Jablonski
Du musst aber auch unterscheiden zwischen den wenigen die hier fordern das Werder Geld ausgibt was sie nicht haben, und denen die einfach etwas Kritik an der Transferpolitik der letzten Zeit üben ohne alles schlecht zureden.
Und wenn Werder letzte Saison 10ter wird und dieser Saison schon wieder droht einen internationalen Wettbewerb früh zu verpassen, darf man denke ich auch leise Kritik üben.
KA sagte ja selber das der Kader überbezahlt ist wenn wir nicht die CL erreichen. Das sagt doch aus das die Spieler nicht das leisten können wofür sie so hoch bezahlt werden.
Ein Teil des Problem sehe ich dann eben in der nicht ganz so glücklichen Transferpolitik der jüngsten Vergangenheit.
Anderen Meinungen werden akzeptiert
Dankeschön.
Und ich sage: Es ist jetzt viel zu leicht, wenn man sich hinstellt und sagt, in jüngerer Vergangenheit ist die Transferpolitik scheiße, und früher war sie immer gut.
Ich bleibe dabei: Wenn man sich alle Transfers unter KA/TS anschaut, dann haben wir im letzten Sommer sehr gut eingekauft. Diese Sichtweise setzt aber voraus, dass man die Spieler fair bewertet und nicht jetzt, aus der Enttäuschung heraus z.B. einen Tim Borowski ohne wenn und aber als Fehleinkauf betrachtet. Boro hat keine gute Vorrunde gespielt. Das weiß er vermutlich selbst. Er ist aber jemand, der innerhalb einer Mannschaft das Zeg hat, eine wichtige Rolle zu spielen. Er hat 33 Länderspiele und ist nicht 36, sondern 29. Einem solchen Spieler sollte man zubilligen, hier bei uns wieder zu seiner Form zu finden. Einen Spieler wie Marko Marin konnte Werder wahrscheinlich nur letzten Sommer bekommen. Und einen Pizarro hätte die ganze Liga gerne gehabt.
Hier sind mal die Transfers der Ära Schaaf/Allofs, angefangen 2000/01. (KA kam ja erst im Oktober 1999 - die Saison davor hat er also nicht zu verantworten).
2000: Banovic, Krstajic, Verlaat, Ernst, Dong Gook Lee
2001: Blank, Lisztes, Magnin, Wehlage, Klasnic, Silva, Wierzchowski
2002: Charisteas, Daun, Reich, Micoud, Friedrich
2003: Davala, Ismael, Reinke, Lagerblom
2004: Fahrenhorst, Jensen, Klose, Nery, Pasanen, Zidan
2005: Andreasen, Frings, Naldo, Owomoyela, van Damme, Vander, Vranjes, Wiese
2006: Almeida, Diego, Fritz, Mertesacker, Wome
2007: Niemeyer, Tosic, Boenisch, Carlos Alberto, Özil, Sanogo, Rosenberg
2008: Prödl, Husejinovic, Tziolis, Pizarro
Ich kann kein Jahr entdecken, in dem es gar keine Flops gab. Ich kann auch nicht entdecken, dass über einen längeren Zeitraum eine viel bessere Quote dabei war als letzten Sommer.
Ich kann aber bei genauerem Hinsehen erkennen, dass es oftmals einfach nicht
passte. Bei Prödl sehe ich sehr viel Potenzial, leider ist er viel verletzt gewesen, ebenso wie Boenisch. Carlos Alberto ist ein Fall für sich, ähnlich wie Gustavo Nery. Sanogo und Rosenberg haben zeitweise super funktioniert, dann wieder nicht. Womé war ein Pflegefall und hat viel zu selten das gespielt, was er eigentlich kann.
Natürlich kann man kritisieren, dass nicht jedes Jahr ein Micoud oder ein Diego dabei ist. Das wäre aber am Thema vorbei.
Was mir hier echt auf den Sack geht ist diese Diskussion auf Kosten der Perspektivspieler, von denen wir angeblich zu viele haben und die uns "nicht weiterbringen". Ohne solche Transfers hätten wir nie einen Klasnic, nie einen Özil, nie einen Pizarro (beim ersten Mal) holen dürfen. Von solchen Transfers aber lebt Werder - immer schon! Werder kann nicht warten, bis ein Spieler anderswo teuer rausgekauft werden muss, Werder muss schneller sein.
Ausnahmen sind Spieler wie Marin, Diego oder Carlos Alberto, die man zu einem anderen Zeitpunkt nicht mehr bekommen hätte. Bei Diego war es ein Volltreffer, Marin ist auf dem Weg dorthin, bei CA hat es nicht geklappt. Dennoch ist es hochgradig unfair, diesen Transfer zu behandeln wie einen vorhersehbaren Flop. Ebenso ist es grober Unfug anzunehmen, Werder hätte einen Riise oder einen van Nistelroy bekommen können, ohne allzu großes Risiko zu gehen.