Allgemeiner Politik Thread

Zitat von [Sportfreund];1883618:
Hast du dir das Wahlprogramm der Grünen in deren Anfangszeit mal angeschaut? Das war genau so skurril - nur in einer anderen Zeit.


Naja, das war schon etwas anders. Die Grünen sind einem politischen Zeitgeist entsprungen, in dem das (atomare) Wettrüsten, die Kernenergie und die Umwelstschmutzung sich im Bewußtsein von immer mehr Menschen festsetzte, so daß damals eine bereitere politische Basis für die Grünen existierte als heute für die Piraten.
 
Naja, das war schon etwas anders. Die Grünen sind einem politischen Zeitgeist entsprungen, in dem das (atomare) Wettrüsten, die Kernenergie und die Umwelstschmutzung sich im Bewußtsein von immer mehr Menschen festsetzte, so daß damals eine bereitere politische Basis für die Grünen existierte als heute für die Piraten.

Richtig! Ich bin zwar absolut kein Anhänger der Grünen (Partei ;) ) aber die hatten zumindest ne Grundlage.

Aber die Piraten?
Berlin hat nach Bremen den höchsten Schuldenstand aller Bundesländer und die mit Abstand höchste Arbeitslosigkeit. Und womit kommen die Piraten? Mit kostenlosem Internet für alle und Abschaffung der "Schwarzfahrkontrollen".
Also bitte... Wer die wählt bzw. deren Programm befürwortet hatt NULL Ahnung.
 
Die Piraten fangen sehr viel frustiertes Wählerpotential auf. Und das ist mal ganz gut, dass die das machen und nicht irgendwelche Rechtsaußen.

Unter dem Aspekt sicherlich richtig Aber es wäre wünschenswerter, wenn die etablierten Parteien eine Poltik betrieben würden, die das Potential für Prostestparteien bzw. die Anzahl der Nichtwähler gar nicht erst in diese Höhen treibt.
 
Die Piraten fangen sehr viel frustiertes Wählerpotential auf. Und das ist mal ganz gut, dass die das machen und nicht irgendwelche Rechtsaußen.

Das ist zwar schön, aber ihre Programmatik ist dennoch mit den Attributen "dürftig" und "unausgegoren" noch äußerst wohlwollend umschrieben. In der alltäglichen politischen Arbeit werden sie beweisen müssen, ob sie über den Status einer Spaßpartei hinauskommen können; berechtigten Anlass zur Hoffnung, dass ihnen das auch gelingt, bietet ihr bisheriges Auftreten auf keinen Fall.
 
Das ist zwar schön, aber ihre Programmatik ist dennoch mit den Attributen "dürftig" und "unausgegoren" noch äußerst wohlwollend umschrieben. In der alltäglichen politischen Arbeit werden sie beweisen müssen, ob sie über den Status einer Spaßpartei hinauskommen können; berechtigten Anlass zur Hoffnung, dass ihnen das auch gelingt, bietet ihr bisheriges Auftreten auf keinen Fall.

:tnx:
 
Hier sind aber einige richtig sauer, daß die Piraten so viel Erfolg haben.

HAR HAR! :applaus:

Macht euren Kram besser, dann würde es nicht dazu kommen.

Ja, das Programm bietet teilweise Diskussionbedarf, aber die 100tsd zusätzlichen Arbeitsplätze der Grünen sind natürlich viel realistischer.

Fakt ist doch:
Weder CDU noch CSU machen christliche Politik noch ist die SPD für ihre soziale Politik der letzten Zeit bekannt und die Grünen schwenken mal schön nach rechts.

Und die SED-Nachfolger kann man eh nicht wählen.
 
Das ist zwar schön, aber ihre Programmatik ist dennoch mit den Attributen "dürftig" und "unausgegoren" noch äußerst wohlwollend umschrieben. In der alltäglichen politischen Arbeit werden sie beweisen müssen, ob sie über den Status einer Spaßpartei hinauskommen können; berechtigten Anlass zur Hoffnung, dass ihnen das auch gelingt, bietet ihr bisheriges Auftreten auf keinen Fall.

Ohne Frage. Aber was willst du dagegen machen. Politik hat allgemein mächtig an Vertrauen verloren, da dienen solche Gruppierungen als Auffangbecken. Du glaubst doch nicht ernsthaft, dass sich eine großer Teil der Wähler mit Inhalten auseinandersetzt. Wir bekommen in allen Ländern für die Politik im Bund auf die Fresse. Das liegt also wenig an den jeweiligen Landtagswahlprogrammen.

Grundsätzlich ist mir das im Moment egal. Da ich jetzt hoffe, dass wir zumindest den ESM oder ähnliches verhindern können. Die Aufgabe der staatlichen Souveränität und das Aushebeln demokratischer Mechanismen muss irgendwie gestoppt werden. Dass die Roten und die Grünen, das dann wiederum als Populismus und antieuropäisches Verhalten deklarieren, zeigt mir wie gefährlich es wäre, wenn diese im Bund das sagen hätten.

Ich empfehle wirklich sich jedem mal mit dem ESM und dessen Inhalten auseinanderzusetzen.
 
Zitat von [Sportfreund];1883773:
Ist mit ESM der Euro-Rettungsschirm gemeint?

Ein Rettungsmechanismus. Die aktuellen laufen unter der Bezeichnung EFSF (European Financial Stability Facility) welche vom ESM abgelöst werden sollen. Der ESM sieht allerdings eben auch eine Behörde vor, die weitreichende Vollmachten erhalten soll und sich quasi jeglicher demokratischer Kontrolle entzieht. Ich hatte da vor ein paar Seiten mal ein "Aufklärungsvideo" gepostet, welche einige der "Merkwürdigkeiten" aufzeigt.
 
...und die Grünen schwenken mal schön nach rechts.

:confused: Das erkläre mir bitte. Da ist mir mal 0,0 bekannt?!?

Zitat von [Sportfreund];1883618:
Immer noch besser als gar nicht oder gar rechts zu wählen.

:tnx: So ist es, ABER: Wenn eine Partei wie die Piraten aber an der 5%-Marke im Vorfeld schnuppern müssen kluge (Protest-)Köpfe eigentlich von einer Protestwahl absehen oder mit Ihrer Stimme andere ungefährliche Partei wie die Tierschutzpartei oder DIE Partei* wählen. Fakt ist: Die Piraten haben (noch) nichts in der deutschen Politik zu suchen... mit so einem lächerlichen Wahlprogramm schon mal gar nicht.... und noch weniger mit ~ 9,0 %


* = DIE PARTEI schlichen sich auf Wahl"party" der FDP (Konfetti für alle. Lustige Aktion) :D

PS: JETZT... NEUWAHLEN IM BUND!
 
Wir bekommen in allen Ländern für die Politik im Bund auf die Fresse. Das liegt also wenig an den jeweiligen Landtagswahlprogrammen.

Wenn man wie in Berlin oder M-V den Euro zum Wahlkampfthema bracht, darf man darüber auch nicht lamentieren... Aber auch wenn eine Partei sich auf bundeslandspezifische Themen berschränkt, kann es minunter passieren, daß eine Landtagswahlen minuter ein Denkzettel für eine Bundesregierung wird, das ist heute nicht anders als vor 20 oder 30 Jahren. Nur muß man dann die Frage erlaubt sein, ob das Programm eines Landesverbands die WählerInnen nicht anspricht bzw. es ihnen nicht ausreichend vermittelt wird, so daß bundespolitische Themen ausschlaggebend werden.

Es ist aber nur ein Teil der Wahrheit, das FDP-Desaster allein auf die Bundespolitik zu schieben, denn losgelöst von dieser Problematik hinterlassen die Liberalen einen Eindruck, wie man ihn in den letzten Jahrzehnten kaum bei einer etablierten Partei sehen konnte. Und wenn, wie die Forschungsgruppe Wahlen ermittelt hat, 75% (!!!) der Berliner Wahlberechtigten die FDP für nicht regierungsfähig halten, weil zu sehr mit ihren interten Problemen befaßt ist, dann spricht das schon eine deutliche Sprache.
 
Man kann viel lamentieren woran es derzeit liegt. Die FDP gibt in vielen Fragen sicherlich kein gutes Bild ab. Aber gleichzeitig ist die Arbeit nicht so schlecht wie sie auch gemacht wird. Da können wir die letzten hundert Seiten ja hier Revue passieren lassen.

Und ich halte derzeit den Euro für eines der wichtigsten Themen, denen wir ausgesetzt sind. Wenn der ESM so kommt wie es der derzeitige Vertragsentwurf aussieht, dann wirds wirklich böse. Das hat eine Qulität die sehr einschneidend sein wird. Wir geben im Grunde unsere Demokratie auf. Faszinierend ist ja, dass es Politiker wie Barruso auch noch öffentlich machen und Dinge sagen wie, dass die Demokratie zu behäbig sei um unsere derzeitigen Probleme zu lösen. So etwas bekommt man nur dann mit, wenn man sich an ausländische Medien wie AlJazeera hält. In Deutschland kein Wort. Stattdessen wird uns, dass heißt dem Kreis um Frank Schäffler, in deutschen Medien rechtspopulismus vorgeworfen. Niemand ist gegen den Euro oder die europäische Idee. Aber viele von uns sind gegen die Aufgabe der Demokratie.
 
Stattdessen wird uns, dass heißt dem Kreis um Frank Schäffler, in deutschen Medien rechtspopulismus vorgeworfen. Niemand ist gegen den Euro oder die europäische Idee.

Das ist der Fettnapf, in dem die FDP sich, aber vor allem durch ihrem "Kapitän" Rösler hineinmanovriert wurde. Seine Äußerungen waren ab und zu wenig durchdacht oder falsch formuliert, aber mit dem "Welt"-Interview ist Rösler erst so richtig in den Fettnapf geplumst, denn mit der Art und Weise wie er sich artikuliert hat, gab er die Vorlage zum Vorwurf des Rechtspolismus. Was ich aber dabei viel bedenklicher finde ist, daß ein Bundeswirtschaftsminister, dessen Aufgabe eigentlich sein sollte, die politische Basis für eine gesunde Wirtschaft zu wahren, mit diesem Interview gegenteiliges bewirkt hat, denn durch die Veröffentlichung dieses Interviews hatte der DAX an Wert verloren. Unfaßbar.

Manchmal fragt man sich, ob Rösler mit der Führung einer Partei, besonders einer, die sich in einem so desolaten Zustand befindet, nicht doch etwas als nur ein wenig überfordert ist. Aber andererseits ist seine Wahl schon nachvollziehbar, denn er hat ja schon Monate vorher angekündigt, daß er nicht auf Dauer in der Politik bleiben wird, so daß evtl. in Frage Kontrahenten sich diskret zurückgehalten haben, damit sie sich mit der Führung der FDP anno 2011 ihre politische Karriere nicht versauen.
 
Natürlich ist es besser, wenn auch die FDP, Rösler steht ja unter dem Druck der Basisi, genau wie alle anderen Lemminge mit einen totalitären europäischen Zentralstaat rennt.

Bitte Schau dir den Vetragsentwurf zum ESM an. Und dann sagt mir, dass wir das mitmachen sollen. Die Demokratie wird de facto abgeschafft. Keine justitzielle Kontrolle. Keine parlamentarische Kontrolle.

Hier der Vertragsentwurf
 
Ich denke das Problem der FDP hat weniger mit ihrem Programm oder den Inhalten zu tun. Auch wenn die Partei da ja schon traditionell Probleme hat, sich klar zu positionieren. Dazu hat sie einfach, speziell in den 80er und 90er Jahren auch zu oft die Position gewechselt.
Nein, das Problem gegenwärtig sind einfach die Leute die in der Partei sind. Man muss es doch mal sagen, die meisten Menschen wählen immer noch nicht nach Inhalten, sondern nach Köpfen, bzw. Charakteren. Wer sich gut verkaufen kann, wer sympathisch ist, wer gut auftritt, der wird gewählt. Ist zwar bitter, ist aber so. Warum wäre sonst Schröder damals Kanzler geworden?!? Und da sieht es bei der FDP momentan ganz düster aus. Diese ganze Combo aus Lindner, Rösler, Bahr und Westerwelle sind doch dermaßen glatt, nichtssagend, austauschbar und haben ungefähr soviel Profil wie eine Teflonpfanne. Mir geht es sogar so, dass ich die dauernd verwechsle die Leute. Andauernd taucht wieder so ein Milch-Bubi auf, der wie der nächste aussieht und noch weniger Profil und Charisma hat, als der vorherige. Das ist das Hauptproblem der FDP, da können die Inhalte noch so toll sein, wenn man sie nicht vermitteln kann, bringt es nichts. Wer, wie ich schon mal was gelernt hat zum Thema Körpersprache, Rhetorik, Moderationstechniken weiß: die Inhalte machen vom Gesamteindruck nur ca. 10% aus, der Rest sind Körpersprache, Auftreten und Mimik...
 
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