Das, was für manche von außen wie "Larifari" aussieht, ist es in den seltensten Fälllen. In Ausnahmefällen vielleicht. Aber kaum ein Spieler wird sich sagen, mein Beruf ist mir egal, wenn der Ball weg ist, wird ihn schon ein anderer bekommen.
Manchmal ist eine die Körpersprache, die von außen von manchen als provozierend empfunden wird (Borowski, Micoud) und zum Vorurteil führt, der Spieler nehme seinen Beruf nicht ernst.
Manchmal müssen irgendwelche Geschehnisse von außen herhalten, wobei es da natürlich unproffessionelle Vorkommnisse gibt, aber ein Privatleben dürfen die Spieler ja wohl noch haben.
Manchmal sind es Dinge, die von außen einfach nicht zu beurteilen sind, weil es sich um taktische Dinge handelt, die auf dem Platz schief laufen, die aber nix mit der Einstellung zu tun haben.
Und manchmal ist es auch eine Frage des Kopfes, was sich viele aber zu einfach vorstellen, so als müsste man nur sagen: So, ab heute mache ich keine Fehler mehr.
Aber leider gibt es von außen, wohl unter dem Eindruck des Zeitgeistes, dass alles gut ist, was Druck schafft, immer mehr die Haltung, solche Schwächen nicht als normal hinzunehmen (und ggf. anzunehmen, dass an ihnen gearbeitet wird), sondern mit einer gnadenlosen Hire and Fire Menalität zu beantworten.
Aber das kann nicht die Antwort sein, wie Linienrichter Jablonski schon schön ausgeführt hat. Schließlich sind die Spieler keine Maschinen, wo man einem Rädchen drehen kann und schon läuft es wie am Schnürchen.
Solche Vowürfe von außen kommen immer wieder, wenn es schlecht oder suboptimal läuft und sie sagen m.E. viel mehr über die Urheber solcher Sprüche aus als über den Gegenstand der Äußerungen.
Es ist ja zum Beispiel nicht nur so, dass man nicht einfach jeden Spieler der eine Formkrise hat oder den Ansprüchen nicht mehr genügt, einfach rausschmeißen kann (Verträge!), sondern das liefe häufig auf reine Geldvernichtung hinaus. Hunt ist doch das beste Beispiel und es wird auch nicht schlechter, dass einige Kandidaten sagen, der sei eine Ausnahme gewesen weil das Potential erkennbar war.
Bei Rosenberg ist es so, dass es nicht nur ziemlich dämlich wäre, ihn ausgerechnet in dem Moment zu verscheuern, wenn sein Marktwert wegen Formkrise und Verletzung zienlich unten sein dürfte. Sondern es ist ja nicht so, dass das Niveau, dass ein Spieler hat, identisch ist mit dem Niveau, das er hat, wenn er schlecht spielt.
Natürlich wird man sich bei Werder auch immer mal wieder Gedanken über einzelne Spieler machen und in einigen Fällen hat das ja auch dazu geführt, dass man sich von ihnen trennen will (Vranjes, Tosic). Aber das ist immer eine Frage der Abwägung und eine Geduldsfrage und nur weil es hinteher einige gibt, die schon immer gewusst haben wollen, dass Spieler X oder Y nichts taugt, wird es nicht falscher, zu versuchen, dass Potential rauszukitzeln.
Außerdem machen viele den Fehler, reflexartig die Spieler wegzuwünschen, die gerade selten oder nicht spielen.
Dabei gibt es in jedem Kader ca. 20 Spieler mit Stammplatzambitionen, aber nicht jeder kann zu jeder Zeit Stammspieler sein bei nur 11 Startplätzen, 14, 15 Positionen von Spielern, die häufig spielen und nur 18 Plätzen im Kader.
Es liegt in der Natur der Sache, dass die Spieler auf den Plätzen 16-20 leistungsmäßig hinten dran sind, denn sonst würden sie ja häufiger spielen. Und wenn sie selten spielen, macht sie das nicht unbedingt besser. Es ist immer so, dass sich die Populisten auf diese Spieler einschießen unabhängig davon, was es für Gründe dafür gibt, dass sie gerade Reservisten sind. Wenn Rosenberg und Almeida sich durchsetzen und Stammspieler würden, würde die Jagd auf Pizarro losgehen, wie es sein kann, dass ein Mann, der so teuer ist, sich nicht gegen die beiden durchsetzen kann. Das dreht sich im Kreis.
@ Linienrichter Jaablonski:

(mal wieder)
MFG dkbs