Religionen - Gott und die Welt, Kritik und Krieg

Werdet ihr Euch am Kirchentag 2009 in Bremen beteiligen?

  • Ja, ich werde als Dauerteilnehmer dabei sein.

    Votes: 3 2,5%
  • Ja, ich werde als Tagesbesucher dabei sein.

    Votes: 3 2,5%
  • Ja, ich bin als Mitwirkender dabei.

    Votes: 2 1,7%
  • Ja, ich bin als Helfer dabei.

    Votes: 1 0,8%
  • Ja, ich stelle eine Privatquartier zur Verfügung.

    Votes: 0 0,0%
  • Ich weiß noch nicht, ob ich mich am Kirchentag beteilige.

    Votes: 9 7,5%
  • Nein, ich werde mich auf keinen Fall am Kirchentag beteiligen.

    Votes: 93 77,5%
  • Nein, ich bin katholisch oder andersgläubig

    Votes: 26 21,7%

  • Total voters
    120
speziell auf UNSEREN planeten bezogen mag das zwar stimmen. aber selbst die ersten physikalischen prozesse können nur durch die existenz von einem ausgehenden irgendetwas in kraft treten. und genau diese existenz ist für den menschen nicht begreifbar.

Nein, das gilt für jeden Planeten im gesamten Universum. Das gerade auf der Erde höherentwickeltes Leben entstanden ist, verdanken wir zugegeben extrem seltenen, aber dennoch völlig natürlichen Faktoren (richtige Distanz zur Sonne, richtige Planetengröße und Gravitation, ein Mond zur Stabilisierung der Umlaufbahn, Atmosphäre in der richtigen Zusammensetzung, usw.).

Nebenbei: nur weil etwas für uns Menschen (noch) nicht begreifbar ist heißt das noch lange nicht, dass da ein Gott oder ein Gott-ähnliches Wesen seine Hand im Spiel hat. Blitz und Donner waren für die Menschen auch lange Zeit nicht begreifbar, heute wissen wir genau, was während eines Gewitters passiert und warum.
 
Nein, das gilt für jeden Planeten im gesamten Universum. Das gerade auf der Erde höherentwickeltes Leben entstanden ist, verdanken wir zugegeben extrem seltenen, aber dennoch völlig natürlichen Faktoren (richtige Distanz zur Sonne, richtige Planetengröße und Gravitation, ein Mond zur Stabilisierung der Umlaufbahn, Atmosphäre in der richtigen Zusammensetzung, usw.).

Nebenbei: nur weil etwas für uns Menschen (noch) nicht begreifbar ist heißt das noch lange nicht, dass da ein Gott oder ein Gott-ähnliches Wesen seine Hand im Spiel hat. Blitz und Donner waren für die Menschen auch lange Zeit nicht begreifbar, heute wissen wir genau, was während eines Gewitters passiert und warum.

das war auch nicht direkt, sondern nur indirekt planetenbezogen gemeint. ich wollte nur damit ausdrücken, dass nichts entstehen kann, wo nicht vorher etwas existiert hat.
und dass etwas gottähnliches seine hand im spiel hatte, hab ich auch nie behauptet...nur ist das gegenteil auch nicht beweisbar. es fällt aufgrund der unwissenheit in den bereich des glaubens oder auch der überzeugung.
zumal man nicht mal wissen kann, ob die ungeklärten und geklärten fragen der wissenschaft, die einzig vorhandenen fragen sind, die es zu stellen gäbe. oder ob einiges einfach außerhalb der denkfähigkeit und wahrnehmung des menschen liegt und daher erst gar nicht erfolgreich oder unerfolgreich untersucht werden kann.
 
Religion sehe ich in der Tat als das Glauben an eine höhere, übernatürliche Instanz, die alles im Leben und im Universum erschafft und kontrolliert. Ich persönlich habe mich aber noch nie mit Glauben zufrieden gegeben, ich will (soweit es möglich ist) Wissen.

Moralische Richtlinien hat es schon sehr, sehr, sehr lange Zeit vor der Bibel gegeben.

In aller Konsequenz heißt das: Moralische Richtlinien, die du nicht mit zur Religion zählst, gab es schon vor der Bibel, also der Überlieferung des Glaubens an eine dieser Instanzen.
Religion gab es aber schon vor der Bibel.

Hierbei handelt es sich meiner Ansicht nach um bestimmte Verhaltensweisen, bei denen sich die Gesellschaft im Laufe der Zeit auf Richtige und Falsche geeinigt hat. Diese Richtlinien haben sich in der Vergangenheit unzählige Male geändert und ändern sich immer noch fortwährend. Ein Beispiel hierzu: früher wäre es für die Gesellschaft absolut in Ordnung, ja sogar zwingend notwendig gewesen, Leute wie mich bei lebendigen Leibe zu verbrennen. Die Gesellschaft heute hat sich darauf geeinigt, so eine Tat als falsch zu erkennen und nennen es Mord.

Gesellschaftliche bzw. moralische Richtlinien gab es schon bei den primitivsten Urmenschen, ja sogar Tiere sind dazu fähig. Einen Gott bedarf es da wirklich nicht, im Gegenteil: die Bibel ist voll mit Dingen, von denen ich unseren Planeten lieber heute als morgen befreit sehen möchte; Stichwort Schwulen- und Frauenfeindlichkeit zum Beispiel.

Und das ist keine Form von Religion? Was ist denn deine Moral? Ist das nicht auch eine Form von Religion - genau wie Atheismus?

Wo ich gerade bei unserem Planeten bin: der ist keineswegs zufällig entstanden. Allerdings hatte da auch absolut nichts Mystisches oder Übernatürliches seine Hand im Spiel. Es war eine logische Abfolge physikalischer Prozesse, die alleine in unserer Galaxis unzählige Milliarden Male passiert sind und immer noch passieren. Und durch die selben physikalischen Prozesse wird auch eines Tages die Existenz unseres Planeten enden, nämlich spätestens dann, wenn unsere Sonne zur Nova wird (falls wir ihn bis dahin nicht schon selber völlig kaputt gemacht haben). Bis es soweit ist haben wir aber noch ein paar Milliarden Jahre Zeit, also kein Grund zur Panik.

Du tust ja fast so, als wärst du der einzige, der aufgrund brillianten physikalischen Insiderwissens weiß, wie unsere Erde entstanden ist.
An die Schöpfungsgeschichte wie sie in der Bibel steht glaubt jedoch nur ein sehr kleiner Teil fundamentaler Christen.
Kannst du denn aber auch belegen, wo diese physikalischen Phänomene, die die Erde schafft, herkommen? Wie können die denn einfach da sein, wenn Gott nicht einfach da sein kann?
Wissenschaft und Religion schließen sich nicht aus, die Vorstellung ist seit der Zeitenwende zumindest in der breiten Masse der Christen überholt.


Was die Evolution betrifft: der ist es völlig schnurzegal, was wir Menschen als moralisch falsch oder richtig betrachten, in welche Kirche wir gehen, ob wir überhaupt in eine Kirche gehen oder ob wir an das heilige Taschentuch glauben. Die Evolution macht seit Milliarden Jahren ihr Ding, und das wird sie auch machen, wenn wir Menschen (die bisher auf diesem Planeten ihren Höhepunkt darstellen) schon lange verschwunden sind. Das Ächten von Mördern, Kinderschändern und Verbrechern gehört zu den richtigen/falschen Verhaltensweisen, auf die wir Menschen uns im Laufe der Zeit geeinigt haben - mit Evolution hat das nichts zu tun.[/QUOTE]

Ja, und? Was schließt daran jetzt was aus?
 
Nebenbei: nur weil etwas für uns Menschen (noch) nicht begreifbar ist heißt das noch lange nicht, dass da ein Gott oder ein Gott-ähnliches Wesen seine Hand im Spiel hat.

Korrekt. Es bedeutet allerdings genauso wenig, dass dem nicht so ist. Der Mensch als natürlich beschränktes Wesen wird niemals ALLES erklären können. Wo ist das Problem, wenn jeder einzelne Mensch für sich ganz persönlich entscheidet, woran er bezüglich der nicht nicht erklärbaren Phänomene, glauben mag? Die Frage ist doch eigentlich sogar, ganz im Sinne von zogggs Beitrag: Hat dies überhaupt zwingend irgendwas mit der Existenz eines - wie auch immer gearteten - übernatürlichen Etwas zu tun?

Dies ist imho eine äußerst menschliche Betrachtungsweise. Der krampfhafte Versuch, zu erklären, was nicht zu erklären ist, nur um zu widerlegen, was weder beweis- noch widerlegbar ist (und niemals sein wird). Ich denke einfach, dass ganz allgemein, etwas mehr Toleranz und weniger Arroganz Andersdenkenden gegenüber dem Menschen gut tun würde.
 
Und das mit dem Grundgesetz:

Woher kommen denn die Grundlagen des Grundgesetzes? Wohl kaum aus einem Buch von Douglas Adams oder Friedrich Nietzsche... Sie kommen dummerweise aus der Bibel.

Ich kopiere hier mal einen guten Text dazu, der das gut widerlegt. Das Original findet sich hier.

Ist das Christentum die Grundlage unseres Rechtsstaates?


Von Christen hört man oft das Argument, dass mit den Vorschriften der Bibel alles geregelt ist, was für ein friedliches und funktionierendes Zusammenleben der Menschen nötig ist.

Im Gegensatz zum absolutistischen Staat wird die Macht des demokratischen Staates umfassend durch Gesetze determiniert, um die Bürger vor Willkür zu schützen. Zu den Grundprinzipien gehören Gewaltenteilung, Berechenbarkeit staatlichen Handelns und Grundrechte. Die Vereinbarkeit der Bibeltexte mit diesen Grundprinzipien wird im Folgenden hinterfragt.

Wer meint, die Bibel enthalte Regeln, die vom Großteil der Gesellschaft als verbindlich anerkannt werden können, scheint den Inhalt der Texte nicht oder nur unvollständig zu kennen. Daher beginne ich mit dem Zitat der Zehn Gebote (Lutherbibel, Standardausgabe 1984) und komme später auf weitere Bibeltexte zu sprechen:

1. Gebot: Ich bin der HERR, dein Gott, der ich dich aus Ägyptenland, aus der Knechtschaft, geführt habe. Du sollst keine anderen Götter haben neben mir.

2. Gebot: Du sollst dir kein Bildnis noch irgendein Gleichnis machen, weder von dem, was oben im Himmel, noch von dem, was unten auf Erden, noch von dem, was im Wasser unter der Erde ist: Bete sie nicht an und diene ihnen nicht!
Denn ich, der HERR, dein Gott, bin ein eifernder Gott, der die Missetat der Väter heimsucht bis ins dritte und vierte Glied an den Kindern derer, die mich hassen, aber Barmherzigkeit erweist an vielen Tausenden, die mich lieben und meine Gebote halten.

3. Gebot: Du sollst den Namen des HERRN, deines Gottes, nicht missbrauchen; denn der HERR wird den nicht ungestraft lassen, der seinen Namen missbraucht.

4. Gebot: Gedenke des Sabbattages, dass du ihn heiligest. Sechs Tage sollst du arbeiten und alle deine Werke tun. Aber am siebenten Tage ist der Sabbat des HERRN, deines Gottes.

5. Gebot: Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren, auf dass du lange lebest in dem Lande, das dir der HERR, dein Gott, geben wird.

6. Gebot: Du sollst nicht töten.

7. Gebot: Du sollst nicht ehebrechen.

8. Gebot: Du sollst nicht stehlen.

9. Gebot: Du sollst nicht falsch Zeugnis reden wider deinen Nächsten

10. Gebot: Du sollst nicht begehren deines Nächsten Haus. Du sollst nicht begehren deines Nächsten Weib, Knecht, Magd, Rind, Esel noch alles, was dein Nächster hat.

Die ersten vier Gebote widersprechen dem verfassungsrechtlich gewährten Recht auf Religionsfreiheit, aber sind – davon abgesehen - in rechtlicher („weltlicher“) Hinsicht irrelevant. Wegen der Strafandrohung bei Verstoß sind sie dennoch einer Erwähnung wert: „Missetaten der Väter“ werden an den nachfolgenden vier Generationen gerächt. Wenn diese Strafe Gottes tatsächlich verhängt würde, stünde sie in krassem Widerspruch zum von allen zivilisierten Gesellschaften anerkannten Rechtsgrundsatz des Schuldprinzips, wonach eine Person nur bestraft werden kann, wenn sie selbst eine schuldhafte, mit Strafe bedrohte Handlung oder Unterlassung begangen hat.

Dieses Prinzip der Kollektivstrafen und Sippenhaftung gegenüber unschuldigen Menschen findet sich in zahlreichen Texten des Alten und Neuen Testaments (z.B. Sintflut Genesis 1. Mose 6, 5-8; Sodom und Gomorrha 1. Mose 18, 20; Strafen gegen die Städte Chorazinund, Betsaida Matthäus 11, 20-22).

Das 5. Gebot, Vater und Mutter zu ehren, mag eine grundsätzlich sinnvolle Verhaltensregel sein. Es fehlt jedoch die Aufforderung an die Eltern, ihren Kindern ebenfalls Respekt entgegenzubringen. Und die über ein „störrisches“ Kind verhängte Strafe fällt unvorstellbar grausam aus:

„Wenn ein Mann einen störrischen und widerspenstigen Sohn hat, der nicht auf die Stimme seines Vaters und seiner Mutter hört, und wenn sie ihn züchtigen und er trotzdem nicht auf sie hört dann sollen Vater und Mutter ihn packen, vor die Ältesten der Stadt und die Torversammlung des Ortes führen. Dann sollen alle Männer der Stadt ihn steinigen und er soll sterben.“ (Deuteronium Kapitel 21)

Zum 6. Gebot gibt es eine Vielzahl an Ausnahmen, welche die Tötung von Menschen erlauben. Nicht nur Gott selbst begeht wiederholt Völkermord, er ordnet die Todesstrafe für geringfügige Vergehen oder schlichte Nicht-Gläubigkeit an: Homosexuelle, ungezogene Kinder, Ungläubige, fluchende Menschen, „Zauberinnen“ etc. sind zu erwürgen oder zu steinigen.

Das 10. Gebot wertet das „Begehren“ fremden Eigentums an sich als Unrecht. Der Text gibt Auskunft darüber, welche Stellung eine Frau in den Augen Gottes hat: Sie steht auf derselben Stufe mit Haus, Rind und Esel.

Die Minderwertigkeit von Frauen gegenüber Männern wird auch in zahlreichen anderen Bibelstellen deutlich zum Ausdruck gebracht:

“Die Frauen seien untertan ihren Männern als dem Herrn“ (Eph.5,22).
„Der Mann aber soll das Haupt nicht bedecken, denn er ist Gottes Bild und Abglanz; die Frau aber ist des Mannes Abglanz“ (1 .Kor.1 1,7).
„Eine Frau lerne in der Stille mit aller Unterordnung. Einer Frau gestatte ich nicht, dass sie lehre, auch nicht, dass sie sich über den Mann erhebe, sondern sie stille sei. Denn Adam ist am ersten gemacht, danach Eva.“ „Und Adam ward nicht verführt; das Weib aber ward verführt und hat die Übertretung eingeführt” (1.Tim.2,11-12).
„Wie in allen Gemeinden der Heiligen lasset die Frauen schweigen in der Gemeinde; denn es soll ihnen nicht zugelassen werden, dass sie reden, sondern sie sollen sich unterordnen, wie auch das Gesetz sagt.“ (1.Kor.11,7).

Lediglich die Gebote 7, 8 und 9 weisen eingeschränkte rechtliche Relevanz auf und spiegeln sich in unterschiedlicher Ausprägung in Rechtsordnungen wider.

Natürlich stellt sich auch die Frage, welche Tatbestände die Bibel NICHT regelt. Es fällt auf, dass zahlreiche Verbrechen, wie z.B Völkermord, Vergewaltigung, Verhetzung, Sklaverei, Rassismus nicht nur nicht verboten sind, sondern – ganz im Gegenteil – geradezu empfohlen werden:

Sklaverei:

„Die Sklaven und Sklavinnen, die euch gehören sollen, kauft von den Völkern, die rings um euch wohnen; von ihnen könnt ihr Sklaven und Sklavinnen erwerben.“ (Lev. 25,44)
Ihr Sklaven, gehorcht euren irdischen Herren mit Furcht und Zittern und mit aufrichtigem Herzen, als wäre es Christus.“ (Eph. 6,5)

Verfolgung Nichtgläubiger:

„Welcher des HERRN Namen lästert, der soll des Todes sterben; die ganze Gemeinde soll ihn steinigen.“ (3. Mose 24,16)
„Ach dass die Gottlosen müssten zur Hölle gekehrt werden, alle Heiden, die Gottes vergessen!“ (Psalmen 9,18)
„HERR, stehe auf, dass die Menschen nicht Oberhand haben; lass alle Heiden vor dir gerichtet werden!“ (Psalmen 9,20)
„Doch jene meine Feinde, die nicht wollten, dass ich über sie herrschen sollte, bringet her und erwürgt sie vor mir!“ (Lukas 19,27)

Tötung von „Zauberinnen“ und Wahrsagern:

„Die Zauberinnen sollst du nicht am Leben lassen.“ (2. Mose 22,17)
„Wenn ein Mann oder Weib ein Wahrsager oder Zeichendeuter sein wird, die sollen des Todes sterben. Man soll sie steinigen; ihr Blut sei auf ihnen.“ (3. Mose 20,27)

Tötung Homosexueller:

„Wenn jemand bei einem Manne liegt wie bei einer Frau, so haben sie getan, was ein Gräuel ist, und sollen beide des Todes sterben; …“ (3.Mose 20,13)

Diktatur:

„Jedermann sei untertan der Obrigkeit, die Gewalt über ihn hat. Denn es ist keine Obrigkeit außer von Gott; wo aber Obrigkeit ist, die ist von Gott angeordnet. Wer sich nun der Obrigkeit widersetzt, der widerstrebt der Anordnung Gottes.“ (Römer 13,1)

Christen versuchen meist, die barbarischen Texte des Alten Testaments durch Zitate aus dem Neuen Testament abzuschwächen oder umzudeuten. Wer jedoch das Alte und das Neue Testament liest, bemerkt, dass das Wesen Gottes sich nicht unterscheidet.

Selbst bei schnellem Durchlesen des Neuen Testaments wird bald klar, dass Jesus öfters über die Hölle als über den Himmel spricht. Er gibt eindeutig zu verstehen, was seine Mission auf Erden ist:

„Ich bin nicht gekommen, Frieden zu senden, sondern das Schwert.“
„Denn ich bin gekommen, den Menschen zu erregen gegen seinen Vater und die Tochter gegen ihre Mutter und die Schwiegertochter gegen ihre Schwiegermutter.“ (Matthäus 10)
„So jemand zu mir kommt und hasst nicht seinen Vater, Mutter, Weib, Kinder, Brüder, Schwestern, auch dazu sein eigen Leben, der kann nicht mein Jünger sein.“ (Lukas 14,26)
„Der Menschensohn wird seine Engel senden, und sie werden sammeln aus seinem Reich alles, was zum Abfall verführt, und die da Unrecht tun, und werden sie in den Feuerofen werfen; da wird Heulen und Zähneklappern sein.“ (Matthäus 13)

Die zitierten Texte stehen weit unter dem ethischen und rechtlichen Mindeststandard jeder halbwegs zivilisierten Gesellschaft. Vergleicht man diese Vorschriften mit den auf säkularem Boden wurzelnden Menschenrechten, zeigt sich, dass die zugrunde liegenden Weltbilder schlichtweg inkompatibel sind. Die Bibel widerspricht in maßgeblichen Teilen den Grundlagen einer rechtsstaatlich und demokratisch organisierten Gesellschaft.

Allein die oben angeführten Texte verstoßen mit einer Ausnahme (Art. 7 “Keine Strafe ohne Gesetz”) gegen sämtliche in der Europäischen Menschenrechts-Konvention (EMRK) garantierten Rechte und Freiheiten:

Art. 1: Verpflichtung zur Achtung der Menschenrechte

Art. 2: Recht auf Leben

Art. 3: Verbot der Folter

Art. 4: Verbot der Sklaverei und der Zwangsarbeit

Art. 5: Recht auf Freiheit und Sicherheit

Art. 6: Recht auf ein faires Verfahren

Art. 7: Keine Strafe ohne Gesetz

Art. 8: Recht auf Achtung des Privat- und Familienlebens

Art. 9: Gedanken-, Gewissens- und Religionsfreiheit

Art. 10: Freiheit der Meinungsäußerung

Art. 11: Versammlungs- und Vereinigungsfreiheit

Art. 12: Recht auf Eheschließung

Art. 13: Recht auf wirksame Beschwerde

Art. 14: Diskriminierungsverbot

Diese fundamentalen Menschenrechte mussten in einem Jahrhunderte dauernden Kampf gegen die Machtansprüche von Kirche und Religion durchgesetzt werden. Daher ist es nur konsequent, dass der Vatikan als einziger Staat neben Weißrussland die EMRK bis heute nicht ratifiziert hat.


Und zu guter letzt:


Interessant fand ich übrigens die Bus-Kampagne der Atheisten letztes Jahr. Jetzt fangen die auch noch an zu missionieren... Ich sag ja, der Glaube an eine Nicht-Existenz ist auch ein Glaube, und somit eine Art Religion.

Wenn Atheismus eine Religion ist, dann ist Glatze eine Haarfarbe :)
 
Du machst einen ganz fatalen Fehler, weil du die Bibel wörtlich nimmst. Das geht aber nicht, weil die Bibel menschengeschrieben ist und gerade im alten testament oft propangadistische Zwecke verfolgt hat. Du erörterst die religiöse Bedeutung und somit auch mit eine Gottesfrage mit etwas Menschen gemachtem.
 
zudem sind einige der Stellen auch total aus dem Zusammenhang gerissen.

Irgendwie merke ich immer wieder, dass solche Diskussionen in einem Internet-Forum nur selten zu etwas sinnvollem führen. Interessant finde ich aber schon, wie wehement die "Atheisten-Fraktion" argumentiert und dabei scheinbar Einblicke in sämtliche naturwssenschaftlichen Vorgänge hat... Selbst renomierte Naturwissenschaftler, die nicht an Gott glauben, setzen für die Entstehung der Welt meistens eine Art "Kraft" voraus.

Übrigens, was die Rolle der Frau angeht: Lest mal das neue Testament. Jesus hat das Frauenbild der damaligen Zeit maßgeblich aufgewertet.
 
ja.

ich würde auch den schwerpunkt nicht allzusehr auf das setzen, was nach der kreuzigung bzw. Auferstehung passiert ist. immerhin heißt es "Christ" und nicht "Pauliner" oder "Papster"...
 
Das sind die klassischen Verteidigungsstrategien der Bibelleser. Die Gesetze in der Bibel und insbesondere im AT sind z.B. relativ eindeutig (Steinigung für Ehebrecher, Apostaten und Zauberinnen) und nicht metaphorisch gemeint. Gleiches gilt für die zehn Gebote und die sind auch nicht aus dem Zusammenhang gerissen - und die liegen dem Grundgesetz nicht zu Grunde.

Aber ich lasse mich gern überzeugen: Wenn ihr mir aufzeigen könnt, wo das Grundgesetz sich eindeutig ausschließlich (!) oder zu großen Teilen (!) auf Stellen in der Bibel bezieht, sehe ich mir das gerne mal an.

Aber eine Frage an die "Metaphoriker":

Welche Stellen lest ihr denn metaphorisch und welche nicht? Vielleicht ist ja "Gott" und "Himmel" eine Metapher und existieren ja auch nicht? :)
 
Aber ich lasse mich gern überzeugen: Wenn ihr mir aufzeigen könnt, wo das Grundgesetz sich eindeutig ausschließlich (!) oder zu großen Teilen (!) auf Stellen in der Bibel bezieht, sehe ich mir das gerne mal an.

Ich vermute, dass niemand deine kaum in Worte zu fassende Großzügigkeit überanstrengen möchte. Mit dem missionarischen Eifer der Atheisten hier im Thread kann ohnehin niemand mithalten.
 
Aber ich lasse mich gern überzeugen: Wenn ihr mir aufzeigen könnt, wo das Grundgesetz sich eindeutig ausschließlich (!) oder zu großen Teilen (!) auf Stellen in der Bibel bezieht, sehe ich mir das gerne mal an.

Darum geht es doch gar nicht. Habe ich irgendwo geschrieben, dass das so sein muss? Nein - im Gegenteil, es ist nicht so. Wäre auch schlimm, wenn dies in einem säkularen Staat so wäre. Das hat aber keine Aussagekraft.

Das sind die klassischen Verteidigungsstrategien der Bibelleser.

Wenn dir ein Mathematiker sagt, dass 1+1 2 ergibt, verteidigt er sich dann so wie alle es tun, oder hat er nicht vielleicht Recht?


Eine Sache möchte ich allgemein hinzufügen: Oft ist Religion heutzutage auch einfach uncool. Und diesen Faktor würde ich bei manchen nicht unterschätzen.
 
Lieber Zogg,

ich bezog mich auf die Aussage von DrottnarsRiket, der behauptete, dass die Rechtsordnung in Deutschland auf der Bibel basiert.

Woher kommen denn die Grundlagen des Grundgesetzes? Wohl kaum aus einem Buch von Douglas Adams oder Friedrich Nietzsche... Sie kommen dummerweise aus der Bibel.

Dem ist - meiner Meinung nach - nicht so und ich denke, ich habe genügend Beispiele geliefert, die die Aussage von DrottnarsRiket widerlegen. Darum ging es mir und ich würde mir wirklich die Gegenargumente ansehen, werter Niedersachse. Meine Aussage war weder sarkastisch noch ironisch gemeint, aber wenn wir hier mehr als Aussagen und Gegenaussagen ohne Begründungen und Beispiele austauschen wollen, dann verschwenden wir unsere Zeit.

Zur "klassischen Verteidigung":

Es passiert nun mal häufig, dass sämtliche Bibelstellen, die mit dem heutigen Ethikverständnis nicht mehr übereinstimmen - was viele nun mal nicht mehr tun - als "metaphorisch" abgestempelt werden, während andere uneingeschränkt als Tatsachenbericht durchgewunken.

Das finde ich persönlich etwas "wischiwaschi", um hier einen ungenauen Ausdruck zu benutzen.
 
Den Zweizeiler von Drottnar habe ich überlesen, deswegen wusste ich auch nicht, was du die ganze Zeit mit deinem Grundgesetz hast.
Wie dem auch sei:

Es gibt keinen fiktiven Index im Kopf, wo steht, was wörtlich und was symbolisch anzunehmen ist. Im alten Testament sind das aber die wenigsten Dinge. Im neuen Testament ist das klarer abzugrenzen, weil man historisch besser forschen konnte.

Zweitens muss klar sein, das schlichtweg nicht alle Dinge gleich relevant sind. Deswegen fragt man sich nicht nach manchen Sachen, weil sie heute ohnehin keine Rolle mehr Spielen.

Die Bibel ist ein menschengeschriebenes Buch, geschrieben von Menschen in der Zeit. Das ist immer wieder wichtig herauszustellen. Deswegen, weil sie auch genutzt wurde um damaliges Verhalten genormt oder propagandistisch zu überliefern und zu rechtfertigen.
Du kennst doch sicherlich die Geschichte von David und Goliath. Die Schlacht zwischen den beiden spielt im Krieg der Israeliten mit den Phillistern, Goliath war der Geschichte nach auch ein Phillister. Und diese Phillister sind nichts anderes als die heutigen Palästinenser. (Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.)
Territoriale Konflikte zwischen Völkern gab es damals schon. Klar, dass sich solche Geschichten dann entwickeln und entweder im Verlauf der Geschichte, oder aber absichtlich, in der Bibel wiederfinden.

Ähnlich verhält es sich mit manchen Geboten. Die meisten der Gebote, v.a. aus dem AT, waren zu der Zeit Usus und werden somit unter anderem gerechtfertigt. Das ist für einen heutigen Christen aber irrelevant, weil er eben in der Regel selber kein Kreationist ist und jedes Gesetz auf unsere Zeit überträgt, da er auch noch Moral aus heutiger Gesellschaft kennt. Das schließt sich nicht aus.
Bei Juden ist es ähnlich. Anders als wir beruft das Judentum sich auf das AT. Trotzdem sind das kein Volk von Steinigern. Die Zionisten mal ausgenommen, der Begriff des Zionismus umfasst schließlich einen durch die Bibel gerechtfertigten territorialen Anspruch.

Wäre die Bibel von Gott mit Blitz und Donner auf die Erde geschickt wurden, würde ich dir definitiv zustimmen. Ist sie aber nicht.

Im NT kommt dann Godfather of Cristianity ins Spiel - Kumpel Christus, der Grundsätze aus dem AT wie "Auge um Auge" über den Haufen wirft. Auch im neuen Testament gibt es dann ein paar dubiose Regeln. Das kommt aber immer darauf an, wo sie in welchem Zusammenhang stehen. Die Bibelforschung bibelforscht da ordentlich, weil nämlich klar ist, dass da manches nicht klar ist.

Insgesamt ist es nu aber so, dass der religiöse Mensch - nehmen wir den Christen als Beispiel - paar Grundregeln erhalten hat. Nächstenliebe und so. Und di versucht er mehr oder weniger erfolgreich umzusetzen. Durch andere Einflüsse aus heutiger Gesellschaft ist dann auch klar, dass man aufgrund der Nächstenliebe zum Beispiel keine Ehebrecherin steinigt (sondern sie kurz und schmerzlos die nächste Klippe runterwirft.)
 
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