Alles rund um Schule & Lehrer

  • Ersteller des Themas Ersteller des Themas matt
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Es gibt überhaupt keinen Hinweis darauf, dass eine Einheitsschule für alle besser Bildung für irgendjemanden hervorbringt.
Dahinter steckt nur eine Ideologie der Gleichmacherei, die am Ende niemandem gerecht wird.
Menschen sind nun mal nicht gleich.
:tnx: zum letzten Teil. Wie eine Einheitsschule funktionieren könnte, kann ich mir als Nicht-Lehrerin nicht vorstellen, weil das Niveau der Schüler in einer Klasse doch vermutlich extrem auseinander klafft. Die Schere war zumindest bei mir am Gymnasium innerhalb der Klasse schon (sehr) gross.

Was ich insgesamt in Deutschland falsch finde, ist die aus meiner Sicht mangelnde Wertschätzung für handwerkliche und andere Berufe, für die man kein Abi oder gar Studium braucht. Sowohl finanziell als auch in der Akzeptanz. Jeder will und braucht zuverlässige und gute Handwerker, Verkäufer, eine Krankenschwester oder den Müllmann. Aber das Kind soll natürlich Abi machen und am besten noch studieren. Vielen, die sich in der Schule irgendwie Richtung Abi quälen, würde einer dieser Berufe vielleicht sogar Freude machen. Ich denke beim Schreiben an den Sohn einer Freundin, der nach Abi mit Hängen und Würgen sein Studium abgebrochen hat und jetzt eine Ausbildung macht, die ihm gefällt. Für meine Freundin ist deshalb erst einmal eine Welt zusammen gebrochen. Wenn in diesem Punkt kein Umdenken in der Gesellschaft stattfindet, wird es hier für so manchen Wirtschaftszweig schwierig.
 
:denk::denk::denk:

Genau das ist doch jetzt schon so.
Ohne Abi wird man heute schon nicht mal mehr Kaufmann oder zumindest nur schwer.
Die meisten Speditionen die ich kenne bilden nur ab Abi und aufwärts aus :crazy:

Man hätte eben dafür sorgen müssen, dass die nichtgymnasialen Schularten gestärkt werden.
Auch ein Hauptschulabschluss sollte etwas wert sein.
Auch ein guter Hautpschüler sollte über einige Kompetenzen verfügen.
Die Hautpschule darf nicht nur ein Sammelbecken für den Bodensatz der Gesellschaft sein, der teilweise nicht einmal den Weg in eine Berufsausbildung sucht, sondern hartzen als Lebensziel definiert.
Wenn man aber jeden aufs Gymnasium lässt, der seinen Namen fehlerfrei schreiben kann, tritt der Effekt einer Inflation ein.
Heute ist die Hälfte der Kinder auf einem Gymnasium.
Es ist ein Irrglaube, dass man mehr hochqualifizierte Absolventen erhält, wenn man jeden aufs Gymnasium lässt.
Wir steigern ja auch nicht die Qualität des Bundesligafußballs, indem wir die Liga auf 30 Mannschaften aufstocken.

Und wenn man das dann noch weiter spreizt, haben die, die unten stehen erst Recht keine Chance mehr.
Ja, theoretisch schon weil Onlineschule und Abendstudium und Co. Aber mal ehrlich: welcher Hauptschüler nutzt das?
Nur ne Handvoll, wenn überhaupt. Der Rest geht in den niedriglohnsektor.
Zu Amazon ins Lager (wobei die noch am meisten zahlen) oder in sonstige Großläger zum komissionieren und packen.
Abiturienten wirst du da maximal als Praktikanten antreffen.

Ich kenne Leute, die vor 10 Jahren Realschulabschluss gemacht haben und später Informatik studiert haben.
Informatikstudium ist nun nicht gerade ein Spaziergang.
Wenn man aber keine der Chancen nutzt, die geboten werden, dann bleibt am Ende nur der Niedriglohnsektor.

Selbst wenn man Abi für Alle einführen würde, werden einige in den Niedriglohnsektor gehen müssen oder im Lager arbeiten müssen.
Ich denke, es werden genau dieselben Leute sein.

Um wirklich kein Ranking mehr zu haben, müsste man zumindest Klasse 1-10 zusammen lassen.
Das überzeugt mich nicht. Warum muss man sie zusammen lassen?
Die Binnendifferenzierung kann niemand leisten, die dann vorgenommen werden muss zwischen denen, die schon in Klasse 2 mehr drauf hatten, als die Kameraden im ganzen Leben draufhaben werden, die schon in der 2. Klasse aufgehört haben, etwas zu tun.

Das Mehr an Lehrern für eine weitere Unterteilung dann nutzen um mehrere Lehrer / Klasse einzusetzen (gleichzeitig) damit wäre mehr Schülern geholfen.
Der Personal wird doch so knapp kalkuliert, dass die Doppeltbesetzungen die reinste Farce sind und meist nur auf dem Papier existieren. Fast täglich werden sie aufgelöst, um den Vertretungsplan aufzufüllen.
 
:tnx: zum letzten Teil. Wie eine Einheitsschule funktionieren könnte, kann ich mir als Nicht-Lehrerin nicht vorstellen, weil das Niveau der Schüler in einer Klasse doch vermutlich extrem auseinander klafft. Die Schere war zumindest bei mir am Gymnasium innerhalb der Klasse schon (sehr) gross.

Was ich insgesamt in Deutschland falsch finde, ist die aus meiner Sicht mangelnde Wertschätzung für handwerkliche und andere Berufe, für die man kein Abi oder gar Studium braucht. Sowohl finanziell als auch in der Akzeptanz. Jeder will und braucht zuverlässige und gute Handwerker, Verkäufer, eine Krankenschwester oder den Müllmann. Aber das Kind soll natürlich Abi machen und am besten noch studieren. Vielen, die sich in der Schule irgendwie Richtung Abi quälen, würde einer dieser Berufe vielleicht sogar Freude machen. Ich denke beim Schreiben an den Sohn einer Freundin, der nach Abi mit Hängen und Würgen sein Studium abgebrochen hat und jetzt eine Ausbildung macht, die ihm gefällt. Für meine Freundin ist deshalb erst einmal eine Welt zusammen gebrochen. Wenn in diesem Punkt kein Umdenken in der Gesellschaft stattfindet, wird es hier für so manchen Wirtschaftszweig schwierig.

Und dabei gilt immer noch: Handwerk hat goldenen Boden.
Ich kenne so viele Handwerker, die sich mit einem guten Hauptschulabschluss ein EFH erarbeitet haben.
Man kann dann einfach vieles selber machen und kennt auch Leute aus anderen Gewerken. Da hilft man sich gegenseitig und ruckzuck hat jeder sein Haus.
 
:tnx: zum letzten Teil. Wie eine Einheitsschule funktionieren könnte, kann ich mir als Nicht-Lehrerin nicht vorstellen, weil das Niveau der Schüler in einer Klasse doch vermutlich extrem auseinander klafft. Die Schere war zumindest bei mir am Gymnasium innerhalb der Klasse schon (sehr) gross.

Was ich insgesamt in Deutschland falsch finde, ist die aus meiner Sicht mangelnde Wertschätzung für handwerkliche und andere Berufe, für die man kein Abi oder gar Studium braucht. Sowohl finanziell als auch in der Akzeptanz. Jeder will und braucht zuverlässige und gute Handwerker, Verkäufer, eine Krankenschwester oder den Müllmann. Aber das Kind soll natürlich Abi machen und am besten noch studieren. Vielen, die sich in der Schule irgendwie Richtung Abi quälen, würde einer dieser Berufe vielleicht sogar Freude machen. Ich denke beim Schreiben an den Sohn einer Freundin, der nach Abi irgendwie schnell sein Studium abgebrochen hat und jetzt eine Ausbildung macht, die ihm gefällt. Für meine Freundin ist erstmal eine Welt zusammen gebrochen deshalb. Wenn da kein Umdenken in der Gesellschaft kommt, wird es hier für so manchen Wirtschaftszweig schwierig.
Das Problem ist, das selbst das sogenannte Handwerk heute sehr komplex aufgebaut ist, da notwendige Wissen sehr breit gestreut ist.Viele Handwerksbetriebe müssen dazu übergehen, erst einmal die Basis zu legen, z.B. Mathematik, um darauf aufbauend die Ausbildung durchzuziehen und abzuschliessen. Ich glaube, Olli hat weiter oben geschrieben über eine Arbeit aus 2012 für Hauptschüler, die heute den Anforderungen für Realschule genügt, da sagt doch einiges. Das Umdenken in der Gesellschaft wird zwangsläufig passieren, weil die Schüler in der Zukunft einfach nicht mehr hergeben. Das dreigleisige Schulsystem aus der Vergangenheit ergab eindeutige Zuordnungen zu den jeweiligen Berufszweigen, Hauptschüler=Handwerk, Realschüler=Angestellte, Gymnasiasten=Lehrer (:D), sehr vereinfacht ausgedrückt. Rückblickend muss ich feststellen, dass viele aus meiner Hauptschulklasse doch gute Schritte nach oben gemacht haben, Personalchef, Betriebsratsvorsitzender im Automobilkonzern, Ingenieure, Berufsschullehrer, Grafiker, Selbstständige, Fluglotse, die ganze Palette. Ob das heute noch möglich wäre, ich glaube nicht.
 
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Ich glaube Olli hat weiter oben geschrieben über eine Arbeit aus 2012 für Hauptschüler, die heute den Anforderungen für Realschule genügt, da sagt doch einiges. Das Umdenken in der Gesellschaft wird zwangsläufig passieren, weil die Schüler in der Zukunft einfach nicht mehr hergeben. Gab es früher noch die Hauptschüler, die ausreichend ausgenb

Warum geben die Schüler in der Zukunft weniger her?
Werden sie von Generation zu Generation immer dümmer? Glaube ich nicht.
Werden sie immer weniger gefordert? Das glaube ich eher.

Schaut Euch mal Abschlussprüfungen für die Realschule aus den 0er-Jahren und eine MSA-Prüfung von heute.
Letztere ist ein Witz, gute Siebtklässler sollten sie bestehen.
 
@Lübecker - Das Problem kenne ich aus den Erzählungen meiner Mutter, die in einer Tischlerei gearbeitet hat. Da konnten Azubis mit Realschulabschluss die einfachsten Dinge nicht berechnen. Wie das durch eine Einheitsschule besser werden könnte, erschliesst sich mir allerdings nicht.
 
Warum geben die Schüler in der Zukunft weniger her?
Werden sie von Generation zu Generation immer dümmer? Glaube ich nicht.
Werden sie immer weniger gefordert? Das glaube ich eher.

Schaut Euch mal Abschlussprüfungen für die Realschule aus den 0er-Jahren und eine MSA-Prüfung von heute.
Letztere ist ein Witz, gute Siebtklässler sollten sie bestehen.
Zugleich werden die Noten besser bzw. grosszügiger vergeben. Bei uns hatte niemand ein Abi mit 1,0, in den Folgejahren ab und an mal jemand und jetzt mehrere Absolventen jedes Jahr. Ich sehe das, weil mein Gymnasium einen Jahresrückblick zusammenstellt und auch an Ehemalige schickt. Dass die Schüler immer klüger werden, um diese Topnote so viel häufiger zu erzielen, glaube ich nicht.
 
Und dabei gilt immer noch: Handwerk hat goldenen Boden.
Ich kenne so viele Handwerker, die sich mit einem guten Hauptschulabschluss ein EFH erarbeitet haben.
Man kann dann einfach vieles selber machen und kennt auch Leute aus anderen Gewerken. Da hilft man sich gegenseitig und ruckzuck hat jeder sein Haus.
Kommt aufs Handwerk an, der Bäcker hat dieses Netzwerk sicherlich nicht ;)
 
@holgerwehlage

Sag bzw. schreib das doch gleich. Mich hat es irritiert, daß du den Wunsch / die Erwartung einer Belegbarkeit äußertest, obwohl du zuvor einen Beitrag von mir zitiertest, daß eine eindeutige Belegbarkeit nicht möglich ist, sondern es "nur" Ergebnisse von entsprechenden Studien sind. ;)

https://www.lehrerfreund.de/schule/1s/schulsystem-finnland-vorteile/4106
Vielleicht bin ich ja blind, aber wo steht denn da, dass das eingliedrige Schulsystem einen großen Anteil an dem Erfolg des finnischen Bildungssystems hätte?
 
Zugleich werden die Noten besser bzw. grosszügiger vergeben. Bei uns hatte niemand ein Abi mit 1,0, in den Folgejahren ab und an mal jemand und jetzt mehrere Absolventen jedes Jahr. Ich sehe das, weil mein Gymnasium einen Jahresrückblick zusammenstellt und auch an Ehemalige schickt. Dass die Schüler immer klüger werden, um diese Topnote so viel häufiger zu erzielen, glaube ich nicht.
Zustimmung. Ich hatte einen in meiner Klasse, der hatte am Ende 1,0 oder 1,1 oder so. Das war Abi 94 und der Typ war wirklich genial. Überall top, außer Sport. Mittlerweile Professor an der Uni. Danach kam lange nix....
 
Zugleich werden die Noten besser bzw. grosszügiger vergeben. Bei uns hatte niemand ein Abi mit 1,0, in den Folgejahren ab und an mal jemand und jetzt mehrere Absolventen jedes Jahr. Ich sehe das, weil mein Gymnasium einen Jahresrückblick zusammenstellt und auch an Ehemalige schickt. Dass die Schüler immer klüger werden, um diese Topnote so viel häufiger zu erzielen, glaube ich nicht.

Ist an der Uni genau das gleiche. Ich hatte noch, und kenne/kannte von anderen Fachbereichen, ProfessorInnen die aussieben oder später entsprechend bewerten. Das scheint es heute kaum mehr zu geben. Die Flut an AbsolventInnen mit 1.0 im Zeugnis ist in der Tat kaum damit zu erklären, dass die alle immer klüger werden.
 
Vielleicht bin ich ja blind, aber wo steht denn da, dass das eingliedrige Schulsystem einen großen Anteil an dem Erfolg des finnischen Bildungssystems hätte?

Steht da tatsächlich nicht. Am Ende läuft es auf die immer gleiche Antwort hinaus: Geld. In dem Artikel wird zum Beispiel betont, dass finnische Klassen deutlich kleiner sind als Deutsche. Weniger Kinder pro LehrerInn bedeutet aber automatisch, dass man mehr LehrerInnen für die gleiche Anzahl Kinder braucht. Kostet entsprechend. Austattung von Schulen: Kostet Geld. Digitalisierung: Geld. Fortbildung: Geld. Abseits aller Konzepte in Finnland: Wenn man nicht nur über die Förderung von Bildung spricht sondern sie auch entsprechend finanziert, lösen sich viele Probleme wie von alleine.
 
Zustimmung. Ich hatte einen in meiner Klasse, der hatte am Ende 1,0 oder 1,1 oder so. Das war Abi 94 und der Typ war wirklich genial. Überall top, außer Sport. Mittlerweile Professor an der Uni. Danach kam lange nix....
:tnx: Ebenfalls Abi 94. Unser Primus hatte eine 1,1, danach kam eine 1,3. Eine 1,0 war zudem am ehesten mit Mathe und Physik möglich, in den Sprachen haben sich die Lehrer mit der Vergabe von 15 Punkten äusserst schwer getan. Wie das heute ist, weiss ich nicht.
 
Mit den vielen guten Abschlüssen hat meiner Meinung nach nur einen Grund: Schulen werden heute anders bewertet. Gute Abschlüsse gleich gute Schule.
Das kann gut sein, nur kann man dann das Noten geben gleich lassen.

Für einen kaufmännischen Beruf sollte eine Zwei oder Drei in Mathe schon bedeuten, dass X rechnen kann und ein Verständnis für Zahlen hat. Wenn X die Zwei oder erst Recht die Drei bei immer niedrigeren Standards und gönnerhafter Benotung bekommt, hilft das dem künftigen Arbeitgeber wenig.

Vor diesem Hintergrund verstehe ich Arbeitgeber, die bevorzugt Abiturienten für eine kaufmännische Ausbildung haben wollen (meiner auch), weil ein durchscnittlicher Abiturient heute vermutlich früher ein guter Realschüler war.
 
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Es ist ein Irrglaube, dass man mehr hochqualifizierte Absolventen erhält, wenn man jeden aufs Gymnasium lässt.
Wir steigern ja auch nicht die Qualität des Bundesligafußballs, indem wir die Liga auf 30 Mannschaften aufstocken.

Wer redet denn davon, alle aufs Gymnasium (Oberstufe) zu schicken?
Die Anzahl der Schulklassen hat außerdem nichts mit der Qualität zu tun, nur mit Quantität.
Wenn man an der Klassengröße (Mannschaftsgröße) schraubt, kommt man eher zu einer Veränderung.


Ich kenne Leute, die vor 10 Jahren Realschulabschluss gemacht haben und später Informatik studiert haben.
Informatikstudium ist nun nicht gerade ein Spaziergang.
Wenn man aber keine der Chancen nutzt, die geboten werden, dann bleibt am Ende nur der Niedriglohnsektor.

Selbst wenn man Abi für Alle einführen würde, werden einige in den Niedriglohnsektor gehen müssen oder im Lager arbeiten müssen.
Ich denke, es werden genau dieselben Leute sein.

Ja und ich kenn Leute, die mit Abi im Lager arbeiten und Zeugs einpacken.
Ausnahmen gibt's immer.
Keiner redet außerdem vom "Abi für Alle". Das ist Quatsch, das wird's nie geben.
Sekundarstufe 1 zusammen und dann Abschluss bzw. Oberstufe mit Abi.

Hätte den Vorteil, das die stärkeren nach wie vor ihr Abi machen
und die schwächeren von den stärkeren profitieren und besser abschneiden.

Das überzeugt mich nicht. Warum muss man sie zusammen lassen?
Die Binnendifferenzierung kann niemand leisten, die dann vorgenommen werden muss zwischen denen, die schon in Klasse 2 mehr drauf hatten, als die Kameraden im ganzen Leben draufhaben werden, die schon in der 2. Klasse aufgehört haben, etwas zu tun.


Der Personal wird doch so knapp kalkuliert, dass die Doppeltbesetzungen die reinste Farce sind und meist nur auf dem Papier existieren. Fast täglich werden sie aufgelöst, um den Vertretungsplan aufzufüllen.

Muss dich auch nicht überzeugen oder bist du Bildungsminister? :D

Ja, das weiß ich auch. Du wolltest aber eine weitere Unterteilung - sprich deine Idee bräuchte mehr Lehrer als derzeit verfügbar sind.
Und die könnte man besser in Doppelbesetzungen stecken, damit ist nämlich mehr geholfen als noch weiter zu unterteilen.

@opalo
Ja, das kaufmännische und Abi ist so eine Sache.
Bei uns in der Ausbildung bzw. in der Berufsschuljahrgang war ich der einzige, ohne Abi. Ich war einer von 2en, die den Dreisatz konnten...
Wir haben in der Berufsschule 1!!!! EIN!!!! Jahr (von 2,5) am Dreisatz gearbeitet, bis wir in STK mal in Richtung Buchführung und so gegangen sind :facepalm:

Abiturienten können leider auch nicht immer alle Rechnen :D

Dazu kommt, das Abiturienten oft zu kompliziert denken, jedenfalls meine Erfahrung mit Azubis / Praktikanten in der Speditionswelt -
das hat immer ein wenig gedauert, bis die begriffen haben, wie "einfach" manche Dinge sind :D
Da waren die, mit Realschulabschluss "schneller" und auch aufnahmefähiger. Leider waren die (in meinen Firmen) fast immer "nicht qualifiziert genug"[/QUOTE][/QUOTE]
 
Keiner redet außerdem vom "Abi für Alle".
Das ist Quatsch, das wird's nie geben.
Sekundarstufe 1 zusammen und dann Abschluss bzw. Oberstufe mit Abi.

Hätte den Vorteil, das die stärkeren nach wie vor ihr Abi machen
und die schwächeren von den stärkeren profitieren und besser abschneiden.

"Abi für alle" ist natürlich überspitzt, aber der Trend geht in diese Richtung.
Das Gymnasium wird zur neuen Volksschule. Das kann natürlich nicht ohne Qualitätsverluste gehen.

Dass die Schwächeren von den Stärkeren profitieren, ist eine nett klingende Wunschvorstellung, die durch nichts bewiesen ist.
Vielleicht werden auch die Stärkeren von den Schwächeren ausgebremst, weil die Lehrer gar nicht alle gleichermaßen bedienen können und dann die Schüler an der Spitze nicht ausreichend gefordert werden.
Wenn die beispielsweise dauerhaft dazu benutzt werden, den Schwächeren zu helfen, dann ist eine Form von Missbrauch.
Denn die gehen nicht in die Schule als Hilfslehrer, sondern haben auch ein Anrecht darauf, so gut wie möglich gefördert zu werden.
Da bleibt dann viel Potenzial ungenutzt auf der Strecke.
Die Trennung nach der 4. Klasse finde ich da deutlich besser als gemeinsames Herumhängen während der ganzen Sek. 1.
Natürlich muss eine Durchlässigkeit gewährleistet sein.
 
Bewerbungsvoraussetzung bei uns ist mindestens Realschulabschluss, die Azubis haben allerdings, soweit ich das weiss, fast alle (Fach)Abi. Ob vor Einstellung ein Assessment Center o.ä gemacht wird, das gut genacht mMn mehr ausssagt als Noten auf dem Zeugnis, kann ich nicht sagen.

Spannend wäre zu wissen, ob Du in Deiner Realschulklasse ebenfalls der Einzige warst, der Dreisatz kann ;) Denn da hab ich wieder meine Mutter im Ohr, wie sie über die Mathe- und Deutsch-Nichtkenntnisse der Azubis in ihrem Laden den Kopf geschüttelt hat. Die hatten kein Abi.
 
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Spannend wäre zu wissen, ob Du in Deiner Realschulklasse ebenfalls der Einzige warst, der Dreisatz kann ;) Denn da hab ich wieder meine Mutter im Ohr, wie sie über die Mathe- und Deutsch-Nichtkenntnisse der Azubis in ihrem Laden den Kopf geschüttelt hat. Die hatten kein Abi.

Nein, den konnten wir alle, zumindest in meiner Klasse :D
Wir konnten auch Geometrie und Kurvendiskussion mit einer Variablen :D
 
"Abi für alle" ist natürlich überspitzt, aber der Trend geht in diese Richtung.
Das Gymnasium wird zur neuen Volksschule. Das kann natürlich nicht ohne Qualitätsverluste gehen.

Dass die Schwächeren von den Stärkeren profitieren, ist eine nett klingende Wunschvorstellung, die durch nichts bewiesen ist.
Vielleicht werden auch die Stärkeren von den Schwächeren ausgebremst, weil die Lehrer gar nicht alle gleichermaßen bedienen können und dann die Schüler an der Spitze nicht ausreichend gefordert werden.
Wenn die beispielsweise dauerhaft dazu benutzt werden, den Schwächeren zu helfen, dann ist eine Form von Missbrauch.
Denn die gehen nicht in die Schule als Hilfslehrer, sondern haben auch ein Anrecht darauf, so gut wie möglich gefördert zu werden.
Da bleibt dann viel Potenzial ungenutzt auf der Strecke.
Die Trennung nach der 4. Klasse finde ich da deutlich besser als gemeinsames Herumhängen während der ganzen Sek. 1.
Natürlich muss eine Durchlässigkeit gewährleistet sein.
1899% Zustimmung. Ich habe gerade in der Oberstufe Mitschülern gerne und oft u.a Mathe erklärt. Einer sagt bis heute bei jedem Treffen, ohne mich hätte er vermutlich kein Abi. Das sollte jedoch freiwillig sein und nicht quasi systemimmanent.

Zugleich wollte ich in der Schule herausgefordert werden. Nicht zuletzt, weil aus einem Nichtakademiker-Haushalt in den 90ern auf dem platten Land ohne kulturelles Angebot etc.

Die Herausforderung war schon in den 90ern im Gymnasium nur in Teilen da und kam so richtig erst an der Uni bzw. noch später im Beruf. Bei noch deutlich weniger davon oder gar einer Einheitsschule hätte ich mich vermutlich bis zum Abi komplett gelangweilt. Und an der Uni bzw. im Beruf war es gerade am Anfang für mich teils schwer, damit umzugehen, eine Aufgabe nicht mal eben zu können oder Strategien zu entwickeln, wie man sich da ran robbt.

Heute hab ich das Bedürfnis nach Herausforderung deutlich weniger und freue mich, wenn Arbeitstage entspannt sind, aber da liegen einige Jahre Berufserfahrung dazwischen.
 
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