Allgemeiner Politik Thread

Was würdest du denn machen, wenn sich bestimmte Vorwürfe gegen Untergebene in Leitunspositionen häufen.

Zumindest nicht diese Personen (und die sind laut Berichten vor allem in den Unteroffiziersrängen zu finden) unbehelligt lassen, den Kapitän suspendieren und statt dessen einen neuen Kapitän senden, der selber nicht unbefleckt ist in Sachen Gorch Fock Affaire. Ich sage nur mal "Wasserski". Wo ist denn da eine Verbesserung der Verhältnisse für die Zeit der Untersuchung erreicht, außer dass man einen Sündenbock gefunden hat?

Er wurde in meinen Augen nicht aus dem Bundesministerium vorverurteilt, sondern durch die Medien, insbesondere der BILD. Aber auch andere Zeitungen haben da nicht gerade ein gutes Bild abgeliefert.

Die plötzliche Suspendierung des Kommandanten obwohl noch zwei Tage vorher der Minister vor Vorverurteilungen gewarnt hat und davon sprach, die Untersuchung abzuwarten, ist eine Vorverurteilung par excellence. Eine solche Volte des Ministers lässt doch jeden denken "Mensch, dann muss da richtig was dran sein, wenn er so plötzlich die Meinung ändert". Es ist immer einfach, auf die Medien einzudreschen - oft ein pawlowscher Reflex bedrängter Politik - aber das kann nicht entschuldigen, wie die Politik darauf reagiert. Nicht die BILD ist Verteidigungsminister, sondern Guttenberg ist dies und somit auch verantwortlich für die Entscheidungen seines Ministeriums.

Und ich weiss eben auch nicht wie die Kommunikation im Ministerium ist. Die scheint insgesamt schlecht zu sein. Selbst Guttenbergs Vorgänger hatte diverse Probleme vollständig über alle Vorgänge informiert zu werden. Nur ihm vorrübergehend das Kommando zu entziehen, bedeutet immernoch das Schatz Mitglied der Bundesmarine ist und auch sein Dienstgrad behält. Daher hat dies ja nun zunächst keine wirklichen Folgen ausser, dass er derzeit nicht auf der "Brücke" der Gorch Fock steht.

Dass die Kommunikation dort schon seit vielen Jahren suboptimal ist, stimmt wirklich. Ob Kunduzaffaire, Feldpostaffaire, Soldaten, die Kameraden beim mit der Waffe spielen erschießen - irgendwie gelangen die Informationen immer nur über sehr verschlungene Pfade an die relevanten Stellen und da will ich auch keinem Minister einen Vorwurf machen. Dass Schatz je wieder Kommandant wird, ist mehr als unwahrscheinlich nach einer so öffentlichen Demontage - dass er es genau sieht beweist wohl auch seine Äußerung, dass er wohl juristisch dagegen vorgehen wird. Und wer mal Interviews oder Berichte (auch vor der Affaire) mit oder über Schatz und die Gorch Fock gesehen hat, der weiß, dass das Kommando sein Lebenstraum war. Dass er noch Mitgleid der Bundesmarine ist, ist für ihn ein ähnlicher Trost, wie es für Guttenberg wäre, wenn er zwar als Minister "abberufen" würde, aber noch gerne Mitglied des Bundestages bleiben darf.

Ob Guttenberg dabei auf Druck des Boulevards gehandelt habe, ist eine Behauptung, die insbesondere durch die Opposition in den Raum gestellt wird und schlicht nicht bewiesen ist.

Also dieser begründete Vorwurf kommt bei weitem nicht nur aus der Opposition (neben "Medien" ja ein beliebter Angriffspunkt) sondern auch aus gänzlich dem linken Weltgeist unverdächtigen Bereichen der Gesellschaft. Man kann bei Guttenberg und BILD immer an Zufall glauben, aber das halte ich gerade beim Meister der medialen Selbstdarstellung für recht naiv. Schröder war in der Beziehung schon manchmal recht unerträglich, aber gegen Guttenberg sieht er wie ein medienscheuer Eremit aus.
 
Zumindest nicht diese Personen (und die sind laut Berichten vor allem in den Unteroffiziersrängen zu finden) unbehelligt lassen, den Kapitän suspendieren und statt dessen einen neuen Kapitän senden, der selber nicht unbefleckt ist in Sachen Gorch Fock Affaire. Ich sage nur mal "Wasserski". Wo ist denn da eine Verbesserung der Verhältnisse für die Zeit der Untersuchung erreicht, außer dass man einen Sündenbock gefunden hat?

Also ich glaube ich weiss, was du mir mit dem Absatz sagen willst. Aber auch bei mehrmaligem lesen bin ich aus dem ersten Satz nicht schlau geworden.

Ich bin nicht so in der Bundesmarine drin. Und als Wehrdienstverweigerer eigentlich auch in der Bundeswehr nicht wirklich. Daher erlaube ich mir nicht wirklich ein Urteil über einzelene Personen.

Ich kann für mich nur sagen, dass wenn gegenüber Untergebene - egal ob in leitender Position oder nicht - bestimmte schwerwiegende Vorwürfe laut werden, die in direktem Zusammenhang mit seinen Aufgaben stehen, ich diesen auch erstmal von der Position abziehen würden. Das dies in einem Fall, der eine öffentliche Präsenz hat schlimmer wiegt, da öffentlich diskutiert, ist mir auch bewusst, aber ich würde so handeln. Zu dem neuen Kapitän kann ich auch nicht viel mehr sagen, als das was ich aus den Medien kenne, und daher wäre wohl auch nicht meine erste Wahl als Ersatz gewesen.


Die plötzliche Suspendierung des Kommandanten obwohl noch zwei Tage vorher der Minister vor Vorverurteilungen gewarnt hat und davon sprach, die Untersuchung abzuwarten, ist eine Vorverurteilung par excellence. Eine solche Volte des Ministers lässt doch jeden denken "Mensch, dann muss da richtig was dran sein, wenn er so plötzlich die Meinung ändert". Es ist immer einfach, auf die Medien einzudreschen - oft ein pawlowscher Reflex bedrängter Politik - aber das kann nicht entschuldigen, wie die Politik darauf reagiert. Nicht die BILD ist Verteidigungsminister, sondern Guttenberg ist dies und somit auch verantwortlich für die Entscheidungen seines Ministeriums.

Für mich liegt eher ein Versäumnis des Ministers darin, den Kapitän nicht sofort abberufen zu haben. Allein der Todesfall unter seinem Kommando hätte sofort untersucht werden müssen und während dieser Zeit hätte ich ihm das Kommando gar nich belassen. Das hier auch der Minister in einen gewissen Handlungszwang kommt verwundert mich nicht. Die Widersprüchlichkeit in seinem Nichthandeln/Handeln ist in meinen Augen das Problem. Kann gut sein, dass er durch Druck von Außen seine vormalige Entscheidung überdacht hat. Aber man muss sich im politischen Alltag auch immer die Frage stellen, welche Vorwürfe gegen den Minister laut geworden wären, wenn er weiter an dem Kapitän festgehalten hätte.

Wie widersprüchlich Forderungen von der Opposition und den Medien sind, ist doch auch nichts Neues. Nehmen wir doch Ägypten als Beispiel: Bevor dort die Revolution ausgebrochen ist, haben irgendwie alle Vertreter Deutschlands Mubarak die Hand geschüttelt und ihn bei treffen gelobt, weil dies natürlich im Interesse Deutschlands war. Insbesondere in wirtschaftlicher Hinsicht. Und was ist nun, da wird auf den Außenminister Westerwelle eingeschlagen, weil vor einem Jahr über Mubarak ein paar lobende Worte - übliche Floskeln bei solchen treffen - für ihn gefunden hatte. Das ist ein albernes Kindergartengeplänkel. Aber genau das ist es doch was auch die Medien wollen. Wie sollten denn ansonsten die Zeitungen ihre Seiten füllen oder die Illners und Wills dieser Welt Themen für ihre Sendungen finden?


Dass die Kommunikation dort schon seit vielen Jahren suboptimal ist, stimmt wirklich. Ob Kunduzaffaire, Feldpostaffaire, Soldaten, die Kameraden beim mit der Waffe spielen erschießen - irgendwie gelangen die Informationen immer nur über sehr verschlungene Pfade an die relevanten Stellen und da will ich auch keinem Minister einen Vorwurf machen.

Das ist schon ein bisschen merkwürdig was da in dem Haus so passiert. Da muss der Minister eigentlich mal ordentlich aufräumen.

Dass Schatz je wieder Kommandant wird, ist mehr als unwahrscheinlich nach einer so öffentlichen Demontage - dass er es genau sieht beweist wohl auch seine Äußerung, dass er wohl juristisch dagegen vorgehen wird. Und wer mal Interviews oder Berichte (auch vor der Affaire) mit oder über Schatz und die Gorch Fock gesehen hat, der weiß, dass das Kommando sein Lebenstraum war. Dass er noch Mitgleid der Bundesmarine ist, ist für ihn ein ähnlicher Trost, wie es für Guttenberg wäre, wenn er zwar als Minister "abberufen" würde, aber noch gerne Mitglied des Bundestages bleiben darf.

Das kann ich nicht beurteilen, da ich wie gesagt die inneren Abläufe der Bundesmarine nicht kenne. Bis zu der Affäre wusste doch kein Mensch, der sich mit der Marine nicht irgend beschäftigt, wer der Kommandant der Gorch Fock ist/war.
 
Aber das Erschleichen eines akademischen Titels durch (und so sieht es bisher aus) systematisches Verschleiern, dass ein Großteil der Arbeit keine wissenschaftliche Eigenleistung darstellt sind kein Kavaliersdelikt. Es beschädigt Titel, Doktoranden und die Universität Bayreuth massiv und stellt einen akademischen Betrugsfall dar, mit dem ein persönlicher Vorteil in Form eines Karrierevorteils erlangt werden sollte. Das ist kein Schummeln von Klein-Karl Theodor bei der Lateinklausur in der achten Klasse.
:tnx:
 
Also dieser begründete Vorwurf kommt bei weitem nicht nur aus der Opposition (neben "Medien" ja ein beliebter Angriffspunkt) sondern auch aus gänzlich dem linken Weltgeist unverdächtigen Bereichen der Gesellschaft. Man kann bei Guttenberg und BILD immer an Zufall glauben, aber das halte ich gerade beim Meister der medialen Selbstdarstellung für recht naiv.

:tnx:

Eben, und dazu paßt auch, auch wenn man die Aktivitäten von Frau und Herrn zu Guttenberg strikt trennen sollte, daß Bild sowie die Bildunterschrift des von Dir geposteten Blog der SZ. Ich hatte ja schon gestern geschrieben, daß ein überdurchschnittlich gebildeter Berufspolitiker wie KTzG, der einer Generation entstammt, die mit der medialen Präsenz aufgewachsen ist, hätte wissen müssen, welche Gefahren das Spielen mit dem medialen Feuer birgt.

Es ist ohnehin schon sehr bemerkenswert, wie panikartig das Bürgertum seinen Untergang durch "Links" befürchtet, und es bedient sich dabei auch im 21. Jahrhundert noch einer diskreditierenden Rhetorik, die sehr stark an die Zeiten der Ost-West-Konflikte bis in die 80er Jahren erinnert. Aber was der linke Weltgeist nicht schafft, erledigt das Bürgertum mittlerweile selbst (der Artikel ist imho zwar ein wenig reißerisch formuliert, aber dennoch ist die Kernaussage sehr zutreffend)
 
komisch nur, dass der plagiatsvorwurf erst jetzt bekannt wird, warum ist das bei der korrektur nicht aufgefallen

im übrigen ist es laut eines unseren dozenten, gang und gebe, dass dotortitel per ghostwriter erlangt werden, er ist nämlich auch einer und er meinte, er hätte auch schon so einige prominenz als "kunden" gehabt

aber wie viele ärzte schummeln bei ihren doktorarbeiten, ich will es gar nicht wissen
 
komisch nur, dass der plagiatsvorwurf erst jetzt bekannt wird, warum ist das bei der korrektur nicht aufgefallen

im übrigen ist es laut eines unseren dozenten, gang und gebe, dass dotortitel per ghostwriter erlangt werden, er ist nämlich auch einer und er meinte, er hätte auch schon so einige prominenz als "kunden" gehabt

aber wie viele ärzte schummeln bei ihren doktorarbeiten, ich will es gar nicht wissen

Mittlerweile ist mir auch vollkommen klar, dass Theo seine Arbeit nicht selbst geschrieben hat, deswegen wusste er auch nichts von dem Plagiat! Nur das macht es nicht besser und wie schon gesagt, die meisten Ärzte oder die Kunden deines Dozenten sind nicht Personen, die in der Öffentlichkeit stehen. Und sobald jemand in der Öffentlichkeit steht, muss sich derjenige entschuldigen wegen der Vorbildfunktion!
 
Mittlerweile ist mir auch vollkommen klar, dass Theo seine Arbeit nicht selbst geschrieben hat, deswegen wusste er auch nichts von dem Plagiat! Nur das macht es nicht besser und wie schon gesagt, die meisten Ärzte oder die Kunden deines Dozenten sind nicht Personen, die in der Öffentlichkeit stehen. Und sobald jemand in der Öffentlichkeit steht, muss sich derjenige entschuldigen wegen der Vorbildfunktion!

Blödsinn! Gleiche Maßstäbe für alle.
 

Logisch, gleich Maßstäbe für alle. Nur wenn ein mittlerer Angestellter seinen Doktortitel gekauft hat, vor wem soll er sich entschuldigen?! Klar, er kann sich vor die Belegschaft stellen, oder seinen Freunden, aber er wird nicht in die Presse kommen. Wenn aber ein Politiker o.ä. so was macht, dann erwarte ich eine öffentliche Entschuldigung!!;)
 

Ach komm...dieses Gestammel von wegen "es wurden Fehler gemacht.." das war keine Entschuldigung, das war Geschwafel! Ausserdem muss sich Merkel auch klar positionieren und endlich aufhören das Ganze klein zu reden! Ich meine mir ist klar, dass ihre Politik darauf aufbaut... einfach Probleme aussitzen bis keiner mehr drüber spricht! Hat sie vom Dicken gelernt!:)
 
Das was Guttenberg gemacht hat, sind keine Fehler. Das war bewusster Diebstahl geistigen Wissens.

Und dass niemand von der Union / FDP die Eier hat, das mal zuzugeben sondern das alles nur runterspielt, ist verdammt peinlich und arm. Passt zu meinem Bild, was ich von denen habe.
 
Zitat von [Sportfreund];1610459:
Das was Guttenberg gemacht hat, sind keine Fehler. Das war bewusster Diebstahl geistigen Wissens.

Und dass niemand von der Union / FDP die Eier hat, das mal zuzugeben sondern das alles nur runterspielt, ist verdammt peinlich und arm. Passt zu meinem Bild, was ich von denen habe.

:tnx:

Auch lustig das Herr Guttenberg immer noch behauptet das er nie betrogen habe und dies auf andere Umstände wie Überlastung zurück zu führen sind. :lol:

Edit: Ganz schön was los im Bundestag.
 
Ich bin nicht so in der Bundesmarine drin. Und als Wehrdienstverweigerer eigentlich auch in der Bundeswehr nicht wirklich. Daher erlaube ich mir nicht wirklich ein Urteil über einzelene Personen.

Ich kann für mich nur sagen, dass wenn gegenüber Untergebene - egal ob in leitender Position oder nicht - bestimmte schwerwiegende Vorwürfe laut werden, die in direktem Zusammenhang mit seinen Aufgaben stehen, ich diesen auch erstmal von der Position abziehen würden. Das dies in einem Fall, der eine öffentliche Präsenz hat schlimmer wiegt, da öffentlich diskutiert, ist mir auch bewusst, aber ich würde so handeln.

Auch wenn bei bei dem Trachtenverein der Gang zum Klo durch eine ohne Zentrale Dienstvorschrift (ZDV) geregelt ist, so obliegt wie im zivilen Leben auch die Festlegung des Strafmaßes – innerhalb eines gewissen Rahmens versteht sich – dem Urteilenden. Bei dem Vorwurf eines Vergehens, welches in direktem Zusammenhang mit dem Tätigkeitsfeld steht, in eine temporäre Entbindung von den Aufgaben möglich, jedoch wie ich in meiner Tätigkeit als Wehrpflichtiger im Brigadestab mitgekommen habe, längst nicht obligatorisch.
 
Zitat von [Sportfreund];1610459:
Das was Guttenberg gemacht hat, sind keine Fehler. Das war bewusster Diebstahl geistigen Wissens.

Und dass niemand von der Union / FDP die Eier hat, das mal zuzugeben sondern das alles nur runterspielt, ist verdammt peinlich und arm. Passt zu meinem Bild, was ich von denen habe.

Diese Zeilen finde ich ganz gut. Ich beziehe die FDP der heutigen Zeit mal mit ein:

"Gut 30 Jahre lang hatten die christdemokratischen Parteien gegen 68er und ihr angeblich permissives Verhältnis zu Moral und Sitte, zu Institutionen und Verpflichtungen, zu Gott und Kirche gestritten. Doch ist es damit jetzt vorbei. Nun haben gerade CDU/CSU-Politiker Gefallen daran gefunden, sich nicht mehr allzu sehr an irgendwelche Moralvorstellungen zu binden."

Das ist übrigens ein Zitat eines Kommentars von Spiegel.de

Habe zwar nicht studiert, aber ich bin trotzdem in der Lage die Quelle zu nennen. Vielleicht ist unser Lügenbaron dazu einfach intellektuell überfordert.

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,747016,00.html
 
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