Allgemeiner Politik Thread

@Pingy:

Die Schulthematik ist mE noch ein ganz anderer Schuh, aber wenn diese Thematik dazu missbraucht wird etwas mit einem fortschlichem Anschein zu dekorieren hört der Spaß mE auf.

Mit der Gentechnik wird etwas in die Welt gebracht weil es Macht und Reichtum verspricht und nicht weil es Antworten auf Fragen bietet. Deshalb habe ich mich auch explizit nur dazu zu Wort gemeldet.

Schüler müssen informiert werden, sie müssen fähig und in der Lage sein ihre eigene Bewertung vorzunehmen. Das geht nicht indem man ihnen das Thema vorenthält.
 
Die künftige rot-grüne Landesregierung im Kampf gegen Bildung: Klick!

In der Schulpolitik gibt es wohl gravierendere Probleme als die Gentechnik. Aber so ist das nun einmal mit Interessen- bzw. Lobbyistenvertretungen, die sehen ihren Mikrokosmos als entscheidend für gesamte Universum an. Ebenso hätte man mit diesen Greenpeace-Artikel das aus für HannoverGEN begründen/bejubeln können. Objektivität und sachliche Auseinandersetzung mit einem Thema kann man mit solchen von Subjektivität verblendeten Artikeln wohl kaum erwarten - auf beiden Seiten nicht.
 
Wenn du festlegst, welche Elterntiere oder Elternpflanzen sich paaren, damit nur die gewünschten Eigenschaften weitervererbt werden, ist das für mein Dafürhalten sehr wohl ein Eingriff - und es zeigt, dass der Mensch seit der Neolithischen Revolution - immerhin vor rund 12.000 Jahren - in das Erbgut anderer Spezies eingreift.

Aber du hast noch nicht beantwortet, was für dich den Eingriff darstellt...
 
Wir sind immer noch nicht weitergekommen bei der Frage, wie du Eingriff definierst. Das ist jetzt bereits der dritte Anlauf, eine Antwort von dir darauf zu bekommen...
 
Ich sehe in der Grünen Gentechnik primär einen neuen Wissenschaftszweig, von dem natürlich aufgrund der innovationsunfreundlichkeit andere Länder profitieren werden, der die Aussicht bietet, mehr Menschen bezahlbare Lebensmittel zu verschaffen. Der Mensch greift in die Natur ein, das macht ihn ja zum Menschen, er kann der reinen Naturhaftigkeit entkommen und eine gesellschaftliche, zweite Natur erschaffen. Dies abzulehnen ist stumpfester Reaktionismus, Fortschrittsfeindlichkeit in Reinform und damit im Endeffekt menschenfeindlich.
 
Außerdem glaubt fdb doch nicht an die Schöpfung, oder? Man nennt es nicht Schöpfung, sondern Evolution (es sei denn man ist Kreationist).
 
Darum gehts!

In der Anwendung ist es nahezu unkontrollierbar in der Welt.

@Maddin:

Wissen zu vermitteln ist das Eine, die Anwendung dieses Wissens eine andere. Es ist ausnahmsweise mal paschaul gut, wenn Wissen vermittelt wird!
 
In der Anwendung ist es nahezu unkontrollierbar in der Welt.

Wenn du mit "es" die Weitergabe von Erbgut von einer Spezies an eine andere meinst, dann kann man sogar noch weitergehen und festhalten, dass es absolut unkontrollierbar ist - es findet nämlich tagtäglich überall auf der Erde statt, denn Viren tun nichts anderes. Ebenso sieht es mit der Erbgutveränderung aus, die völlig ohne das Eingreifen des Menschen überall und zu jeder Zeit vonstatten geht.

Letztlich geht es bei der Gentechnik darum, Lebewesen mit erwünschten Eigenschaften auszustatten oder unerwünschte Eigenschaften zu unterdrücken. Das ist etwas, was die Menschheit bereits seit dem Beginn von Ackerbau und Viehzucht betreibt mit der Zucht und der Kreuzung von Tieren und Pflanzen. Insofern spielt der Mensch, wie du es nennst, bereits seit rund 12.000 Jahren selber Schöpfer; moderne Methoden der Gentechnik erlauben nur, das deutlich präziser und effizienter zu tun. Dabei gab es von Anfang an die Begleiterscheinung, dass die Weitergabe des Erbguts nicht zu kontrollieren war: Insekten und Witterungseinflüsse haben sich ebenso wenig vom Bestäuben aller möglichen Pflanzen abhalten lassen wie beispielsweise Zuchtbullen davon abzubringen waren, sämtliche Kühe in Reichweite zu bespringen. Somit kam es immer wieder zu Erbgutübertragungen, doch der faszinierende Mechanismus der Evolution sorgt stets dafür, dass Eigenschaften, den Lebewesen keinen Vorteil bei der Erhaltung der Art verschaffen, im Laufe der Zeit wieder verloren gehen.

In der Debatte wäre es hilfreich, wenn die irrationalen Ängste und Vorurteile, die offensichtlich mit dem Wort "Gentechnik" verbunden sind, so langsam in der Schublade verschwänden. Es gibt bislang keinen einzigen Beleg dafür, dass die Auslöschung der Menschheit durch das Produkt eines Genlabors mehr ist als die Erfindung von Romanautoren. Dennoch bedeutet das nicht, dass die Anwendung der Gentechnik völlig frei von Regelungen sein sollte: Die Entwicklung von Biokampfstoffen halte ich für nicht hinnehmbar, aber was spricht beispielsweise dagegen, Nutzpflanzen mit Resistenzen gegen Schädlinge auszustatten, um so den Einsatz von Pestiziden zu verringern?
 
@Niedersachse:

Schon interessant, dass zwischen einer künstlichen oder einer natürlichen Veränderung des Erbmaterials eine Gleichsetzung vorgenommen wird und dabei der künstlichen Veränderung eine höhere Präzision beigemessen wird ohne auch nur einen Beleg für diese Argumentation anzuführen. Damit sagst Du quasi aus, dass der Mensch den gesamten Prozess den er dabei anstößt besstens unter Kontrolle hat.

Auf Grundlage solcher Argumentationsweisen wird Sicherheit natürlich klein geschrieben. Keine Frage.
 
Schon interessant, dass zwischen einer künstlichen oder einer natürlichen Veränderung des Erbmaterials eine Gleichsetzung vorgenommen wird und dabei der künstlichen Veränderung eine höhere Präzision beigemessen wird ohne auch nur einen Beleg für diese Argumentation anzuführen.

Eine Gleichsetzung habe ich nur vorgenommen mit dem Verweis darauf, dass die Erbgutveränderung überall und jederzeit vorkommt, unabhängig davon, wer dafür jeweils verantwortlich ist. Wenn du die Trennlinie reichlich unscharf zwischen "natürlich" und "künstlich" ziehst, dann legt das allerdings den Schluss nahe, dass du ausnahmslos jede Veränderung ablehnst, an der der Mensch ursächlich beteiligt ist - was auch seit Jahrtausenden erprobte Zucht- und Ausleseverfahren einschließt. Bist du also auch ein erklärter Gegner der Züchtung von Getreide aus Wildgräsern?

Was den geforderten Beleg für die höhere Präzision angeht, so hatte ich offensichtlich deine Erinnerung an den Biologieunterricht der Grundschule und Mittelstufe unterschätzt. Mit rudimentären Kenntnissen der Vererbungslehre sollte an sich klar sein, dass der Weg der Zucht bei der Stärkung der gewünschten Eigenschaften langwieriger ist als das - flapsig ausgedrückt - An- oder Ausschalten der entsprechenden Gene. Wobei selbstverständlich dieser Weg nicht vor Fehlschlägen schützt, weswegen ich von höherer Präzision und nicht von Perfektion sprach.

Damit sagst Du quasi aus, dass der Mensch den gesamten Prozess den er dabei anstößt besstens unter Kontrolle hat.

Auf Grundlage solcher Argumentationsweisen wird Sicherheit natürlich klein geschrieben. Keine Frage.

Hast du meine sämtlichen Ausführungen zur Kontrolle bewusst ignoriert, weil sie dir nicht in den Kram passen, oder hast du sie schlicht überlesen? Ich hoffe mal, dass es sich um einen Fehler der Wahrnehmung handelt und du nicht zu denen zählst, die nur mit Unterstellungen und Falschaussagen irrationale Ängste schüren wollen.

Edit:

Falls jemand Interesse hat, dazu etwas von einem Fachmann zu lesen, lässt sich hier ein zweiteiliges Interview mit Professor Wolfgang Nellen finden.

Hier findet man die kürzlich veröffentlichten Ergebnisse eines Schweizer Forschungsprogramms zu Nutzen und Risiken der Freisetzung gentechnisch veränderter Pflanzen.
 
Falls jemand Interesse hat, dazu etwas von einem Fachmann zu lesen, lässt sich hier ein zweiteiliges Interview mit Professor Wolfgang Nellen finden.

Hier findet man die kürzlich veröffentlichten Ergebnisse eines Schweizer Forschungsprogramms zu Nutzen und Risiken der Freisetzung gentechnisch veränderter Pflanzen.

Danke für die Links. Wenn man den Inhalt ohne Vorbehalte liest: Damit kann auch schon mal ein Laie etwas anfangen.
 
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