Allgemeiner Politik Thread

Es geht dabei nicht um mich. Meine Kinder haben den Wunsch geäußerst, zum Konfus zu gehen (das ältere wurde dieses Jahr konfirmiert), und da auch die evangelische Kirche bzw. "unsere" Gemeinde darauf besteht, daß mind. ein Elternteil Mitglied der evangelischen Kirche ist (meine Exfrau ist katholisch), möchte ich nicht, daß durch meinen Atheismus meinen Kindern die Entscheidungsfreiheit genommen wird, ob und wenn ja wie weit die beiden sich religiös betätigen möchten.

Obwohl ich kein Mitglied der Kirche mehr bin, kann ich deine Beweggründe voll nachvollziehen. Respekt.


Korrekt. Die Solidarność-Bewegung um den späteren Friedensnobelpreisträger Lech Walsea, die erste regierungsunabhängige Gewerkschaft Polens und "Keimzelle" der polnischen Opposition, bezog ihre Kraft aus dem Glauben, so daß der polnisch stämmige Papst Johannes Paul II. zum Symbol ihres Widerstands wurde. Bei seinem Besuch in Polen Ende der 70er Jahre besuchte insgesamt ca. 1/4 der gesamten polnischen Bevölkerung seine Messen.

Und trotzdem ist es doch erstaunlich, dass sich mehr als 20 Jahre nach dem Zusammenbruch des Eisernen Vorhangs der Einfluss der Kirche so hält.
 
Alter Schwede, was erzählt der Papst da? Ich war ja vorher schon extrem kritisch, was seine Rede angeht - aber das hat nichts mit dem Besuch eines Staatsoberhaupts zu tun, sondern ist eine unglaublich komplizierte Rede eines religiösen Führers, die im Bundestag absolut fehl am Platz ist.
 
Zitat von [Sportfreund];1887301:
Alter Schwede, was erzählt der Papst da? Ich war ja vorher schon extrem kritisch, was seine Rede angeht - aber das hat nichts mit dem Besuch eines Staatsoberhaupts zu tun, sondern ist eine unglaublich komplizierte Rede eines religiösen Führers, die im Bundestag absolut fehl am Platz ist.

Fand das war der konservative Theologieprof. Ratzinger in Reinform. Viel mitnehmen kann man aus der Rede als Nichtkatholik bzw. Nichtchrist nich mitnehmen.
 
Obwohl ich kein Mitglied der Kirche mehr bin, kann ich deine Beweggründe voll nachvollziehen. Respekt.

Danke für die Blumen :tnx::tnx::tnx:

Aber für mich ist diese Einstellung eine Selbstverständlichkeit und das nicht nur, weil mein Elternhaus mir die Entscheidung zur Bekenntnis der Religion auch selbst überlassen hat. Dies ist vielmehr darin begründet, daß Dinge wie Freiheit, Selbstständigkeit etc. für mich eine elementare Bedeutung haben und gerade beim Glauben (nicht nur beim christlichen) hat man über Jahrhunderte bis in die heutige Zeit gesehen, daß hier gegenteilig agiert, sprich das der Glaube den Menschen sehr oft auf unterschiedlicher Art und Weise aufgezwungen wurde, was ich auch in meinem Umfeld mitbekommen habe: ich bin durch den Beruf meines Vaters bedingt in einer erzkatholischen Gegend aufgewachsen und dort war es für die dort Geborenen obligatorisch, Ministrant zu werden, in die Kirche zu gehen und natürlich auch an der Kommunion teilzunehmen, weil man in dem Dorf sonst schnell in Verruf geraten wäre.

Demzufolge wäre es widersprüchlich um nicht zu sagen heuchlerisch, wenn ich den Zwang zur Bekenntnis zur einer Religion verurteile, ich aber gleichzeitig mit einem vorzeitigem Austritt aus der Kirche meinen Kindern eine eigenständige Entscheidung zur Religionsausübung ver- bzw. sie zumindest behindere.
 
... Menschen verhungern, [...] und Papstbesuche verschlingen Millionen.

Wenns danach geht, müßte jeder, solange/soviel Geld spenden, bis nirgendwo auf der Welt niemand mehr hungert. Die kath. Kirche (deren Hauptaufgabe die Organisation von Religion und Glaube vor Ort ist) soll Geld spenden, aber man selbst nicht?

Abgesehen davon: Ich würde eine Papstmesse wie heute wie ein Konzert sehen. Man geht hin, weil man seinen "Star" einmal live sehen will und man am Programm Freude hat. Der Papst geht sozusagen auf Tournee.
 
Wenns danach geht, müßte jeder, solange/soviel Geld spenden, bis nirgendwo auf der Welt niemand mehr hungert. Die kath. Kirche (deren Hauptaufgabe die Organisation von Religion und Glaube vor Ort ist) soll Geld spenden, aber man selbst nicht?

Glaube das ist anders gemeint. Schauen wir mal nach Deutschland und betrachten wir die kirchlichen Sozialdienste, die uns ja immer wieder volljammern, dass es an Geld fehle und wie ungerecht die Welt sei. Ersten zu 98 % werden diese Einrichtungen vom Staat bezuschusst und nur zu 2 % von den Kirchen, also dem eigentlichen Träger, selbst. Gleichzeitig sind auch dort die Arbeitsbedingungen, beispielsweise für Pflegekräfte, nicht besser als bei privaten Trägern. Und das ganze obwohl man immer wieder die Betonung auf die unglaubliche soziale Verantwortung legt und allen anderen mit erhobenen Zeigefinger die Leviten liest.

Gleiches gilt eben für den Vatikan im Großen. Man beklagt Armut, Hunger und weiss ich nicht alles und selbst sitzt der Laden auf Milliarden. Brauchen sie das Geld wirklich für ihre Arbeit, was sie dort horten? Oder könnte und müsste man das nich nacht der eignen Soziallehre Bedürftigen zukommen lassen?
 
Gleiches gilt eben für den Vatikan im Großen. Man beklagt Armut, Hunger und weiss ich nicht alles und selbst sitzt der Laden auf Milliarden. Brauchen sie das Geld wirklich für ihre Arbeit, was sie dort horten? Oder könnte und müsste man das nich nacht der eignen Soziallehre Bedürftigen zukommen lassen?

Ohne die katholische Kirche verteidigen zu wollen - es mehren sich die Stimmen, wonach ein solches Handeln eher kontraproduktiv ist: Klick!
 
Es geht einzig um die Doppelzüngigkeit wie auch kirchliche Organisationen regelmäßig um Spenden betteln. Mittlerweile gehen die ja sogar hausieren. Gleichzeitig horten sie das Geld.

Wobei das auch wieder arg verkürzt ist. Richtig ist, dass die Kirchen für soziale Projekte Spenden sammeln. Richtig ist aber auch, dass die Kirchen nicht alleine soziale Projekte zu finanzieren haben, sondern auch zahlreiche andere Dinge, sei es die normale Gemeindearbeit, seien es kirchliche Einrichtungen wie Kindergärten, Krankenhäuser oder Seniorenheime, sei es der Unterhalt kirchlicher Gebäude oder vieles mehr.
 
Wobei das auch wieder arg verkürzt ist. Richtig ist, dass die Kirchen für soziale Projekte Spenden sammeln. Richtig ist aber auch, dass die Kirchen nicht alleine soziale Projekte zu finanzieren haben, sondern auch zahlreiche andere Dinge, sei es die normale Gemeindearbeit, seien es kirchliche Einrichtungen wie Kindergärten, Krankenhäuser oder Seniorenheime, sei es der Unterhalt kirchlicher Gebäude oder vieles mehr.

Die müssen davon relativ wenig bezuschussen. Das meiste wirft tatsächlich sogar Profit ab. Die Pflegedienste und insbesondere die Krankenhäuser sind wahre Goldgruben. Kindergärten leben auch von den Gebühren und staatlichen Zuschüssen. Und selbst bei der Gemeindearbeit kann ich sagen, was sie sich alle selbst über so tolle Programme wie Soziale Stadt, Wohnen in Nachbarschaft oder Globalmittel finanzieren oder zumindest cofinanzieren lassen. Von der Sanierung von Theaterbühnen oder Sommerfreizeiten für Jugendliche in die Toscana ist da mal alles dabei.
 
Die müssen davon relativ wenig bezuschussen. Das meiste wirft tatsächlich sogar Profit ab. Die Pflegedienste und insbesondere die Krankenhäuser sind wahre Goldgruben. Kindergärten leben auch von den Gebühren und staatlichen Zuschüssen. Und selbst bei der Gemeindearbeit kann ich sagen, was sie sich alle selbst über so tolle Programme wie Soziale Stadt, Wohnen in Nachbarschaft oder Globalmittel finanzieren oder zumindest cofinanzieren lassen. Von der Sanierung von Theaterbühnen oder Sommerfreizeiten für Jugendliche in die Toscana ist da mal alles dabei.

Ich weiß ja nicht, wie tief deine Einblicke in diese Materie sind, aber die kirchlichen Haushalte, die ich kenne, sehen nicht aus wie die von hochprofitablen Wirtschaftsunternehmen. Darüber hinaus darfst du nicht vergessen, dass es immense Unterschiede gibt zwischen Stadt- und Landgemeinden, denn bei letzteren ist von den Programmen, die du anführst, überhaupt keine Rede.
 
Ich weiß ja nicht, wie tief deine Einblicke in diese Materie sind, aber die kirchlichen Haushalte, die ich kenne, sehen nicht aus wie die von hochprofitablen Wirtschaftsunternehmen. Darüber hinaus darfst du nicht vergessen, dass es immense Unterschiede gibt zwischen Stadt- und Landgemeinden, denn bei letzteren ist von den Programmen, die du anführst, überhaupt keine Rede.

Ich finde überhaupt nichts ehrenrühriges dabei, dass kirchliche Einrichtungen Gewinne erwirtschaften. Aus aktuellem Anlass kann ich jedenfalls sagen, dass mir ein kirchlich geführtes Pflegeheim, das seine qualifizierten Mitarbeiter nach Tarif bezahlt um vieles lieber ist, als ein privat geführtes Heim, das den Tarif "Ostblock" eingeführt hat.
 
Ich weiß ja nicht, wie tief deine Einblicke in diese Materie sind, aber die kirchlichen Haushalte, die ich kenne, sehen nicht aus wie die von hochprofitablen Wirtschaftsunternehmen. Darüber hinaus darfst du nicht vergessen, dass es immense Unterschiede gibt zwischen Stadt- und Landgemeinden, denn bei letzteren ist von den Programmen, die du anführst, überhaupt keine Rede.

Habe mit mehreren Krankenhäuser in kirchlicher Trägerschaft zu tun (gehabt). Darunter sowohl evangelische als auch katholische. Interessant ist tatsächlich, dass darunter hochprofitable Häuser sind, die auch wirklich gut ausgestattet sind.
Grundsätzlich ist in Gesundheitswirtschaft in Deutschland ein wirtschaftliches Arbeiten nicht wirklich schwer, wenn die jeweiligen Häuser halt entsprechen gut geführt sind. Die kirchlichen Einrichtungen, die ich kenne und die unter finanziellen Problemen leiden, sind zumeist schlecht geführt.

@Schimmelreiter: Habe auch nichts dagegen, dass die Gewinne erwirtschaften. Sollen nur aufhören überall zu jammern und jeden Topf anzuzapfen, obwohl ausreichend finanzielle Mittel zur Verfügung stehen.
 
Habe auch nichts dagegen, dass die Gewinne erwirtschaften. Sollen nur aufhören überall zu jammern und jeden Topf anzuzapfen, obwohl ausreichend finanzielle Mittel zur Verfügung stehen.

Wer genau erwirtschaftet denn Gewinne, und wofür genau wird Geld gesammelt? Eben - wenn du die Fragen ernsthaft beantwortest, wird klar, dass deine Argumentationskette deinem Niveau nicht gerecht wird.
 
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