Also, das was du hier von dir gibst, ist reichlich krass. Damals hat dieses Regime seine Macht nur deswegen bewahren können, weil sie an die Aufständischen und deren Angehörigen ein Massaker verübt hatten (T40 Tote oder so).
Das Regime jetzt hat zuletzt T5 Tote zu verantworten.
Ähnliches der Bürgerkrieg in Algerien, wo eine demokratisch geführte Wahl vom Militär einfach einkassiert wurde, weil man die Meinung der Sieger bei dieser Wahl nicht teilte.
Ich halte es eher mit peter scholl-latour (er hat dies übrigens schon Anfang der 90er gesagt): "Lasst sie es doch machen und zeigen, ob sie es besser können, wenn sie Wahlen auf demokratischer Weise gewonnen haben".
Diktaturen zu bejahen, weil die neuen demokratisch gewählten Herrscher nicht unsere politischen Meinung teilen, ist nicht der richtige Weg.
Nicht, dass wir uns missverstehen, ich teile nicht die Meinung dieser demokratisch gewählten neuen Herrscher.
Du hast mich da falsch verstanden. Wenn die Aufstände in Syrien tatsächlich aus Bestrebungen hin zu einer Demokratie geschehen würden, dann wäre ich deiner Meinung. Diese Meinung habe ich auch in Ägypten massiv vertreten.
Was wir in Syrien erleben ist, so erscheint es zumindest, wenn man die arabischen Medien aufmerksam verfolgt, ein weiter Versuch der Saudis ein ihnen genehmes Regime in Damaskus zu installieren. Syrien quasi zu einem Saudischen-Satelliten zu machen.
Könnte hier jetzt lang und breit versuchen die momentane Situation in der arabischen und islamischen Welt darzustellen, aber das würde leider viel Zeit in Anspruch nehmen, die ich jetzt nicht habe, und auch den Rahmen dieses Forums sprengen.
Nur kurz: Saudi-Arabien ist seit einigen Jahren massiv dabei mit viel Geld seinen Einfluss in der islamischen Welt auszudehnen. Sie bilden Leute in Saudi-Arabien aus, die den Islam in Form der whabitischen Lehre, versuchen auf der ganzen Welt zu verbreiten. Mit ihren Petrodollars bauen sie auch überall Moscheen und Koranschulen. Was meinst du wessen Geld wohl hinter vielen der zuletzt terroristischen Anschläge steht? Gleichzeitig haben sie aber in der arabischen/islamischen Welt einen gewissen Gegegenpart: Die Islamische Republik Iran. Die Familie Assad gehört zu Alawiten, dass ist eine (sektirerische) Abspaltung der shiitischen Glaubensrichtung. Daher stehen diese automatisch (insbesondere nach dem Ende der UdSSR) dem Iran näher als den Saudis. Bisher wurde in Syrien die vorgennanten Bestrebungen Saudi-Arabiens immer wieder zum Scheitern gebracht.
Dazu zwei Anmerkungen:
1. Wenn von "Muslimbrüdern" die Rede ist, dann haben die zwar historisch einen ähnlichen Ursprung, nur die haben in Ägypten und Syrien unterschiedliche Wege eingeschlagen, die vielleicht am Ende noch das gleiche Ziel verfolgen. Das wird man abwarten müssen.
2. Ich habe von diesem expansivem Wahabismus, den die Saudis betreiben relativ große Befürchtungen.
Leider Gottes, haben sich die Saudis, aus was für Gründen auch immer, in eine Geschickte Partnerschaft mit dem sog. Westen begeben. Auch wenn diese Partnerschaft mehr aus gegenseitiger Abhängigkeit besteht. Es gibt aber kein unfreieres und undemokratischeres Regime in der ganzen islamischen Welt als das Saudische.
Und daher besteht meine Hoffnung, dass es in Syrien für den Großteil des Volkes bei dem "kleineren" Übel bleibt. Denn was die Anführer und die Finanziers des dortigen Aufstands wollen ist sicherlich keine Demokratie.
Edit: Ich bitte die ganzen Interpunktions- und Rechtschreibfehler zu entschudligen, habe den Text jetzt wirklich viel zu schnell geschrieben.