Eurokrise hat.

Wäre man böswillig, könnte man das als Grundprinzip des Piratenhandels betrachten: Man wartet, bis andere etwas erarbeiten, und macht sich das dann ohne eigenes Zutun und völlig ohne Gegenleistung zunutze - egal, ob es um eine Meinung zu politischen Fragen oder Musik aus dem Internet geht... ;)
 
Das stimmt, Niedersachse und felis. Das hatte ich nicht bedacht. Ich hätte aber auch mehr als dieses eine Beispiel anführen sollen.

Auch die Eigentumsdefinition muss überdacht werden. Da können die Piraten durchaus als Denkanstoß verstanden werden. Zum Beispiel bin ich der Meinung, dass es keine Eigentumsrechte an Gensequenzen von "natürlichen" Pflanzen geben kann. Höchstens auf das Verfahren diese zu ermitteln.

@Niedersachse: Kann man so sehen. Und wenn man sich deren bisherige Programmtik, die wie gesagt noch ziemlich dünn ist und sich eben auch bisher auf einige sehr begrenzte Lebensausschnitte begrenzt, dann ist da häufig nicht so viel "Neues" zu entdecken. Tatsächlich gibt es sogar in den Bereichen ihrer Kernkompetenzen Vorschläge/Ideen, die bei der ein oder anderen etablierten Partei auch schon so Programmatik sind und zwar schon etwas länger. Wie so häufig scheitert es dann an der Umsetzung.
 
Ideen anderer zu übernehmen ist jedoch politisches Tagesgeschäft. Würde ich nicht überbewerten.

Gar keine Frage, aber bei meinem Spott ging es mir um die "Wir müssen erst mal abwarten, was andere für uns ausarbeiten"-Mentalität. Natürlich ist es üblich und gut, sich von anderen Denkanstöße zu holen, aber sich aus aktuellen Fragen nahezu komplett herauszuhalten, weil man erst noch abwarten muss, was die Schwarmintelligenz für einen als Haltung ausspuckt, finde ich bedenklich.
 
Wäre schön, wenn man Denkanstöße übernehmen würde. Vielmehr sind es politische Ideen aber nur dann, wenn die Wählerstimmen versprechen.

Diese Strategie der Piratenpartei hingegen ist jetzt eine Konsequenz aus zuwenig politischer Kompetenz außerhalb des Netzes jund mit Abstrichen der Bürgerrechte. Die müssen schneller politisch agieren, als ihnen selber bewusst war.

Jetzt müssen Konzepte her. Können wir nicht liefern. Wir müssen aber trotzdem unser Image als alternative, aber modener Saubermanndemokraten wahren. Hm, was machen wir bloß? Das ist die Idee - wir machen es einfach allen recht.
 
http://www.weser-kurier.de/Artikel/Bremen/Vermischtes/514583/Das-Universum-ist-in-Geldnot.html


Das Universum droht Pleite zu gehen!! Eigentlich schade, es war mal ein Vorzeigeprojekt und vom Konzept her ursprünglich auch ganz gut gedacht. Damals war das Universum ohne teure Vorfinanzierung durch den Staat, bzw. den Steuerzahler ausgekommen. Lediglich der Anbau wurde mitfinantziert. Und da begannen die Probleme!! Mit dem Anbau hat sich das Universum übernommen, danach ist das Universum unpersönlicher geworden, die ersten Besucherrückgänge wurden verzeichnet. Man hätte damals (2007) das Geld lieber in die existierende Ausstellung stecken sollen. Damals waren schon etliche Exponate im Universum veraltet, Monitore u.ä. hätten ausgetauscht werden sollen. Stattdessen investierte man in eine Hachez-Ausstellung die gefloppt ist. Das Hauptproblem des Universum ist aber die viel zu große Verwaltung! Es gibt einfach viel zu viele Abteilungen mit jeweiligen Leitern und Stellvertretern...etc. wenn man das mit anderen Science Centern vergleicht, merkt man, dass das genau das Problem war. Das Beste wäre es nun, die alte Management Ges. würde abdanken und es gäbe einen neuen Besitzer mit neuen Konzepten. :tnx:
 
Ideen anderer zu übernehmen ist jedoch politisches Tagesgeschäft. Würde ich nicht überbewerten.

Absolut - Ideen, Konzepte, Lebensweisen, Denkweisen.. Imitation ist ein Motor der Entwicklung der Menschen und ihrer geschaffenen Systeme, wer kann schon von sich behaupten etwas "komplett Neues" erschaffen od. kreiert zu haben? Die Musikindustrie bspw. mit Sicherheit nicht. Alles was wir hier hören können gab es vorher schon.. die grossen Meister, Bach & Konsorten hatten das schon ausgelotet. Und nun wurden Gesetze geschaffen um die Dummheit der Konsumenten in bare Münze umzuwandeln.. wenn ich "Urheberrecht" auf einer POP Scheibe lese kann ich nur müde lächeln.

Ein "Recht auf geistiges Eigentum" halte ich für einen Witz.. kann nicht funktionieren auf Dauer, dafür sind die Menschen dann doch nicht dumm genug, hoffe ich.. mag es auch nicht diskutieren weil ich mich dann vor "Belehrungen" nicht mehr retten könnte vermutlich. :tnx:
 
Stimmt. Dennoch gibt es den Grundgedanken des Liberalismus, der sich die Freiheit des Individuums und den weitestgehenden Schutz vor staatlichen Zugriffen zum Ziel setzt.

Gedankenfreiheit ist eine urliberale Forderung, aber damit ist etwas komplett anderes gemeint als die Enteignung derer Denkenden. Gerade die seltsamen Ideen der Piraten zum Urheberrecht und zum künftigen Lebensunterhalt von Künstlern, Musikern, Autoren und anderen zeigen, wie ganz und gar unliberal die Piraten sind.

Oha. "Enteignung" ist schon eher ein Thema der LINKSpartei.
Den PIRATEN geht es eher darum das Urheberrecht wieder auf die Füße zu stellen. Seit einigen Jahren ist die marktwirtschaftliche Verwertungslogik auf alle Lebensbereiche ausgeweitet worden. Im Zuge der Bologna-Reform sollten sich die Studierenden zukünftig als Kunden ansehen, auch die KSK ist eine problematische Einrichtung. (Details)

Teil dieser Entwicklung ist auch das TRIPS-Abkommen. (Link1 Link2 Link3)

Es ist kaum möglich diese Entwicklungen voneinander zu trennen. All diesen Entwicklungen liegt das Problem zu Grunde, dass sich die Produktionswirtschaft zu gewissen Teilen von der Herstellung materieller Güter auf die Bereitstellung von Dienstleistungen verlagert hat.
Beispielsweise ist die Vermittlung von Wissen an Bildungseinrichtungen vom Status der "Ausbildung" weggekommen, wird also nicht mehr so wie früher als Herstellung von Arbeitsfähigkeit betrachtet, also als von der Gesellschaft zu leistende Vorbedingung für Teilhabe/Einsatzbefähigung, sondern als Ware/Investment/Dienstleistung. (Auch die Terminologie hat sich entsprechend gewandelt.)

Doch nicht nur Bildung, sondern auch, wie oben schon anklang, die Schaffung von Kunst ist zu einer Dienstleistung geworden für welche der Künstler entlohnt werden soll. Daran ist nichts Schlechtes zu finden!
Der Teufel steckt allerdings im Detail: Dass was eine Gesellschaft ausmacht sind nebst anderem ihre Kultur, Musik, Literatur, Malerei usw.: ihre Gemeinschaftlichkeit im Erleben, Denken, Fühlen und Rezipieren. - Heute eher gemeinsames konsumieren.(Literaturtip für Geschichtsfreunde)

Wenn der Zugang zur Kultur, zur Gesellschaft ökonomisiert ist, ist Geld meine Eintrittskarte in die Gesellschaft. Habe ich keins oder nur wenig davon bin ich jedoch nicht allein: es bilden sich Sub- und Parallelgesellschaften. Einem zivilen Miteinander ist das Abträglich, da die Grenzen entlang des Wohlstands verlaufen...
Nun, wie kommt dann aber der Kunstschaffende zu seinem Recht? Zum Einen, indem die Gesellschaft die Kosten übernimmt - Sozialversicherung des Künstlers & bspw. stufenweise freier(er) Zugang zu der Kunst.
Hier sind wir schon beim Urheberrecht angelangt. Die PIRATENPARTEI hat auf ihrer Internetseite dazu folgende Meinung:

"Wir erkennen die Persönlichkeitsrechte der Urheber an ihrem Werk in vollem Umfang an. Die heutige Regelung der Verwertungsrechte wird einem fairen Ausgleich zwischen den berechtigten wirtschaftlichen Interessen der Urheber und dem öffentlichen Interesse an Zugang zu Wissen und Kultur jedoch nicht gerecht. Im Allgemeinen wird für die Schaffung eines Werkes in erheblichem Maße auf den öffentlichen Schatz an Schöpfungen zurückgegriffen. Die Rückführung von Werken in den öffentlichen Raum ist daher nicht nur berechtigt, sondern im Sinne der Nachhaltigkeit der menschlichen Schöpfungsfähigkeiten von essentieller Wichtigkeit. Es sind daher Rahmenbedingungen zu schaffen, welche eine faire Rückführung in den öffentlichen Raum ermöglichen. Dies schließt insbesondere eine drastische Verkürzung der Dauer von Rechtsansprüchen auf urheberrechtliche Werke unter die im TRIPS-Abkommen vorgegebenen Fristen ein."
[___ von mir]

Fotos bspw. geniessen ein 50jähriges Schutzrecht. (Link1 Link2)

Eine Übersicht der Sperrfristen.

Es ist vielen Menschen gar nicht klar dass das heutige Urheberrecht nicht nur die Rechte der Schaffenden verteidigt, sondern vor allem die Verwertungsrechte der Verlage, Labels und Publisher. Bis zu 70 oder gar 100 Jahre nach dem Tod des Urhebers ist die Verwendung der Ideen beschränkt/in privater Hand. Somit wird Wissen und Kultur massiv privatisiert.

Ein Lösungsvorschlag lautet: ahnlich wie bei der VG Wort solle eine "Kulturflatrate" eingeführt werden. Verschiedene Modelle sind denkbar, Nutzniesser wären die Kreativen selbst - da sie nicht auf die Verwertungsindustrie angewiesen wären sondern in "direktem" Verhältnis mit den Konsumenten stehen würden.

Es geht also nicht um "Enteignung" sondern um fairen Interessanausgleich, nachhaltigen Fortschritt und gesellschaftliche Teilhabe. Ein ziemlich großes Thema für eine kleine Partei.
Von keiner anderen Partei gibt es dazu auch nur im Ansatz ähnlich durchdachte Modelle.

Edit sagt: Urheberrechtsverletzung - interessanter Artikel
 
Die Süddeutsche geht heute zumindest hart mit ihnen in die Kritik, wobei ich wie gesagt noch abwarten würde wie sich das weiterentwickelt, ist es schon ein bisschen schwierig, wenn sich eine Partei, die in einem deutschen Landesparlament vertreten ist, so gar keine Meinung zur Eurokrise hat.

Den Artikel habe ich gelesen. Halte ich für tendentiösen Journalismus: da wollte sich jemand aufregen und hat dafür einiges absichtlich Mißverstanden. Anderswo liesst sich das ganz anders: Zeit SPON

Der Vorwurf zu Afghanistan und der €-Krise kein Konzept zu haben ist schlichtweg albern. Auch die Partei mit der angeblich größten Wirtschaftskompetenz in diesem Land, die FDP - oder war es die CDU? - hat dazu kein schlüssiges Konzept. Denn es ist kein singuläres Problem. Es sind 27 verschiedene nationale Probleme, unzählige Bi- und Multilaterale Probleme, lokale Auswirkungen/Probleme --- und wir haben noch nicht einmal Europa verlassen geschweige denn London problematisiert. Hierzu ein schlüssiges Konzept zu verlangen ist eine Fangfrage seitens der Presse. Ziel: fette Schlagzeilen a la "PIRATEN fordern Quatsch". Das S.Nerz nicht darauf eingeht ist die einzig richtige Reaktion.

Die Aussenpolitik der BRD ist auch ein weites und schwieriges Feld. Wir haben Partner und Freunde, denen will man nicht nachts in einer dunklen Gasse begegnen. Syrien bspw. Wir sind in Afghanistan aktiv um, ja, warum eigentlich genau? Struck hatte den schönen Satz von der Verteidigung der Freiheit am Hindukusch rausgenebelt. Warum jedoch verteidigen wir die nicht in Saudi-Arabien (Herrkunftsland und Förderer der meisten weltbekannten Terroristen, Diktatur...) oder in Nordafrika - na gut, das haben die mittlerweile selber geregelt, aber Mubarak, Gaddafi & Co. waren unsere "Freunde", Handelspartner und möglicherweise ein geringeres Übel. Man kann sich ja nicht mit jedem Diktator gleichzeitig anlegen.
Welches aussenpolitische Konzept hätten's denn gern? Das vom Genscher? (Scheckbuch) Das vom Fischer?
[lesenswert aus der Zeit: "Ein grüner Minister trat gegenüber einem griechischen Sozialdemokraten für den Erwerb von Kampfflugzeugen für Griechenland ein"]

Im Laufe des Jahres wird sich das konkretisieren. Es ist aber davon auszugehen, dass sich die Prinzipien der PIRATEN im Wirtschaftskonzept und aussenpolitischen Konzept wieder finden.
 
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Es ist vielen Menschen gar nicht klar dass das heutige Urheberrecht nicht nur die Rechte der Schaffenden verteidigt, sondern vor allem die Verwertungsrechte der Verlage, Labels und Publisher. Bis zu 70 oder gar 100 Jahre nach dem Tod des Urhebers ist die Verwendung der Ideen beschränkt/in privater Hand. Somit wird Wissen und Kultur massiv privatisiert.

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Es geht also nicht um "Enteignung" sondern um fairen Interessanausgleich, nachhaltigen Fortschritt und gesellschaftliche Teilhabe.

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Halte ich für einen prima Ansatz, wird jedoch schwer werden da was zu bewegen.. gibt es denn auch in den USA schon in diese Richtung denkend tendierende Politiker? Ohne deren "goodwill" wird hier kein Staat zu machen sein.
 
Wäre man böswillig, könnte man das als Grundprinzip des Piratenhandels betrachten: Man wartet, bis andere etwas erarbeiten, und macht sich das dann ohne eigenes Zutun und völlig ohne Gegenleistung zunutze - egal, ob es um eine Meinung zu politischen Fragen oder Musik aus dem Internet geht... ;)

Man könnte es auch anders sehen: die Piraten (real) haben schon recht früh eine Art funktionierender Sozialversicherung eingeführt. Demokratie ergab sich für Piraten - in gewissen Grenzen - von selbst.

Henry Morgan:
"Bald führte er die Bukanier an und war Urheber des sogenannten Piratencodex, den jeder Pirat unterschrieb. Darin war ein demokratisches Mitspracherecht bei der Kapitänswahl, der Anteil der Beute, sowie eine Entschädigung für etwaige Verwundungen festgelegt."

Zur Piratenpartei: Jahrelang haben Nutzer und Experten auf Parteien eingeredet und versucht, Gehör zu finden. Man ist abgeblockt, verlacht und vertröstet worden - wirtschaftliche Interessen großer Konzerne bekamen stets Vorrang gegenüber Anwendern sowie Kreativen eingeräumt.
Nun machen wir es eben selbst.
 
Halte ich für einen prima Ansatz, wird jedoch schwer werden da was zu bewegen.. gibt es denn auch in den USA schon in diese Richtung denkend tendierende Politiker? Ohne deren "goodwill" wird hier kein Staat zu machen sein.

Gibt es schon, aber meines Wissens nach(!) nicht auf präsidialer Ebene. Aus den glorreichen USA, dem Land der Freien --- :wuerg: --- 'tschuldigung...
kommen eher gegenteilige Forderungen. Auch was die Verwertung pflanzlicher Gensequenzen und die Patentierung von eigentlich allem betrifft.
In den Entwicklungsländern ist man Monsanto & Co. auch überaus dankbar. :zweifeln:
 
Gibt es schon, aber meines Wissens nach(!) nicht auf präsidialer Ebene. Aus den glorreichen USA, dem Land der Freien --- :wuerg: --- 'tschuldigung...
kommen eher gegenteilige Forderungen. Auch was die Verwertung pflanzlicher Gensequenzen und die Patentierung von eigentlich allem betrifft.
In den Entwicklungsländern ist man Monsanto & Co. auch überaus dankbar. :zweifeln:

Hier hatte man es mit Bioplant (gehört zu Europlant) zu tun.. besser wäre als Bezeichnung für die Firma wohl Genmutationsplant geeignet.
 
Oha. "Enteignung" ist schon eher ein Thema der LINKSpartei.
Den PIRATEN geht es eher darum das Urheberrecht wieder auf die Füße zu stellen.

Oh nein, der Ruf nach Enteignung ist keineswegs auf das Klientel der Linkspartei beschränkt. Eine geistige Nähe dazu findet sich - wie bei anderen Punkten - ebenso bei den Piraten, auch wenn "das Urheberrecht wieder auf die Füße zu stellen" wesentlich gefälliger klingt.

Doch nicht nur Bildung, sondern auch, wie oben schon anklang, die Schaffung von Kunst ist zu einer Dienstleistung geworden für welche der Künstler entlohnt werden soll. Daran ist nichts Schlechtes zu finden!

Hier sollten die Piraten zunächst einmal an ihrem Kunstbegriff arbeiten. Das Schaffen von Kunst als bloße Dienstleistung zu betrachten ist eine Haltung, die den Kunstgenuss zum schlichten Konsum verkommen lässt, aber dem Schaffensprozess nicht gerecht wird.

Wenn der Zugang zur Kultur, zur Gesellschaft ökonomisiert ist, ist Geld meine Eintrittskarte in die Gesellschaft. Habe ich keins oder nur wenig davon bin ich jedoch nicht allein: es bilden sich Sub- und Parallelgesellschaften. Einem zivilen Miteinander ist das Abträglich, da die Grenzen entlang des Wohlstands verlaufen...

Ein hübsch düsteres Szenario, das allerdings mit der Realität kaum in Einklang zu bringen ist. Teilhabe an Kultur ist auch heute schon mit geringsten finanziellen Mitteln möglich durch die Nutzung von öffentlichen Büchereien, Museen, Galerien, Konzerten oder Theateraufführungen.

Nun, wie kommt dann aber der Kunstschaffende zu seinem Recht? Zum Einen, indem die Gesellschaft die Kosten übernimmt - Sozialversicherung des Künstlers & bspw. stufenweise freier(er) Zugang zu der Kunst.

Die Gesellschaft trägt heute schon einen Großteil der Kosten des Kulturzugangs mit der Subventionierung von Büchereien, Museen und anderen Einrichtungen. Warum soll es fairer sein, wenn nicht mehr der Kulturgenuss, sondern nur noch der Künstler alimentiert wird?

"Wir erkennen die Persönlichkeitsrechte der Urheber an ihrem Werk in vollem Umfang an. Die heutige Regelung der Verwertungsrechte wird einem fairen Ausgleich zwischen den berechtigten wirtschaftlichen Interessen der Urheber und dem öffentlichen Interesse an Zugang zu Wissen und Kultur jedoch nicht gerecht. Im Allgemeinen wird für die Schaffung eines Werkes in erheblichem Maße auf den öffentlichen Schatz an Schöpfungen zurückgegriffen. Die Rückführung von Werken in den öffentlichen Raum ist daher nicht nur berechtigt, sondern im Sinne der Nachhaltigkeit der menschlichen Schöpfungsfähigkeiten von essentieller Wichtigkeit. Es sind daher Rahmenbedingungen zu schaffen, welche eine faire Rückführung in den öffentlichen Raum ermöglichen. Dies schließt insbesondere eine drastische Verkürzung der Dauer von Rechtsansprüchen auf urheberrechtliche Werke unter die im TRIPS-Abkommen vorgegebenen Fristen ein."
[___ von mir]

Verzeihung, aber die Meinung der Piraten dazu ist großer Humbug. Auf welchen öffentlichen Schatz wird denn beim künstlerischen Schaffen zurückgegriffen? Wenn es beispielsweise bei Autoren die Sprache ist, warum schreibt dann nicht jeder einen Roman? Wenn es die Musik ist, warum komponiert dann nicht jeder eine Hitsingle oder eine Symphonie? Zum Schaffen eines künstlerischen Werks braucht es weit mehr, beispielsweise ein gerüttelt Maß an Zeit für den Schaffensprozess, und diese Zeit ist keinesfalls Allgemeingut der Gesellschaft, sondern persönlicher Einsatz des Künstlers, für den er berechtigterweise eine Gegenleistung erwarten darf.

Es ist vielen Menschen gar nicht klar dass das heutige Urheberrecht nicht nur die Rechte der Schaffenden verteidigt, sondern vor allem die Verwertungsrechte der Verlage, Labels und Publisher. Bis zu 70 oder gar 100 Jahre nach dem Tod des Urhebers ist die Verwendung der Ideen beschränkt/in privater Hand. Somit wird Wissen und Kultur massiv privatisiert.

Ja, und? Warum soll ein Privatmensch, der seine privaten Mittel für das Schaffen eines Kunstwerks einsetzt, nicht auch davon profitieren dürfen? Die Nutzung der Werke ist dennoch jedem möglich, der sie kauft oder ausleiht.

Ein Lösungsvorschlag lautet: ahnlich wie bei der VG Wort solle eine "Kulturflatrate" eingeführt werden. Verschiedene Modelle sind denkbar, Nutzniesser wären die Kreativen selbst - da sie nicht auf die Verwertungsindustrie angewiesen wären sondern in "direktem" Verhältnis mit den Konsumenten stehen würden.

Bei aller Liebe: Wer die Zahlungen der VG Wort für einen fairen Ausgleich hält, zeigt ein erschreckendes Maß an Geringschätzung für die Arbeit von Autoren.

Auch das Anklagen der Verwertungsindustrie entspricht zwar dem Zeitgeist, zeigt aber nur die Unkenntnis der Sachlage. So ist beispielsweise in der Literatur nicht jedes Buch ein Bestseller, der sich wie geschnitten Brot verkauft, sondern die Gewinne, die damit gemacht werden, kommen zum Teil auch den Autoren zugute, die nicht solchen Zuspruch finden, denn auch ihre Bücher werden gedruckt und betreut.

Darüber hinaus hat das Urheberrecht nicht nur eine wirtschaftliche Bedeutung, sondern es dient auch dem Schutz des Werks vor unbefugter Veränderung.
 
Ich mach es ein wenig kürzer als Niedersachse.

Das, was die Piraten da fordern ist auf alle gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Bereiche theoretisch anwendbar. Schafft aber das Privateigentum faktisch ab und überführt dies insgesamt in Kollektiveigentum.

Nur ein Beispiel: Auch die Produktion einer Mercedes S-Klasse ist am Ende auf bereits vorhandenes Wissen zurückzuführen. In der Logik der Piraten würde dies nichts anderes bedeuten, als dass jeder einen Anspruch auf den Zugang zu solch einem Produkt hätte, da dies ursprünglich auf freiem kollektivem Wissen beruht.
Die "Kunst", und nicht nur die im besonderen Wortsinn, besteht ja gerade darin aus dem bereits vorhandenen etwas "Neues" zuschaffen. Wenn du diesen Schaffensprozess, wie ihn der Niedersachse eben Bereich der Kultur beschrieben hat, negierts, dann kannst du die Forderung danach stellen, dass jeder freien Zugang dazu haben müsste.

Wie ich bereits sagte: In meinen Augen kann es kein Eigentum an der Gensequenz einer in der Natur vorkommenden Pflanze gegeben, wohl aber an dem Verfahren zu Entschlüsselung und an der Sequenz einer künstlich genveränderten Pflanze. Letzteres setzt nämlich einen Schaffensprozess voraus.
 
Den Artikel habe ich gelesen. Halte ich für tendentiösen Journalismus: da wollte sich jemand aufregen und hat dafür einiges absichtlich Mißverstanden. Anderswo liesst sich das ganz anders: Zeit SPON
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Wie ich bereits sagte finde ich den Artikel auch nicht fair. Und Konzepte zu der Europroblematik findest du bei allen sog. etablierten Parteien. Ob Konzepte "schlüssig" sind oder dazu geeignet sind eine "Lösung" des Problems herbeizuführen, steht immer auf einem anderen Blatt. Aber das ist dann ja genau der Inhalt der politischen Debatte.
Ganz ohne irgendein Konzept aufzutreten hingegen halte ich für schwierig. Wobei ich das wie gesagt bei einer Partei in der Entstehungsphase zum Teil noch entschuldigen mag. Allerdings eben nicht zu hochaktuellen und brisanten Themen wie der Eurokrise.
 
In meinen Augen kann es kein Eigentum an der Gensequenz einer in der Natur vorkommenden Pflanze gegeben, wohl aber an dem Verfahren zu Entschlüsselung und an der Sequenz einer künstlich genveränderten Pflanze. Letzteres setzt nämlich einen Schaffensprozess voraus.

Und genau dieser Schaffensprozess wird dazu verwendet Menschen knechten zu wollen. Montesanto bspw. halte ich für nötig wie einen Kropf. Es geht hier einzig und alleine darum Marktmacht zu bekommen und deren Aktionären gute Dividende ausschütten zu können. Der Konzern machte schon mit etlichen Versuchen politischer Einflussnahmen von sich reden.

Weiterhin konnte ich nicht bei der_1910 herauslesen, dass das Prinzip von Eigentum abgeschaft werden soll (hier würde ich nicht "Eigentum" mit dem "Recht auf geistiges Eigentum" vermischen wollen). Eine solch "sozialistische" Forderung kann ich nicht erkennen Felis.
 
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