Allgemeiner Politik Thread

Tja, dann kann man sich das Verfahren schenken, da die Qualität die es benötigt nicht gewährleistet werden kann. Also weg mit dem Dr.titel. :cool:

Das Problem ist nur, dass viele Firmen und andere Institutionen Wert auf den Titel legen.

Der sagt zwar nichts über die eigentliche Qualifikation im Beruf aus, macht sich aber nach außen immer gut. Meine Allgemeinmedizinerin ist z.B. eine der wenigen Ärzte, die keinen Doktoritel hat; dabei ist sie eine ausgezeichnete Medizinerin.

Ich erinnere mich, wie ein Jurist bei uns gefragt wurde, weshalb er keinen Dr. jur habe. Seine Anwort: "Ich bin Fachanwalt für Verwaltungs- und Gesellschaftsrecht". Da durfte er sich sagen lassen, das könne man aber nicht "vor sich hertragen"......
Notfalls (kein Witz) ersetzt - in einigen Positionen und/oder Firmen) natürlich ein Adelstitel den Doktor. Zumindest schmückt der ganz ungemein ............
 
http://www.zeit.de/studium/hochschule/2013-02/Doktortitel-Wolfgang-Loewer

Natürlich muss und kann der Prüfer nicht JEDE Fußnote nachschlagen, und ich kann letztlich nicht beurteilen, wie viel "Mitschuld" die Unis tragen, aber es beschleicht mich doch ein seltsames Gefühl, wie viele Arbeiten durchgewunken werden; ich kenne auch einige "Experten" bei denen ich mich gefragt habe, ob es den Titel als Angebot im ALDI gab.

Dieses Interview mit dem Juristen Löwer zeigt allerdings ein wahres Prachtexemplar seiner Zunft.

"....Natürlich sind Dissertationen wertvoll, denn ohne diesen kleinschrittigen Wissensgewinn wären auch große wissenschaftliche Fortschritte gar nicht möglich. Stellen Sie sich die Bibliotheken ohne Dissertationen vor: wie leergefegt! Eine alternative Anerkennung halte ich nicht für sinnvoll. Schließlich steht der Titel für eine Qualifikation. Er bezeugt, dass ein Mensch wissenschaftlich arbeiten kann."

Das ist an Arroganz kaum zu überbieten. :unfassbar:
In der Tat, der Mensch fängt erst beim Doktor an :roll:

http://www.pro-physik.de/details/news/1123205/Doktor_Einstein.html

"..........Den Gedanken an eine Doktorarbeit hatte Albert Einstein bereits aufgegeben: «Den Doktor werde ich hingegen nicht machen, da mir das doch wenig hilft und die ganze Komödie mir langweilig geworden ist», schreibt er 1903 an seinen Freund Michele Besso. Eine erste Promotionsschrift hatte Einstein im Jahr zuvor sogar zurückgezogen. Die genauen Gründe für diese Entscheidung sind ebenso wenig überliefert wie der Inhalt der ersten Arbeit. In seinem «annus mirabilis» (Wunderjahr) 1905 legt Einstein dann doch noch eine Dissertation vor, als eine von fünf maßgeblichen Veröffentlichungen.

Als der damals 26-jährige Berner Patentbeamte am 30. April 1905 seine Promotionsschrift über die Bestimmung der Molekülgrößen abschließt, hat er seine Nobelpreisarbeit bereits geschrieben."



................................................Schon seltsam, wie eigentlich konnte der "wissenschaftlich" arbeiten ??
 
Es ist hundert Jahre her, unter Wissenschaftlern umstritten und auch kein eindeutiges passagenweises Abschreiben, sondern unsauberes Zitieren. Damit ist sie damals durchgekommen, das war kein so grober Verstoß wie bei Gutti und Co. und ist darüber hinaus nach meinem Empfinden "verjährt". Sie ist wie viele andere vor und nach ihr mit unsauberer Zitierweise zu einem akademischen Abschluss bzw. Titel gekommen und nur weil sie Ministerin ist, wird darum ein Mordfez gemacht. Für mich nur bedingt nachvollziehbar.
 
Es ist hundert Jahre her, unter Wissenschaftlern umstritten und auch kein eindeutiges passagenweises Abschreiben, sondern unsauberes Zitieren. Damit ist sie damals durchgekommen, das war kein so grober Verstoß wie bei Gutti und Co. und ist darüber hinaus nach meinem Empfinden "verjährt". Sie ist wie viele andere vor und nach ihr mit unsauberer Zitierweise zu einem akademischen Abschluss bzw. Titel gekommen und nur weil sie Ministerin ist, wird darum ein Mordfez gemacht. Für mich nur bedingt nachvollziehbar.

Was ist der Unterschied von passagenweise abschreiben und unsauberem zitieren?

Hat Frau Schavan auch einfach mal nen paar Fußnoten vergessen?

Ist es von Relevanz, dass Schavans Vergehen nicht ganz so dreist war wie das von Gutti, weil sie nicht den wissenschaftlichen Dienst des Bundestages nutzte?

Für mich ist Frau Schavan eines von vielen Beispielen dafür, dass Werte und Bildungsniveau sich nicht gegenseitig bedingen.
 
Für mich ist Frau Schavan ein Beispiel dafür, dass viele Akademiker Originalquellen aus Sekundärliteratur zitieren, obwohl das strenggenommen nicht korrekt ist, de facto aber keine Sau nachprüft.
 
Zitat von NZZ:
In einer ersten Stellungnahme erklärte Schavan, sie werde im Amt bleiben und gegen den Entzug der Doktorwürde klagen. In ihrer trotzigen Kampfbereitschaft verkennt die Ministerin, dass Person und Amt zweierlei sind. Als Person kann Annette Schavan natürlich mit allen Mitteln ihren Ruf verteidigen. Als Ministerin hat sie jedoch die Aufgabe, Schaden von ihrem Amt abzuwenden. Das Amt eines Bundesministers kommt vor der Person, und deshalb traten in der Vergangenheit Minister zurück, selbst wenn ihnen kein persönliches Fehlverhalten nachzuweisen war. Eine Bildungsministerin hingegen, der «systematische und vorsätzliche» Verstösse gegen wissenschaftliche Grundprinzipien attestiert werden, ist peinlich. Sie gibt ihr Amt der Lächerlichkeit preis.

Schavan schadet sich damit auch als Person, denn ein rascher Rücktritt mit dem anschliessenden Versuch einer juristischen Rehabilitierung wäre ehrenvoll gewesen – vor allem in einer Zeit, in der sich Politiker ständig öffentlich entschuldigen, um danach unverfroren weiterzumachen. Nobles Pflichtbewusstsein scheint heute unwiederbringlich dahin; Politiker wie Guttenberg, Wulff und Schavan kleben so lange an ihrem Sessel, bis der Widerstand der Öffentlichkeit übermächtig wird und die Reputation wirklich zerstört ist. In allen diesen Fällen fehlte den Betroffenen jegliches Gespür für die politische Dimension. Sie verhielten sich, als gelte es, sich gegen eine unrechtmässig verhängte Parkbusse zu wehren, und ignorierten den fundamentalen Unterschied zwischen juristischer und politischer Verantwortung.
Quelle

Ich finde, dem Artikel der NZZ aus der Schweiz ist nix hinzuzufügen.
 
Zurücktreten hätte sie schon längst müssen, denn auch wenn ich die Aberkennung des Titels übertrieben finde, kann sie in Anbetracht der Vorwürfe nicht Bildungsministerin sein, das ist doch logisch.
 
Was man der Schavan zugute halten kann ist, dass es ihre erste wissenschaftliche Arbeit war. Für Schavan wäre es sicher hilfreicher gewesen, zuvor eine Magisterarbeit zu schreiben um mit dem wissenschaftlichen Methoden vertrauter zu sein. Ich halte das damalige Verfahren, direkt eine Dr.-Arbeit zu schreiben, für unprofessionell.
 
Ja war sie.

Viel schlimmer finde ich das die ihren Job behalten darf.

Die Kanzlerin hat gesagt, dass sie hinter ihr steht....ein sicheres Zeichen, dass Schawan spätestens Ende der Woche nicht mehr Bundesbildungsministerin ist. :D

Angeblich wird McAllister als Nachfolger gehandelt. Da sollte man aber erst prüfen, ob der wirklich schottische Vorfahren hat....sonst muss er dass "Mc" abgeben und sich nur noch "Allister" nennen. :D
 
Angeblich wird McAllister als Nachfolger gehandelt. Da sollte man aber erst prüfen, ob der wirklich schottische Vorfahren hat....sonst muss er dass "Mc" abgeben und sich nur noch "Allister" nennen. :D

Schonmal geprüft, ob das Fleisch des BigMac auch aus Schottland kommt?


Ironie des Schicksals: Allister, der sein Ministerpräsidentenamt womöglich nur aufgrund eines bildungspolitischen Themas, nämlich der Beibehaltung der Studiengebühren verloren hat, wird als Bildungsminister gehandelt.
 
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