Allgemeiner Politik Thread

PS: Zur "Marktgläubigkeit": Du darfst den Markt nicht allein machen lassen. Das ist auch nicht die liberale Staatsidee. Sondern der Staat hat die Aufgabe einen Rahmen (Gesetze) vorzugeben, in denen sicht der Markt frei bewegen kann, und die Einhaltung dieses Rahmens zu überwachen. Worin wir uns von anderen Parteien unterscheiden ist, dass wir es eben strikt ablehnen, dass der Staat selbst als Marktteilnehmer auftritt oder den Markt zu Gunsten bestimmer Parteien, beispielsweise durch Subventionen, beeinflusst.

Warum wählen dann so viele Landwirte die FDP? Ohne die Landwirtschaftssubventionen könnte kein konventioneller Bauer in Deutschland überleben, hab ich zumindest mal gelesen.

Und ich empfehle dir den Film "Water makes money" zu gucken. Kam letztens auf Arte. Danach wirst du deine Meinung zu Staatsunternehmen denke ich ändern. Ist echt abartig, was die großen Wasserkonzerne sich erlauben. Ich könnte kotzen.
 
Warum wählen dann so viele Landwirte die FDP? Ohne die Landwirtschaftssubventionen könnte kein konventioneller Bauer in Deutschland überleben, hab ich zumindest mal gelesen.

Wäre mir neu, dass uns überdurchschnittlich viele Landwirte wählen. Aber auch ein Landwirt ist heute ein mittelständisches Unternehmen. Wundern würde es mich aber nicht. Kann dir aber nicht sagen, wie die Landwirtschaft heute ohne Subventionen aussehen würde, aber ich bin auch hier für die Streichung von Subventionen.

Und ich empfehle dir den Film "Water makes money" zu gucken. Kam letztens auf Arte. Danach wirst du deine Meinung zu Staatsunternehmen denke ich ändern. Ist echt abartig, was die großen Wasserkonzerne sich erlauben. Ich könnte kotzen.

Ein gut gemachter Propagandafilm. Nicht mehr und nicht weniger ist dieser Film. Die Kritiken waren vernichtend. Insbesondere wenn man weiss, wer diesen Film bezahlt hat.
Und ich sage es gerne nochmal: Schwarze Schaafe gibt es überall. Und wie gut Staatsbetriebe funktionieren haben die sozialistischen Staaten glaube ich eindrucksvoll bewiesen.
 
Individuelle Gesamtschule kann z.B. auch bedeuten, dass Schüler mit einzelnen Begabungen im betreffenden Fach entsprechen anderen Unterricht auf höherem Niveau erhalten können. Der Traum von der Gesamtschule mit individuellen Abschlüssen ist aber utopisch. Für diese radikalreform bräuchte man ein entsprechendes Konzept, was Geld, Personal und Zeit erfordert. An allen Dingen mangelt es.

Der Traum der individuellen Gesamtschule ist auch deswegen utopisch, weil der Praxisbezug immer mehr Einzug halten soll in die Lehrpläne - bei Haupt- und Realschulen versucht man auf berufsnahe Inhalte wert zu legen, während in Gymnasien das wissenschaftliche Arbeiten ein Unterrichtsschwerpunkt sein soll. Hinzu kommt das Steckenpferd des interdisziplinären Unterrichts, dass mehrere Fächer in Projekten verbindet. Wenn das konsequent durchgehalten wird, bleibt für den gemeinsamen Unterricht kaum mehr übrig als Kunst und Sport - und selbst da ergeben sich schnell große Differenzen.
 
Ein gut gemachter Propagandafilm. Nicht mehr und nicht weniger ist dieser Film. Die Kritiken waren vernichtend. Insbesondere wenn man weiss, wer diesen Film bezahlt hat.
Und ich sage es gerne nochmal: Schwarze Schaafe gibt es überall. Und wie gut Staatsbetriebe funktionieren haben die sozialistischen Staaten glaube ich eindrucksvoll bewiesen.

Hast du dafür seriöse Quellen? Der Konzern hat mit seinen Klagen jeden Prozess verloren. Wer hat den Film bezahlt? War ein spendenfinanziertes Projekt http://www.watermakesmoney.com/
 
Wäre mir neu, dass uns überdurchschnittlich viele Landwirte wählen. Aber auch ein Landwirt ist heute ein mittelständisches Unternehmen. Wundern würde es mich aber nicht. Kann dir aber nicht sagen, wie die Landwirtschaft heute ohne Subventionen aussehen würde, aber ich bin auch hier für die Streichung von Subventionen.



Ein gut gemachter Propagandafilm. Nicht mehr und nicht weniger ist dieser Film. Die Kritiken waren vernichtend. Insbesondere wenn man weiss, wer diesen Film bezahlt hat.
Und ich sage es gerne nochmal: Schwarze Schaafe gibt es überall. Und wie gut Staatsbetriebe funktionieren haben die sozialistischen Staaten glaube ich eindrucksvoll bewiesen.


Na ja ist halt so ein Klischee: die FDP wählen vor allem Mittelständler und Bauern, die CDU eher Großunternehmer und Ärzte, die SPD Lehrer und Intellektuelle die Grünen auch Lehrer, Studenten und Ökos halt:D
 
Na ja ist halt so ein Klischee: die FDP wählen vor allem Mittelständler und Bauern, die CDU eher Großunternehmer und Ärzte, die SPD Lehrer und Intellektuelle die Grünen auch Lehrer, Studenten und Ökos halt:D

Ein Klischee, wohl wahr. Bis zur 7 Klassen waren meine Pauker überwiegend CDU-Wähler - hing aber auch damit zusammen, daß ich in einer Gegend aufgewachsen bin, in dem auch ein Besenstiel hätte gewählt werden können, sofern er pechschwarz und CDU-Mitglied wäre (ist das auch ein Klischee?)
 
Zum Thema Bildung habe ich auch noch "etwas" beizutragen.
(Gilt für Niedersachsen!)
1. Unser Bildungssystem ist selektiv. Chancengleichheit und Durchlässigkeit stehen auf dem Papier, in der Praxis finden sie kaum statt.
2. Frühe Selektion in drei schulzweigspezifischen Leistungsniveaus ist kontraproduktiv.
3. Um in dieser Gesellschaft wirklich erfolgreich zu sein, benötigt man das (Fach-)Abitur.

zu 1.:
Die Auflösung der O-Stufe im Jahre 2004 hat dazu geführt, dass Kinder spätestens in der 3. Klasse in verschiedene Schulformen vorsortiert werden. (Man bedenke, dass die SchülerInnen dann i. d. R. 8 oder 9 Jahre alt sind.)
Meistens erfolgt dann in der Grundschule eine Orientierung an die Leistungsstärkeren. Mittlere und schwächere Leistungsniveaus werden kaum noch bedient. Dieses führt zu extremen Frust, Angst vor Schulversagen und Gefühlen von Minderwertigkeit. Bereits Kinder in einem Alter von 10 Jahren haben oft eine gewisse Schulunlust verinnerlicht.
Die Auflösung der O-Stufe hat auch den Tot der Hauptschule eingeläutet. Dadurch, dass der freie Elternwille nach der Schulreform erhalten blieb, wurde die HS kaum noch angewählt. Die Programme zur Profilierung dieses Schulzweigs waren zwar teilw. gut und ehrenhaft, haben den Ruf der Hauptschule nicht signifikant verbessert. Heute gibt es relativ große Städte, in denen kaum noch eine HS-Klasse gebildet werden darf.
So sehen wir, dass es in den Hauptschulen zu merkwürdigen Zusammensetzungen in den Klassen kommt, oder HS-SchülerInnen in "Kombiklassen" in den Realschulen aufgehen. Gehen wir einmal von einer Stadt mit ca. 20000 Einwohnern aus, es gibt dann pro Jahrgang ca. 200 - 250 Kinder. Höchstens 20 Kinder werden an der HS angemeldet. Diese Kinder sind nicht unbedingt Leistungsschwach, sondern haben ganz andere Förderschwerpunkte. (Sprache, emotional-sozialer Entwicklungsbedarf, ADHS, ....). Natürlich werden aber auch Kinder aus bildungsfernen Familien angemeldet. Die Heterogenität dieser Klassen ist beeindruckend. Individuelle Förderung kann kaum stattfinden, da das Spektrum der Schwerpunkte einfach viel zu umfassend ist. Unterstützungsmaßnahmen für Kinder und Lehrkräfte finden kaum statt. Selbst Kinder mit einem hohen kognitiven Leistungsniveau in der HS können kaum gefordert werden, somit ist ein "Aufstieg" in eine Realschule fast nie realisierbar.
zu 2.:
In der 5. Klasse wird der Fächerkanon stark erweitert. (Fremdsprache, Physik, Bio, Geschichte, Erdkunde, ...). Erste Ansätze einer fachlich orientierten Arbeit werden angebahnt.
Eine erzwungende frühe, wenn auch meistens zutreffende Selektion, schränkt mMn einfach die Entwicklungsmöglichkeit vieler Kinder (vor allem Jungen) ein und ist sehr defizitorientiert.
Gemeinsames Lernen (Gesamtschule) würde den Druck aus der Grundschule nehmen und den Kindern einfach mehr Raum und Zeit lassen, sich zu entwickeln.
Um den unterschiedlichen Fähigkeiten und Interessen zu begenen, könnte durch ein Niveaukurssystem (Forder- und Förderkurse) ab Klasse 5/6 auf die Neigungen der Kinder eingegangen werden.
Es geht mir nicht darum, die klaren Gymnasiasten zu bremsen. Kinder, die dem Leistungsanspruch entsprechen, sollten eben ein klassisches Gymnasium besuchen können und das Turboabi machen.
Diese Ansprüche erfüllen aber nicht alle Kinder. Für diese sollte man mMn die Schule wieder entschleunigen und mehr Ressourcen in den Bereich Erziehung und Bildung pumpen. Das würde die Chancengleichheit aller erheblich verbessern.
zu 3.:
In vielen Bereichen setzen die ausbildenden Betriebe relativ hohe und qualifizierte Abschlüsse voraus (Fachmann Systemgastronomie: min. RS-Abschluss). Ein weiteres Problem ergibt sich daraus, dass das Abitur nicht mehr ausschließlich als Zugangsberechtigung zur Uni gesehen wird. Viele Abis drängen auf den Ausbildungsmarkt, RS- und HS-Abschlüsse haben es da schwer.
 
Wollte eigentlich nur die Meinung der Mitdiskutanten zu dem Anschlag in der Schweiz hören. Schon bemerkswert, dass diese Tat bisher keines Kommentares wert war, sondern allein die Person, die die Nachricht hier eingestellt hat.
Im übrigen halte ich tatsächliche Teile der Anti-AKW-Bewegung für militant und höchstkriminiell. Schottern und Unterhöhlen von Gleisanlagen. Angriffe auf Polizisten und Mitarbeiter der DB, sind halt kein Ausdruck eines friedlichen und demokratischen Prozesses.
 
In vielen Bereichen setzen die ausbildenden Betriebe relativ hohe und qualifizierte Abschlüsse voraus (Fachmann Systemgastronomie: min. RS-Abschluss). Ein weiteres Problem ergibt sich daraus, dass das Abitur nicht mehr ausschließlich als Zugangsberechtigung zur Uni gesehen wird. Viele Abis drängen auf den Ausbildungsmarkt, RS- und HS-Abschlüsse haben es da schwer.

Was in meinen Augen aber - das habe ich zwei Seiten zuvor schon mal geschrieben - schlicht daran liegt, dass selbst ein Malermeister keine geeigneten Kandidaten für eine Lehrstelle mehr unter den Bewerbern mit HS-Abschluss findet. Die Schulabschlüsse sind völlig abgewertet worden in den vergangenen Jahren.
 
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