Es ist aus meiner Sicht grundlegend verkehrt, in einer Art Tunnelblick pauschal davon auszugehen, dass öffentliche Kritik immer der falsche Weg sei. Sachlich formuliert und konstruktiv vorgetragen, kann sie einem Verein vielmehr dabei helfen, Probleme zu erkennen und Prozesse zu verbessern. Gerade beim SV Werder, an dem nicht ganz zu Unrecht das Stigma haftet, zu oft in gewohnten Denk- und Handlungsmustern zu verharren.
Zudem lassen sich die Äußerungen von MW als positive Signale deuten: Sie zeigen Ehrgeiz und eine klare Identifikation mit Werder. Das ist ein positives Signal dafür, dass er seinen im Sommer auslaufenden Vertrag grundsätzlich gerne verlängern würde – vorausgesetzt, der Kader wird entsprechend verstärkt. Denn wäre ihm Werder gleichgültig, hätte er wohl geschwiegen und seinen Vertrag einfach auslaufen lassen. Wäre das etwa die bessere Alternative? Für mich ganz klar nicht.
Da bin ich bei fast allem absolut bei dir.
Trotzdem sieht es kein Vorgesetzter gerne, dass seine Arbeit öffentlich von einem seiner Angestellten kritisiert wird, und das muss auch nicht sein. So etwas sollte grundsätzlich, und dabei bleiben ich, in einem 4 Augengespräch getan werden.
Ebensowenig stellt sich der Vorgesetzte vor die Kamera und kritisiert seine Angestellten.
So etwas passiert aber trotzdem immer mal, meistens aus Emotionen heraus, und wird dann medial ausgeschlachtet.
Wie man in diesem Fall auch sehr gut beobachten kann. Intern wird das meiner Meinung nach gar nicht so drastisch gesehen wie es öffentlich suggeriert wird.
Ich finde nur, dass man an Hand der inhaltlichen Aussagen von MW erkennen kann, dass die Sichtweise von ihm sehr eindimensional ist, und er das große Ganze nicht überblickt. Wenn er Einblick über ALLE Parameter hätte die zu den Entscheidungen geführt haben, dann würde er vielleicht anders darüber denken. Habe ich selber, und vielleicht auch einige andere hier, schon oft erlebt.
Entscheidungen von Vorgesetzten kritisiert, und dann Dinge erfahren, die man vor einem klärenden Gespräch nicht wusste.