@Karlotto
Naja, wenn ich die Transfererlöse der letzten Jahre von Werder mit denen des HSV oder dem VFB vergleiche, liegen wir bestimmt trotzdem noch vorne. Der HSV hat ja nach Aussage des Abendblattes vor einigen Wochen trotz der Verkäufe ihre Stars nur 15 Millionen für Neuverpflichtungen in der Tasche. Und machen die Einnahmen aus den Ticketverkäufen in der heutigen Zeit wirklich noch so viel aus? Ich denke schon, dass wir seit unserem Doublegewinn - gerade mit der Champions League-Teilnahme - sicherlich deutlich mehr Geld eingenommen haben, als die meisten anderen Vereine. Auch beim Trikotsponsoring liegen wir vor beiden Vereinen.
Was ja wiederum zeigt, dass der HSV, ebenso wie jeder andere Verein, nicht sämtlicheTransfererlöse in Transferausgaben investiert und auch nicht investieren kann. Das heißt natürlich auch, dass der HSV für de Jong, Kompany und vdV weitaus mehr Transfererlöse hatte, als diese 15 Mio. €. Allein de Jong hatte doch schon 20 gebracht... korrigiere mich, wenn ich irre.
Ich weiß, dass hier immer wieder gerne nach Höhe des investierten Geldes gerechnet wird. Aber, das zeigt ja auch die Wirklichkeit, es ist doch vielmehr so, dass diese Rechnerei mit den Transferausgaben, nur eine Seite der Medaille darstellt. Zum Einen, ist es auch die Frage, was man aus dem zur Verfügung stehenden Geld macht. Es kann durchaus sinnvoller sein, höchst leistungsbezogene Verträge abzuschließen - dafür aber auf den einen oder anderen hochgradig interessantes Transfer zu verzichten. Wie wir alle wissen, sticht Motivation zu 90% Klasse aus. Hast du 11 hochmotivierte Spieler auf dem Platz, können diese nominell stärkere Teams, aus Mailand, London oder Madrid schlagen.
Zugegebenermaßen mag das nicht für das HF in der CL reichen - aber das ist auch nicht gefragt bei Werder Bremen. Hier muss die Waage stimmen, zwischen buchhalterischer Vernunft und sportlichem Ehrgeiz. Was die monetäre Seite angeht, gibt es für Werder Bremen überschaubare Grenzen. Was aber das Mannschaftsgefüge, die Motivation, das Spielsystem und die Taktik angeht, ist nicht immer die kostenintensive Lösung, auch die effektivere. Wenn Werder es für notwendig erachtet, auf bestimmten Positionen nachzubessern, ist der Verein auch immer wieder bereit, richtig viel Geld in die Hand zu nehmen. Hat er auch in der Vergangenheit getan - jüngst bei Marko Marin. Hier stellte sich überhaupt nicht die Frage, ist Marin das Geld auch nominell wert - hier stellte sich in erster Linie die Frage, "wie viel ist er für Werder in dieser und den folgenden Saisons wert?". Da war man ganz klar der Meinung, dass es a) keine vertretbare Alternative gab, b) er zukünftig eine enorme Wertsteigerung erfahren wird und c) er sehr wichtig ist, für das Erreichen der mittelfristig gesteckten Ziele.
Bei anderen Spielern sind diese Punkte nicht zu 100% erfüllt und dann wird Werder solche Transfers auch nicht stemmen können und wollen. Auch bei Moreno hat man zunächst in eine abwartende Position eingenommen.
Was die Position des DM angeht, wird man sicherlich keinerlei Experimente eingehen. Es wird vermutlich noch einer geholt werden - aber nur, wenn man 100% überzeugt ist. Ansonsten darf man davon ausgehen, dass man mit Frings, Jensen, Niemeyer, Vranjes, Ikeng und vielleicht auch Tziolis in die Saison geht - was in meinen Augen ein durchaus vertretbare Option darstellt. Da ich davon ausgehe, dass es eine Systemänderung hin zu 2 defensiven MF-Spielern kommen wird, sehe ich dem ganz gelassen entgegen. Wir werden, egal wer oder ob jemand kommt, sehr viel kompakter stehen, als in den vergangenen Jahren - darauf kommt es schließlich an.